Fanfic: Feuerkind
Kapitel: Gesellschaft
~*~ Es geht weiter, es wurde leicht verändert und ist nun bereit, meinen Schreibattacken wieder zum Opfer zu fallen, da ich ja anscheinend nicht zeichnen kann XD
Mit den Kindern hab ichs irgendwie, gell? XD Is komisch und soweit ich mich errinern kann, wechsel ich mitten in der Story den Erzählwinkel von Ayan nach Pay und zum Raben. XDDD
Trotzdem, auch wenn es total nach HdR klingt, viel Spaß beim Lesen oÔ ~*~
<font color="#800000">Gesellschaft</font>
Finster waren die Straßen von Lasall. Einige kleine Lampen warfen flackerndes Licht, dennoch blieb das meiste von der Schönheit dieser Stadt im Dunklen. Die unheimliche Finsternis wurde von einer wahren Grabesstille begleitet. Nicht wie sonst hörte man die Elfen reden und konnte sie beobachten, wie sie gemütlich am warmen Feuer beisammen saßen und sich Geschichten aus alter Zeit erzählten. Leer und verlassen kam einem die Stadt nun vor. Kein Licht brannte in den Häusern, nur geheimnisvolle Schatten fielen in die Zimmer. Ab und zu sah man Feuerstöße durch die Gassen fegen, die sich nach einer Weile dampfend im Nichts verloren. Manchmal stürzte ein Gebäude ein, doch die Töne wurden nur von einem Ohr gehört. Niemand, außer einem, hielt sich hier mehr auf. Das Unbekannte, das die Stadt so vernichtet hatte, war ohne ein Wort weiter gezogen. Wenn man jedoch genau hinhörte, war es nicht so still, wie zuerst angenommen.
Von fern waren die trampelnden Schritte der Armee zu hören. Noch immer war das klappern ihrer Schwerter hörbar. Ihre Schreie, die in einer unverständlichen, hässlichen Sprache laut wurden. Und dann ihr gnadenloser Anführer, der sie vorwärts trieb; ohne Erbarmen, ohne Scheu drosch er auf sie ein und zwang sie zu neuen Gräueltaten.
War in dieser Stadt noch irgendjemand am Leben? Diese Frage musste man sich stellen und sie war durchaus berechtigt.
Doch es stimmte. Es gab noch jemanden hier, der lebte, auch wenn er zu spät kam und den Marsch der bösen Truppen versäumt hatte. Ayan war sein Name und er kam vom Elfenvolk aus dem Norden.
Sein silbern blondes Haar wehte leicht, als erneut ein Feuerstoß durch die Gassen fegte. Er zuckte nicht einmal, als die Flamme um seine Hand züngelte und hoch bis zu dem Ärmel seines grauen Mantels schlug. Stattdessen ballte Ayan nur die Faust und die Flamme verschwand wie durch Zauberei. Seine Hand hatte nicht die kleinsten Verbrennungen davon getragen, war so zierlich wie vorher auch. Eine seltsame Ruhe und Kraft ging von den Augen des jungen Elfen aus, auch wenn sie noch so smaragdgrün waren und eigentlich die typische Wärme der Elfen ausstrahlen müssten. Sein Gesicht war unter der Kapuze seines Mantels verschwunden, wurde jedoch nicht ganz verdeckt, sodass noch immer die fein geschnittenen Züge sichtbar blieben. Auch der Rest seines Körpers war von zierlicher Statue, soweit man das unter seinem Mantel erkennen konnte.
Der Feuerstoß versiegte wieder. Ayan lauschte mit einem Mal auf, blickte sich um und ging nun zielstrebig, aber dennoch vorsichtig und bedacht darauf keine Geräusche zu machen, auf ein halb zerfallenes Haus zu. Seine spitzen Ohren konnten etwas hören, was für normale Ohren, nichts weiter als ein leises Piepen gewesen wäre. Immer näher kam Ayan dem Haus. Noch während er davor stand, zögerte er. Was, wenn dort drin noch etwas hausen würde?
Dennoch wagte er es. Vielleicht gab es doch noch Überlebende und diese zu finden, war er schließlich her gekommen.
Die Tür war aus den Angeln herausgerissen worden, und mit nicht sehr viel Kraftaufwand, so wie es aussah. Die Einrichtung war zu nichts mehr nütze. Ein Bett, im Baustil der Menschen, war an die Wand geworfen worden und zersplittert. Überall waren Dielenbretter aus dem Boden gerissen und einige Stofffetzen wirbelten noch immer umher. Die langen dunklen Vorhänge waren zerschlissen und hingen als eine Darstellung der Traurigkeit vor dem Fenster. Abgebrannte Fackeln fand man hier und dort, aber nirgends ein Lebenszeichen. Doch dann!
Ein Rascheln, ein Knirschen... es schien unter dem Boden zu seien. Ayan's Hände zuckten in Richtung seines Schwertes. Vielleicht drohte Gefahr von diesem Wesen. Vorsichtig zog er die lange gebogene Klinge aus der Scheide und wirbelte sie ein wenig umher. Er war sich seiner Nervosität bewusst, dennoch konnte er sie nicht gänzlich unterdrücken. Wieder knirschte es und dann hoben sich einige der Dielenbretter leicht. Mit einem Ruck glitt eine Platte zur Seite und jemand kam daraus hervor. Ohne zu zögern machte Ayan einen Satz noch vorn und hielt diesem jemand, der ihm gerade den Rücken zu drehte, sein Schwert an die Kehle. Das fremde Wesen keuchte leise, als wäre es lange und weit gelaufen.
