Fanfic: Ein tripp in die Altewelt

schaute Kagome auf und lief vor Verlegenheit rot an. "Hä?! Aber Kimie! Ich..."
"Leugnen ist zwecklos!", unterbrach Kimie sie sofort und lächelte. "Ich sehe es dir ganz genau an." Zwar war Kagome noch etwas irritiert, senkte aber nach einer Weile wieder ihren Blick. Kimie hatte Recht, Kagome war in Inu Yasha verliebt. Aber was hieß das schon?
Kagome schaute erst wieder auf, als ihr Kimie einmal kräftig auf die Schulter klopfte. "Los! Jetzt lass dich nicht so hängen!", forderte sie ihre Cousine auf und Sango stimmt dem zu: "Da muss ich Kimie Recht geben, Kagome."
Kagome schaute zunächst mit fragendem Blick von einem Mädchen zum anderen und lächelte dann leicht. "Naja, wenn ihr meint." Irgendwie fühlte sie sich jetzt doch besser. Es tat ihr gut, mal über dieses Thema reden zu können.
Nach dieser kurzen Gesprächseinlage machten sich die Mädchen aber wieder daran, etwas Feuerholz zu sammeln. Sie waren noch gar nicht lange dabei, als Kagome sich nochmal an Kimie wendete: "Kimie?"
"Hm?"
"Sag mal, bist du eigentlich verliebt?"
Auf diese Frage antwortete Kimie nicht sofort, wurde nun aber sowohl von Kagome, als auch Sango neugierig beäugt. Nach einem kurzen Moment schüttelte sie leicht den Kopf. "Nein, ich glaube nicht."
"Du glaubst nicht?", fragte Sango etwas irritiert. Diese Antwort kam ihr irgendwie eigenartig vor, ebenso wie Kagome, die weiterfragte: "Was soll das heißen? Kennst du etwa jemanden?"
"Flüchtig. Ist nicht der Rede wert.", antwortete Kimie wie nebenbei und schien das Thema damit beenden zu wollen, aber Sango stieß sie leicht mit dem Ellenbogen an. "Jetzt stell dich doch nicht so an!", forderte sie Kimie auf. Immerhin hatten Sango und Kagome selbst auch so einiges zu erzählen gehabt, also konnte Kimie nun auch ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. "Erzähl! Wie ist er denn so?"
Auf diese Frage von Sango winkte Kimie aber sofort ab. "Ach, er ist arrogant, total unterkühlt, grob, brutal und bildet sich wohl ein, er sei die Krone der Schöpfung." Im nächsten Moment stockte sie. Eigentlich wollte sie das so nicht sagen, auch wenn dies vielleicht anfangs ihre Meinung gewesen war. Kagome schaute ihre Cousine daraufhin doch etwas irritiert an. "Also... Es wundert mich, dass du überhaupt einen einzigen Gedanken an so jemanden verschwendest."
Kimie zögerte zunächst und senkte etwas verlegen den Blick. Schließlich sprach sie aber doch weiter: "Naja, vielleicht liegt es daran, dass er mir mal sehr geholfen hat."
"Inwiefern?", fragte Sango interessiert.
"Naja, ich wurde mal angegriffen und er hat mich gerettet.", erklärte Kimie im Groben, woraufhin Kagome erwiderte: "Aber das heißt doch, dass er sich auch Sorgen um dich macht. Demnach kann er eigentlich kein so schlechter Kerl sein, oder?"
Kimie zuckte mit den Schultern. "Sorgen? Naja, ich weiß nicht... Das ist doch eher unwahrscheinlich. Er ist irgendwie seltsam." Und in der Tat wusste sie nicht, wie sie die Sache einschätzen sollte.
"Wenn er brutal ist, dann würde ich meine Finger von ihm lassen.", meinte Sango überzeugt. "So einer kann dir bestimmt nicht guttun."
Kimie nickte leicht. "Da hast du wohl Recht, Sango. Aber ich glaube nicht, dass er hauptsächlich schlecht ist. Er ist auch stark, mutig und irgendwie habe ich das Gefühl, als hätte er doch einen guten Kern. Auf eine gewisse Art und Weise jedenfalls." Ihre Stimme hatte einen leicht schwärmerischen Unterton angenommen, während sie weitergesprochen hatte. Kagome bemerkte dies und musste leicht lächeln. "Kimie, mir scheint, du magst diesen Typen wirklich irgendwie."
"Naja, vielleicht...", meinte Kimie verlegen. Darüber hatte sie sich zwar auch schon so ihre Gedanken gemacht, aber ob man das auch wirklich so sagen konnte?
Sango legte sich nachdenklich eine Hand ans Kinn. "Aber irgendwie klingt das alles etwas kompliziert, wenn ihr mich fragt." Kimie musste ihr zustimmen. Sie selbst fühlte sich ja deswegen auch oft verwirrt. "Ich weiß ja auch nicht so recht. Anfangs war mir schon mulmig zumute, als ich ihn kennengelernt habe. Aber am Ende habe ich mich in seiner Nähe doch irgendwie sicher gefühlt." Sie seufzte. "Ich werde aus ihm wohl nie schlau werden."
