Fanfic: Sol et Scelus
Kapitel: Kapitel 23: Selbstloses Opfer
Kapitel 23: Selbstloses Opfer
Und zum zweiten mal machte sich die Vierergruppe auf den Weg in die Berge. Nur diesmal lag bereits Schnee auf der Bergspitze, was den Aufstieg nicht gerade einfacher machte. Das kam natürlich nicht überraschend, da der Winter schon vor gut einem Monat begonnen hatte (eine spontane Idee, ich mag einfach Berge mit Schnee auf der Spitze. Eigentlich sollten die ja alle auch Weihnachten feiern, nur ich habe mich entschieden, dass die Story in einer Zeit vor Christi Geburt spielt. Außerdem wusste ich nicht, ob Dämonen an Gott glauben)
„Mir ist kalt! Können wir Teiga da nicht alleine rauf schicken?“, beschwerte sich Yuna und wurde von ihrer Freundin sofort mit einigen Schneebällen beworfen. „Beschwer dich nicht! Es ist doch auch gar nicht mehr weit, gleich sind wir da“, meinte Sky, munterte sie damit aber nicht wirklich auf.
Nur nach wenigen Minuten in die Gegend starren ergab sich ein neues Problem: Wegen der dicken Schneeschicht konnte man nicht mehr erkennen, wo der Eingang in den unterirdischen Bau der Dämonen war. Alles war von einer weißen Decke bedeckt und eine Ecke sah wie die andere aus.
„Hm... das sieht nicht gut aus. Da brauchen wir doch JAHRE, bis wir den Eingang gefunden haben, geschweige denn Lenya. Hey, Kenji! Kannst du mit deinen Feuerkräften nicht ein bisschen was schmelzen?“, fragte Teiga ihren Bruder freundlich, aber der schüttelte entschuldigend den Kopf. „Das ist zu viel Schnee, das schaffe ich nicht alles. Dafür bin ich zu untrainiert“, meinte er.
Na großartig, dachte Teiga. Aber ich bin vollkommen nutzlos, oder was? Wenigstens beherrsche ich meine Fähigkeiten!
``Wenn du das tun würdest, müsstest du dich nicht ständig in einen Dämon verwandeln, wenn du sie einsetzt.``
Schnauze! Bin grade beschäftigt, misch dich nicht immer ein!, rief Teiga in Gedanken.
Also suchten sie ohne Kenji`s Hilfe nach dem Eingang. Es dauerte einige Zeit, bis sie etwas fanden, aber dann sahen sie plötzlich Fußspuren auf dem Boden, die nicht von ihnen stammten. „Ob die wohl von einem Dämon stammen?“, fragte Sky die anderen, die schweigend nickten. Sie folgten den Spuren und gelangten dann zu einer Falltür, die im Boden eingelassen war.
„Die ist mir letztes mal gar nicht aufgefallen“, erinnerte sich Kenji, hob die Tür aber ohne Bedenken hoch und ließ die Gruppe hineinklettern.
„Da bist du ja, Teiga. Du hast mich lange warten lassen“, begrüßte sie Lenya, die am anderen Ende der Tür auf sie wartete. Hinter ihr standen mehrere hundert Dämonen, die nur darauf warteten, dass ihre Herrin das Zeichen zum Angriff gab. Teiga bedeutete ihren Freunden mit einer undeutlichen Handbewegung, sich für einen Kampf vorzubereiten.
„Ich bin eigentlich nur hier, weil...“, begann Teiga, brach dann aber ab. Woher sollte Lenya überhaupt wissen, warum ich mich ohne Grund verwandelt habe? Und selbst wenn: Sie hat keinen Grund, uns zu helfen. Aber was soll ich sonst machen? Es sind zu viele Dämonen, die schaffen wir nicht zu viert. Es wäre etwas anderes, wenn sich auch mein Charakter bei der Verwandlung wieder verändert hätte. ``Mein anderes Ich`` kann diesen Körper nämlich kontrollieren, aber ich habe in dieser Gestalt noch nie gekämpft. Wenn Lenya`s Leute angreifen, sind wir so gut wie tot.
