Fanfic: Sol et Scelus

Untertitel: Dämon des Lichts

Kapitel: Kippt der mir einfach um!

Kapitel 3: Kippt der mir einfach um!

Teiga lief sofort zu ihm. „Hey, jetzt bloß nicht sterben, okay? Ich muss dir doch noch eine dafür knallen, dass du mich als Mischling bezeichnet hast.“, sagte sie, aber Sky reagierte nicht. Yuna fragte Kenji, was die Aufregung überhaupt sollte. Sie wusste, dass die Dämonen sehr viel Kraft aufbringen mussten, um ihre magischen Kräfte einzusetzen. Aber davon konnte man doch nicht sterben? „Die meisten Dämonen können ihre Fähigkeiten nur einmal täglich einsetzten, ohne zu sterben. Die einzige, von der ich weiß, dass sie mehrere magische Attacken hintereinander eingesetzt hat ohne zu sterben, war Lenya. Teiga versucht`s zwar immer wieder, kippt aber trotzdem immer noch um, wenn sie es auch nur zweimal versucht. Sky hat seine Kräfte gleich achtzehn mal eingesetzt. Es wäre ein Wunder, wenn er das schafft.“ In dem Moment kamen Yuna die Dämonen ziemlich schwach vor, wenn sie noch nicht mal ihre eigenen Techniken beherrschen. Es schien trotzdem ziemlich schlecht um Sky zu stehen. Teiga stellte fest, dass sein Herzschlag schon immer schwächer wurde. Kenji wandte sich nun ihr zu. „Wenn wir uns beeilen, können wir ihm vielleicht noch helfen. Ich habe gehört, es gibt hier in der Nähe ein Dorf mit einigen Frauen, die über eigenartige Kräfte verfügen sollen. Es wäre zwar ein kleiner Umweg, aber sie könnten bestimmt...“ Plötzlich hielt Kenji inne. Versuchen wir nicht schon die ganze Zeit, diesen Typen loszuwerden? Okay, er hatte ihnen eben das Leben gerettet, aber trotzdem. Seit er dabei war, hatte er ihnen nur Ärger gemacht, vor allem Teiga. Jetzt, da wir wissen, dass auch die Dämonen ihn loswerden wollen, könnten wir ihn eigentlich auch sterben lassen. Wir würden damit allen einen Gefallen! Als er das Teiga vorschlug, unterbrach sie ihn sofort mit der Frage, wo dieses Dorf sein sollte. Jetzt verstand Kenji gar nichts mehr. Der Typ war doch sooooo überflüssig! Warum wollte Teiga ihm das Leben retten????? Diese Frage stellte er sich den ganzen Weg durch die Wälder, wo sich irgendwo das Dorf befinden sollte. Sein erster Gedanke: Die hat sie nicht mehr alle. Sein zweiter: Sie versucht nur nett zu sein, weil er ihr das Leben gerettet hat. Sein dritter und letzter: Sie steht auf ihn. Er versuchte, diesen Gedanken so schnell wie möglich zu verdrängen, aber das gelang ihm nicht. Vor allem, weil es so unwahrscheinlich war! Für Teiga war so etwas wie Liebe überflüssig. Das hielt sie nur vom Trainieren ab. Nicht, das sie das sehr oft tun würde, ganz im Gegenteil: Sie war der faulste und manchmal auch dämlichste Mensch, dem er je begegnet war. „Wie weit ist es denn noch, das ist gar nicht so leicht, Sky die ganze Zeit mit sich rumzuschleppen!