Fanfic: Katzenauge

beenden, wird Mokuba getötet werden. Das durfte nicht passieren! Deshalb musste Seto alle Bilder stehlen, ob er
es wollte oder nicht.

Der Junge stand auf und schaute aus dem Fenster in den schwarzen Sternenhimmel. Mit geschlossenen Augen fühlte er den Schein
des Vollmondes auf seiner seidigen Haut. Irgendwann würde er Mokuba wiedersehen. Wenn er alle Gemälde gesammelt hätte. Doch
was musste der Kleine wohl im Moment durchstehen? Wurde er vielleicht gequält ...oder schlimmer? Wie fühlte er sich gerade?
Vermisste er seinen großen Bruder auch so sehr? Er war immer gut gelaunt. Und obwohl Seto oft in seiner Firma arbeiten
musste, beschwerte er sich niemals. Er war einfach der beste kleine Bruder, den man sich hätte vorstellen konnte. Er hatte so
viel Verständnis für Seto.

"Mokuba..." Wie konnten diese Menschen nur so herzlos sein, dass sie ein kleines Kind zur Geisel nahmen? Seto schaltete den Laptop aus und ging in sein Zimmer. Er kam sich fast schon egoistisch vor, weil er schlafen ging, während diese verdammten Schweine wohlmöglich seinem Bruder Schmerzen zufügten. Aber was sollte er sonst machen? Er stellte den Wecker auf 5.10Uhr, denn neben den Diebstählen musste er sich ja auch noch um sein Unternehmen kümmern und zur Schule gehen. Es war schwer, trotz seiner erst sechzehn Jahre war er nachts als Katzenauge unterwegs und tagsüber als Geschäftsmann und Schüler tätig. Lange würde er das nicht mehr durchhalten. Aber wer sollte Mokuba retten, wenn der einzige, den der Kleine noch hatte, wegen schwerer Übermüdung das Bett hüten musste?

Seto deckte sich zu und hielt in seiner rechten Hand ein Medaillon, in dem sich ein Foto von Mokuba befand. Heute um 22.00Uhr
musste er wieder los. Zur Domino-Auktion, denn dort befand sich "Mutterglück", das nächste Zielobjekt. Und wenn die Katze es
erst in seinen Besitz gebracht hatte, würde er wieder einen Schritt näher an der Befreiung seines Bruders sein. Doch
sicherlich wird sich die Polizei wieder in seinen Weg stellen und mit neuen Fallen aufwarten. Aber jetzt wollte Seto darüber
nicht mehr nachdenken. Seine Augenlider wurden schwer wie Blei und nach ein paar Sekunden war er bereits in einen festen und
tiefen Schlaf gefallen. Im Traum traf er Mokuba wieder, mit dem er nach heftiger Umarmung viele schöne Dinge unternahm. Eine
Träne lief über Setos Wange.