Begriffslexikon zu Pantheon
Die Götter - einige Infos
Die Götter:
Apep/Apophis: Er ist einer der Hauptfeinde der Götter. Er wird meistens als eine sich windende Schlange dargestellt. Die Übersetzung seines Namens lautet auch bezeichnenderweise "Riesenschlange". In der Mythologie bewohnt Apep die Unterwelt, die vom Sonnengott des nachts durchquert wird, um sich zu regenerieren. Dort versucht er die Sonnenbarke des Re zu kentern, die symbolisch für das kosmische Gleichgewicht steht.
Es gibt unterschiedliche Überlieferungen über seine Geburt: Die einen sagen, die Göttin Neith habe ihn „ausgespuckt“ (er sei also aus ihrem Speichel hervorgegangen), andere sagen, er sei von Anbeginn der Zeit, dem Nichts (ägyptisch personifiziert durch Nun, dem Urozean) existent gewesen.
Da Neith in manchen Überlieferungen auch als Mutter des Sonnengottes gilt, ist Apep sozusagen der Bruder des Re.
Re: Der griechische Name des Sonnen- und Schöpfergottes von Heliopolis (ägyptisch: Iunu/Junit) lautet Ra. Der Name Re ist deswegen richtig, weil es sich hierbei um ein altägyptisches Wort für Sonne handelt. Er wird in der Regel als Mann mit dem Kopf eines Falken dargestellt, der mit einer Sonnenscheibe gekrönt ist, die manchmal von einer Schlange umwunden wird. Re symboliesiert die Mittagssonne.
Re ist der wichtigste Gott in der Mythologie der Ägypter. Er geht unter anderem verschiedene Verbindungen mit anderen Göttern ein, wie zum Beispiel Sobek (Sobek-Re) oder Amun (Amun-Re), die somit seine Attribute als Sonnen- und Schöpfergottheit übernehmen.
Im Schöpfungsmythos von Heliopolis taucht er unter dem Namen Re-Atum-Khephri (oder auch Re-Atum-Chephre) auf.
Laut Mythologie kreierte er die Luft, die Feuchtigkeit und die Menschheit.
Chronos (Kronos): Ein Gott des griechischen Pantheons. In der griechischen Mythologie ist er der Sohn des Uranos und der Gäa und gehört somit dem Riesengeschlecht der Titanen an. Er herrschte am Anfang über den Olymp, doch tötete er seine Kinder bis auf Zeus, der ihn später stürzte, um einer Machtübernahme durch eben diese zu entgehen. Er wurde von seiner Frau Rhea getäuscht, was Zeus das Leben rettete.
Atum/Atemu: Ein menschengestaltiger Sonnen- und Schöpfergott von Heliopolis, bisweilen auch mit dem Kopf eines Widders dargestellt, um seine Funktion als Schöpfer und Beschützer zu untermalen. Er symbolisiert die Abendsonne. Anfangs soll er als Geist existiert haben, der sich in einem Stein festsetzte um sich zu materialisieren. Nur so war ihm die Schöpfung möglich. Er war der erste der Götter auf Erden und wurde zum Vater der mächtigen Götterneunheit von Heliopolis, deren Stadtgott er vor Re war.
Amun/Ammon: Der Name dieses Gottes wird mit „der Verborgene“ übersetzt. Er erhielt den Titel „des Königs der Götter“, nachdem man ihn mit Re verschmolz und er dessen Attribute übernahm. So erhielt er einen eigenen Schöpfungsmythos, nach dem er zu den acht Urgöttern Thebens gehören soll. Amun wird als Mann mit einer Kopfbedeckung in Form einer hohen Federkrone dargestellt.
Amun spielte in den Anfängen der Lehre von Theben eine eher geringe Rolle als Luftgott; seit dem Mittleren Reich wurde er jedoch als dynastische Gottheit gesehen, das heißt, er wurde ab dieser Zeit zum Reichsgott. In Theben wurde er unter dem Namen Amun-Re verehrt.
