Fanfic: Fluch der Treue
ist es besser aufgehoben. Ich werde alt.“, sagte der alte Mann kläglich.
,,Aber du hast recht, Hohepriesterin Isis, sein Ka ist böse. Augenzeugen zufolge schmiedet er schon finstere Pläne in seiner Kammer…Könnte man ihn nur!“, wünschte sich der erfahrene Mann.
,,Er wurde aber eigens von Haus des Lebens auserwählt und durch seinen Gegenstand bestätigt.“, setzte ihm Isis entgegen.
,,Das mag ja alles wahr sein, aber…“ Er stockte, als er sah wie sich der Pharao auf seine Nachtbleibe setzte und schwach nach hinten sank. Er fing an unaufhörlich zu husten.
,,MEIN PHARAO!“, sagten beide gleichzeitig.
Der junge Pharao behielt nur seinen Schurz an und wurde auf sein Bett gelegt. Vorsichtig tupfte ihm Isis die von schweißperlenbedeckte Stirn. Er war in einen ähnlichen Zustand wie ein Fiebertrauma gefallen.
Wo war bloß diese Heilkundige?
,,Beim Auge des Horus!“, fluchte Simon Muran.
,,Warum sind wir bloß so ungebildet? Gerade jetzt müssen Shada und Seth wieder einmal auf ,,Ka-Fang“ sein.“, beschwerte sich der alte Mann.
,, Sie tun nur ihre Pflicht.“
,,Ja, schon, aber…“, wollte er ihr etwas entgegensetzen, als es anklopfte und jemand eintrat.
Vorsichtig betrat eine junge Frau, ungefähr 20 Jahre alt, das große Zimmer.
,,Sind Sie Lycida?“, fragte Isis höflich.
Die junge Frau sah sich kurz um und nickte dann.
,,Ja, Herrin. Mein Name ist Lycida. Ich wurde für heute morgen hierher bestellt. Sie wünschen?“
,,Scherze nicht. Sieh dir ihn an.“, sagte Simon Muran misstrauisch.
Da erblickte Lycida den Pharao. Ihre lapislazulifarbenen Augen weiteten sich vor Schreck und sie schrie erschrocken auf.
,,Oh Selket! Bitte hilf mir.“
,,Was ist denn so schlimm, Heilerin?“
,,Der…Pharao liegt im Sterben.“
,,WIE BITTE?!“, schrieen beide gleichzeitig und der ganze Hof schien es gehört zu haben.
Denn plötzlich betrat ein weitere Person das Zimmer: Mana, Mahaados Lehrling. Sie hatte blondes bis dunkelblondes Haar und satte apophyllitfarbene Augen. Außerdem hatte sie eine braungebrannte Haut und eine hübsche Kopfbedeckung, die einer Karte aus dem geheimen Tempel glich. Dazu noch ein typisches, kurzes, weißes Leinengewand.
,,Was ist denn hier los? Mord und Totschlag?“
,,Mana! Der Pharao liegt im Sterben!“
Nun erbleichte auch sie und wagte kaum Luft zu holen.
,,D-Das kann doch nicht wahr sein!“, protestierte sie.
,,Diese Heilerin behauptet es.“, sagte Isis und zeigte auf Lycida.
,,Verzeiht mir meine Offenheit, aber ich komme aus dem Süden Ägyptens wo man gern ohne Beschwerung des Ka spricht und deshalb sage ich auch jetzt: Bitte bringt mir alle notwendigen Arzneien, damit der Pharao weiter regieren kann.“
<Wenigstens eine ehrliche Person in diesem Netz aus Intrigen am Hof.>, dachte Mana und verneigte sich kurz.
,,Bitte erteilt mir eure notwendigen Heilmittel und ich will sie besorgen.“, bot sie sich an.
,,Das ist sehr gut. Du wirst später mal etwas ganz Großes werden mit deiner Hilfsbereitschaft. Bewahre dir sie.“, sagte Lycida und ihr schwarzes Haar schimmerte im Sonnenlicht tief dunkelbraun.
Mana freute sich über das Lob und nahm sich ihre Aufgaben an.
