Fanfic: Blutrot

Kapitel: First Day

Juhuuuu!^^ habs endlich geschafft! mein allererster WK FF!! Juhu

Kapitel 1

Ein langer, dunkler Tunnel… Steinwände… es ist kalt… zu kalt…

Schweißgebadet fuhr Jain Estly in ihrem Bett hoch. //Nicht schon wieder!// dachte sie entsetzt. Ihr sonst so völlig gelassenes und schönes Gesicht, war durch eine Maske aus Angst ersetzt worden. Sie atmete ein paar Mal tief durch und ließ sich dann zurück in ihr Bett fallen. Die Decke war feucht. Sie schwitzte immer noch.
„Es war nur ein Traum!“ murmelte sie zu sich und schloss noch einmal die Augen.
Vergeblich. Nach diesem Schreck würde sie wohl so schnell nicht wieder ein Schlafen können.

Am nächsten Morgen…

Es war endlich so weit und das merkte man letztendlich daran, dass Mitori Katu wie wild durch alle Zimmer hüpfte und mit der Sonne um die Wette strahlte. Heute würden sie umziehen. Ein neuer Ort. Neue Aufträge und…
„Ne Neue Schule, Neue Freunde!“
Mitori war ganz außer sich vor Freude und das schon den ganzen Morgen. Fast wäre sie in Jain hineingerannt, die gerade die Treppe runtergetorkelt kam.
„Einen wunderschönen Guten Morgen Ja-chan!“ kam es ihr direkt entgegen.
Es war zu früh am Morgen, als dass Jain sich durch so was hätte reizen lassen, denn sie hasste den Namen Ja-chan. Es klang so kindisch.
„Morgen!“ murmelte sie und ging an Mitori vorbei, die schnell ihre Lieblinge auf den Arm nahm und letztendlich mit ihnen durch das Haus sprang.
„Ein Wunder, dass die Katzen noch nicht gekotzt haben!“ murrte Jain, als sie endlich den Weg zur Küche gefunden hatte und sich dort auf einen Stuhl fallen ließ.
„Stimmt! Aber lass sie doch! Sie ist schon den ganzen morgen so!“ informierte Yume Asatori, die Jain gegenüber saß.
Rechts von Jain saß, hinter einer Zeitung und mit einer Tasse Kaffee in der Hand, Christina Hape.
„Hey Chris! Was gibt’s denn da so besonderes zu Lesen?“ fragte Mitori, die endlich von ihren Kätzchen abgelassen hatte und nun hinter Christina stand.
„Hm… bis jetzt noch nichts!“ murmelte die Angesprochene, während Mitori ihr über die Schulter linste.
„Ach wann geht’s eigentlich los?“ fragte Yume und trank einen Schluck von ihrem Kakao.
„Morgen um neun Uhr morgens!“ meinte Christina kühl, sah aber nicht von ihrer Zeitung auf.
„So früh!“ nörgelte Mitori und setzte ihren Hundblick auf, bei dem sich die Augen zu Tellern vergrößerten.
„Mitori nein! Die Wagen sind schon bestellt! Morgen! Neun Uhr! IN DER FRÜH!“ fauchte Christina, die diesen Blick abgrundtief hasste.
Beleidigt drehte sich der kleine Chibi weg und stapfte wütend ins Wohnzimmer. Jain konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
„Was gibt’s denn da so blöd zu grinsen?“ knurrte Christina.
„Immer mit der Ruhe, Chris! Was ist denn los?“ meinte Yume und hob beschwichtigend die Arme.
Christina seufzte schwer.
„Ich bin einfach ein bisschen überfordert. Diese ganze Umzugsgeschichte. Meine Nerven liegen blank!“ stöhnte sie.
„Es ist doch sowieso nur noch heute und diese Nacht… Dann sind wir doch schon fast da!“ meinte Jain.
„Hast ja Recht!“ gab Christina zu und stand auf.
Schweigend stellte sie ihre Tasse weg und legte die Zeitung beiseite.
„Am Besten ihr fangt schon mal mit dem Einpacken an. Ich hab keine Lust darauf, dass morgen noch Sachen hier rumliegen!“
Mit diesen Worten verließ sie die Küche und teile das Ganze auch Mitori mit, die immer noch schmollend auf dem Sofa verweilte.
„Sie scheint echt mit den Nerven am Ende zu sein!“ bemerkte Yume und trank ihren Kakao ganz aus.
Jain nickte wortlos und begann zu frühstücken.

