Fanfic: Cant we die together?

Untertitel: Hör auf den Wind...

Kapitel: I never listened to the wind

Kapitel 4: I never listened to the wind
Langsam wurde die Tür geöffnet und sie blickte in SEINE leuchtenden Augen. „Erinnerst du dich noch an mich?“, fragte sie und ein Hauch von einem Lächeln huschte über er Gesicht. Selbstverständlich erinnerte er sich noch an sie und er bat sie herein. Er war allein im haus, da sein Vater noch immer auf der Arbeit war. „Ihr habt es echt schön hier“, bemerkte ich und schaute mich um. Früher war seine Familie sehr arm, viel ärmer als meine, doch in dieser Stadt schien er es wirklich zu etwas gebracht zu haben, den vornehmen Möbeln im Haus nach zu urteilen.
„Danke. Es freut mich, dich wieder zu sehen, es ist schon eine Weile her. Was führt dich hierher?“, meinte er. Sie brachte die Wahrheit nicht über die Lippen, noch nicht. Es hätte ihn wohl ziemlich geschockt wenn sie ihm die Sache mit dem Gift und die Hintergründe zu dieser Tat erklärt hatte. Also unterhielten sie sich über einige „ungefährliche Themen“, angefangen beim Wetter, dann tauschten sie Erinnerungen aus. Jeder fragte den jeweils anderen, was er in der Zwischenzeit gemacht hatte.
„Hattest du wieder einige schlimme Krankheiten in letzter Zeit?“, erkundigte er sich besorgt. „Ach, es ging. Aber wir wissen jetzt endlich woran das liegt, wir haben nämlich rausgefunden, dass ich...“ Fast wäre es ihr rausgerutscht, dass sie Aids hatte. Das durfte sie ihm auf keinen Fall verraten, nicht in dieser Situation. Sie genoss es, in seiner Nähe zu sein und seinen Duft riechen zu können. Sie wollte nicht, dass er sich erneut Sorgen um sie machte.
Schnell wechselte sie das Thema und er beließ es dabei. Trotzdem warf ihr er den Rest der Zeit einen misstrauischen und trotz allem leicht besorgten Gesichtsausdruck zu. Nach einiger Zeit hielt sie das nicht mehr aus, stand auf und sah sich die Fotos an, die auf dem Kamin standen. Das Bild einer jungen Frau fiel ihr sofort ins Auge.
„Ist das deine kleine Schwester, Cynthia? Sie ist sehr groß geworden“, bemerkte sie und erinnerte sich an das Mädchen, das ihr früher immer auf die Nerven ging, das ihr aber dennoch ans Herz gewachsen war. Er antwortete lächelnd: „Nein, das ist meine Verlobte, wir werden am Sonntag schon heiraten, ist das nicht schön? Willst du auch kommen?“ Das versetzte ihrem Herzen einen Stich. Er liebte eine andere und würde sie sogar heiraten? Das konnte doch nicht sein... das durfte nicht sein! Sonntag, in zwei Tagen... Sie würde sogar noch lange genug leben, um bei der Hochzeit anwesend sein zu können. Je weiter sie diese Gedanken spinnte, desto mehr schmerzten sie. Sie brach zusammen und er nahm sie in den Arm. „Alles okay?“, fragte er besorgt. Doch sie wollte nicht mehr von ihm gehalten werden, wollte ihn nie wieder berühren. Auch er hatte sie verlassen. Sie hätte von Anfang an mehr Gift nehmen müssen... jetzt hatte sie das Problem. Aber dann sah sie auf dem Kamin einen kleinen Dolch liegen, der hauptsächlich für Handarbeiten verwendet wurde.
Seine Verwirrung war groß, als sie zu dem Dolch griff und ihn ihm entgegen hielt. Zuerst befürchtete er, sie wollte ihn umbringen, aber dann flüsterte sie kaum hörbar: „Töte mich.“ Er wich zurück und antwortete entsetzt: „Nein, niemals! Was ist denn los mit dir?“ Sie kam ihm hinterher und murmelte immer wieder: „Bitte... töte mich...“
Sie konnte sich nicht selbst töten, dass konnte sie nicht. Sie wollte durch seine Hand sterben. Er hatte ihr schon das Herz gebrochen, da sollte es auch er sein, der ihr das Leben nahm.
Ein Windstoß kam auf und dir Kerze, die den Raum erhellt hatte, erlosch. Ein bisschen Licht der untergehenden Sonne schien noch durchs Fenster, ansonsten waren sie in völlige Finsternis getaucht. „Hör auf, du bist verrückt!“, rief er und ging immer weiter zurück. Nur noch seine Umrisse waren zu erkennen, doch an dem leisen Geräusch seiner Schritte erkannte sie, dass er immer noch zurückging.
Er stieß gegen eine Wand. Immer näher kam sie nun und streckte ihm noch immer das Messer entgegen. Sie sah nicht, dass er stehen geblieben war. Er konnte nicht weiter.
Sie hielt das Messer vor sich. „Bitte...“, meinte sie erneut und Tränen sammelten sich in ihren Augen und kullerten ihr über die Wangen. Sie spürte einen Wiederstand. Was war das? War sie gegen eine Wand gelaufen? Nein, dafür war es zu weich. Eine warme Flüssigkeit lief ihr über die Hände und sie schrak zurück. Der Dolch blieb stecken. Sie ahnte schon, was geschehen war. „Nein, ich... ich wollte doch nur... Nein, nicht... NEIN!“, rief sie und stürmte aus dem Haus. Draußen im Sonnenlicht bemerkte sie aus den Augenwinkeln, dass ihre Hände bis zu den Ellenbogen komplett in Blut getaucht waren. Beim Laufen tropfte es an ihr herunter und benetzte ihre Kleidung, ihre Beine, ihre Füße...
Die Leute blickten sich nach ihr um und als sie das Bild in SEINEM Haus sahen, riefen sie: „Mörderin, Mörderin!“ Als sie das hörte, hielt sie sich die Ohren zu. Sie wollte das nicht hören. Dabei floss Das Blut auch über ihr Gesicht. Sie hielt es nicht mehr aus und brach zusammen. Sie weinte so lange, bis sie keine Tränen mehr hatte... und das war bis zu dem Zeitpunkt, als die Richter des Dorfes sie wegen Mordes zur Todesstrafe verurteilten. Doch bevor sie die empfangen konnte, tötete sie das Gift. Ihr Grab wurde im Dorf errichtet... und hin und wieder glaubt man dort Stimmen im Wind zu hören, die einen Reisenden vor einer Dummheit warnen wollen. Aber mal ehrlich: Wer glaubt diesen Stimmen schon?

