Fanfic: Sol et Scelus

der Dämon und Teiga die Mauer hinunter. Unten stand ein weiterer Dämon und winkte ihnen zu. „Ach, du bist`s. Geht`s um die Stützpunkte der Menschen? Ich komme schon!“ Schnell sprang Sky die Mauer hinunter. „Huh, das war aber etwas knapp! Kannst rauskommen, Kenji.“ Wütend kam Kenji aus seinem Versteck und schrie: „ETWAS knapp!?
Was sollte denn das eben? Fast hättest du...“
Teiga hörte ihm überhaupt nicht zu, wartete, bis Sky und der andere Dämon um die Ecke gebogen waren und schlich dann hinüber zum Turm, während ihr Bruder ihr immer noch wütend murmelnd folgte. Der Turm hatte eine dicke Eisentür, die Kenji aber sofort aufbrach. „Oh... sieht aus, als hätten wir uns ein bisschen zu viel Zeit gelassen.“
Alle Kinder waren tot und Teiga und Kenji konnten nichts weiter tun, als unter den blutüberströmten Leichen nach Überlebenden zu suchen. Schon bald erkannten sie aber, das es hoffnungslos war. „Teiga, lass uns rausgehen. Hier gibt es nichts mehr was wir tun können. Die meisten sind bestimmt schon einige Tage tot.“ Teiga schritt weiter durch den Raum, kniete sich vor einigen Leichen hin und versuchte, noch einen Puls zu fühlen. Jedes mal stand sie aber kopfschüttelnd wider auf. Kenji hielt den Anblick der toten Kinder nicht mehr aus und wollte den Raum verlassen, als Teiga aufgeregt schrie: „Hey, komm schnell her, die hier lebt noch!“ Kenji drehte sich sofort um und lief zu Teiga. Vor ihr lag ein kleines Mädchen mit kurzgeschnittenen braunen Haaren, das leicht hustete. Kenji wollte nach weiteren Überlebenden suchen, aber Teiga flüsterte, dass sie die anderen schon untersucht hätte und sie schon tot seien. „Los, du trägst sie raus. Ich kämpf uns den Weg frei. Jetzt wo wir wissen, dass alle Kinder außer ihr ermordet worden sind, können wir ja ruhig auffallen und ein paar Dämonen töten. Ich will mich an dem Typ von eben, diesem Sly oder wie der hieß, für sein blödes Kommentar rächen.“
„Mein Name ist Sky.“ Überrascht drehten Teiga und ihr Bruder sich um und sahen Sky, der sich gelangweilt an die kaputte Tür lehnte. Teiga starrte genervt zu Boden. „Ich hab mich auch gewundert, dass das alles so einfach war. Normalerweise funktionieren meine Pläne nie! Kenji, du nimmst mit ihr den Hinterausgang.“ Sie deutete auf das Mädchen, das inzwischen in Kenjis Armen eingeschlafen war. „Was für einen Hinterausgang?“
„Den da“, erwiderte Teiga knapp und schlug mit ihren Klauen die hintere Wand ein. Kurz danach gaben jedoch die Balken nach und der ganze Turm fing an zu beben und der Boden brach unter ihnen weg. Kenji klammerte sich an seiner Schwester fest, die sich auch nach etwas umschaute, woran sie sich festhalten konnte. Sie schloss die Augen, griff einfach um sich und fand dann etwas weiches und warmes zum Festhalten. Leider fiel dieses Etwas mit ihr runter.
Kenji fing an zu schreien. „Gib Ruhe, das rettet dich auch nicht!“ Erst als Teiga das sagte, merkte er, dass sie nicht mehr fielen. Er blickte nach oben und sah seine Schwester, die mit geschlossenen Augen geradeaus blickte. Sie war mit ihrem T-Shirt an einem hervorstehenden Stein hängen geblieben. „Teiga? Du kannst jetzt wieder hingucken.“ Sie öffnete die Augen und blickte nach unten. Mit der einen Hand hatte sie die rechte Hand ihres Bruders umklammert, der mit der anderen immer noch das Mädchen im Arm hielt. In der anderen Hand hielt sie... „Was machst du da?!“ Sky starrte ihr wütend entgegen. Mit geschlossenen Augen hatte sie sich einfach an dem festgeklammert, was ihr am nächsten war, und das war eben der Dämon Sky gewesen. „Soll ich dich etwa fallen lassen?“ Sky blickte nach unten in das tiefe Loch, das bestimmt über vierzig Meter tief war, schüttelte schnell den Kopf und war still. Selbst ein Dämon würde so einen Sturz nicht überleben „So... wie geht`s jetzt weiter? Hat irgendwer einen Vorschlag, wie wir hier wieder rauskommen können?“ Die anderen antworteten nicht. Teiga fing an, leise zu pfeifen. So musste sie nicht hören, wie der Stoff ihres T-Shirts langsam begann zu reißen. Jetzt mussten sie sich schnell etwas einfallen lassen, oder sie würden hinunterstürzen. „Hier, klettert daran hoch!“, rief eine Stimme von oben und eine Strickleiter wurde hinuntergeworfen. Kenji kletterte als Erster hoch, nach ihm dann Sky und Teiga. Allerdings waren sie von ihren Rettern alles andere als begeistert. Einige Dämonen standen oben, lächelten sie an und zogen ihre Schwerter. „Wir wollten euch eigentlich da unten hängen lassen, aber euch so zu töten ist viel lustiger!“ Auch Teiga zog ihr Schwert und griff die Dämonen an. Ihr Bruder Kenji hielt Abstand zum Kampf, weil er das Mädchen, das sie gerettet hatten, nicht in Gefahr bringen wollte. Sky schaute sich den Kampf von der Seite her an. Als Teiga vier von ihnen getötet und die restlichen so schwer verwundet hatte, dass sie sich nicht mehr bewegen konnten, gab sie ihren Freunden (ist damit auch Sky gemeint?!) ein Zeichen, dass sie ihr folgen sollten.
