Fanfic: LOVE AND DARK
Kapitel: Geburtstag
2.Geburtstag
Ling wischte Lorettas Hände in dem weißen Brunnen mit schwarz, durchsichtigem Wasser. Loretta hielt danach Ling ihre Hände entgegen. „Ja ich trockne sie schon ab…“, Ling nahm sein Hemd ab und trocknete damit Lorettas Hände ab. Sie schlug ihn ins Gesicht. „Mit Magie? Ja Herrin…“, Ling hielt seine Hände über Lorettas und erzeugte einen Wind und Luftzug um sie herum. Loretta setzte sich an den Brunnen und zog Ling zu sich her. „Tag? Welcher Tag?“ Loretta fasste Lings Gesicht und küsste ihn auf seinen Mund. „Mein Geburtstag? Ich hatte ihn einfach vergessen schätze ich…“ Loretta strich über Lings silberne Haare. „Nein. Ich weiß nicht wie Alt ich geworden bin…“ Loretta hob sein Hemd vom Boden wieder auf und legte es ihm auf seine Knie. „24? Nach welcher Zeitrechnung?“ Loretta zog ihm sein Hemd wieder hinüber. „Ich bin 24Jahre bei euch? Verstehe…“ Loretta stand wieder vom Brunnen auf und ging zum Altar der Kirche weiter. Sie öffnete die Lippen, sodass die Luft ihren Mund füllte und begann zu singen. „Ihr spricht Herrin?“ Loretta lächelte: „Nein singen.“ Ling ging Loretta entgegen zum Altar: „Ich habe euch noch nie sprechen gehört…“ „Gefällt dir meine Stimme?“ „Nein. Mir gefällt nichts…“ Loretta lächelte und legte ihre Hände auf ihre Kragenschleife: „Ich möchte aber wissen ob sie dir gefällt… Ling…“ „Nun mir gefällt nichts.“ Loretta blickte Ling unaufhörlich an: „Ich will aber wissen wie du sie fändest wenn du an ihr gefallen finden könntest…“ Ling verstummte für einen Moment. Hätte er Angst und Furcht empfinden können, wäre jetzt wohl der richtige Zeitpunkt gekommen. Loretta packte Lings Gesicht und küsste ihn intensiv auf seine Lippen. Ling stolperte zurück, er hielt sich seinen Bauch und begann zu schluchzen: „Ihr quält mich Herrin!“ „Nun“, Loretta beugte sich Ling entgegen: „Wie gefällt dir meine….Stimme?“ „Sie ist schön, zum sterben schön! Doch bitte nehmen sie mir meine Gefühle wieder fort! Ich ertrage es nicht!“ Loretta setzte sich vor Ling: „Nichts hast du dir je mehr gewünscht… selbst nachdem ich dir eigentlich alle Gefühle genommen hatte… konntest du immer noch einen Drang nach dem Fühlen spüren. Und damals… als du noch ein kleiner Junge warst… du hast dir immer gewünscht meine Stimme zu hören Ling… weißt du noch?“, legte ihre Hand auf Lings Gesicht. „Ja ich weiß!“, er weinte und zitterte am ganzen Leib. „Du wirst nie mehr altern. Bist du auf die anderen Menschen neidisch Ling?“ „Ja bin ich!“ „Dein Leben war perfekt bevor du mir begegnet bist. Hasst du mich Ling?“ „Ja mehr als alles andere!“ „Ich bin deine Herrin. Liebst du mich Ling? Obwohl dessen was ich dir ständig antue?“ „Ja ich liebe euch, meine Liebe die mit jedem Schmerz und Gefühl verbunden ist das sie mir zufügen!“ Loretta lächelte weiterhin. Welch für schmerzen dieses Lächeln in Ling hervorriefen, ein einziges Gefühlschaos. „Du bist kein einfacher Centra mehr Ling. Du hast keine Zeit für diese Empfindungen.“ „Was bin ich dann?“, jauchzte Ling schreiend. „Du bist…“, sie flüsterte es leise und zischend: „… der letzte… deiner Familie…“ Ling hob sein verschwitztes und voll Angstschweiß triefendes Gesicht: „Sie… haben sie alle getötet?“ „Nicht nur die“, Loretta lachte vor sich hin: „Deine kleine Freundin aus den Slums auch.“ „Oh Herrin was tut ihr da?“, Ling krümmte sich vor Schmerzen und Trauer: „Ich verkrafte es nicht länger!“ „Liebe nur mich Ling…“, Loretta nahm Lings Hand und legte sie auf ihr Gesicht: „Liebe nur mich.“ „wie könnte ich?“, jauchzte Ling wieder. „Dan hasse mich“, lächelte Loretta: „Hasse mich und koste es voll aus!“ „Dafür liebe ich euch noch zu sehr!“, Ling blickte auf den Boden. „Möchtest du sterben?“, Loretta machte eine Handbewegung und Ling schwebte Gleichzeitig in die Luft. „Ja… bitte!“, Schrie Ling. „So sei es… ich wünsche dir… alles gute…“, Loretta hob ihre Hand und ließ einen Eis Pflog entstehen den sie Ling durch sein Herz jagte: „Du bist wieder sterblich…“ Ling fühlte den stechenden Schmerz in seiner linken Brust und spukte ein letztes mal Blut bevor er dahinraffte. „Er war zu Schwach, er hätte es nie ertragen können…“, Loretta spukte genauso wie Ling zuvor elendlich
