Fanfic: Weißt du, was es bedeutet, ALLES zu verlieren?
alle wandten sich um. Hinter Kari stand ihr ein Jahre älterer Bruder und legte seinen Arm um seine Schwester.
“HÄH? Gestern hattest du aber nichts dagegen gehabt, dass ich sie flach legen wollte…“, “Genau, gestern, heute ist es was anderes… Denkst du, ich will Terror mit meiner Alten haben? Du kannst mit ihr machen was du willst, wenn die Olle den Löffel abgibt. Dann gehört sie dir, ist quasi dein Haustier, aber sie ist schwererziehbar …“, “Sie ist ja auch deine Schwester… Dich kann man auch nicht an die Kette legen …“, sagte der kleinste aus der Gruppe.
Die anderen grinsten und Bryan sah seine Kumpels an.
“Tja, ich bin eben nicht zu zähmen!“, er zuckte mit den Schultern und grinste in die Runde.
Kari, aus welchen Gründen auch immer, wurde schwarz vor Augen und spürte, wie sie zu Boden sank.
…
Ein Traum.
Hast du herausbekommen, was es bedeutet, ALLES zu verlieren?
Kari sah sich um, vor ihr war das Mädchen aus dem Park. Sie sah Kari mit traurigen Augen an. (Wo bin ich?), “In einem Traum … Du hast ziemlich düstere Gedanken … immer träumst du von dem Tod. Glaubst du, dass das eine Lösung auf dein Problem ist?
Kari sah sie an.
“Ein Problem? Ich hab kein EIN Problem ich hab 7! Meine Mutter, Mein Bruder und seine Geilen Freunde!“, …
Wieder wurde Kari schwarz vor Augen, sie schlug mit dem Kopf auf etwas weichem auf.
“HMMMM?“, war alles, was sie hervorbrachte.
“Wieder wach?!“, Kari sah auf.
Ihr Bruder saß ihr gegenüber und lächelte sie an.
“Warum bist du denn so plötzlich zusammen gebrochen?“, fragte er und grinste sie breit an.
“Ich … ähm … Also das war so … Ich …“, Kari wusste nicht wo sie anfangen sollte… Wieso sollte sie es ihm überhaupt erzählen? Weil er sie sonst verprügeln würde? Weil sie nur mit ihm darüber reden kann.
Bei der ganzen Grübelei bemerkte Kari nicht, dass Bryan schon längst aus dem Zimmer gegangen war. Sie kam erst wieder in die Wirklichkeit zurück, als sie einen lauten Knall hörte.
(Das kam aus Bryans Zimmer …), Kari ging vorsichtig in den Flur und dann in das Zimmer ihres Bruders. Dort lag Bryan am Boden. Er keuchte und eine Menge Bücher sind auf ihn gefallen.
Vorsichtig näherte sie sich im, als erstes fiel ihr auf, wie Rot er im Gesicht war und dass er Blutete.
“Was ist denn los? Hey! Hey Bryan!! Was soll das werden?“
“…“, keine Antwort, offensichtlich war Bryan bewusstlos …
(Was soll ich nur machen?!)
Kari überlegte hin und her. Sie entschließ sich nach einer ganzen Weile, den Krankenwagen zu rufen, auch wenn es für ihren Geschmack etwas zu Übertrieben war …
…
|Krankenstation|
Kari saß neben Bryan auf dem Bett. Ihr gingen die Worte des Arztes durch den Kopf.
“Wir haben bei deinem Bruder einen Virus entdeckt … “
(Ein Virus im Körper, der für ihn wahrscheinlich den Tod bedeuten würde … Ich konnte Bryan zwar nicht ausstehen, aber so etwas habe ich ihm nie gewünscht …)
Langsam fing Kari an zu weinen …
“HM?“, Kari sah auf ihre Hand.
Bryan war aufgewacht und lächelte sie an … Es war ein richtiges Lächeln … Ein freundliches Lächeln …
“Wieso weinst du denn?“, fragte er freundlich.
