Fanfic: Fluch der Treue

aber seine Gedanken galten der Heilkundigen. Beim Auge des Horus! Er will wieder schmerfrei leben können!

Die Einheimischen, die sie erblickten, schmissen sich regelrecht vor dem Herrscher in den Staub.
,,Pharao ist hier!“, schrieen diejenigen, die ihn erblickten und die frohe Kunde weitete sich in ein Fest aus. Da ging der junge Mann auf einen Bürger zu, der sich schon im Jenseits erhaben sah. Welch Ehre! Er blieb kurz vor ihm stehen und sah ihm fest in die braunen Augen. Der ehrenhafte Handwerker brach schon fast unter dem Druck zusammen.
,,Könnt Ihr mir sagen, wie wir zum Haupttor des Tempels der Hathor kommen?“
Der Mann zwirbelte herum und zeigte erregt auf den Tempel.
,,Folgt immer dieser Straße und begebt euch dann über die Düne. Hinter den Kühen ist das Hauptort.“, sagte er mit kräftiger Stimme. Pharao wollte weiterziehen, als der Mann ihn noch etwas mitzuteilen hatte.
,,Ähm. Die Priesterin meinte jedoch, dass sie heute Abend niemand stören darf. Sie würde ein geheimes Ritual zur Erhaltung der Kuhherden durchführen wollen.“
,,Sie wird wohl kaum die Frechheit besitzen den Pharao abzuweisen!“, sagte dieser streng und dem Mann tat es schon wieder leid etwas gesagt zu haben. Bei Pharao in Ungnade zu fallen….gab es ein schlimmeres Los?
Als der Pharao den angsterfüllten Ausdruck in den Augen des Handwerkers sah, wurden seine Züge milder und er besann sich wieder.
,,Ihr braucht keine Furcht zu haben. Ich danke Euch, dass Ihr mich unterrichtet habt. Bleibt weiterhin so ehrlich.“, gebot er ihm. ,,Noch eine Frage.“
,,Jederzeit, mein Herr.“
,,Wie sieht sie denn aus, diese Hohepriesterin der Hathor?“ Eigentlich hätte er es wissen müssen, doch diese Person war noch von seinem Vater, Akunumkanon, eingestellt worden.
Der Handwerker wurde schwärmerisch.
,,Oh. Sie ist wahrlich eine Schönheit, Majestät. Sie hat türkisfarbenes Haar, das türkisen
Paraiba-Turmalinen gleicht, so sehr erstrahlt es in allen Farbnuancen, und wilde Feueropale als Augäpfel. Ihre Kleidung ist stets schlicht gehalten, aber dennoch graziös. Ihr Gang ist anmutig, ihr Blick so voller Stolz und kein Mann ist von ihren ungestümen Wesen nicht verzaubert.“ Als er merkte wie er abschweifte, stoppte er und lief rot an. Er hatte die Befürchtung nun monatelang das Gespött der Stadt zu werden.
Der Pharao lächelte kühn.
,,Scheint ja eine recht interessante Persönlichkeit zu sein. Habt dank.“, sagte er noch und zog dann in Richtung des Tempels. Er konnte nicht verhehlen, dass er sich jetzt noch mehr auf die Begegnung mit dieser Priesterin freute.

,,Was? Der Pharao ist in seinem Zustand abgereist?!“ Seth war erbost.
,,Da macht man als rechtschaffener Priester seine Arbeit und Pharao macht sich selbstständig!“, ließ der junge Mann seinen Zorn freien Lauf, indem er Mahaado und Karim anschrie.
,,Ist ja gut, Seth, ihm wird schon nichts passieren, du brauchst dir also keine Sorgen zu machen.“, scherzte Mahaado.
,,Ich mache mir keine Sorgen! Ich bin einfach nur wütend!“ Gleich einem Gewittersturm preschte die Laune des Gottes des Chaos und der Wüste auf seine langjährigen Bekannten nieder. Sollte man es wagen ihn zu sehr verärgern, würde er seine Opfer verbrennen. Sein Hauptanbetungsort steht in Auaris, der verfluchten Stadt der Hyksos, wo der Tempel des Seths nur von den Mutigsten und dem Pharao betreten wurde. Wer seiner Macht nicht standhalten konnte, würde nicht wieder kommen.
Seth, der Hohepriester mit dem eiskalten Blick, hatte seinen Namen zu Recht erhalten. Er war ständig schlecht gelaunt und hielt nichts von Freundschaft oder gar Liebe. Jeder ist sich selbst der Nächste- war sein Lebensmotto und einzig und allein dem Pharao zollte er Respekt.
Er hatte tiefbraunes Haar, das ihm wild in die wunderschönen meeresblauen Augen fiel. Heller wie Sodalith, jedoch dunkler wie Saphire hatten diese ausdrucksstarken Augen schon so manchen das Fürchten gelehrt. Seth war einfach zum Befehlen berufen.
Seine Priesterkutte war ebenfalls mittelblau und gelb, eine spitze Kopfbedeckung, die seine Ohren mit güldenen Verzierungen umschloss sowie eine lange Hose und ein ebenso langer Schurz verdeckten fast jegliches Stückchen Haut. Einzig und allein seine Arme blieben unverhüllt und güldene Armreifen wie es für Leute von hohem Rang üblich war, waren ihm umgelegt worden. Ein großes goldenes Ankh zierte seine kräftige Brust und eine ebenso goldene Kobra prangte auf seinen Kopf. Sein Milleniumsgegenstand war der Milleniumsstab. Am Hof wurde gemunkelt, er könne damit Menschen willenlos machen.
Neben ihm stand Shada, ein Priester mit der Fähigkeit ausgestattet, dank seines Milleniumsankh, in die Kas der Menschen zu sehen. Er trug ein langes, weißes Leinengewand aus feiner Seide und güldene Armreifen wie Sandalen. Shada hatte eine Tätowierung auf der Stirn, die für ihn eine Bedeutung hatte. Ein Fremder würde denken, er hätte es gemacht, um erhabener zu wirken.
Er hatte ebenfalls tiefe blaue Augen und runde goldene Ohrringe. Sein Blick war streng und duldete keinen Widerspruch.
Vor diesem Duo zeigte ganz Ägypten- mit Ausnahme des Pharaos- Ehrfurcht. Wenn sie mal wieder auf „Ka-Fang“ gingen, versteckten sich die Leute, die ein schlechtes Gewissen hatten lieber in ihren Häusern. Shada und Seth` neuste Aufgabe war es ein geeignetes Ka zu finden, das dem Ka des Grabräubers Bakura die Stirn bieten konnte. Dieser Barbar hatte sogar gewagt, den Sarkophag von Akunumkanon zu entehren und nahm es mit seinem Ka Diabound selbst mit einem Göttermonster auf.
Er war zurzeit die schlimmste Plage, die Ägypten heimsuchte und der Pharao hatte ihnen aufgetragen vor allen Dingen auf die Sicherheit der Bürger zu achten bei ihren Untersuchungen.
Sie waren bis jetzt erfolglos geblieben, doch Seth spürte die Anwesenheit eines sehr mächtigen Ka bei einem Mädchen, dass sie bei ihren letzten Untersuchungen gefunden hatten.