Blut und verlor ein paar Tränen: „Ich muss mir jemand anderen suchen…“ Ihre Mimik blieb bei jeder Träne so eben wie das einer Puppe und so weiß wie der eiskalte Winter das Land mit seinem Schnee überzog. Ihr Gesicht, so zart wie Porzellan suchte mit den Augen den silbernen Schrein, der entweihten Kirche. Loretta schritt auf den Schrein zu und öffnete ihn. Sie drehte sich zu Lings Leichnam und ließ ihn mit ihren Schwebefertigkeiten hineinfallen. Lings Blut spritze aus seinen Adern und füllte den Schrein mit rotem Schimmer. Ein letztes Mal öffneten seine Augen sich die nun Schwarz und ohne Lebensgefühl waren. Lorettas verlangender Blick in die rote Pfütze um Ling herum erzeugte ein Brodeln im Schrein und eine gellende Hitze, die das Blut gar zum verdampfen brachte. Sie pflückte die Weißen Samen aus den Blüten des Baumes der in die Kirche über den Schrein hineinragte. „Geh fort, Seele suche dein Heim, an Ort, wo vollkommen dein Sein…“, Loretta streute die Samen zaghaft über das Brodelnde Blut aus und es begann in Flammen zu brennen. Das dampfende Blut erzeugte einen roten dichten Nebel, der Loretta umschlungen hielt. Sie wiederholte: Geh fort, Seele suche dein Heim, an Ort, wo vollkommen dein Sein!“ Der rote Dunst legte sich auf den Boden nieder und floss in der ganzen Kirche um Loretta herum. „Törichter Narr… dein Heim sollte woanders sein…! Ich habe dich gequält, oft Tagelang was willst du noch hier jetzt wo ich dir Freiheit schenke?“ Das dunkle Rot schlängelte sich tropfen weise an Lorettas Saum und Kleid entlang, sodass sie aufstöhnte. „Wie berührst du mich? Vertilgst mich gar…“, Loretta wurde immer mehr umschlungen: „Hör auf! Was hast du vor…?“ Aus den roten Tropfen wurde eine fließende Masse die sich zu Händen bildeten und Loretta umarmten. „Geh fort von mir! Dies ist nicht dein Heim!“ „Oh glaubst du denn noch immer er sucht ein Heim Loretta?“, eine ruhige Stimme gleich wie die Lorettas nur Männlich machte sich bemerkbar. „Wer bist du? Zeige dich!“, Loretta begann laut zu singen, das Blut um sie herum zerplatzte und floss geradschnürig zurück in den Schrein. „Oh glaubst du mit deinem Irrführenden Höllengesang beeindruckst du verlorene Seelen? Du bist genauso eine Seele Loretta… armes kleines Mädchen, verloren im Schatten geboren im nichts…“ Loretta sah sich wutentbrannt um ihr zartes, Puppen-Porzellan Gesicht runzelte seine Stirnfalten. „Hast du deine Stimme verloren? Wieder…?“, ein Schatten kroch hinter Loretta hervor: „Arme kleine Loretta vergessen werden sie dich alle, willst du nicht schnell was unternehmen?“ Loretta schrie grell, die Balken der Kirche begannen sich zu brechen und all das Blut Lings und Loretta selbst unter sich zu begraben. In dieser Art Erdbeben das sie ausgelöst hatte schloss sie Lings Schrein und begab sich in jenem Schatten der sich unter ihr verbarg nach draußen. „So wusste ich wie du handeln würdest, jetzt gehörst du mir…“, der Schatten unter ihr erhob sich draußen zu einem jungen starken Mann der sie am ganzen leib fesseln zu schien: „Alles hat seinen Preis, Loretta. Bald wirst du verstehen wenn sich dein Blut im Körper kaum noch durch dein Herz bewegen kann, so schmierig soll es sein wie das deiner vielen verdammten! Und dann wirst du fühlen wie es ist versklavt zu sein Loretta…“ Loretta tränte aus den Augen, es war nicht Glasklar sondern schwarz, ihr Blut. „Welch ein Anblick…“, er striff über ihre Wange: „Dein Blut ist ja schon ganz schwarz… wie begehrenswert… Loretta.“ Loretta riss sich von seinem Bann los hob die Hand und zerschmetterte ihn in ihrer Wut. Ein hallendes Rufen in der Luft schrie: „Bald Loretta bald…“ Schwarzer Regen tropfte auf den Boden nieder und versickerte in der Erde.