„Teiga, was sollen wir jetzt mit dem da machen? Willst du ihn etwa mitnehmen?“ fragte Kenji und nickte in Sky`s Richtung. Der tat so, als hätte er nicht zugehört. „Na ja, ich schätze, wir müssen ihn mitnehmen. Wenn wir ihn töten, riechen die Dämonen das Blut und finden uns sofort und gegen die gesamte Armee der Dämonen kann selbst ich nichts ausrichten. So ein paar sind kein Problem, alle bei so vielen wird`s problematisch. Wenn wir ihn zurückschicken, erzählt er Lenya alles über unsere Pläne und dann sind wir genauso erledigt.“ Kenji ließ sich trotzdem nicht von seinem Plan abbringen. „Ja schon, aber wenn wir ihn mitnehmen stößt er uns ein Messer in den Rücken.“ Teiga lächelte ihm ins Gesicht und sagte: „Vielleicht, aber selbst wenn kann er so nur einen von uns töten. Wenn du mich dann rächst und ihn umbringst, ist zumindest noch einer von uns am Leben, der dann die Mission zuende bringen kann. Und vielleicht will er uns ja gar nicht umbringen, unter Umständen will er unserer Truppe beitreten. Willst du doch, oder?“ Teiga wandte sich an Sky, der jedoch sofort zu Boden schaute und weiter schwieg. Schon komisch, der Typ. Wenn ich die ganze Zeit rumstottere und nichts tue, quatscht der einen voll, aber wenn ich mal anfange zu reden, kriegt er die Zähne nicht mehr auseinander. Vielleicht ist er auch einfach nur schüchtern? Na ja, fürs erste muss er wohl mitkommen, bis uns was besseres einfällt. Zuerst sollten wir uns aber überlegen, wie wir den Leuten erklären, dass nur ein Kind überlebt hat. Teiga blickte in ihr schlafendes Gesicht. Eigentlich ist sie ja gar kein Kind mehr. Die ist doch mindestens vierzehn oder fünfzehn. In ihrem Alter habe ich schon gegen Dämonen gekämpft, aber für sie ist der Kampf nichts, sie ist zu dünn und sieht sehr zerbrechlich aus. Aus der kann ich keinen Krieger machen. „Warum starrst du sie so an?“, fragte Kenji wütend. Er ahnte sicherlich, was Teiga gerade gedacht hatte. Immerhin hatte sie mit ihm dasselbe gemacht. Ihm war es eigentlich egal, auf wessen Seite er kämpfte, immerhin hatten auch die Dämonen gute Gründe für ihren Kampf gegen die Manschen. Normalerweise sind Dämonen Einzelgänger, die sich nicht zu Armeen zusammenschließen, aber alleine sind die Dämonen leicht von den Menschen zu besiegen und langsam aber sicher wurden sie immer weniger. Auch Lenya, seine und Teiga`s Mutter, wurde öfters von Menschen angegriffen und entkam meistens nur knapp. Daher wollte sie Rache und entschloss die Macht an sich zu reißen und die Dämonen zu einer Armee zu vereinen. Teiga, die schon immer eine rebellische Ader und nie ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hatte, da sie ihr nichts über ihren Vater, einen Menschen, erzählen wollte, wandte sich gegen sie und half den Menschen bei der Schlacht. Vor kurzem hatte sie auch Kenji gefragt und er, dem das eigentlich egal war, half ihr, weil ihr sonst niemand bestand. Zuerst musste er auch nicht kämpfen, doch seit er Teiga einmal im Kampf das Leben gerettet hatte, musste er ständig mit ihr kämpfen. Sie hatte einen Krieger, nein, einen Mörder aus ihm gemacht und er wollte nicht, dass sie dasselbe mit diesem Mädchen tat.
Schweigend gingen sie weiter. Nach ungefähr zwei Stunden sagte Teiga genervt: „Irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Weg zum Dorf letztes Mal kürzer war, du nicht?“ Erst jetzt bemerkte Kenji es auch: „Ja. Es müsse hier doch irgendwo sein...“ Als sie noch eine Weile die Gegend abgesucht hatten, wache das Mädchen, das Kenji immer noch mit sich herumschleppte, endlich auf. „Wo bin ich hier?“, fragte sie verwirrt und blickte sich um. Teiga rannte sofort zu ihr: „Hey, du bist endlich aufgewacht! Wir haben dich vor den Dämonen gerettet und aus Kathuun rausgetragen. Wir sind jetzt auf dem Weg zu dem Dorf in das die Leute aus Kathuun geflohen sind. Da kommst du doch her, oder? Ach übrigens, das sind Sky und Kenji. Ich bin Teiga.“ Sie hielt dem Mädchen die Hand hin. Das war jedoch noch so verschlafen, dass es nur die Hälfte von Teiga`s Vortrag mitgekriegt hatte, ergriff aber ihre Hand und murmelte leise: „Ich heiße Yuna... Wie konntet ihr euch nur zu dritt in die Dämonenfestung schleichen?“ Teiga lächelte und antwortete: „Ach weißt du, wir sind Halbdämonen, ich und Kenji. Wir kämpfen schon seit längerem gegen die Dämonen. Sky ist ein vollwertiger Dämon, aber der ist erst seit kurzem in unserer Gruppe und, wenn du mich