Fanfic: Inside of me

Untertitel: teil 1

Kapitel: Kapitel 1

Kapitel 1

Es ist Nacht. Ich gehe durch einen Wald und frage mich, was ich hier mache. Ich hab keine Ahnung wie ich hier her gekommen bin. Aber das ist nicht alles ich weiß nicht, warum meine Anziehsachen voller Blut sind. Und warum mein rechter Arm eine tiefe Wunde hat. Langsam kommen meine Gedanken zurück. Ich setzte mich auf einen umgefallen Baumstamm und stütze den Kopf in die Hände. Verzweifelt versuche ich heraus zufinden, was vor sich geht. Plötzlich höre ich Schritte. Und als ich aufblicke steht ein junger Mann vor mir. Es passte alles nicht zusammen. Warum bin ich in diesem Wald? Nachts? Und warum überall dieses Blut? Was bedeutet die Wunde an meinem Arm und wieso erscheint nun dieser Mann? Alles ist wie in einem dieser schlechten Filme. “Komm… ich bringe sie nach Hause”, sagt der junge Mann und streckt mir seine Hand entgegen. Doch ich konnte ihm nicht vertrauen. In seinen Augen funkelte Hass und Zorn. Ich wußte zwar nicht ob er auf mich gerichtet war, aber wieso sollte mir ein wildfremder Mann helfen wollen? “Nun kommen sie schon… Es ist kalt und sie frieren sicherlich. Hier…”, er zog seinen Mantel aus und legte ihn mir über die Schultern. Sah ich in diesem Moment wirklich so verzweifelt aus, das man meine Angst spüren konnte? Dieser junge Mann schien meine Gedanken sehen zu können. Denn als ich einen stechenden Schmerz im Arm spürte fragte er: “Soll ich mal danach schauen?” Ich schüttelte den Kopf. Ich brachte kein einziges Wort heraus. In der Gegenwart dieses Mannes schien ich auf einmal willenlos zu werden. Ohne etwas dagegen tun zu können hob er mich am Rücken und an den Kniekehlen auf und trug mich durch den Wald. Nach einigen Minuten zog Nebel auf, der immer dichter wurde. Mein Herz begann schneller zu schlagen und ich bemerkte wie Angst in mir hoch stieg. Und wieder schien dieser Mann es zu spüren: “Habt keine Angst… Bei mir seid ihr in Sicherheit.” Wenig später überwand mich die Müdigkeit und ich schlief im Arm des Mannes ein.

