Fanfic: Jenseits der Stille
Kapitel: Und der Tod kommt schneller als man denkt!
Zeitig in der Früh krähte ein Hahn über das stille Plätzchen. Der typische Ruf war über den ganzen Bauernhof zu hören und ein paar Kühe stimmten mit ein. Wie jeden Morgen machten sich einige Arbeiter an ihr Werk und Leben regte sich auf dem riesigen Gut. Darunter war auch eine Angestellte, die sich immer um die Kühe gekümmert hatte. An diesem Tag hatte sie frei und wollte zu einem Arzttermin in der Stadt. Sie stieg gut gelaunt in ihr Auto und fuhr los. Sie schaltete das Radio ein und suchte nach einem Sender, der funktionierte, doch es war nur Rauschen zu hören. Seufzend schaltete sie es wieder aus und erkannte in der Ferne etwas großes auf der Straße liegen. Zuerst dachte sie, es wäre ein Reh, doch als sie näher kam, erkannte sie den Gutsherrn, der auf dem Bauch auf der Straße lag. Die Frau hielt das Auto an und trat zu ihm. Etwas ängstlich drehte sie den leblosen Körper auf den Rücken und blickte direkt in das entsetzte Gesicht des Toten, das blutverschmiert war. Ein schriller Schrei entkam ihr und Panik machte sich in ihr breit. Hektisch stieg sie wieder in den Wagen und fuhr das Stückchen zu dem Bauernhof wieder zurück.
Die Frau mittleren Alters stürzte in das erste Gebäude, dass sie finden konnte und traf dort auf den jungen Arbeiter Mitch. „Mitch! Mitch!“ Der Angesprochene ließ den Hammer fallen und drehte sich in die Richtung, von der di Stimme kam. „Mitch!“ Die Frau stürzte in seine Arme und krallte sich in sein zerzaustes Flanelhemd. “Brigitte!”, entkam es ihm überrascht. „Was machst du noch hier? Ich dachte du hast einen Termin beim Frauenarzt wegen dem Baby!“ „Ich...ich war ja auch auf den Weg dahin, aber....aber....!“ „He, was ist denn los?“ „Martin....Martin....!!!“ „Was ist mit unserem Gutsherrn?“ Tränen strömten aus den dunklen Augen der schwangeren Frau. „Er....er ist tot!“ Mitch schaute schockiert in die Ferne, da sich Brigitte an ihn presste und losheulte. Nach einer Weile drückte er sie vorsichtig von sich weg und wollte wissen, wo sie ihn gefunden hatte. In knappen Worten schilderte sie ihm, was passiert war und er machte sich auf den Weg die Leiche zu holen.
Brigitte saß währenddessen im Wohnzimmer und starrte in die Ferne. Dabei bemerkte sie nicht, dass der Enkelsohn des Gutsherrn zu ihr trat und sie freudig anstrahlte. Seine Eltern hatten erst vor kurzem geheiratet und waren deswegen auf Flitterwochen und haben ihren Sohn zu seinem Opa gebracht. Der 6-Jährige trat zu der Frau und legte ihr vorsichtig eine Hand auf ihr Knie. Brigitte fuhr hoch und atmete tief durch, als sie Klein-Tobias erkannte. „Ach Tobias!“ Sie schlang die Arme um das Kind, dass schon seit seiner Geburt taub-stumm war.
In dem Moment kam Mitch mit Martin am Arm zurück und verfrachtete den toten Körper in das Schlafzimmer des Mannes. Tobias und Brigitte hatten dem 20-Jährigen nur nachgesehen und Klein-Tobias blickte Brigitte fragend an, bevor er dem jungen Mann folgen wollte. Die Frau konnte das Enkelkind noch zurückhalten und deutete ihm er solle draußen mit den Katzen zu spielen.