“, rief Teiga ihm zu und riss Kenji aus seinen Tagträumen. Gerade noch rechtzeitig, denn an dem Punkt, wo er gerade noch gestanden hatte, schoss ein Pfeil in den Boden. „Ich hoffe, dass sind nicht die Dorfbewohner, die uns helfen sollen...“, murmelte Yuna. Einen Moment machte Teiga sich Sorgen, bis ihr wieder einfiel, dass Dämonen gar keine Pfeile haben. Sie hatten sich eher auf den Nahkampf spezialisiert. Daher fing sie sofort an zu erklären, dass sie keine Bedrohung für die Angreifer darstellten, fasste sich dabei aber sehr kurz, da Sky immer schwächer wurde. „Ähm, wir suchen nach einem Dorf hier in der Gegend. Wir hoffen, dass die Bewohner unserem Kumpel hier helfen können. Wenn sie uns helfen, werden wir nicht kämpfen.“, fügte sie hinzu und blickte nach oben in die Bäume, von wo der Pfeil gekommen war. Zwei Sekunden später traf ein weiterer Pfeil Teiga im Arm. „Und ich suche nach Nahrungsmitteln für mein Dorf. Unsere Ernte war schlecht und wegen der Dämonen sind auch die Tiere aus dem Wald geflohen. Ihr seht zwar nicht besonders schmackhaft aus, aber wir können in dieser Situation nicht wählerisch sein.“ Ein dritter Pfeil wurde abgegeben, doch diesmal konnte Teiga rechtzeitig ausweichen. Kenji war schon kurz davor, nach oben zu springen und den Angreifer auszuschalten, als er schon von alleine runterfiel. Sie waren ein wenig enttäuscht, als ein ungefähr achtjähriges Mädchen in Einem weißen T-Shirt und einem schwarzen Rock vor ihnen lag. „Es tut mir wirklich Leid, dass meine Tochter ihnen einen solchen Ärger gemacht hat.“ Eine Frau trat zwischen den Bäumen hervor. Sie hatte lange blonde Haare wie das Mädchen und trug auch dieselbe Kleidung. „Sie ist etwas übereifrig. Wir wollten euch nicht aufhalten.“ Während sie redete, ließ Teiga sich von Kenji den Pfeil aus dem Arm ziehen, da sie wegen Sky keine Hand frei hatte. Sie wusste nicht genau, was sie davon halten sollte, es konnte ja eine Falle sein. Daher wollte sie so schnell wie möglich weg von hier. „Ja, keine große Sache. Wissen sie etwas über das Dorf?“ Die Frau fing an zu lachen: „Natürlich weiß ich etwas darüber! Immerhin kommen ich und meine Tochter ja daher. Ich werde euch gerne hinführen, wenn ihr wollt. Erwartet aber nicht zu viel Gastfreundschaft. Es ist, wie mein Kind gesagt hat: Wegen der miesen Ernte in letzter Zeit glauben die Leute, die Götter hätten sich gegen sie verschworen, und diese Wut lassen sie an allen Reisenden aus, wie auch meine kleine Maike hier gerade. Nicht, dass wir sonst ein besonders friedliches Volk wären... Oh, ich bin übrigens Leilani.“ Nacheinander stellten sich Teiga und die anderen vor und folgten Leilani und Maike durch den Wald. Es irritierte Teiga etwas, dass die Frau mitten im Krieg so freundlich zu ihnen war. Allerdings vergaß sie das sofort, als sie das riesige Dorf sah, in das sie geführt wurden.

