Fanfic: Sol et Scelus
vor dem Gemach des Königs allein gelassen wurde und Teiga gerade die breite Tür öffnen wollte. Yuna antwortete kalt: „Hast du vielleicht eine bessere Idee?“
Teiga ging einfach rein, ohne auf die beiden zu achten... und kam sofort wieder raus. „Was hast du denn?“, Yuna starrte sie verwirrt an. Teiga war kreidebleich und sagte: „Das kann nicht sein... ich habe doch gesehen, wie... der war doch tot... guck selber nach.“
Yuna schüttelte den Kopf und betrat den Raum zusammen mit Kenji. „Warum ist eure Freundin denn schon gegangen?“, fragte der König und drehte sich zu ihnen um. Auch die beiden erschraken und Teiga blickte um die Ecke um sicherzugehen, dass sie sich nicht geirrt hatte. „Das kann nicht sein... das ist Jake (erinnert sich noch irgendwen an den? Der Typ, der sie nach Talleca gebracht hat und dann von Lenya getötet wurde)!“, schrie Kenji und der König kam näher. „Ihr irrt euch. Jake ist mein Bruder. Woher kennt ihr ihn?“ Bei diesen Worten beruhigte sich Teiga etwas. Die sahen sich aber auch ziemlich ähnlich! Ach ja, da fällt mir ein, wir müssen Sky immer noch aus dem Gefängnis holen...
Da Teiga in ihre Gedanken vertieft war, antwortete Yuna für sie: „Wir haben ihn in der Nähe der Insel Talleca kennen gelernt.“ Der König fragte weiter: „Wisst ihr vielleicht, was mit meinem Bruder geschehen ist? Ich habe schon seit langem keinen Brief mehr von ihm erhalten...“
Alle sahen auf den Boden und wollten nicht antworten. Kenji rang sich dazu durch: „Er ist von einem Dämon getötet worden. Das ist schon ein paar Wochen her...“
„Verstehe...“, kam die Antwort, „das ist eine höchst traurige Nachricht, die ihr da bringt... Ach ja, ich habe euch ja noch gar nicht meinen Namen genannt: Ich bin Alex. Ich wollte noch einiges mit euch besprechen, aber das muss warten, bis ich die Trauerfeier für Jake organisiert habe. Ihr könnt solange im Palast bleiben. Meine Diener werden euch Zimmer zuweisen. Lasst mich bitte allein.“ Die drei gehorchten (wie schon den ganzen Tag und gingen raus.
„Oh Mann, schon witzig. Wer hätte gedacht, das Jake`s Bruder König ist? Ich habe den eindeutig unterschätzt...“, sagte Yuna zu Teiga, die sich aufgrund von Platzmangel ein Zimmer teilen mussten. Aber immerhin etwas: Ihr Zimmer lag im selben Flur wie das von Alex, während Sky im Kerker saß (keine der drei hatte Lust gehabt, ihn da rauszuholen) und Kenji draußen im Stall schlafen musste. Gästezimmer gab es wirklich nicht sehr viele. „Na ja, mir war er von Anfang an sympathisch. Aber sag mal ehrlich: Was ist da zwischen dir und meinem Bruder?“, fragte Teiga interessiert. Yuna blickte aus dem Fenster und ignorierte sie, aber der Halbdämon ließ sich nicht so einfach abspeisen. „Na komm schon! Ich sag auch nichts weiter! Da muss doch noch mehr gewesen sein als der Kuss, oder? Seid ihr eigentlich schon offiziell zusammen...?“ Das Mädchen unterbrach sie wütend: „Hör gefälligst auf, dich über mich lustig zu machen! Ich empfinde nichts für ihn! Er hat mich geküsst, falls du dich erinnern kannst, nicht ich ihn!“
Teiga lächelte. „Weiß ich doch. Ich habe nur das Gefühl, dass du dasselbe durchmachst wie ich...“ Yuna musste einen Moment nachdenken, dann fiel es ihr wieder ein: „Oh, du meinst damals, als Sky dir seine Liebe gestanden hat?“ Ach Mist, dachte sie. Wie kriegen die so was immer mit? Die sind doch... okay, nur zwei Meter weggewesen, aber trotzdem. Hätte ruhig mal weghören können... Aber egal, ich kann sie ja dennoch zulabern. „Warum müssen Kerle denn immer solche Idioten sein? Ich meine, wie kommen die da drauf, dass wir ihnen gleich um den Hals fallen, wenn sie sagen `ich liebe dich`? Ich will nur meine Ruhe haben!“
Dieses Thema wurde von beiden Frauen fast ganze zwei Stunden durchdiskutiert, bis sie schließlich keinen Bock mehr hatten und einfach schon mal schlafen gingen. Teiga kam dabei zu der Erkenntnis, dass Männer doch total überflüssig waren und sie am besten gar nicht mehr mit Sky reden sollte. Er sollte einfach nur etwas für sie kämpfen und dann wieder abhauen.
Innerhalb von vierundzwanzig Stunden änderte sie ihre Meinung drastisch.