Sonne
Der Morgen graut, ich bin schon wach.
Ich lieg im Bett und denke nach...
Mein Herz ist voll, doch jemand fehlt.
Ich hätt dir gern noch so viel erzählt.

Traurig sein hat keinen Sinn,
die Sonne scheint auch weiterhin!
Das ist ja grad die Schweinerei,
die Sonne scheint, als wäre nichts dabei...

Es wird schon hell, ich fühl mich leer.
Ich wünsche mir, dass es nicht so wär!
Du stehst nie mehr vor meiner Tür
die Sonne scheint- ich hasse sie dafür!

Traurig sein hat keinen Sinn,
die Sonne scheint auch weiterhin!
Das macht den Schmerz ja so brutal:
Die Sonne scheint, als wärs ihr egal...

Und ob man schwitzt, und ob man friert,
und ob man den Verstand verliert...
Ob man allein im Dreck krepiert,
die Sonne scheint als wäre nichts passiert.

Es ist nicht wie im Film,
da stirbt der Held zum Schluss,
damit man nicht zu lange ohne ihn auskommen muss.

Es ist nicht wie im Film,
man kann nicht einfach gehen,
man kann auch nicht zurückspulen
um das Ende nicht zu sehen!

Traurig sein hat keinen Sinn,
die Sonne scheint auch weiterhin!
Das ist ja grad die Schweinerei.
Die Sonne scheint, als wäre nichts dabei.

Ich weiß nicht was die Zukunft bringt
und auch, wenn das jetzt kitschig klingt:
Ich hab heut Nacht um dich geweint.
Ich wünsch mir, dass die Sonne für dich scheint...

:;:;:; Ende, endgültig. Mann, irgendwie bin ich stolz auf mich! Das ist wohl das ende, was mir am besten gelungen ist (nach dem von Sol et Scelus. Das war auch gut, bzw. traurig)! Ich mag diese traurigen Enden und dieses hier stand erst nach unserer letzten Lateinstunde fest. Ich mag unsere Lehrerin da, aber irgendwie inspiriert sie mich zu traurigen Geschichten. Daher widme ich ihr das hier (hab schon lange nix mehr gewidmet...). Das ist wohl meine kürzeste Story, aber meiner Meinung nach auch meine beste! Ich hoffe, ihr seht das genauso... :;:;:;