,,Also ich brauche einen großen Aquamarin und Fenchel- oder Dillkräuter, außerdem brauche ich noch ein mit Betonika-Kraut gefülltes Kissen. Kannst du mir das besorgen?“
,,Mit dem größten Vergnügen.“, sagte Mana lächelnd und verschwand aus dem Raum.
Sie ging langsam auf den Pharao zu und setzte sich zu ihm aufs Bett.
,,Das ist also der junge Pharao, der nun regieren muss. Wie alt ist er? 16 ?17 Jahre alt?“
,,Das Alter ist jetzt uninteressant. Was gedenken Sie jetzt zu tun?“, fragte Simon Muran die dunkelhäutige Schönheit. Ihre dunkle Hautfarbe zeigte, dass sie viel unter Re weilte.
,,Ich werde seine angegriffenen Atemwege mit einem Sud aus Fenchel und Dillkräutern reinigen. Danach werde ich ihm ein Amulett aus Aquamarin anfertigen und es von Sachmet bestätigen lassen. Er soll es stets bei sich tragen. Es hilft ihm die Reizungen seiner Atemwege zu überstehen. Zu alle dem sollte er stets auf dem Betonika- Kissen schlafen. Er hat schwere Schlafstörungen.“
Die beide staunten nicht schlecht.
,,Ihr seid eine Meisterin eures Fachs.“
,,Ach. Sie schmeicheln mir. Es gibt bessere als mich. Ich diene nur Ägypten. Aber…es besorgt mich, dass der Pharao so oft erkrankt ist in den letzten Monaten. Das scheint keine einfache Reizung der Atemwege zu sein.“, sagte Lycida besorgt.
,,Wie meint ihr das? Was kann es dann sein?“, fragte Isis.
,,Es ist natürlich bloß eine Vermutung aber es könnte auch schwarze Magie sein, wenn sich sein Zustand nicht bessert.“, sagte sie mit versteinerter Miene.
Zunächst trat eine bedrückende Stille ein bis Simon Muran das Wort ergriff.
,,Wir können nur hoffen, dass sich sein Zustand bessert, wenn nicht…“
Er vermochte nicht daran zu denken. Sicher, es gab einige, die den Pharao nicht ausstehen konnte und neidisch waren, aber konnte Neid in Hass gesteigert werden, der tödlich enden kann?
Können Menschen wieder einmal aus Neid zerstören und töten wie sie es seit Anbeginn der Zeit tun?
Damals zum Erhalt ihrer Existenz, heutzutage aus unzufriedenstellenden Lebensverhältnissen.
Lycida bedeckte die Stirn des Pharaos mit kalten Leinentüchern und wechselte sie regelmäßig. Er schlief noch immer sehr unruhig und schien von Alpträumen geplagt zu werden.
<<Du Narr, Akunumkanon… Es gibt keinen Frieden und es wird ihn nie geben. Auch deine dunkle Seite reißt dich in den Tod…>>
Der junge Mann vernahm noch ein hämisches, langes, grauenvolles Lachen bevor er hochschreckte und anfing zu keuchen.
<Akunumkanon…Mein Vater? Was für ein Traum…>
Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und probierte sich zu sammeln, als er in besorgte Gesichter sah.
,,Seid Ihr wohlauf, Herrscher über Ober- und Unterägypten?“, fragte Lycida.
,,Seid Ihr die Heilerin?“
,,Ja, mein Pharao. Mein Name ist Lycida und Ihr vorerst den Kampf gegen die schwarze Uräusschlange gewonnen, aber sie wird wiederkehren. Bitte trinkt jenes hier.“
Mana sah ihn mit sorgenvollem Gesicht an. Sie hatte alles besorgen können.
Zögerlich kam der Pharao ihren Forderungen nach. Der Sud schmeckte widerlich, aber ihm wurde warm im Oberleib. Ein schönes Gefühl.
Währenddessen fertigte Lycida die Aquamarinkette an. Sie formte sie so, dass sie die Form eins Ankh erhielt.
Sie legte sie auf das Bett des Herrschers und verneigte sich dann knapp.
,,Mein Pharao. Ich kann nicht lange bleiben.“
,,Was gibt es wichtigeres als das Wohlergehen des Pharao?“, fragte Simon Muran erbost.
