Fanfic: Sleeping hell?
aufschaute und mich angrinste.
Den anderen kannte ich nicht. Aber bei näherer Betrachtung erkannte ich, dass er noch jünger war, als ich und auch kleiner.
Er funkelte mich mit seinen dunkelblauen Augen an.
„Lange nicht gesehen Anna!“ Seine Stimme war ungewöhnlich tief sein Alter.
Ich schätzte ihn auf circa 15 Jahre.
„Können wir das Kaffeekränzchen bitte auf später verschieben, jetzt ist leider keine Zeit!“
In seiner Stimme war etwas Drängendes. Jim half mir auf eine, der Maschinen und setzte sich vor mich.
Er und der andere Junge stiegen auf die zweite Maschine und ließen den Motor aufheulen.
„Halt dich fest Anna!“, warnte mich Jim noch.
Dann fuhren wir los.
„Stopp!“, schrie ich, „Was ist mit Shayne?“
„Mach dir um den keine Sorgen! Der kommt hier schon raus!“, schrie er mich an.
Ich schaute zurück in den dunklen Gang und dachte an Shayne, der wohl immer noch an der Tür saß und sich konzentrieren musste.
Ein Tor öffnete sich vor uns und wir schossen hinaus in die klare Nacht.
Die Sterne leuchteten uns entgegen, aber der Mond war nicht zu sehen.
Ich erkannte den Wald wieder, den ich durch Shayne’ s Fenster gesehen hatte.
Wir steuerten auf ihn zu und blieben zwischen den ersten Bäumen stehen.
Jim schwang sich von der Maschine, genau wie er und der Dritte.
Ich tat es ihnen gleich.
„Lass sie zurückfahren Gary! Währenddessen suchen Jim und ich nach Holz!“
Der dritte Junge nickte.
Ich blieb unschlüssig stehen und beobachtete Jim und ihn, wie sie im Wald verschwanden.
„Du bist also Gary…“, murmelte ich, auf ein Gespräch hoffend.
„Allerdings!“, antwortete der Rothaarige.
Ich wusste nicht, wie ich daran anknüpfen könnte, also blieb ich still und schaute ihm dabei zu, wie er an den Fahrzeugen Einstellungen vornahm.
„Was machst du da?“, fragte ich nach einiger Zeit.
Er seufzte tief.
„Ich schick die Maschinen zurück, damit niemand uns anhängen kann, wir hätten gestohlen!“
Er schien genervt zu sein, deswegen traute ich mich kaum weiterzureden.
„Also weiß niemand, dass wir gegangen sind?“, spekulierte ich.
„Genau! Kluges Mädchen!“
Ich schaute ihn finster an.
„Wieso machst du dich über mich lustig?“, fragte ich direkt.
„Weil es Spaß macht!“ Die Antwort folgte sofort.
Ich grinste.
„Sehr schlagfertig!“
Die Maschinen fuhren zurück und ich schaute ihnen nach.
„Gewöhn dir nicht an bei mir das letzte Wort haben zu müssen, Mädchen! Das kann fatale Folgen mit sich ziehen!“
Er ging an mir vorbei in Richtung Wald.
„Soll das eine Drohung sein?“, fragte ich unbeeindruckt.
„Das ist ein Versprechen! Und jetzt komm!“
Ich folgte ihm stumm und bald sahen wir einen warmen Lichtschimmer durch das Geäst dringen.
Die beiden anderen saßen gemütlich am Lagerfeuer und- zu meiner Überraschung- saß da auch Shayne.
„Shayne!“ Ich rannte auf ihn zu und umarmte ihn. „Ich hab mir Sorgen gemacht!“
Meine Augen füllten sich für kurze Zeit mit Tränen, ich konnte sie aber noch rechtzeitig runterschlucken.
Shayne schaute mich positiv erschrocken an.
Neben ihm kugelte Jim sich vor Lachen.