Schu: Sein Name bedeutet „der Atem“, was seine Funktion als Gott der Luft wiedergibt. Er entstammt dem Schöpfungmythos von Heliopolis und war ein Sohn Re´s und der Gatte der löwenköpfigen Tefnut („die Hitze“).
Er wird als hockender Mann (meistens zwischen den Gottheiten Geb und Nut) mit einer Feder auf dem Kopf dargestellt. Auf Geheiß Res schob er sich zwischen die Götter Geb und Nut und trennte so Himmel und Erde voneinander.
Geb: Geb ist eine Erdgottheit, Geliebter der Nut und Vater des Gottes Osiris. Quellen zufolge soll er vor der Zeit des Osiris als Pharao regiert haben.
Er wird oft als nackter, liegender Mann dargestellt; es existieren aber auch Malereien, in denen er auf einem Thron sitzt.
Er bildet zusammen mit Atum, Schu, Tefnut, Nut, Osiris, Isis, Seth und Nephthys die Enneade von Heliopolis.
Nut: Nut ist die Göttin des Himmels und Gemahlin des Sonnengottes Re, mit dem sie die Söhne Haroeris und Seth hat. Mit ihrem Geliebten, Geb, hat sie einen weiteren Sohn, Osiris. Der Legende nach auf ehelichen Abwegen, bestrafte Re sie, indem sie ihre Kinder an keinem Tag seines Jahres gebähren dürfe. Der Gott Toth forderte daraufhin die Mondgöttin zu einem Spiel heraus und gewann fünf zusätzliche Tage, die sogenannten Epagomene, an denen Nut ihre Kinder zur Welt bringen konnte.
Sie wird oftmals in Form einer gebeugten Frau, deren Körper, mit Sternen übersät, das Himmelsgewölbe symbolisiert, dargestellt.
Sie bildet zusammen mit Atum, Schu, Tefnut, Geb, Osiris, Isis, Seth und Nephthys die Enneade von Heliopolis.
Osiris/Wasire: Osiris ist hauptsächlich der Gott des Jenseits und Richter der Toten. Er hält den Vorsitz in der „Halle der zwei Wahrheiten“ und entscheidet mit Hilfe von 42 „Schöffen“, ob der Verstorbene in sein Reich, dem Duat oder Jaru-Gefilde, eingelassen wird oder ob man ihn einer Bestie, der Ammut, zum Fraß vorwirft.
Osiris fungiert allerdings auch als Gott der Nilüberschwemmung und Vegetation.
Osiris soll der „erste richtige“ Pharao Ägyptens gewesen sein und genoss in dieser Funktion den Respekt aller anderen Gottheiten. Quellen zufolge, wurde er von seinem Bruder, dem eifersüchtigen Seth, ermordet; es gibt allerdings auch Texte, die davon berichten, dass er einfach nur ertrunken sei…
In einer anderen Legende heißt es, dass selbst der fromme Osiris Intrigen nicht abgeneigt war. Er soll sich gegen seinen Vater Geb verschworen und ihn so vom Thron gestoßen haben, dieser habe sich dann gerächt und seinen Sohn getötet. Allerdings habe Geb dies bereut, Osiris sein Leben wiedergegeben und ihm den Thron am Ende aus Scham freiwillig überlassen.
Als Gatte der Isis ist er Vater des Harsiesiskindes (Horus).
Osiris wird oftmals als sitzender, mumifizierter Mann mit der Atefkrone dargestellt. Er hat hier meist ein grünes oder schwarzes Gesicht (Grün in seiner Funktion als Vegetationsgott; schwarz als die Farbe des Todes). In den Händen hält er die Herrscheremblemen Krummstab und Wedel.