"Und wie denkt er über dich?", fragte Kagome, doch daraufhin zuckte Kimie nur mit den Schultern. "Ich habe keine Ahnung. Vielleicht wäre es ihm ja auch am liebsten, wenn ich ihm nicht noch einmal über den Weg laufe." Dieser Gedanke war ihr schon oft gekommen und warf in ihr immer wieder die Frage auf, ob ihr Vorhaben eine gute Idee war.
"Macht dir das was aus?", fragte Sango auf die Bemerkung hin. Kimie senkte nachdenklich den Blick. "Hmm... Eigentlich wollte ich ja noch einmal mit ihm über etwas reden. Aber wahrscheinlich interessiert es ihn eh nicht, was ich zu sagen habe."
"Ich würde trotzdem nochmal mit ihm sprechen.", meinte Kagome entschieden. "Dann herrscht wenigstens Klarheit und du musst dir nicht länger den Kopf darüber zerbrechen." Kimie nickte. Da hatte ihre Cousine wohl Recht, wie sie zugeben musste.
"Männer!", stöhnte Sango mit einem Mal genervt auf. "Verlass dich auf sie und dann bist du verlassen! Machen uns nur Kummer und bemerken es kein bisschen, wenn wir etwas von ihnen wollen."
Kurz wurde es totenstill und Sango wandte ihren Blick zu Kagome und Kimie, die sie ungläubig anstarrten und keinen Ton von sich gaben.
"Was guckt ihr denn so?", fragte die Dämonenjägerin etwas irritiert, woraufhin Kagome antwortete: "So hast du ja noch nie geredet, Sango. Das ist mal was ganz anderes."
Sango errötete daraufhin leicht und wandte ihre Augen kurz von den anderen ab. "Naja... Irgendwann muss man ja mal sagen, was man denkt. Oder etwa nicht?"
Die Blicke der drei trafen sich und kurz darauf mussten sie doch anfangen zu lachen. Das war mal so ein typisches Gespräch unter Mädchen gewesen.
"Kagome! Sango! Kimie! Wo bleibt ihr denn? Das Essen ist fertig!", drang plötzlich die Stimme von Shippo zu ihnen vor. Hinter einem kleinen Busch kam der Kitsune nun zum Vorschein und winkte den Mädchen zu. Kagome winkte zurück. "Wir kommen gleich! Danke, Shippo!" Das Holz, was sie gesammelt hatten, würde nun auch ausreichen, also machte sich die Gruppe wieder auf dem Weg zurück zum Lager. Shippo war bereits vorrausgegangen, gefolgt von Kagome, Sango und das Schlusslicht bildete Kimie. Rein zufällig richtete sie ihren Blick kurz zum nächtlichen Himmel hinauf und blieb abrupt stehen. Irgendetwas flog knapp über den Wipfeln der Bäume über sie hinweg. Es waren eigenartige Wesen, drei an der Zahl, die Kimie ein wenig an Aale oder sowas ähnliches erinnerten. Nur konnten diese Wesen, wie schon erwähnt, fliegen und besaßen im vorderen Bereich ihres Körpers drei Beinpaare, in welchen sie leuchtende, kugelähnliche Objekte bei sich trugen. Sie flogen relativ schnell vorüber und verschwanden recht schnell wieder aus Kimies Sicht.
"Was waren denn das für komische Dinger?", fragte sie sich leise und erst die Stimme von Sango holte sie wieder aus ihren Gedanken: "Kimie? Wo bleibst du denn?"
Kimie wandte sich sofort um. "Entschuldige, Sango! Ich war abgelenkt."
"Weswegen?"
"Nicht der Rede wert. Es gibt wohl nur so einiges in dieser Epoche, was doch reichlich fremd für mich ist."
Sango lächelte wohlwollend. "Kein Wunder. Aber wenn du erstmal eine Weile bei uns bist, dann legt sich das sicher bald. Wobei, die eine oder andere Überraschung erlebt man doch immer wieder."

Als die Mädchen kurz darauf endlich wieder am Lagerplatz zurückkamen, ließ sich Inu Yasha bereits eine Portion Instant-Nudeln schmecken. "Was habt ihr denn solange gemacht?", fragte er kauend. Während die Mädchen sich wieder an das Lagerfeuer setzten, antwortete Sango knapp: "Nichts besonderes. Nur geredet."
"Und worüber habt ihr geredet?", fragte Miroku neugierig, doch Kagome legte sich nur den Zeigefinger an die Lippen und antwortete lächelnd: "Das ist ein kleines Geheimnis unter Frauen."
Die fliegenden Wesen, die Kimie gesehen hatte, flogen indessen unbeirrt weiter ihren Weg, bis sie schließlich an ihrem Ziel ankamen. Auf dem Ast eines Baumes saß eine junge Frau mit langen schwarzen Haaren, die einen Köcher mit Pfeilen und einen Bogen bei sich trug. Sie trug die Kleidung einer Miko und schien auf die Wesen gewartet zu haben, die nun direkt auf sie zuflogen. Bei der jungen Frau angekommen, ließen sie die leuchtenden Kugeln, welche sie bei sich trugen los, und kurz darauf verschwanden diese ihm Körper der Frau.
"Ich danke euch, Seelensammler.", sagte sie an die fliegenden Wesen gerichtet, die kurz darauf wieder davonflogen, scheinbar um weitere Seelen zu sammeln. Die junge Frau lehnte sich an den Baum. "Schon bald werde ich dich finden, Inu Yasha.", sagte sie und richtete ihren Blick zum nachtblauen Himmel hinauf.