„Ich weiß, warum du gekommen bist. Du bist hier, weil du wieder deine Dämonen-Form angenommen hast. Aber mach dir keine Sorgen, das ist nur für kurze Zeit. Sobald du deine neuen Fähigkeiten beherrscht, verwandelst du dich wieder zurück. FALLS du sie jemals beherrscht“, fügte Lenya hinzu und lächelte. „Wenn es nur das ist, warum hast du dann alle deine Leute hier versammelt?“, wollte Sky wissen und deutete auf ihr Gefolge. Sie erklärte: „All meine Leute? Pah! Das ist nur ein winziger Bruchteil meiner Krieger. Sie sind hier, um euch zu beweisen, dass ihr keine Chance gegen mich habt. Ihr seid alleine, hinter mir steht eine Armee. Eure einzige Möglichkeit, diesen Krieg zu überleben, ist, euch mir anzuschließen. Was sagt ihr?“
Teiga war ziemlich entschlossen, ihr Angebot abzulehnen, wartete aber noch mit ihrer Antwort. Sie wusste nicht, wie sich ihre Freunde entscheiden würden. Denn Lenya hatte recht: Wenn es zwischen ihnen vieren und den Dämonen zum Kampf kam, würden sie vielleicht einige töten können, aber ein Sieg war ausgeschlossen. Teiga wollte nicht über Leben und Tod ihrer Leute entscheiden. Sie drehte sich zu ihnen um und alle drei nickten ihr zu. „Entscheide. Ganz egal wie, wir folgen dir“, meinte Sky und lächelte sie an. Teiga erwiderte das Lächeln und rief: „Das kannst du vergessen, Lenya! Wir schließen uns dir nicht wieder an, lieber sterben wir!“
Lenya antwortete traurig: „Schade. Aber diesen Wunsch kann ich euch erfüllen. Attacke!“
Ihre Leute griffen augenblicklich zu ihren Schwertern und auch Teiga`s Gruppe zog ihre Klingen. Lenya ging aus dem Weg und hielt Abstand zum Kampfgeschehen.
Komm schon, dachte sie. Rette deine Freunde, Teiga. Entfessele die Kräfte, auf die ich schon so lange warte! Nur so kannst du die Dämonen besiegen! Dann wirst du dich mir freiwillig anschließen, weil nur ich dir sagen kann, wie du diese Kräfte weiterentwickeln kannst. Und dann kann ich die Menschen endgültig auslöschen! Aber selbst, wenn es dir nicht gelingt, profitiere ich davon. Damit wäre mein größter Feind vernichtet und der Rest wäre kein Problem mehr. Ich gewinne so oder so. Stellt sich nur die Frage, was du tun wirst...
„Warum willst du die Menschen eigentlich töten? Dir persönlich haben sie doch nichts getan, du hast sogar zwei Kinder mit einem von ihnen!“, fragte Yuna, die gerade einen Dämon aufspießte. Sie hoffte, Lenya und die Dämonen irgendwie ablenken konnte, damit die vier in einem günstigen Moment fliehen konnten.
Lenya aber gab keine Antwort, da sie den Trick schon kannte. Doch in Gedanken sagte sie: Das wirst du nie verstehen, da du auch nur ein Mensch bist. Genau das war doch der Grund, dass ich die Menschen auslöschen will: Weil ich von einem von ihnen zwei Kinder habe. Die genauso sind wie ihr Vater. Auch sie haben mich verraten und sich gegen mich gestellt, wie es alle Angehörigen ihrer verlogenen Rasse getan haben.