Es war ganz anders als in Amorica, was ja nur positiv sein konnte. Das einzig seltsame war, dass sie im Dorf nur Frauen sahen, die alle schwarze und weiße Kleidung trugen. In was für ne Sekte sind wir denn hier gekommen? fragte sich Teiga. Alle Leute, an denen sie vorbeigingen, warfen ihnen beunruhigende Blicke zu, besonders Sky und Kenji. Als sie jedoch Yuna erblicken, machten viele ungläubige Gesichter und murmelten ihrem Gegenüber etwas ins Ohr. Teiga und die anderen folgten Leilani in eine kleine Hütte in der Dorfmitte. Natürlich sahen sie dabei auch die hungernden Menschen auf den Straßen, die sich jedoch nicht so lautstark über ihre Lage beklagten wie Maike. „Los Maike, ich möchte mich noch ein wenig mit diesen Leuten allein unterhalten. Geh bitte wieder nach draußen, OK?“

Maike schien davon nicht sehr begeistert zu sein, gehorchte jedoch. Als ihre Tochter den Raum verlassen hatte, setzte sich Leilani auf den einzigen Stuhl im Zimmer, während die anderen auf dem Boden Platznehmen. „Also... können sie unserem Freund helfen?“, fragte Teiga erneut. Leilani schüttelte enttäuscht den Kopf: „Tut mir Leid, aber die Gerüchte, die ihr über dieses Dorf gehört habt, sind falsch. Wir sind nur eine kleine Gruppe von Frauen, die sich verteidigen können, Amazonen. Das einzige, was wir können, ist kämpfen. Wir sind keine Heiler.“ Teiga warf einen traurigen Blick auf Sky, den sie neben sich gelegt hatte und sagte: „Dann können sie uns wohl nicht helfen?“ Leilani dachte einen Moment nach: „Selbst, wenn wir es könnten, würden wir es nicht tun. Euer Freund ist ein Dämon. Genau wie ihr beide!“ Kenji wollte sie eigentlich fragen, woher sie das wusste, aber Teiga kam ihm zuvor: „Warum haben sie uns überhaupt in ihr Dorf gebracht, wenn sie von Anfang an wussten, was wir sind?“ Normalerweise fing Teiga in so einer Situation sofort an, zu erklären, dass sie nur Halbdämonen waren und hielt einen langen Vortrag über die Unterschiede zwischen Dämonen und Halbdämonen, ließ das diesmal aber merkwürdiger Weise weg. „Ich habe euch hierher geführt, wegen dem Mädchen, das bei euch ist, Yuna. Sie ist in Gefahr, solange sie bei euch Dämonen bleibt. Wir werden sie zu einer von uns machen. Sie wird lernen, zu kämpfen und mit uns gegen die Dämonen, gegen euch, in die Schlacht ziehen. Wir sind noch zu wenige, um etwas ausrichten zu können, aber bald haben wir genug Leute, um eine Armee aufzustellen. Yuna soll mit mir an forderster Front kämpfen und euch eigenhändig töten.“ Teiga stand auf und starrte sie wütend an. „Und was, wenn sie lieber bei uns bleiben will?“ „Dann werdet ihr eben jetzt schon sterben!“ Leilani sprang auf Teiga zu, doch die wich geschickt aus und hatte mit zwei weiteren Schritten die Hütte verlassen und musste feststellen, dass die anderen Frauen schon zu ihren Waffen gegriffen hatten und sie umstellten. „Kenji, schnell! Nimm Sky und Yuna und lauf aus dem Dorf! Ich werde die Sache hier regeln!“ Kenji wollte schon protestieren, doch als er sah, wie immer mehr Kriegerinnen auftauchten, hielt er es für besser, Yuna zuerst in Sicherheit zu bringen. Er hörte hinter sich noch Leilani`s Geschrei: „Tja, hättest du das Mädchen freiwillig hier gelassen, hätten wir dir einen weniger schmerzhaften Tod erlaubt, aber ihr müsst ja unbedingt immer so stur sein!“ Teiga versuchte immer wieder zu erklären, sie seien keine Dämonen, aber all ihre Versuche, Leilani`s Leute zu beruhigen, ging in deren Kampfgebrüll unter.

Währenddessen war Kenji mit Yuna schon tief in die Wälder geflohen. „Yuna, du bleibst hier, das ist sicherer. Ich gehe und helfe Teiga.“ Yuna wollte auch mitkommen und sagte: „Im Grunde geht es da doch nur um mich! Sollte ich nicht besser versuchen, das zu klären?“ Kenji schüttelte den Kopf. „Es geht nicht nur um dich. Diese Idioten wollen nur wissen, was für ein