Der Mittag verlief beinahe ruhig und ereignislos, wenn Mitori nicht ständig versucht hätte wirklich alle Sachen in ihren winzigen Koffer zu zwängen, was natürlich in einer riesigen Anziehsachenexplosion endete. Um Christinas Nerven zu schonen, erklärten sich Yume und Jain bereit Mitori beim Packen zu helfen, da die Beiden ihre Koffer schon gepackt hatten.
„Mitori…“ meinte Yume, doch ihre Freundin hörte ihr nicht zu, sondern packte wieder viel zu viel in den Koffer hinein.
„Nein!“ heulte sie auf, als der Koffer wieder aufsprang und die darin verstaunten Klamotten ausspuckte.
„MITORI!“ brüllte Yume, nachdem ihre Freundin ihre Worte weitere drei Male überhört hatte.
„Was denn?“
Mitori war die Verzweifelung anzusehen. Yume seufzte einmal tief und begann dann zu sprechen:
„Du brauchst nicht alle Sachen in den Koffer zu packen, nur dass was du morgen und übermorgen anziehen willst! Der Rest wird in den Wagen verstaut!“
Mitori ging ein Licht auf. Schnell packte sie ein paar Sachen zusammen und siehe da. Der Koffer hielt.
„Danke!“ schniefte sie und warf sich Yume und Jain in die Arme.
„Ich hab doch gar nichts gemacht!“ bemerkte Jain, doch Mitori überhörte das mal wieder gekonnt.

Nachdem endlich alle Koffer gepackt waren, kam das Schwierigste. Die Möbel mussten in den davor vorgesehen Wagen verstaut werden. Das war etwa sechs Stunden später auch endlich geschafft und so verließen sie das leere Haus.
„Wo pennen wir denn dann jetzt?“ fragte Yume, als sie im Vorgarten stand.
„Im Auto!“ seufzte Christina.
Mitori stieg zuerst in das Auto, natürlich mit ihren Kätzchen im Arm, dann Yume neben sie. Den Fahrersitz bestieg Christina und Jain setzte sich auf den Beifahrersitz.
„Können wir nicht die Möbeltypen anrufen? Dann kommen wir morgen etwa an!“ meinte Mitori, die gar keine Lust hatte im Auto zu übernachten.
„Könnten wir!“ murmelte Christina und zog ihr Handy.

Etwa eine halbe Stunde später setzten sich die vollbepackten Wagen in Bewegung. Die vier Frauen hatten mächtig Schwein gehabt, denn die Möbelpacker hatten gerade keinen Auftrag bekommen und konnten so auch nun schon losfahren.
Der Weg war lang. Es ging durch riesige Städte, vorbei an Reisfeldern und weiten Wiesen. Wunderschön, wie Jain fand. Der Mond und die Sterne beleuchteten die Gegend etwas. Eine friedliche, idyllische Landschaft, die immer wieder von Städten und Industrie unterbrochen wurde.

Yume, Mitori und die Katzen waren auf der Rückbank schon lange im Land der Träume verschwunden, doch Christina und Jain blieben hartnäckig wach. Christina mehr weil sie musste. Sie hätte schon gerne geschlafen, doch sie hatte nicht vor Jain das Steuer zu überlassen, da deren Fahrstil alles andere als gut war. Es grenzte eher an Selbstmord, wenn man Jain das Steuer freiwillig überließ. Erst vor kurzem hatte diese Christinas heißgeliebtes Kabriolett vor einen Baum gesetzt. Christina seufzte bei diesem Gedanken. Das hatte sie wieder mal ein Vermögen gekostet.
„Sag mal! Wohin fahren wir eigentlich?“ fragte Jain nun schon zum siebten Mal.
„Kurzzeitgedächtnis lässt grüßen!“ meinte Christina kühl „Wir fahren immer noch nach Tokio!“
Von da an verhielt sich Jain ruhig und starrte bloß die ganze Zeit aus dem Fenster.