Als ich diesen menschlichen Mann kennen lernte und mich in ihn verliebte, wollte ich ihm seinen größten Wunsch erfüllen: Zwischen Menschen und Dämonen sollte Frieden herrschen. ich war mit Verhandlungen zwischen den beiden Parteien einverstanden und vertrat die Dämonen. Wir einigten uns auf einen vorrübergehenden Waffenstillstand: um unsere Loyalität den Menschen gegenüber zu beweisen, war es unsere Aufgabe, die Vampire, die die Menschen schon seit Jahren terrorisierten, auszulöschen. Für unsere damals schon mächtigen Armeen war es ein leichtes, diese Blutsauger zurückzutreiben. Wir zogen gerade in unseren vernichtenden Kampf gegen sie, als uns die Menschen in den Rücken fielen. Sie hielten die Vampire wohl für das kleinere Übel, verbündeten sich mit ihnen und griffen uns an. Es wurde ein erbitterter Kampf und auf beiden Seiten gab es große Verluste. Doch am Ende wurden wir geschlagen. Ich und einige andere Überlebenden flohen und schworen uns, uns nie wieder mit den Menschen zu verbünden. Fünfzehn Jahre später, vor knapp einem Jahr, hatten sich unsere Armeen so weit erholt, dass wir wieder gegen die Menschen in den Krieg ziehen konnten. Doch dieses mal... dieses mal soll es keine Überlebenden geben, dieses mal gewinnen wir. Nie wieder will ich diese Schmach erleben, vor einem Menschen im Dreck zu kriechen!
Während Lenya in ihre Erinnerungen vertieft war, wurde die Lage für die vier Freunde immer kritischer. Für jeden Dämon, den sie töteten, schienen drei nachzukommen. Zusätzlich waren alle auch schon ziemlich stark verwundet und waren kaum noch in der Lage, weiterzukämpfen. Kenji und Sky versuchten auch mehrmals, ihre dämonischen Kräfte einzusetzen. Doch wurden sie immer von einem Dämon angegriffen, bevor sie die Sprüche, die dazu benötigt worden, vollständig aufgesagt hatten. Von allen vieren hatte Teiga aber die größten Schwierigkeiten. Sie beherrschte diesen Körper noch nicht richtig und konnte sich nicht so schnell bewegen wie sonst. So musste sie fast doppelt so viele Treffer einstecken wie normalerweise und wenn Sky sie nicht ständig beschützen würde, wäre sie schon längst tot.
Verdammt, dachte sie. Ich kann mich so fast gar nicht bewegen. Dieser Körper hat einfach zu lange Beine! Wie soll man so laufen? Mist, schon wieder ei Dämon!, dachte sie und wich mit Mühe einem erneuten Angriff aus. „Jetzt hab ich echt genug! Ihr könnt was erleben! Ich bitte euch, ihr toten Seelen, leiht mir eure Kraft und... und... und tötet die da! ENTFESSELT DIE MACHT DER FINSTERNIS!“, schrie Teiga wutentbrannt. Ihre Feinde blieben ausnahmslos mitten im Angriff stehen und starrten entsetzt in ihre Richtung. Sie kannten diese Kräfte bereits von Lenya und fürchteten sich davor, dass diese alles zerstörende Macht gegen sie eingesetzt wurde. Doch... nichts geschah.
„Äh... ähm, das... das war nur... ne Übung! Ich bin... noch nicht richtig warm, deshalb funktioniert es nicht! Aber diesmal vernichte ich euch endgültig!“, stotterte Teiga und wiederholte den Spruch.
Aber auch diesmal blieb es wirkungslos. „Verdammt... Na ja, noch ein drittes mal! Das ging doch immer! Okay, los!“ Wieder geschah nichts.
„Pah! Das ist ja lachhaft! Deine alten Kräfte sind hier nutzlos, meine Tochter! Die neue Magie, die du heute erhalten hast, blockiert deine alte. Es sind gegensätzliche Kräfte, die versuchen, die jeweils andere zu unterdrücken. Aber warum verlässt du dich überhaupt auf deine alte Energie, die Macht der Finsternis, wo doch etwas viel stärkeres in dir wohnt? Die Dunkelheit ist schwach, Teiga... sie kann gegen alle Elemente bestehen: Feuer, Wind, Wasser, Erde... Donner. Es gibt nur