Fanfic: Sol et Scelus

fragst, irgendwie merkwürdig. Na ja, wir stehen auf jeden Fall auf deiner Seite!“
Yuna starrte sie noch eine zeitlang an und als sie bemerkte, dass sie immer noch von Kenji getragen wurde, sprang sie schnell auf und entschuldigte sich immer wieder bei ihm. Als er ihr zum siebten Mal erklärt hatte, dass es schon in Ordnung sei, wurde Teiga allmählich unruhig. „Irgendwo muss doch dieses verfluchte Dorf sein. Vielleicht sind wir schon vorbei gelaufen. Was meinst du, Sky?“ Sky schwieg weiterhin und starrte einfach an ihr vorbei Richtung Berge. Teiga blickte in die gleiche Richtung in der Hoffnung, dass dort vielleicht das Dorf war, konnte jedoch nur schneebedeckte Berge am Horizont erkennen. Mann, wenn dieser Typ doch wenigstens sagen würde, dass er keine Ahnung hat! „Ich glaube, es ist dahinten.“, sagte Sky plötzlich und deutete auf einen kleinen roten Punkt in der Ferne. „Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass die Hütten rot gestrichen waren...“, murmelte Kenji seiner Schwester zu. „Ich auch nicht. Bleib besser mit Yuna hier, ich seh mir das mit Sky an. Du kommst erst nach, wenn ich dir ein Zeichen gebe, sonst gehen wir einfach weiter. So wie es aussieht sind die Dämonen vor uns da gewesen und ich glaube nicht, dass Yuna sich das ansehen sollte. Komm Sky, wir sehen uns das mal aus der Nähe an!“ Teiga fing an zu rennen und Sky folgte ihr so schnell er konnte, doch schon bald musste Teiga langsamer machen, weil Sky nicht mehr mitkam. Nach ein paar Minuten erkannten sie, dass das Dorf in Flammen stand. Teiga blieb stehen und schaute nach Überlebenden, doch diesmal fand sie niemanden. „Tja. die Dämonen sind wohl schneller als wir gewesen...“
„Nein, die Dämonen waren das nicht. Wir haben keinen Angriff auf dieses Dorf geplant, soweit ich weiß und hier ist auch kein Dämonengeruch. Das waren diese idiotischen Menschen. Sie sind zu dumm um einzusehen, dass sie sich verbünden sollten und bekämpfen sich stattdessen.“ Jetzt, wo Sky endlich anfing zu reden, wollte Teiga die Gelegenheit nutzen und noch mehr über ihn herausfinden. „Warum hasst du die Menschen eigentlich so sehr? Ich meine, die meisten sind ja ganz in Ordnung, sogar eure Anführerin Lenya weiß das, immerhin hat sie sich ja mal mit einem von ihnen eingelassen.“ Sobald Teiga das Gespräch wieder auf die Menschen lenkte, starrte Sky mit hasserfülltem Blick geradeaus. „Die Menschen haben meine Eltern getötet und das werde ich ihnen niemals verzeihen. Deshalb habe ich mich auch freiwillig für Lenyas Armee gemeldet, obwohl ich mit achtzehn eigentlich noch etwas zu jung dafür bin. die anderen sind mindestens fünfundzwanzig. Ach, übrigens, ihr müsst nun nach Norden weiter. Die Dämonen planen einen Angriff auf die Menschen dort. Ich nehme doch an, du willst ihnen helfen?“ Jetzt war Teiga verwirrt. Wenn er die Menschen so hasste, warum half er ihr dann, sie zu retten? Es war bestimmt eine Falle. „Und woher weiß ich, dass ich dir trauen kann? Du hast noch vor kurzem versucht, mich zu töten.“
„Stimmt, aber du hast mir das Leben gerettet. Es war zwar nicht absichtlich, aber trotzdem. Ich nehme solche Schulden ernst, daher begleite ich euch eine Weile. Es ist im Grunde egal, zu dritt können wir sowieso nichts gegen die Dämonen unternehmen. Sie werden die Menschen am Ende doch vernichten.“
Teiga wechselte schnell das Thema: „Ich glaube, wir sollten zu den Yuna und Kenji zurückgehen. Die machen sich bestimmt schon Sorgen.“
Als die beiden wieder auf dem Hügel ankamen, auf dem die anderen warteten, lief Yuna ihnen schon entgegen: „Und, was ist los? Kann ich zu meinem Vater?“ Teiga sagte ihr, dass sie sich geirrt hatten und dass dieses Dorf schon lange verlassen war. Als Kenji sie jedoch später darauf ansprach, erzählte sie ihm die Wahrheit und dass sie als nächstes nach Norden wollte. Zuerst wollte Kenji aber einen guten Platz zum Ausruhen suchen, da sie schon so lange unterwegs waren. Teiga entschied sich dann für ein Stückchen Wiese am Waldrand. Zwar war Sky`s Angaben nach eine große Stadt in der Nähe, aber als er sagte, dass „in der Nähe“ ungefähr dreißig Kilometer hieß, ließ Teiga sich einfach fallen und stellte sich schlafend. Da sie sie nicht mehr dazu überreden konnten, wieder aufzustehen, blieb ihnen nichts anderes übrig als hier zu bleiben. Yuna konnte jedoch nicht schlafen. Sie vertraute ihren Rettern nicht und wusste nicht, was sie von ihnen halten sollte. Sie schienen zwar alle ganz nett, vor allem Kenji, der sie soweit getragen hatte, aber alle hatten dämonisches Blut in den Adern. Sie wusste nicht, was sie von ihnen halten sollte. Sie würden sie bestimmt töten und dann ihren Kopf den anderen Dämonen zeigen und sich darüber tot lachen, wie dumm sie doch gewesen war. Nein, so weit wollte Yuna es nicht kommen lassen.