„Warum hast du dir denn Sorgen gemacht? Ich war doch nie in Gefahr! Ich musste nur die Tür blockieren, falls jemand reinkommen würde!“
„Und wie bist du da raus gekommen?“
Ich setzte mich zwischen ihn und Gary, der sich schon niedergelassen hatte.
„Betriebsgeheimnis!“ Er zwinkerte mir zu.
„So…und jetzt?“ Jim hatte sich langsam von seiner Lachattacke erholt und brach so die angespannte Atmosphäre, die entstanden war.
„Wieso sind wir überhaupt in der Nacht aufgebrochen?“, fragte ich in die Runde.
„Die Organisation wollte den Fall abbrechen! Obwohl es ein wirklicher Hilferuf war...die wissen etwas, was wir nicht wissen! Aber wir wollen das herausfinden, deswegen werden wir das auf eigene Faust lösen!“, erklärte Jim.
Die anderen nickten.
„Die kneifen immer, wenn es ernst wird!“, seufzte Gary.
Wieder allgemeines nicken.
„Und was müssen wir machen?“, fragte ich.
„Nun ja…viel wissen wir auch nicht! Ein Dorf in den Bergen. Der Dorfälteste spürt irgendeine Bedrohung! Wir müssen uns beeilen, sonst ist es womöglich zu spät!“, erzählte er.
„Wir sollten uns schlafen legen! Aber einer muss Wache halten!“, meinte Gary.
„Das mache ich!“, meldete sich Jim.
„Wir wechseln uns am besten ab!“ Shayne nahm die zweite Schicht.
„Anna, kann ich mal mit dir sprechen?“ Er fasste mir auf die Schulter und wies mich an mit ihm eine Weile spazieren zu gehen.
Als wir weit genug vom Lager entfernt waren, begann er ein Gespräch.
„Und? Hast du dich ein bisschen eingewöhnt? Erinnerst du dich vielleicht an etwas?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Aber ich hatte heute so einen komischen Traum…“
Er schaute mich neugierig an.
„Shayne ist darin vorgekommen…und du…und ich war auch da…und wir waren sehr glücklich und dann sind wir Jim begegnet. Wir haben kein Wort gesprochen, wir haben uns mit dem Herzen verständigt. Ich hab mich sehr wohl gefühlt….Und dann hat Shayne mich geweckt.“
Ich seufzte und dachte noch einmal über den Traum nach.
„Ich hab keine Ahnung was das zu bedeuten hat!“, sagte ich, halb am verzweifeln.
Er sagte nichts und ging nur stumm neben mir her.
„Ich habe aber noch eine Frage…“
„Ja?“ Wieder schaute er zu mir, aber er schenkte mir nicht seine volle Aufmerksamkeit.
Er dachte wohl über etwas nach.
„Jim hat mir von dieser Organisation erzählt, aber irgendwie klingt das für mich sehr unlogisch…von wegen böse Monster bekämpfen…“
Er grinste breit.
„Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig zu verstehen ist…aber…für Menschen aus einer anderen Welt, für Menschen, die nicht ganz in diese Welt gehören…ist es nicht zu verstehen. Er hat es dir so gut er kann erklärt! Lass es einfach darauf beruhen!“
Ich holte tief Luft.
„Wenn du meinst!“, sagte ich und zuckte mit den Schultern, „Wollen wir wieder zurück?“
„Ja…du solltest dich noch mal hinlegen, aber ich werde noch ein bisschen hier rumstreifen, irgendwas ist komisch…“
Ich schaute ihn besorgt an.
„Geh du ruhig! Es ist ja nicht weit!“
Er lachte mich an und so drehte ich mich um und ging zurück.
Ich schaute mich noch einmal um, aber er war nicht mehr zu sehen.
Jim saß am Feuer und schaute in die Flammen.
„Na?“ Ich kam auf ihn zu und setzte mich zu ihm.
Er antwortete mir nicht.
„Worüber denkst du nach?“
Wieder gab er mir keine Antwort.
