Fanfic: Sol et Scelus
Ich geh wieder zurück und fang wieder von vorne an, diesmal nicht nach Teiga`s Anweisungen! Nur... von wo kam ich jetzt? Kein Wunder, dass Teiga null Orientierungssinn hat, wenn sie in diesem Labyrinth aufgewachsen ist!
Hey, eine Tür! Mal gucken, was dahinter ist! „Das Klo... was ja klar...“, sagte er und schloss die Tür wieder. Da ist noch eine! Und, Überraschung, Überraschung... noch ein Klo! Das wird wohl ziemlich lange dauern...
Nach einiger Zeit kam ihm allerdings eine Wache entgegen und er konnte sich gerade noch in eine andere Tür retten (ein Geräteraum, zur Abwechslung mal) und lief dann auch schon weiter.
Nach drei weiteren Wächtern und ungefähr dreißig weiteren Türen hatte er wirklich keinen Nerv mehr für diese Suchaktion. Er war schon kurz davor, sich einfach hinzusetzen und zu warten, bis ihn irgendein Wächter in seine Zelle warf, als sich erneut Schritte näherten. „Schon aufgegeben?“, fragte eine merkwürdig vertraute Stimme. Er drehte sich um und erkannte Yuna, die schon weitersprach: „Dabei bist du so nahe dran. Zwei Minuten und du wärst da.“
Da Yuna sich offensichtlich im Schloss auszukennen schien, wollte er sie schon nach dem Weg fragen, aber halt! War die nicht zu den Dämonen übergelaufen? Egal, fragen kostet bekanntlich nichts! „Ähm, wohin muss ich denn?“, fragte er mit seinem freundlichsten Lächeln im Gesicht. Doch Yuna würdigte ihn keines Blickes und antwortete auch nicht. Also versuchte Sky es erneut: „Ich weiß, du kämpfst für die Dämonen, aber trotzdem... Du bist doch relativ lange bei uns gewesen und Teiga und Kenji haben dir schon mehrmals das Leben gerettet. Wenn du mir schon nicht helfen willst, dann tu es für die beiden!“
Warum sollte ich, wollte Yuna ihm ins Gesicht schreien, hatte auch bereits den Mund geöffnet, aber kein Ton kam heraus. Das ist die Chance, alle endgültig loszuwerden, wir haben sie gefangen genommen! Mach jetzt nicht alles kaputt, rief eine innere Stimme zu ihr. Aber... es stimmt, sie haben mir oft geholfen und haben dafür keine Gegenleistung erwartet... da muss ich doch nun ihnen... und außerdem... Kenji... „Dritte Tür links“, sagte sie und deutete den Gang hinunter und Sky lief ohne ein weiteres Wort in die angegebene Richtung.
Erste Tür... zweite... okay, hier! rief er in Gedanken und riss die Tür auf.
„Sky!“, schrieen ihm zwei bekannte Stimmen freudig entgegen. „Worauf wartest du, hol uns hier runter!“, fügte Teiga noch hinzu und Sky gehorchte brav.
Warum mach ich das, dachte Yuna. Es gibt keinen Grund ihnen zu helfen, sie sind meine Feinde! „WACHEN! AUSBRUCHSVERSUCH!“, rief sie so laut, dass man es überall hören konnte. Auch Teiga und die anderen zuckten zusammen. „Na ja, jetzt überlegt mal Jungs. Wie kommen wir in einem Stück hier raus?“, fragte sie und machte sich schon zum Kampf bereit. „Hast du die Flucht nicht mit eingeplant?“, erkundigte sich Sky unsicher. „Nein. Ich hab mir gedacht, du könntest mal ein bisschen Eigeninitiative zeigen!“, antwortete sie fröhlich. „Wartet, von hier aus weiß ich vielleicht, wie man rauskommt!“, rief Kenji dazwischen und lief ihnen voran durch die Gänge. „Ist ja gut, dass du den Weg kennst, aber warum ist dir das nicht vorher eingefallen, als ihr mich auf die Suche nach euch geschickt habt? Ich meine, mit Teiga`s Beschreibung wäre ich nie irgendwo angekommen“, fragte Sky etwas beleidigt. Kenji antwortete: „Also, ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht genau und außerdem war Teiga schneller als ich. Aber sag mal, wenn du es mit ihren Anweisungen nicht geschafft hast, wie bist du dann...?“ Ruckartig blieb er stehen, als Yuna plötzlich vor ihm im Korridor stand. Diese bewegte sich nicht und reagierte such sonst nicht, als der Mann vor ihr war, der sie noch vor gut 24 Stunden geküsst hatte. „Worauf wartest du noch?! Komm weiter“, rief Teiga, nahm ihren Bruder an der Hand und zog ihn weiter.
Warum starrt er mich immer so an, dachte Yuna. Verschwinde doch einfach und komm nie wieder zurück. Sonst kann ich nicht mehr weitermachen...
„Da drüben!“, rief ein Dämon irgendwo in der Nähe. Sofort hatten sich einige weitere versammelt und versperrten ihnen den Weg. „Woher wissen die überhaupt, wo sie bei den Worten ``Da drüben`` hinlaufen müssen?!“, beschwerte sich Teiga lautstark und wurde von ihren beiden Begleitern dazu gebracht, die Klappe zu halten.
„Ist ja gut, Leute. Gut, los geht`s! Ich bitte euch, ihr toten Seelen, die ihr in diesen Hallen gestorben seid, gebt mir...“, mitten im Satz brach sie ab. Im Gegensatz zu den anderen Attacken vorher, verfärbte sich nicht ihr Schwert schwarz, sondern ihr ganzer Körper war von einem dunklen Glanz umgeben. „Oh nein! Los, andere Richtung, Sky! Wir müssen so schnell wie möglich verschwinden!“, rief Teiga und packte ihn am Arm. „Wir können sie doch nicht alleine lassen, das sind zu viele!“, antwortete er und wollte auch kämpfen, doch Kenji stoppte ihn. „Hier wird es zu gefährlich! Du kannst das nicht wissen, aber wenn ihr Angriff so beginnt, verwandelt sie sich!“
Sky war total perplex. “Verwandeln? In was denn?“, fragte er ungläubig.
„In einen vollwertigen Dämon! Sie wird alles vernichten, auch uns, wenn wir nicht schnell abhauen!“
„Aber...“ Sky wollte noch ein Argument bringen, doch als er von Kenji um die Ecke gezogen wurde, sah er, was dieser meinte.
Teiga`s Haare wechselten ihre Farbe innerhalb von wenigen Minuten von blauschwarz zu giftgrün und wurden um ganze dreißig Zentimeter länger. Auch ihre Augen hatten ihre Farbe geändert. Sie hatten sich feuerrot gefärbt.