„Wem dient ihr? Sprecht rasch, sonst ist es um euch geschehen!“, flüsterte Ayan dem Wesen ins Ohr. Er spürte wie sie leise lächelte, und nun bemerkte er auch, das es eine junge Frau war.
„Ihr seit wahrscheinlich geschickt und schlau mein Herr. Dennoch kann ich euch nicht weiterhelfen, denn ich habe keine...“ Sie stoppte, als Ayan das Schwert noch näher an ihre Kehle führte.
„Wollt ihr mich etwa köpfen?“, fragte sie und versuchte amüsiert zu klingen, auch wenn ihre Stimme zitterte. „Ich nütze euch nicht viel. Zwar bin ich kein Lakai des Feindes, gewiss kann ich dies jedoch nicht sagen.“ Sie schluckte. „Nennt mir euren Namen“, fragte sie beinahe flehend.
Ayan führte das Schwert zurück in die Scheide verdeckte die Waffe mit seinem Mantel.
„Er wird euch nicht viel nützen, denn ich bin in diesen Gegenden nicht viel herum gekommen. Doch ich kann ihn euch trotzdem nennen. Ayan lautet er und ich komme von den Völkern aus dem Norden. Und ihr seit? ...“
„Pay. Meine Vergangenheit liegt mir verborgen müsst ihr wissen und so kann ich euch nur wenig über mich verraten.“
Ayan hob zweifelnd eine Augenbraue. „Ich verstehe nicht ganz. Wenn ihr euch eurer Vergangenheit nicht bewusst seit, wie könnt ihr dann euren Namen wissen? Spielt ihr etwa mit mir?“
Pay schüttelte den Kopf und sie machte bei weitem nicht den Eindruck, als wenn sie an den Morden die hier stattgefunden hatten, beteiligt gewesen wäre.
„Ich weiß ihn nicht. Einer der Fremden nannte mich so. Ich weiß nicht, ob das eine Bezeichnung in ihrer Sprache ist, doch ich benutze sie vorläufig als Namen.“, murmelte sie.
Ayan blieb einen Moment lang stumm, dann antwortete er: „Auch ich beherrsche nicht die Sprache der finsteren Völker, sondern nur ein guter Freund von mir. Eigentlich wollte ich Überlebende hier finden, doch so wie es scheint, seit ihr die Einzige, obwohl ich nicht ganz verstehe, warum ihr ohne jeden äußeren Schaden davon gekommen seid.“
Er zuckte die Schultern, warf noch einen letzten Blick in das verwüstete Zimmer, ehe er wieder aus dem Haus ging, mit Pay auf dem Versen. Draußen war es um einiges heller als im Haus und so konnte er die junge Frau einmal näher betrachten.
Sie schien nicht älter als achtzehn Jahre zu sein, so wie die Menschen zählten. Ihr ungebändigtes, blond-braunes Haar fiel ihr lockig bis über die Schultern. Besonders außergewöhnlich waren ihre kleinen schwarzen Augen, die mehr Punkten als allem anderen glichen. Und ihre Körperbemalungen, die sowohl die äußeren Gesichtspartien, als auch ihre Unterarme zierten. Wie weit sie genau reichten, ließ sich durch ihren schwarzen, eng anliegenden Mantel nicht bestimmen. Auch ob sie Waffen bei sich trug, konnte Ayan nicht herausfinden. Wie lange Ayan sie so angestarrt hatte wusste er nicht, als sie jedoch „Ducken!“ schrie, kam er wieder zu sich. Rasch leistete er ihrem Befehl folge und warf sich neben ihr auf den staubigen Boden, welcher blutig befleckt war, obwohl nirgends ein Opfer zu sehen war.
Ein gewaltiger Feuerball brauste über ihre Köpfe hinweg. Ayan schmunzelte leicht und noch bevor das Feuer sich im Nichts verlor, erhob er sich. Entsetzt starrte Pay hoch zu Ayan. Er stand dort, mitten in den Flammen, ohne das sein Körper brannte. Er schien nicht einmal Schmerz zu empfinden!
Es dauerte einige Zeit bis die Flammenkugel sich, wie alle seine Vorgänger, im Nichts verlor. Zitternd rappelte sich Pay auf.
„Was war das? ... oder wer seit ihr?“, fragte sie. Ayan wandte sich ihr zu.
„Ich weiß auch nicht woher ich diese Gabe habe. Aber das ist eine lange Geschichte und dazu haben wir keine Zeit. Zu aller erst muss ich eine Bleibe für euch finden. Lasall ist zu unsicher geworden. Am besten seit ihr wahrscheinlich bei den Weisen aufgehoben.“
Pay zog die Augenbrauen kraus, schwieg denn jedoch. Vielleicht war es angebracht einmal nicht zu fragen. Stattdessen blickte sie ihm erst nach und kam dann hinterher. Wie weit sie wandern würden, wusste Pay nicht, doch es konnte möglich sein, dass sie auf einer langen Reise noch viel über ihn erfahren würde. Und über seine besondere Gabe.
Langsam verschwand die Sonne hinter dem riesigen Gebirge und warf blutrote Streifen auf das Land.
Wie kleine Ameisen wirkten die zwei Wanderer aus luftiger Höhe, wo sie von einem schwarzen Raben beschattet wurden. Dieser folgte ihnen auf Schritt und Tritt und driftete ab, wenn der Elf etwas zu bemerken schien. Der Rabe wusste nicht, wie weit die Sehkräfte des Elfen reichte und er wollte nicht riskieren, dass sein Meister aufflog.