Ich wußte nicht wie lange ich geschlafen habe, jedenfalls wachte ich erst am späten Nachmittag wieder auf. Ich lag in einem Himmelbett mit großen weißen Kissen. Als ich mich aufsetzte fielen mir meine braunen Haare über die Schultern. Ich strampelte langsam die Bettdeck von mir und bemerkte das ich ein blaues samtiges Nachthemd trug. Es war nicht eines von meinen eigenen und ich stand aus dem Bett auf. Ich fühlte mich unsicher und verloren. Wo war ich? Was war gestern Abend geschehen? Es klopfte an der Tür. …”Herein”, sagte ich leise und mit einer etwas zittrigen Stimme. Der junge Mann aus dem Wald, der mich getragen hatte, trat ein und fragte: “Wie geht es ihnen? Hatten sie einen erholsamen Schlaf?” Ich wußte nicht zu antworten und sah ihn nur fragend an. Er schien mein Unwissen zu erraten und setzte sich auf den Rand des Bettes. “Ich glaube… Ich sollte ihnen einiges erklären… Nun… Mein Name ist Leonardo. Ich hab sie gestern Nacht ziehmlich verängstigt und durcheinander im Wald gefunden. Außerdem waren sie verletzt und in keiner guten Verfassung… Daher schien es mir ratsam sie hierher in mein Haus zubringen. Hier habe ich sie ins Bett gelegt und ihre Wunde verbunden. Sie sah wirklich schlimm aus. Ich war kurz davor einen Arzt zu rufen, aber dann meinten sie im Schlaf, dass sie keinen wollen… Ich ließ es an ihnen und wie man sieht haben sie alles gut überstanden… Aber jetzt… verraten sie mir doch bitte, warum waren sie nachts im Wald?” Ich schüttelte den Kopf, ließ mich neben ihn aufs Bett nieder und sagte kaum hörbar: “Ich weiß es nicht mehr…” Leonardo nickte und schien Verständniss zu haben: “Dann sagt mir wenigstens euren Namen.” Ich schaute auf den hellbraunen Teppichboden und antwortete: “Mein Name ist… Laureen.” Der junge Blonde stand auf und fragte mich: “Nun Laureen… Habt ihr Hunger? Das Essen steht auf dem Tisch.” Ja, ich spürte eine Hungergefühl in mir und bejahte. Leonardo zeigte auf einen Schrank und sagte: “Sucht euch Kleidung aus die euch passt. Ich warte unten an der Treppe auf euch Laureen” Er verbeugte sich und verließ das Zimmer. Leonardo schien sehr höflich und ich fühlte mich fast am falschen Ort. Irgendwie war ich es ja auch. Was macht ein siebzehnjähriges Mädchen in einem fremden Haus von irgendeinem ebenso fremden Mann? Ich wußte es nicht, aber ich wollte auch noch nicht nach Hause. Überhaupt wußte ich nicht wie ich mein Zuhause von hier aus finden sollte. Ich ging zum Schrank und öffnete die zwei großen, buchefarbenen Türen. Ich staunte, als ich die vielen schönen Sachen sah. Es hingen überwiegend altmodische, aber trotzdem wunderschöne, Kleider darin. Eines stach mir sofort ins Auge. Es war dunkelrot und weiß, lang und schulterfrei. Am Rücken wurde es mit einem Reißverschluss zusammen gehalten. An den Handgelenken war es weiter umgestellt und das verlieh ihm wieder etwas Modisches. Innerlich stellte ich mir die Frage wem die ganzen Kleider gehörten, denn ich glaubte nich das sie Leonardo gehörten. Ich zog die Vorhänge zu und legte mein Nachthemd ab. Vorsichtig zog ich das Kleid an und machte mit etwas Mühe den Reißverschluss am Rücken zu. Suchend sah ich mich in dem Zimmer um als ich einen Spiegel sah. Ich stellte mich davor und betrachtet mich. “Es sieht richtig gut aus”, sagte ich zu mir selbst und fuhr mit den Fingern durch die Haare. Ich sah noch einmal in den Spiegel und lächelte. Ich verließ mein Zimmer und ging auf den Flur. Ich schaute mich um. Links ging es in einen langen Gang und rechts zu einer Treppe. An der Treppe wollte er mich treffen. Ich ging hinunter und sah in ein lächelndes Gesicht: “Ihr seht wunderschön aus… Darf ich euch ins Esszimmer führen?” Ich nickte und erwiderte das Lächeln. Zögerlich folgte ich ihm durch ein Tür in ein geräumiges Zimmer. In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch, an dem zehn Leute hätten essen können. Drumherum standen zehn Stühle mit einer hohen Rückenlehne. Leonardo zog einen Stuhl zurück. Ich setzte mich und er schob in heran. “Danke”, sagte ich leise und is meinen Blick im Zimmer schweifen. An der Wand hingen viele Bilder. Auf den meisten waren Männer in Uniformen. Auf drei Bildern konnte man zwei Frauen sehn. Die eine war um die 18 Jahre und hatte lange gewellte braune Haare. Die andere hatte blonde Haare und war ungefähr 40 Jahre. Es schien seine mutter zu sein, denn beide hatten die gleiche Haarfarbe und die ebenso gleichen stahlblauen Augen.

“Setzt euch doch”, Leonardo zog einen der Stühle vom Tisch und blieb an der Lehne sitzten. Ich nickte und setzt mich, während Leonardo den Stuhl hinter mir wieder ein Stück näher an Tisch schon.
Seine Hände lies er dabei an der Lehne meines Stuhls ruhen. “Gleich wird das essen serviert… Ich hoffe das es euch schmecken wird”, sagte er und ließ die Hände sinken. Der Blonde ging auf die andere Seite des Tisches und setzte sich mir gegenüber. Er lächelte. In seinen Augen war wieder dieses Funkeln. Ich konnte immer noch nicht verstehen warum seine Augen so funkelten. Aber ich wußte das es Zorn und Wut ausdrückt. Doch warum war er dann so nett zu mir? Ich verstand nichts mehr von dem was geschah. Geschweige denn vom Geschehen im Wald.
Eine ältere Frau, um die 60 Jahre, schob auf einem Wägelchen Teller ins Esszimmer. Sie sah fröhlich aus und lächelte mich ständig an. Als Leonardo dies bemerkte schüttelte er den Kopf. Dabei bekam er einen ziehmlich ernsten Blick. Sobald ich ihn ansah verflog dieser jedoch gleich wieder. Warum diese Stimmungsschwankungen? Fragte ich mich. Erst zornig, dann ernst und wieder lächelnd.… Ich hätte gerne gewusst woran er immer zu denkt.