Brigitte trat in das Schlafzimmer, wo noch immer Mitch stand und den Toten mit einem weißen Lacken zudeckte. „Brigitte, hast du diese seltsamen Einstiche gesehen?“ „Wo denn?“ „An seinem ganzen Körper! Ich meine, was glaubst du, hat ihn umgebracht?“, Mitch deutete mit seiner Hand an, wo die verletzten Stellen sein mussten. „Umgebracht?“ „Na, ich denke schon, denn ich denke nicht, dass er nur einen Herzinfarkt gehabt haben kann! Ich meine davon bekommt man nicht diese Einstiche überall am Körper!“ Brigitte schwieg einige Zeit und blickte aus dem Fenster. Da sah sie gerade, wie Tobias mit einer weißen Ziege spielte. „Aber wer würde so etwas tun? Ich meine hier am Land? Da passiert doch nicht einfach so ein Mord!“, überlegte Brigitte laut. „Es muss jemand hier vom Bauernhof gewesen sein, denn sonst gibt es keine Siedlungen rund um uns!“ „Aber das kann doch nicht sein!“ Die Frau schüttelte ungläubig den Kopf. „Ach und wie ist er dann gestorben? Jemand hier am Bauernhof muss ihn umgebracht haben!“, schrie Mitch fast. „Am besten wir rufen die Polizei!“ „Ach und was willst du denen sagen?“ „Was passiert ist!“ „Glaubst du wirklich, die würden dir glauben? Du hast Blutflecken auf deiner Weste und ich auch! Die würden eher denken, wir haben ihn umgebracht!“ „Aber das ist doch nicht wahr!“ „Woher willst du das denn nicht wissen? Ich meine, wie kann ich sicher gehen, dass du ihn nicht ermordet hast und nur so getan hast, als ob du ihn gefunden hättest?“ So langsam kam in Mitch der Zweifel uf, ob er dieser Frau glauben konnte. „Das ist doch absoluter Blödsinn! Was für ein Motiv hätt ich denn, ihn umzubringen?“ „Tja, da würde mir schon eines einfallen, Brigitte!“ „Wie bitte?“ „Glaubst du etwa, ich bin blind? Du hattest eine Affäre mit unserem lieben Martin und als er erfahren hat, dass du von ihm schwanger bist, hat er dich von sich gestoßen, damit seiner Frau nicht von euch beiden erfährt! Du konntest es nicht ertragen so von ihm behandelt zu werden und deswegen hast du ihn aus Rache umgebracht, weil er dich sogar vom Hof scheuchen wollte!“ „Das....das ist nicht wahr!“ „Das ist sehr wohl wahr! Wahrscheinlich hast du in seinem Büro Nachforschungen gemacht, wann es so weit ist, wenn er dich feuert!“ Das konnte sich Brigitte nicht bieten lassen! „Ach und was ist mit dir? Du weißt ja ganz genau über mich und meine Situation bescheid! Wer sagt mir denn, dass du ihn nicht in der Nacht umgebracht hast und mir das jetzt einreden willst? Ich meine, du hättest doch auch genug Grund ihn umzubringen!“ „Und der wäre, Brigitte?“ „Du .... du....!!!“ „Ja?“ Mitch begann zu grinsen. Anscheinend wusste die Frau nicht, was sie gegen ihn sagen konnte! „Ich hab dich mal bei Martin im Schlafzimmer gesehen!“ „Toll! Da bin ich oft drinnen, wenn mal etwas kaputt ist! Schließlich bin ich Handwerker!“ „Das schon, aber in der Nacht! Ich konnte damals nicht schlafen und bin in die Küche gegangen, um mir ein Glas Wasser zu holen, da hab ich dich in sein Schlafzimmer gehen sehen! In dieser Nacht war seine Frau geschäftlich in der Stadt unterwegs und ist über Nacht dort geblieben! Na? Fällt es dir wieder ein?“ Mitch bekam einen überraschten Gesichtsausdruck. Hatte sie etwa tatsächlich sein dunkles Geheimnis herausgefunden? „Ich weiß nicht, wovon du sprichst!