Begriffslexikon zu Pantheon

des Seth, gründeten), galt Seth als Gott der fremden Länder und wurde immer mehr als „Eindringling“ und „Unruhestifter“ gehandelt. Er galt zu dieser Zeit als Schutzgott der Hyksos.
Zur Zeit der Ramessiden war er sogar Haus- und Hofgott dieser Pharaonen (19. und 20. Dynastie des Neuen Reiches). Um ihre Verbindung zu Seth als auch zu Horus zu zeigen, setzten die Pharaonen jener Zeit über ihren Namen den Horusfalken als auch das Seth-Tier; zudem wurden die Kartuschen vergoldet - Seth wurde nicht direkt als Gott des Goldes oder ähnlichem verehrt, jedoch wurde sein Name mit Gold in Verbindung gebracht, was besonders durch einen seiner Hauptkultorte verdeutlicht wurde: Der Stadt des Goldes Nubt.
Seth war auch einer der Schutzgötter Ägyptens. Ihm wurde im Allgemeinen Oberägypten im Süden zugeschrieben.
Hauptsächlich bekannt geworden ist dieser Gott durch die Osirislegende, in der er den „bösen Bruder“ mimt. Er soll Osiris getötet haben, um selbst an die Macht des Pharao zu gelangen (Vor nicht allzulanger Zeit ist mir zu Ohren gekommen, dass Seth sogar der Stadthalter des Osiris gewesen sein soll). Da dieser jedoch noch einen Sohn bekam, der Seth den Thron streitig machte, war dessen Sieg nur von kurzer Dauer. Danach wurde Seth zum Sonnengott Re beordert, der ihm höchstpersönlich einen Platz in seiner Barke zuwies. Laut einer Legende sprach Re: „Er wird über den Himmel hinwegbrüllen und man wird sich vor ihm fürchten.“ So begleitet Seth den Sonnengott stets auf dessen Reisen. Hier wird auch seine Funktion als Donnergott aufgezeigt. Seit der Legende um Osiris wird Seth als Gott des Bösen gesehen (Als die Osirislegende entstand, gab es einige große Kulte in Ägypten, darunter auch der des Osiris und der des Seth. Die Priester Seths hatten sich gegen eine Reichseinigung durch Narmer/Aha gestellt, was die Priester des Osiris für sich ausnutzten und Seth so immer mehr zum „Gott des Bösen und des Chaos“ verfemten); man sah Seth außerdem als Gott der Leere und Einsamkeit.
Als Verteidiger der Barke Re´s ist er für den Sieg über Apep verantwortlich. So zeigt er sich sowohl als Hauptverteidiger als auch als Feind der Götter.
Seth wird hauptsächlich als Mann mit einem hundeähnlichen Kopf dargestellt (das göttliche Uas-Zepter ziert übrigens der Kopf des Seth-Tiers), wobei die Meinungen über dessen zoologische Bestimmung auseinander gehen. Einige meinen, es handele sich um einen Schakal oder sogar um einen Fuchs, einem Dingo oder gar um einen Wolf; andere sagen, er sei ein Pferd oder Esel; wiederrum andere behaupten, er sei ein Ameisenbär oder ein Schwein und einige sagen, es handele sich bei Seth um einen Windhund (Diese Meinung teile ich übrigens. Würde ihn sogar als eine frühe Form des Greyhoundes bezeichnen, da diese Hunderasse schon vor mehr als 8000 Jahren im alten Ägypten bekannt war. Neuere Funde belegen dies. Man fand einen Teller aus der prädynastischen Zeit mit dem Tier Seths darauf, was auch zeigt, wie alt dieser Gott, oder zumindest das Tier, und wie lange er bei den Ägyptern schon bekannt ist.) Ich habe sogar schon „Darstellungen“ gesehen, auf denen eine Katze abgebildet ist, die als Seth identifiziert wird - dabei handelt es sich um die sogenannte Katze von Heliopolis, die dem Apep mit einem Messer den Kopf abschneidet.

Nephthys/Nebt-het: Ihr Name bedeutet „Herrin des Hauses“.
Diese Göttin taucht in relativ wenigen Erzählungen auf; so auch in der berühmten Osirislegende, in der sie mit ihrer Schwester Isis um ihn trauert, sich dann zusammen mit ihr und ihrem Sohn Anubis auf die Suche nach Osiris macht und bei dessen Wiedererweckung assisitiert. So wird sie zur Beschützerin der Toten. Sie wird oftmals auf Sarkophagen zusammen mit Isis dargestellt (Isis am Kopfteil des Sarkophages und Nephthys am Fußteil). Des Weiteren ist sie die Amme des Horus.
Eine andere Quelle erzählt von einem Techtelmechtel zwischen ihr und Osiris. Aus dieser Liason kam Anubis hervor. Man erzählt sich jedoch, dass Osiris die beiden Schwestern verwechselt hatte…
Nephthys ist Schutzherrin über die Kanopen. Dieser Aufgabe geht sie zusammen mit Neith, Selket und Isis nach.
Sie wird als Frau mit einem Kopfschmuck, der aussieht wie ein Korb auf einem Häusergrundriss, der auch ihr Hieroglyphenzeichen ist, dargestellt.