Und so schlief sie die ganze Nacht nicht. Ständig zuckte sie zusammen, wenn sich einer ihrer Begleiter bewegte oder Teiga im Schlaf redete. Als Kenji auch noch anfing zu schnarchen, hielt sie es einfach nicht mehr aus. Sie stand auf um ein bisschen im Wald spazieren zu gehen. Mit der Zeit wurde der Wald immer dichter und selbst mit dem Mondlicht konnte sie den Pfad, der durch den Wald führte, nicht mehr sehen. Yuna ging noch ein paar Minuten weiter, doch bald musste sie sich eingestehen, dass sie sich verlaufen hatte. Sie setzte sich auf den Waldboden, weil ihr Vater ihr immer gesagt hatte, wenn man sich verläuft, ist es besser, an einem Punkt stehen zu bleiben und zu waten, bis einen jemand findet anstatt ohne Orientierung immer weiter zu laufen. Aber wer sollte sie hier finden? Teiga und die anderen würden ihr vielleicht helfen, aber alle drei schliefen so fest, dass sich Yuna nicht mal sicher war, ob sie überhaupt wieder aufwachen würden. Plötzlich hörte sie Schritte tiefer im Wald. Ihre Retter konnten es nicht sein, dafür waren es zu viele, eine Gruppe von mindestens sechs Leuten. Sie wollte sich schnell verstecken, aber es war bereits zu spät, sieben Leute hatten sie bereits umstellt, offensichtlich Räuber. Der Anführer zog sofort sein Schwert und zeigte ein zahnloses Grinsen. Yuna wollte schreien, aber einer der Diebe hielt ihr blitzschnell die Hand vor den Mund. So konnte sie nichts weiter tun, als zuzusehen, wie der Anführer sein Schwert hob um sie aufzuschlitzen. Sie schloss die Augen um nicht sehen zu müssen, wie das Schwert niedersauste.
Einen Moment meinte sie zu spüren, wie das Schwert sie in Stücke schnitt, doch dann hörte sie ein Klirren, wie wenn Metall auf Metall schlägt.
„Das ist echt nicht nett, einfach so abzuhauen. Du weißt doch, dass das gefährlich ist!“, sagte eine vertraute Stimme. Als Yuna die Augen öffnete, sah sie Teiga vor sich stehen, die gerade einem der Banditen ihr Schwert in den Bauch stieß. Nachdem Teiga noch einen weiteren getötet hatte, flohen die anderen tiefer in den Wald hinein. Sie selbst hatte noch nicht einmal einen Kratzer abgekriegt. „Wie hast du mich denn gefunden? Ich bin doch so weit von euch fortgelaufen...“ Teiga fing an zu lachen: „Pah, so weit fortgelaufen? Siehst du das rote dahinten? Das sind Kenji`s Haare! Du bist die ganze Zeit im Kreis gelaufen!“ Peinlich berührt schaute Yuna zu Boden, während Teiga schon wieder aufstand und zu Kenji und Sky ging. „Hey, wie lange willst du da noch sitzen bleiben?! Wir wollen weiter! Die Sonne geht zwar erst in zwei Stunden auf, aber wir sollten uns beeilen, wenn wir den Leuten im Norden noch helfen wollen. Tut mir Leid, fürs erste musst du mit uns kommen, bis wir einen Ort gefunden haben, wo du bleiben kannst.“ Yuna schien über etwas nachzudenken und fragte dann plötzlich: „Teiga, zeigst du mir, wie man kämpft?“ Teiga ging weiter, als hätte sie ihre Bitte nicht gehört. Als Teiga sich schon wieder zu den anderen gesetzt hatte, schrie Yuna erneut: „Bitte, du musst mir zeigen, wie man kämpft! Falls so was noch mal passiert, muss ich doch vorbereitet sein!“ Endlich wandte Teiga sich ihr zu. „Das wird nicht nötig sein, einer von uns wird immer in der Nähe sein, um dich zu beschützen. Dein Vater kann dir das beibringen, wenn wir dich wieder zurück nach Hause gebracht haben.“ Yuna sagte nichts weiter und sie machten sich zu viert auf den Weg in die Stadt, von der Sky erzählt. Nach einer Stunde hielt Teiga das Schweigen nicht mehr aus. „Warum haben wir eigentlich keine Pferde? In allen Geschichten, die ich kenne, reiten die Helden immer auf weißen Pferden in die Schlacht. Mit ein paar Pferden würden wir bestimmt mehr Eindruck machen, denkt ihr nicht?“ Sky fand dieses Gespräch unnütz, antwortete aber trotzdem: „Da drüben stehen Kühe auf einer Weide. Du kannst doch auf einer Kuh reiten. Die sind auch viel pflegeleichter. Während du für ein Pferd immer einen Stall und Heu suchen musst, kannst du deine Kuh draußen stehen lassen und die frisst sogar beim Laufen das Gras vom Wegrand. Wenn sie sich überhaupt mal bewegt...“ Teiga dachte kurz darüber nach und fünf Minuten später hatten sie sich vier Kühe geschnappt und ritten weiter. Kenji fand zwar, dass sie zu Fuß irgendwie schneller waren, aber wenn Teiga glücklich war, war er es auch. Die saß breit lächelnd auf ihrer dicken, braunweißen Kuh, die sie Berta getauft hatte und unterhielt sich mit Yuna, die auf ihrer schwarzen Kuh langsam neben ihr hertrottete. Zwischendurch mussten sie immer wieder Pausen machen, da eine der Kühe einfach stehen blieb und zehn Minuten wartete, bis sie weitertrottete, aber Teiga lächelte trotzdem weiter. „Wo soll diese