Ich tippte ihm leicht auf die Schulter und er zuckte leicht zusammen.
„Hast du was gesagt?“ Er schaute mich verwirrt an.
Ich grinste nur.
„Nein…schon okay…warum hältst du Wache, wenn du sowieso schon am Einschlafen bist?“
„Nein…das ist es nicht…ich…ach egal…“
Ich legte den Kopf schief und schaute ihn an.
„Erinnerst du dich noch an den Stromschlag?“
„Nur zu gut!“, antwortete ich ehrlich.
„Nun ja…ich hab Schuldgefühle deswegen…ich war so genervt, dass ich dich suchen musste und das du einfach weg warst und Shayne nicht auf dich aufgepasst hat! Und dann hat sich diese Teil von selbst gebildet!“ Er schaute wieder in die Flammen.
„Du kannst Elektrizität produzieren??“, fragte ich erstaunt.
Er nickte.
„Jeder hier hat eine besondere Eigenschaft! Ich beherrsche die Elemente Feuer und Elektrizität. Shayne kann mit Geistern kommunizieren und er hat Visionen und so was…wenn wir mal Geld brauchen, setzten wir in immer in ein Zelt und machen einen Wahrsager aus ihm. Er kann auch solchen Schnickschnack wie Traumdeuten und Handlesen…“
Jim schnaubte.
„Aber es ist sehr nützlich!“
„Und was ist mit Gary und ihm?“
„Gary hat keine!“
Jim lachte.
„Er meint, da er noch so jung ist, hat sich seine Gabe noch nicht gezeigt. Aber er ist sich sicher, dass sie bald aufbrechen wird! Und uns sehr nützlich ist.“
„Und was ist mit seiner Gabe?“, hakte ich weiter nach.
„Die kennt keiner von uns…er sie noch nie eingesetzt. Wir wissen alle, dass er eine unglaubliche Gabe hat und sehr mächtig ist. Deswegen ist er unser Anführer. Er ist stärker als wir alle zusammen!“
Ich schaute in den Wald, dahin, wo er verschwunden war.
,Wohin er wohl ist?’ dachte ich.
Ich war beeindruckt. Diese Jungs waren etwas ganz besonderes.
„Und warum habt ihr mich geholt?“
Mein Blick war starr in den Wald gerichtet und meine Stimme zitterte.
Ich wusste nicht wieso, aber ich hatte Angst vor der Antwort.
„Da fragst du den Falschen! Ich hab keine Ahnung! Er wollte das so!“
Ich war froh, dass Jim mir nichts sagen konnte. Oder es auch einfach nicht tat.
„Ich leg mich hin! Gute Nacht Jim!“
Ich legte mich auf den Rücken. Es war warm und keiner brauchte eine Decke.
„Gute Nacht, Anna…“
Ich war erschöpft von der Flucht.
Und den vielen Informationen. Sie prasselten alle auf einmal auf mich ein.
Lange konnte ich nicht einschlafen.
Doch langsam wiegte mich das prasseln des Feuers und das leise Summen von Jim, wie der ruhige Atem von Shayne, der neben mir lag, in den Schlaf.
Ich erwachte jäh, als ich ein Geräusch vernahm.
Ich schaute mich um.
Es war dunkel, das Feuer glühte nur noch.
Gary war am Feuer eingeschlafen.
Ich stand auf und warf neues Holz in die Glut. Vergeblich versuchte ich das Scheit zum Brennen zu bringen. Ich schaffte es das Feuer ganz auszumachen.
Wieder vernahm ich ein Geräusch. Es ähnelte einem Knurren.
Ich krabbelte zu Shayne und weckte ihn.
„Was ist los?“ Er setzte sich auf.
„Hörst du das?“
Das Knurren war einem Tapsen gewichen.
Es hörte sich an, als ob sich große Tatzen über den Waldboden bewegten.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, sprang Shayne auf.
„Weck die anderen! Ich komme bald zurück!“
Ich schaute ihm nach.
Ich