Toth/Dehuti: Dem ibisköpfigen Gott der Wissenschaften wird große Weisheit nachgesagt. Er gilt als Erfinder der Schrift, um den Fortschritt festzuhalten. So war er auch Gott der Mathematik und Konstrukteur aller Tempel, da nur er in der Lage war, alles genauestens auszurichten und aufzuzeichnen.
Als Schreiber der Götter und Götterbote wird er von den Griechen mit dem Gott Hermes gleichgesetzt. Toth galt außerdem als Hauptberater und Freund des Re (In der Geschichte um den Kampf des Haroeris wird dies unter anderem erwähnt). Er galt, nachdem Re den ständigen Streitereien unter den Menschen müde geworden war, als dessen Stellvertreter. So wachte er über die Menschheit während der Nacht und wurde zum Mondgott.
Im Mythos von Heliopolis soll er mit dem Mond gewürfelt haben, um mehr Tage im Jahr zu bekommen. Re hatte die Geburt der Kinder der Nut an einem der Kalendertage verboten. Toth gewann das Spiel und das Jahr wurde in 12 Monate mit jeweils 30 Tagen eingeteilt (So erfand er auch gleich das Spiel des Würfelns.)
In seiner Funktion als Mondgott galt Toth zusätlich noch als Herr der Zeit (wegen der Mondphasen schätze ich). Außerdem war er der Magie und der Medizin mächtig.
Da er um seine Überlegenheit gegenüber der anderen Gottheiten wusste, ging er ihnen oftmals auf die Nerven: Er liebt lange Diskurse, benützt komplizierte Wörter und einen affektierten Tonfall - kurz: er hörte sich gerne reden! Isis sagte mal zu ihm: „Wie weise ist dein Herz, doch wie langsam bist du von Entschluss!“
Gewöhnlich wird er als ibisköpfiger Mann dargestellt, doch konnte er im Totengericht ebenso als Pavian, dem heiligen Tier des Toth, auftauchen. Entweder wiegt er dort das Herz des Verstorbenen und notiert die Ergebnisse oder er sitzt einfach nur da und beobachtet das Spektakel.
Der Pavian gilt als Schutzpatron der Schreiber.

Anti: Der Falkengott Anti ist einer der weniger populären Gottheiten des ägyptischen Pantheons. Er ist lediglich aus einer kleinen Passage der Osirislegende bekannt. Nachdem Seth nämlich darüber verfügt hatte, Isis dürfe nicht mehr an den Verhandlungen um den irdischen Thron teilhaben, bat diese den Gott Anti dennoch, sie auf die Insel, auf der die Verhandlungen stattfanden, zu lassen. Anti willigte erst ein, als Isis ihm einen prunkvollen Ring überließ, den sie sich in dem Wissen, dass Anti seinem Anblick nicht widerstehen könne, vorher an den Finger gesteckt hatte. Hier fungiert er als eine Art Wächtergottheit (die zugegebenermaßen ihren Pflichten nicht nachkommt).
Des Weiteren gehört er zur Besatzung auf Res Sonnenschiff und steuert diese.

Sokar/Sokaris: Sokar wurde hauptsächlich als Gott des Handwerkes, besonders der Schmiedekunst, verehrt und gilt somit auch als Erfinder der Metallurgie.
Des Weiteren war er Totengott der Nekropole von Memphis und Herr des Königreiches von Rosetau, „die Pforten zu den Tunneln“, womit der Eingang zur Unterwelt gemeint ist. Dort war er auch "Herr der Flammenden Seen", in die die Seelen der unheiligen Toten geworfen wurden, wenn Osiris sie mit einem negativen Urteil belies.
Er fusionierte später jedoch immer mehr mit Ptah und Osiris und wird zu Ptah-Sokar oder Ptah-Sokar-Osiris, die dann seine Attrinute übernahmen.
Häufig wird er in Gestalt einer Mumie mit einem Falkenkopf, bisweilen aber auch als Falke auf einer Barke thronend, deren Bug ein Antilopenkopf ziert, dargestellt.