“ „Natürlich nicht! Tja, da ich eben neugierig war, was du zu dieser Stunde bei Martin machst, bin ich zur Tür gegangen und habe euch belauscht und durchs Schlüsselloch geblickt! Das hätte ich lieber nicht tun sollen, denn da ihr das Licht angehabt hattet, hab ich leider gesehen, wie dich Martin bestiegen hat!“ Mitch dachte, sich verhört zu haben. Also wusste sie tatsächlich bescheid. „Da schaust du, was?“ „Gut, okay, ich gebe zu, ich war in dieser Nacht bei ihm, aber was soll da mein Motiv für einen Mord an ihm sein?“ „Na ganz einfach! Er hat dich dafür bezahlt und er wollte immer mehr von dir, doch du wolltest nicht mehr, weil sich alle anderen schon gewundert haben, warum du so viel Geld hast. Doch das hat ihm nicht gepasst und er hat dich damit erpresst den anderen davon zu erzählen, dass du schwul bist! Richtig?“ „Woher weißt du das?“ „Tja, ich hab meine Quellen!“ „Toll! Dann stehen wir beide mal unter Verdacht, aber das Gut ist ja riesig! Wie sollen wir da den Mörder finden? Ich war´s nämlich nicht!“ „Ich ja auch nicht! Lass uns mal überlegen! Wer war denn seit gestern Abend bis heute Morgen da? Alle sind ja gar nicht da! Nur die wichtigsten! Wir haben jetzt zu der Zeit gar nicht so viel zu tun!“ „Okay, da wären mal wir beide, Tobias, ..... und einige andere, die auf der anderen Seite des Hofes arbeiten! Aber mit denen haben wir fast keinen Kontakt!“ „Dann müssen wir ihnen bescheid sagen, was passiert ist und keinen von ihnen wegfahren lassen!“ „Gut, ich ruf gleich mal an!“ Mitch verließ das Schlafzimmer und schnappte sich das Telefon. Es klingelte und klingelte, doch keiner ging ran. „Brigitte, es geht keiner ran!“ „Dann müssen wir eben rüberfahren!“
Beide machten sich auf den Weg zu Brigittes Auto, doch sie konnten damit nicht mehr fahren. „Super! Wieso hat denn mein Auto auf einmal zwei Platte?“ „Keine Ahnung!“ „Hast du die Löcher reingemacht, während du angeblich telefonieren warst?“ „Sag mal, spinnst du?“ „Gib´s zu, du willst nicht, dass ich wegkomme und wartest nur auf eine gute Gelegenheit mich abzustechen!“ „Das ist doch gar nicht wahr! Was hast du denn bitte gemacht, während ich telefoniert habe?“ „Gar nichts!“ „Ja, sicher!“ „Was soll denn das! Ich würde so etwas nie tun! Das ist immerhin mein Auto!“ Jammernd schluchzte sie auf und betrachtete ihr demoliertes Auto. Plötzlich donnerte es und der Himmel färbte sich schwarz. Ein Gewitter war in der Zwischenzeit heraufgezogen und ließ die Gegend verdunkeln. Die ersten Regentropfen fielen vom Himmel und hinterließen kleine runde nasse Spuren auf dem Asphalt. Schon nach wenigen Sekunden regnete es aus Kübeln, sodass Brigitte und Mitch zurück zum Haus liefen. Drinnen saß Tobias mit der weißen Ziege beim Fernseher und stopfte sich Maiskolben in den Mund. Völlig durchnässt setzten sie sich zu dem Jungen und überlegten, was sie jetzt tun sollten. Irgendwie konnte keiner so richtig dem anderen vertrauen. Plötzlich zuckte der Fernseher verräterisch und der Bildschirm färbte sich schwarz. „Mäh! Mäh!“ Die Ziege war beunruhigt, weil alles dunkel geworden war. „Ein Blitz muss irgendwo eingeschlagen haben!“, vermutete der 20-Jährige und stand auf. „Ich schau mal nach dem Sicherungskasten und bringe die Ziege zurück in den Stall. Wartet hier so lange auf mich!“ Der Junge verstand natürlich nichts, denn er konnte ihn ja