Fanfic: In deinen Augen
Kapitel: Kapitel 8: Dämonen und ihre Jäger
Kapitel 8: Dämonen und ihre Jäger
Seine Wunden verheilten unheimlich schnell und nach einer halben Stunde oder so gelang es Chris sogar, aufzustehen. Musste wohl daran liegen, dass er ein Dämon war. Er musste zugeben, dieser Umstand hatte doch einige Vorteile.
Er richtete sich mühsam auf und überlegte, was er als nächstes tun sollte. Vielleicht sollte er Azrani hinterher? Ihm gefiel dieser Name wirklich. Seine Mutter hatte ihm immer gesagt, hätte sie eine Tochter, würde sie sie Azrani nennen. Er war sehr glücklich, dass er Azrani einen Namen gegeben hatte. Ihn störte dieses ständige: „Bleib hier, Dämon!“ und „Oh nein, die Dämonenjägerin!“ Jetzt konnten sie sich endlich mal beim Namen nennen! Nur... was brachte ihm das, wenn sie ihn doch ohnehin tötete? Überhaupt nichts. Aber sie sah irgendwie glücklich aus...
Er versuchte seine Flügel wieder zu bewegen, doch die waren durch Azrani`s Angriff zu stark verletzt. Er war ihr noch nicht einmal sauer deswegen, es war ja immerhin ihr Job, Dämonen zu töten und daran konnte er sowieso nichts ändern. Wollte er auch gar nicht. Wenn sie unbedingt gegen ihn kämpfen wollte, war er darauf vorbereitet. Es interessierte ihn, wie stark seine dämonischen Kräfte ausgeprägt waren...
Langsam wickelte er den Verband um seinen rechten Arm ab und stellte erleichtert fest, dass die Blutung fast komplett gestoppt war. Das Tuch roch eigenartig, zumindest leicht nach... Lavendel. Ein schöner Geruch.
Er bemerkte nach einiger Zeit, dass er den Lavendel-Geruch genau verfolgen konnte. Musste wohl auch zu seinen Fähigkeiten gehören! Sie führte in die Richtung... in der sein Dorf lag! Was wollte Azrani nur dort, die Dorfbewohner würden sie wohl nicht gerade freundlich aufnehmen. Warum ging sie also dorthin zurück? Chris ging in Richtung Dorf, dem Duft hinterher. Vielleicht wollte sie den Leuten gerade erklären, dass er zwar ein Dämon, aber ein netter war! Nein, das würde sie nicht machen...
Dafür war sie viel fies zu ihm gewesen, um bei den Dorfleuten ein gutes Wort für ihn einzulegen. Sie wollte ihn ja auch töten! Aber irgendwas musste sie vorhaben...
Also machte Chris sich auch dorthin auf. Er nahm die Abkürzung durch den Wald, doch durch seine Flügel, die immer wieder gegen die dicht stehenden Bäume schlugen, wurde er extrem behindert. Trotzdem ging er immer schneller...
Azrani brach zusammen. Obwohl die Dorfbewohner keine ausgebildeten Kämpfer waren, waren sie ihr zahlenmäßig überlegen und ihre Klingen waren scharf. Azrani`s ganzer Körper war nun mit Wunden übersät und sie schaffte es nicht mehr, sich aufzurichten.
„Das hast du dir selber eingebrockt, Freund des Dämons! Dafür wirst du am Scheiterhaufen brennen!“, schrie jemand schadenfroh und sofort wurde sie von zwei Leuten hochgehoben und zum Marktplatz gebracht, wo alle öffentlichen Verbrennungen stattfanden. Immer wieder fielen ihr die Augen zu und sie entschied sich am Ende dazu, sie die ganze Zeit geschlossen zu halten. Will sich ja auch niemand mit ansehen, wie man selbst verbrannt wird, oder?
„Sieh mich gefälligst an, wenn ich vor die stehe und mit dir rede!“, wurde sie angeschrieen und sie hob den Kopf etwas. Vor ihr stand ein junger Mann mit einer Fackel in der Hand. „Hehe, gleich bist du erledigt! Bindet sie fest!“, fuhr er fort und Azrani wurde von zwei Leuten auf die Beine gezogen. Sie wurde mit dem Rücken an einen Pfahl gestoßen und ihre Hände wurden daran gefesselt. Sie versuchte dabei mehrmals, sich loszureißen, doch ohne Erfolg. Da war nichts mehr zu machen, die Fesseln waren zu eng. Erst jetzt bemerkte sie, dass die Dorfleute von überall her Holz holten und es an ihre Füße warfen.
Als alles zu seiner Zufriedenheit war, warf der Mann vor ihr seine Fackel auf das Holz. Alle anderen brachen in Jubel aus.
Verdammt. Wenn sie mir doch nur mein Schwert gelassen hätten. Dann wäre das hier kein Problem, dachte sie und wand ihre Füße etwas, um den Flammen zu entgehen. Die Hitze wurde immer unerträglicher.
Sie warf einen Blick zum Boden auf ihrer linken Seite und etwa fünf Meter von ihr entfernt lag ihr Schwert. Also außerhalb ihrer Reichweite. Sie hätte es sowieso mit gefesselten Händen nicht aufheben können.
„Brenne, brenne, brenne!“, riefen die Dorfleute im Chor. Mieses Pack, dachte sie und warf einen Blick auf ihre Füße. Das Feuer kam immer näher und sie hoffte nur, dass es bald vorbei sein würde.
„Mein Schwert...“,flüsterte sie und warf einen letzten verzweifelten Blick auf ihre Waffe. Doch die war nicht mehr da! Löst sich alles um einen herum auf, wenn man stirbt? Nein, ging doch gar nicht...
Nun schrieen auch die Dorfleute besorgt auf.
„Moment, ich brauche nur eine Minute, dann bist du frei“, flüsterte ihr jemand ins Ohr und sie sah erschrocken hoch. Direkt auf der Spitze des Pfahls hockte Chris, faltete genüsslich seine Flügel zusammen und versuchte ihre Fesseln zu lösen. „Was tust du hier?! Verschwinde, das ist meine Sache!“, beschwerte sie sich bei ihm. Chris hörte ihr gar nicht zu und konzentrierte sich wieder auf ihre Fesseln.
„Da ist dieser verdammte Dämon! Tötet ihn!“, rief einer genau in dem Augenblick, als Chris den Knoten gelöst hatte. Die Dorfleute liefen schon auf sie zu. Azrani wollte schon alleine fliehen, als Chris seine Arme um sie legte und seine Flügel ausbreitete.
„Was tust du da?“, rief Azrani wütend und Chris lächelte: „Ich rette dir das Leben, du solltest mir lieber dankbar sein!“
Er schlug mit den Flügeln und gemeinsam mit er erhob er sich in die Lüfte. In weinigen Minuten war er schon außer Sichtweite der Dorfleute...
:;:;::;:;: Hach ja, ohne den jeweils anderen sind die beiden total aufgeschmissen... Das war anfangs gar nicht geplant. Die Story entwickelt allmählich ein Eigenleben... :;:;:;:;