Fanfic: Sol et Scelus
Kapitel: ...Kann nicht schwimmen...
Kapitel 5: ...Kann nicht schwimmen...
„Hey, los, du musst aufstehen Sky, die anderen warten schon!“, rief Teiga und versuchte, ihren Begleiter aufzuwecken. Sky drehte sich aber nur auf die andere Seite. „Die Sonne ist noch gar nicht aufgegangen. Ich bin müde, lass mich schlafen.“ Teiga warf ihn aus dem Bett und sagte: „Jeden anderen hätte ich wohl schlafen lassen, aber du warfst die ganze Zeit bewusstlos, du kannst nicht müde sein! Also steh auf.“ Teiga ging schon nach draußen, während Sky sich die Schulter rieb, mit der er beim Runterfallen gegen den Tisch gestoßen war. Als er ihr nach draußen folgte, stellte er zufrieden fest, dass Kenji und Yuna auch nicht gerade sehr wach aussahen. Kenji gähnte die ganze Zeit und Yuna lehnte ihm Halbschlaf an seiner Schulter. Nur Teiga schien schon fit zu sein. „Kommt Leute, es geht weiter. Wir müssen jetzt abhauen, sonst bemerken uns die Dorfbewohner.“ Genau in dem Moment ertönte eine Stimme hinter ihr: „Da hättet ihr wohl noch früher weiterreisen müssen.“ Yuna schreckte aus ihrem Schlaf und blickte sich verwirrt um. Hinter der Truppe standen alle Einwohner zusammen und lächelten sie an. Leilani (immer noch verletzt) kam humpelnd auf sie zu. „Ihr scheint unser Angebot, euch zu begleiten, wohl nicht annehmen zu wollen, Lady Yuna. Daher möchten wir euch anderweitig helfen.“ Ihre Tochter Maike trat hinter ihr hervor und überreichte Yuna ein mit Edelsteinen besetztes Schwert. Zusätzlich gab ihr ein anderes Kind noch ein goldenes Schild. „Diese Waffen trug unsere Anführerin Jana, bevor sie uns verließ. Dies sind unsere einzigen Andenken an sie und wir möchten, dass ihr sie nehmt.“ Yuna wusste nicht, was sie sagen sollte, nahm aber trotzdem die Sachen entgegen. „Nur bitte, Lady Yuna, denkt dran, ihr und eure Freunde könnt jederzeit hierher zurückkehren, wir werden euch immer willkommen heißen.“, fuhr Leilani fort und verbeugte sich vor ihr. „Ähm, ich... äh, ich weiß nicht... danke.“, stotterte Yuna und Sky half ihr: „Sie freut sich sehr, aber wir müssen nun weiter.“ Leilani nickte und verabschiedete sich von der Gruppe. Teiga beeilte sich, aus dem Dorf wegzukommen und hatte die anderen drei aus dem Dorf gezogen, noch bevor sich allen Kriegerinnen von Yuna verabschiedet hatte. „Sorry, aber die nerven mich total mit ihrem ``Oh, Lady Yuna!`` - Gequatsche. Also, wo liegt Talleca?“ Sky antwortete gestresst: „Im Norden. Hab ich doch schon gesagt. Worauf wartest du denn noch?“ Teiga blieb stehen und blickte sich um. Sie wollte nicht zugeben, dass sie nicht wusste, wo Norden lag. Sky erkannte das sofort und sagte: „Keine Sorge, ich für euch schon hin.“ Der lächelte zufrieden und trottete ihm langsam hinterher. Dieser Halbdämon ist doch echt unglaublich, dachte er. Was kann die überhaupt? Die hat absolut keinen Orientierungssinn, will auf Kühen die Dämonen bekämpfen... „Ach, wo sind eigentlich unsere Kühe?“ Einen Moment Schweigen. Dann erklärte Kenji, dass sie nicht mehr an die Kühe gedacht und sie vor Amorica stehen gelassen hatten. „Bestimmt haben die Dämonen sie gefressen.“ Teiga erwiderte geschockt: „Was? Meine Berta? Aufgefressen? Kann nich` sein! Sicher hat sie die Dämonen fertig gemacht und sucht mich jetzt schon.“ Das glaubt die doch nicht ernsthaft, oder? Ist die so dämlich oder tut sie nur so? Irgendwie ist sie mir aber auch sympathisch...