,,Verzeiht mir meine Ungepflogenheit, aber ich habe Familie und meine Tochter ist erkrankt. Ich ließ sie schon jetzt allein, aber…“
,,Ich verstehe Euch. Geht ruhig.“, sagte der Pharao mit einem Lächeln.
,,Ihr habt mir sehr gut geholfen. Ich danke Euch im Namen Ägyptens.“
,,Es war mir ein Ehre.“
Sie drehte sich zu Mana um.
,,Habt Ihr euch die Zubereitung der Zutaten aufgeschrieben?“
,,Ja, Herrin. Ich werde sie ihm dreimal am Tag geben.“
,,Sehr gut. Übrigens würde ich Euch sehr gerne mit jemanden bekannt machen. Sie kann Euch bei dem Erhalt eurer Existenz sehr behilflich sein. Sie ist sehr talentiert, aber sie ist beim Zelebrieren der Riten in Elephantine. Würdet Ihr eine Reise zu ihr auf Euch nehmen?“, fragte sie an den Pharao gerichtet.
,,Wenn es mir hilft, werde ich Sie aufsuchen.“
,,Ich danke Euch, Herr.“
Zu Isis` und Simon Muran gerichtet sagte sie: ,, Ihr müsst sie unterweisen indem was ich Euch vorhin gesagt habe.“, fügte sie noch nachdrücklich hinzu.
Isis nickte und Simon Muran sah sie misstrauisch an. Er traute ihr nicht, obwohl sie den Pharao gerettet hatte.
Der Pharao war noch benebelt von seinem Traum.
<<Was tut ein Pharao? ,,Er macht sein Volk glücklich.“>>, hallte es in seinem Kopf wider.
Was bedeuteten diese Worte? Und von wem waren sie?
Er hatte sehr schmerzhafte Verletzungen an seinem Ka erlitten, aber solche Träume hatte er noch nie gehabt. Schon gar nicht welche mit seinem Vater, an dem er sich kaum erinnern konnte.
<<Und wie erreicht er das? Indem er der Maat und den Göttern Wohltaten erweist, damit sie auf die Menschen zurückfallen.>>, war der zweite Teil dieses Gedankenganges.
Von welcher Person waren sie? Würde diese Person ihm Auskunft über seinem Vater geben können?
Lycida ging jetzt aus der Tür, aber bevor sie sie schloss, sagte sie noch: ,,Fragt nach dem Hathor- Schützling, dann findet ihr sie.“
Eine lange Reise würde beginnen. Wird diese mysteriöse Persönlichkeit in der Lage sein dem Pharao sein strahlendes Ka wiederzugeben?
Nachdem Lycida die Tür verschlossen hatte und man sie über den Hof von dannen gehen sah, machte man sich Sorgen.
,,Wir sollten nichts überstürzen, mein Pharao. So ein lange Reise könnte euer Ka nur noch weiter schwächen.“, probierte Isis an ihn zu appellieren.
,,Bitte hört doch auf eure vernünftige Seite.“, flehte Simon Muran. ,, Außerdem kann doch diese Frau auch zu Euch kommen. Seit wann geht der Pharao zu jemanden?“
Doch der Pharao blickte streng in das Zimmer und richtete sich auf. Jeder wartete auf die Antwort der Verbindung zum Götterreich.
,,Mana?“
,,Ja?“
,,Bitte bereite die Zutaten meiner Medizin für ein lange Reise vor.“, sagte er mit einem Lächeln als er die erstaunten Gesichter von Isis und Simon Muran sah.
,,Aber…“
,,Ich habe gesprochen. Es ist unumstößlich. Bereitet alles vor. Wir werden noch vor Res Reise ins jenseits aufbrechen und ankommen, wenn er uns wieder einmal zeigt, dass er das Jenseits bezwungen hat.“
Damit verschwanden beide aus dem Raum und ließen die Wache vor seiner Tür wissen, wie sein Zustand ist. Sie sollten bei dem kleinsten ungewöhnlichen Geräusch das Zimmer stürmen.
Der Pharao lag lange auf seinem Bett und genoss die