“Bryan … Bei dir … es wurde bei dir ein … ein … ein …“, Kari konnte das nicht sagen …
“Bei mir wurde ein Virus entdeckt! Ich wusste ja, dass er irgendwann hoch kommt, aber ich hab schon gehofft, dass es später sein würde …“
Kari sah ihren Bruder an und konnte nicht glauben, was er sagte … Er wusste, dass er einen Virus im Körper hatte?
“Aber warum hast du mir nichts gesagt?“, Bryan legte seinen Kopf wieder aufs Kissen und sah zur Decke.
“Zuerst mal bist du meine kleine Schwester, wenn du gewusst hättest, dass ich so Krank wäre, hättest du keine Angst vor mir gehabt …“
“Wieso wolltest du, dass ich Angst vor dir habe?“
Kari war auf dem Weg nach Hause, ihr Bruder hatte die Frage nicht beantworten können, und er wusste, dass er bald sterben würde … Bald würde er nicht mehr da sein …
Dabei schien er so sorglos, Idiotisch und voller Kranker Phantasien vollgestopft zu sein, wie es jeder andere Junge in seinem Alter auch war. Aber Bryan sah den Mädchen mit den netten Kurven nur hinterher, damit er so “normal“ wie möglich wirkte …
Er hätte nie ein Mädchen einfach so zu etwas gezwungen, was sie selbst nicht wollte …
Voller Trauer kam Kari zu Hause an und bekam als Hallo gleich einen Schlag ins Gesicht.
“Wo ist dein Bruder, wieso ist sein Zimmer so dreckig? *hust hust*“, Kari sah ihre Mutter an.
|Krankenhaus|
Nun auch ihre Mutter …
Karis Mutter hatte durch das Fremdgehen mit anderen Aids bekommen.
Ein Virus kam dabei noch hinzu. Da sie aber noch eine Kettenraucherin war, war ihr Leben schon so gut wie zu ende …
Kari konnte den Gestank nicht aushalten …
Sie war allein, wie das Mädchen im Park.
Es wurde Dunkel und Kari ging weiter …
Weiter ins Dunkel …
Weiter in einen letzten Wunsch.
Sie stand in ihrem Zimmer und sah auf den Gegenstand, den sie schon so oft benutzen haben wollte, es aber nie gewagt hatte …
Innerlich träumte sie noch ein letzter Mal.
(Ich wünsche mir, wiedergeboren zu werden … Als Mädchen, mit dem Namen Kari, mit einem Bruder namens Bryan, der mich so behandelt, wie er mich eigentlich immer behandeln wollte …. Und mit einer Mutter, die ihre Träume nicht aufgibt, sondern sie einfach lebt …)
Vorsichtig setzte sie die Klinge an die Brust, da, wo ihr Herz schlug …
Gleich würde es stehen bleiben …
Ich habe mir nie gewünscht, ALLES zu verlieren … Ich habe den verloren, der mir wirklich alles bedeutet hat und habe ihn von ganzem Herzen gehasst …
Ich habe mir das genommen, was mir am teuersten war … Das, was ich wohl nie wieder bekommen werde … Das Leben ist wertvoll, wenn wir sterben, treten wir vor unserem Schöpfer und er gibt uns entweder ewige Ruhe, oder entloses umher irren.
Schöpfer, wenn ich vor dir stehe, dann gebe mir bitte die Ruhe und lass mich eines Tages wiedergeboren werden …
Als das Mädchen, was ich immer sein wollte, zusammen, mit meinem Wertvollsten Erinnerungen und mit meinem Wertvollsten Schatz … Mich, meine Seele, meine Familie und meinem Leben …
Yari, die Antwort auf deine Frage, ob ich weiß, was es bedeutet ALLES zu verlieren, weiß ich nun.
Aber ich musste für diese Erfahrungen das Wertvollste geben …
…
|ENDE|