Nach etwa einer Stunde waren auch Yume und Mitori wieder wach, eher unfreiwillig. Denn Jain musste unbedingt eine ihrer CDs einlegen und die waren alles andere als schlaffördernd.
„Mensch, Jain. Mach doch mal leiser!“ brummte Yume und rieb sich müde die Augen.
Jain reagierte nicht darauf. Kopfschüttelnd legte sie zwei Katzen, die es sich auf ihren Beinen gemütlich gemacht hatten neben sich auf den Sitz, darauf bedacht sie nicht aufzuwecken.
Christina jedoch hatte Yume gehört und drehte die Lautstärke etwas herunter. Auch das schien Jain zu ignorieren. //Was ist denn an dieser Landschaft so besonders?// dachte Yume sich.
Schließlich weckte sie Mitori, die immer noch hartnäckig zu schlafen schien. Diese schlug erst nach zehn weiteren Weckminuten ihre Augen auf und gähnte laut.
„Mitori. Könntest du wohl deinen Stubentiger von meinem Kopf entfernen?“ meinte Jain nach einigen Minuten und deutete gelangweilt auf ihren Kopf, auf dem sich eine kleine Katze eingerollt hatte.
Lächelnd nahm Mitori das Kätzchen von dem Kopf ihrer Freundin und knuddelte es erst einmal durch.
„Erdrück sie doch nicht!“ meinte Yume und versuchte die Katze zu retten.

Kopfschüttelnd wandte Jain ihren Blick wieder aus dem Fenster. Die Dunkelheit verschluckte jedes Detail und so sehr sie es auch versuchte, sah Jain nicht viel. Es war wie in ihrem Traum. Dunkel und es schien kalt zu sein.
Jain legte ihren Kopf gegen die kalte Scheibe und schlief letztendlich ein.

Stimmen drangen an ihr Ohr. Nein. Sie würde jetzt noch nicht aufwachen, doch die Stimmen wurden immer lauter und intensiver. Müde öffnete Jain ein Auge und blickte direkt in Mitoris sanftes Gesicht.
„Guten Morgen!“ flötete sie und grinste dabei wie ein Honigkuchenpferd.
„Geh weg!“ brummte Jain und schloss wieder die Augen.
„Los wach auf!“ drang eindeutig Christinas Stimme an ihr Ohr „Wir sind da!“
Jetzt öffnete Jain doch die Augen und blickte aus dem Autofenster.
Wenn sie jetzt auf einem Stuhl gesessen hätte, wäre sie rücklings herunter gepurzelt.

Das Auto war am Bürgersteig abgestellt worden. Jain starrte aus dem Fenster, genau auf einen dunkelgrauen Zaun. Dahinter erstreckte sich ein gewaltiger, tiptop gepflegter Vorgarten erstreckte. Durch diesen schlängelte sich ein Kiesweg, der sich vor dem Haus gabelte. Einmal zur Garage hin und einmal zur Vordertür. Die Vordertür war aus Eichenholz und unglaublich groß. Eigentlich hatte das ganze Haus gigantisch Ausmaße. Es war in hellbraun bis dunkelbraun Gehalten und die großen, sauberen Fenster gaben freie Sicht in den Innenraum. Das Haus hatte zwei Stockwerke und anscheinend noch einen Dachboden. Auch die Ansätze eines Gartens waren zu erkennen. Der Vorgarten war zwar gut gepflegt, aber noch nicht reich bestückt. Nur vereinzelt waren Blumen vorzufinden.

„Wow!“ staunte Jain, und war zu ersten Mal in ihrem Leben richtig erstaunt.
„Schick oder?“ meinte Christina und grinste, als ob sie sich am liebsten selber auf die