Isis/Aset: Sie war die Göttin der Magie und der Schönheit, damit verbunden galt sie auch als Fruchtbarkeitsgottheit und als Liebesgöttin. Doch so schön sie war, so intrigant und hinterlistig konnte sie sein. Eine Legende berichtet davon. Re, dem alles Leben zugrunde liegt und somit „allmächtig“ ist, kann Formen annehmen, derer so viele sind und manche davon so geheim, dass es unmöglich ist, sie alle zu kennen, was den Neid der Göttin erweckt. Sie würde sich nur zu gern diese Macht aneignen, um ihrerseits Herrin der Welt zu werden. So versucht sie, den geheimen Namen des Re zu erfahren und beobachtet ihn. Sie entdeckt wie er gealtert ist; er beginnt sogar zu sabbern. Sie nimmt eine Speichelprobe von ihm, mischt diese mit Erde und formt daraus eine Schlange, die sie auf eine Kreuzung des Weges des Sonnenwagens legt. Diese beißt schließlich den Sonnengott. Das Schlangengift scheint Herr über ihn zu werden und er muss die Götter um Hilfe rufen. Nach einigem „Tara“ fragt Isis ihn schließlich nach seinem wahren Namen und erklärt, ein Mann könne nur genesen, wenn man ihn beim Namen ruft. Dieser nennt ihr also den Namen und Isis erlöst Re von seinem Leid.
Als Beschützerin der Toten ist sie zusammen mit ihrer Schwester Nephthys auf Sarkophagen über oder neben dem Zeichen für Gold abgebildet. Als solche ist sie zusammen mit Neith, Selket (Serquet) und Nephthys eine der Schutzherrinnen über die heiligen Kanopen.
Meistens hockt sie mit ausgebreiteten Flügeln da, was ihre Funktion als Beschützerin wiederspiegelt. Sie wird jedoch auch als stehende Frau mit (in Verbindung mit der Göttin Hathor) Kuhhörnern und einer Sonnenscheibe darin dargestellt. In der Regel ist sie allerdings mit einem Thron als Kopfschmuck oder einer Geierhaube abgebildet.
Als Gattin des Osiris ist sie die Mutter des Horus (Heru).
Haroeris/Heru-wer/Heru´ur: Sein Name bedeutet soviel wie „Horus, der Alte“ oder „Horus, der Große“.
Über diesen Gott ist, im Gegensatz zu anderen, sehr wenig bekannt. Er ist eines der Kinder des Re und der Nut, gehört jedoch nicht zur göttlichen Neunheit.
In der Mythologie der Ägypter wird er von Seth bekämpft und als posthumer Sohn der Isis und des Osiris wiedergeboren und kann sich so an seinem Mörder rächen, indem er ihm den eroberten Thron wieder entreißt. Der Kampf um den ägyptischen Thron unter den Göttern wird in der berühmtesten der ägyptischen Mythen, dem Osirismythos, erzählt.
Andere Quellen berichten, Haroeris sei ein Held gewesen und habe eine Verschwörung, die sich in der Nähe der Stadt Ombos zusammenbraute, allein niedergeschlagen. So bekam er vom Sonnengott persönlich den Titel „des Größten unter den Göttern“ verliehen.
Wie die meisten ägyptischen Gottheiten wird er als Falke dargestellt oder als Mann mit dem Kopf eines solchen Tieres.
Seth/Setech/Suthek/Suti/Nubti - ein Gott mit vielen Namen ^^°: Mit Seth begegnet uns einer der vielseitigsten Gottheiten überhaupt. Zu Anfang war er der Gott der Wüste und Dürre und wurde so seinem Bruder, dem Vegetationsgott Osiris gegenübergestellt. Des Weiteren wurde er als Gott der Metalle und damit verbunden auch als Gott des Krieges und des Feuers verehrt. Die Ägypter bewunderten ihn vor allem wegen seiner Stärke - sie sagten, die Knochen des Seth seien aus Eisen, aber auch wegen seiner Intelligenz; er war Träger "geheimen Wissens", denn nur er wusste, wie man Apep besiegt (die Ägypter pflegten zu sagen: „Thoth entsprange dem Kopfe Seths“).
In der 15. und 16. Dynastie (als die Hyksos die Macht in Ägypten übernahmen und ihre Hauptstadt in Avaris, der späteren Stadt