Zwei Tage lang setzten sie ihre Reise ohne eine einzige Unterbrechung fort, aber dann konnte Yuna nicht mehr und sie mussten eine Pause einlegen. „Was habt ihr denn an Essen mitgenommen?“ Kenji öffnete seine Tasche. „Also, wir haben... nichts. Die haben uns ein Schwert und ein Schild mitgegeben, aber an Proviant haben sie nicht gedacht. Eigentlich wollte Sky doch in Amorica etwas holen.“ Sky kam sofort wieder mit seiner Ausrede, dass er doch bewusstlos gewesen war. Yuna schüttelte den Kopf. „Unglaublich. Die sind ohne Geld und ohne Nahrung unterwegs. Haben wir wenigstens etwas Wasser?“ Alle starrten auf den Boden und scharrten mit den Füßen. „Hört mal, ihr seid ja Dämonen, schon klar, aber von irgendwas müsst ihr doch auch leben oder braucht ihr nichts zu essen? Ich hab euch eigentlich noch nie essen sehen...“ Da erwiderte Sky: „Na ja, Dämonen brauchen genauso viel Nahrung wie Menschen, aber wir sind darauf trainiert worden, mehrere Wochen komplett ohne Nahrung auszukommen. Daher können wir es uns leisten, Proviant zu vergessen. Ist ja jetzt Pech für dich, aber wir gehen nicht wieder zurück. Wir gucken mal, ob wir an einem Fluss oder `nem Apfelbaum vorbeikommen, wo du dir was zu trinken holen kannst. Kommt weiter.“ Yuna schüttelte den Kopf erneut. „Tut mir Leid, aber ich bin jetzt zwei Tage und Nächte ohne Pause gelaufen, mehr ist einfach nicht drin.“ Na großartig, dachte Teiga. Was sollen wir denn jetzt machen? Mit Yuna schaffen wir es bestimmt nicht rechtzeitig nach Talleca, um die Stadt vor den Dämonen zu schützen. „Sky, du trägst Yuna, bis wir zu einem Fluss oder so kommen. Wir können uns keine Pausen mehr leisten.“ Und so war es wirklich. Sie fanden mit Mühe und Not etwas zu essen und trinken für Yuna und setzten dann ihre Reise fort. Sky, Kenji und Teiga schliefen noch nicht einmal. Nach einer achttägigen Reise kamen sie schließlich an einem kurzen Stück Strand an. „Wohin jetzt?“, fragte Teiga Sky, der die schlafende Yuna auf dem Rücken trug. „Wusstet ihr das nicht? Talleca liegt auf einer Insel, irgendwo dahinten. Sieht aber nicht so aus, als gäbe es hier ein Boot, das uns mitnimmt. Wir werden wohl schwimmen müssen.“
„Das geht nicht!“ Riefen Kenji und Teiga wie aus einem Mund. Kenji erklärte es ihm. „Ich habe die Macht über das Feuer. Wenn ich lange Zeit im Wasser bin, sterbe ich. Na ja und Teiga kann nicht schwimmen.“ Sky starrte Teiga verwirrt an. „Du bist die Tochter des zurzeit mächtigsten Dämons überhaupt und du kannst nicht mal schwimmen?“ ( persönliche Anmerkung: Is` schon eine komische Familie: Lenya führt die Dämonen an, kann im Grunde auch so gut wie alles, aber Teiga kann überhaupt nichts. Merkt euch das, ist später noch wichtig.) Teiga setzte erneut ihr unschuldiges Lächeln auf. „Sorry, Sky. Du musst wohl alleine rüberschwimmen und uns ein Boot schicken.“ Sky starrte sie verwirrt an. „Sicher doch. Einem Dämon wie mir werden die bestimmt vertrauen und mir eine riesige Willkommensparty geben. Denk dir was besseres aus.“ Teiga versuchte, sich einen neuen Plan einfallen zu lassen, aber ihr fiel nichts ein. Kein Wunder, außer schwimmen und ein Boot nehmen gab es ja keine andere Möglichkeit, auf eine Insel zu kommen! Okay, man könnte noch fliegen, aber die vier hatten keinen, der so was hinbekam. Also setzten sie sich in den Sand und überlegten noch eine Weile schweigend. „Hey, ihr da, wollt ihr nach Talleca?“ Sofort standen alle auf. Ein junger Mann, höchstens ein Jahr älter als Sky, kam ihnen entgegen. Teiga hatte Angst, er könne sie als Dämonen erkennen und versuchte erneut, unschuldig und naiv zu spielen. Wie sie diese Rolle hasste! „Äh, ja, nur es gibt kein Boot darüber und schwimmen können wir nicht.“
„Nur einige von uns“, fügte Sky hinzu. Der Mann schien ihn nicht gehört zu haben und sagte: „Ich kann euch gerne auf meinem Boot mitnehmen, wenn ihr wollt. Alleine ist das Reisen so langweilig.“ Kenji war zuerst etwas skeptisch, doch Teiga zog ihn und die anderen hinter sich her. So eine Gelegenheit konnte man sich doch nicht entgehen lassen! „Was ist eigentlich mit eurer Freundin los, ist sie verwundet?“, fragte der Mann, der sich ihnen als Jake vorgestellt hatte, nachdem sie sein kleines Boot betreten hatten. „Nein, sie schläft nur. Sie ist solche langen Reisen nicht gewöhnt“, erklärte Teiga ihm. Sky stellte wütend fest, dass sie sich schon die ganze Zeit mit diesem Fremden unterhalten und ihn, Sky, dafür links liegen gelassen hatte. „Wenn sie das nicht gewöhnt ist, warum hat sie euch dann überhaupt begleitet? Es war doch sicher nicht unbedingt nötig, dass sie mitkommt, oder?“ Teiga hatte ihm erzählt, ein Freund des Königs von Talleca hätte sie geschickt, um ihm eine Nachricht zu überbringen. Sie hätte ja schlecht die Wahrheit sagen können, denn wenn er wüsste, dass sie Dämonen (bzw. Halbdämonen) sind, würde er sie sofort vom Boot schmeißen. „Ehrlich gesagt, wollten wir sie auch nicht mitnehmen, aber sie wollte unbedingt mal die Welt sehen. Sie ist die Tochter eines Bekannten und wir schuldeten ihm noch einen Gefallen, daher ist sie jetzt auch dabei. Sie hätte es sich bestimmt anders überlegt, wenn sie von den ganzen Gefahren auf dieser Reise gehört hätte. Zum Beispiel die Dämonen.“ Teiga sagte das Wort vorsichtig, da sie keinen Verdacht auf sich lenken wollte. Jake antwortete schnell: „Da hast du recht. Die Dämonen sind wirklich eine Plage. Habt ihr es schon gehört? Vor kurzem hab ich gehört, dass sie vor zwei Tagen wieder ein Dorf vernichtet haben. Vielleicht kennt ihr es ja: In dem Dorf sollen nur Frauen gelebt haben, die Kampfkunst beherrschen. Schon mal gehört?“
„Oh mein Gott, Leilani...“ Obwohl die Bewohner ihnen zuerst einen etwas frostigen Empfang gegeben hatten, mochte Teiga sie irgendwie und es