Fanfic: Setos Veränderung
vertragen?" fragte Tea Gardner seine beste Freundin. Schon seit Jahren wartete sie geduldig darauf das Joey und Seto sich irgendwann mal einstehen würden das sie nicht nur keine Feinde waren sondern auch noch das perfekte Paar! Der Drache und das Hündchen...
"Nein! Keine Ahnung warum ich ihn mitgebracht habe, war nur so ein Reflex oder so, nehme ich an." Joey wusste es wirklich nicht. //Sein Handgelenk ist so verdammt dünn. Ob er genug isst? ... Warum mach ich mir Gedanken über Mister-ich-bin-zu-cool-für-diese-Welt? Das hab ich doch gar nicht nötig...// Aber bevor er sich jetzt darüber Gedanken machen konnte warum er sich über Seto Kaiba, seinen Erzfeind, Gedanken machte kam auch schon der Lehrer in die Klasse und Joey musste sich auf den Unterricht konzentrieren. Seine Versetzung war eh schon extrem gefährdet.
Seto hatte es da schon besser. Nicht nur das seine schulischen Leistungen sowieso überragend waren weil Gozaburo ihn damals so hart geschult hatte. Die Lehrer sagten auch nichts wenn er anstatt mitzuarbeiten seinen Laptop auspackte und lieber seiner richtigen Arbeit nachging anstatt diesen `Kinderkram´ zu lernen wie er sich ausdrückte.
Und genau das machte er auch jetzt. Er holte einige Akten aus der Tasche und fing an sie durchzuarbeiten. Und wie so oft in letzter Zeit huschte Joeys Blick immer wieder zu Seto anstatt aufzupassen was der Lehrer vorne erzählte. Und diesmal war das auch ganz gut so denn ganz plötzlich wurde Seto blass und hielt sich fast krampfhaft an der Tischplatte fest. Erschrocken sprang der Blonde von seinem Stuhl auf und stürzte zu Seto um ihn zu stützen, denn es sah fast so aus als würde er gleich ohnmächtig werden.
Von Joeys Aktion überrascht drehten alle ihre Köpfe zu dem ungleichen Paar und es entstand ein kleiner Tumult in der Klasse. Selbst der Lehrer war zu überrascht um vernünftig zu handeln und schaute nur erschrocken zu. Aber als Seto dann wirklich ohnmächtig wurde befahl er Joey und Tristan ihn sofort ins Krankenzimmer zu bringen wo die Schulärztin in untersuchen würde.
Zusammen schleppten die beide den schlaffen Körper zum Krankenzimmer wo sie ihn auf eines der harten Betten ablegten. Sofort eilte die Schulärztin herbei und untersuchte Seto während Joey ihr schilderte was passiert war. Danach standen Joey und Tristan bang neben dem Bett und sahen zu. Auch wenn sie Seto nicht sonderlich mochten hatten sie schon viel mit ihm erlebt und sorgten sich nun um ihn.
Die Diagnose fiel nicht gut aus. "Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen lassen..." seufzte sie. Dann zeigte sie auf Tristan: "Du gehst nach zurück in die Klasse und sagst dem Lehrer bescheid. Und du..." jetzt zeigte ihr Finger auf Joey. "...Du gehst ins Sekretariat und rufst einen Krankenwagen und sag dem Direktor was passiert ist. Danach gehst auch du sofort zurück ins Klassenzimmer."
Beide Jungen machten sich sofort auf den Weg und erledigten ihre Aufgaben. In der Klasse herrschte gedrückte Stimmung. Seto war zwar nicht besonders beliebt aber er gehörte zu ihnen und es war außerdem ein ungewohntes und beängstigendes Bild den sonst so starken Drachen wie er auch genannt wurde so hilflos zu sehen. Aber der Unterricht musste weitergehen immerhin waren bald die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten und bis dahin war noch viel zu tun...
Seto wurde ins Krankenhaus gebracht und noch einmal gründlich untersucht aber heraus kam dabei nicht viel. Er war ins Koma gefallen. Warum und weshalb konnte keiner sagen und auch nicht wann er wieder aufwachen würde.
Jeden Tag saßen sein kleiner Bruder Mokuba und Joey an seinem Bett und warteten auf ein Lebenszeichen, doch es kam nichts. Nur das gleichmäßige heben und senken seines Brustkorbes verriet das er noch lebte und nur schlief. Er wurde künstlich beatmet und auch sonst waren viele verschiedene Instrumente an ihn angeschlossen.
Aber Seto wachte einfach nicht auf, er schlief und er träumte. Die Ärzte waren ratlos, alles was sie machen konnten war ihn am Leben zu erhalten.
Seto träumte.
In seinen Träumen war er ein anderer. Er sah genau so aus wie er immer aussah aber seine Haut war viel dunkler was logisch war, war er doch in seinen Traum ein Ägypter. Aber nicht irgendein Ägypter, natürlich nicht den schließlich war er Seto Kaiba, er war der zweitmächtigste Mann Ägyptens, er war der Hohepriester des Pharaos Atemu. Was ihn aber überraschte war die Tatsache das dieser Pharao genauso aussah wie Yugi Muto der kleine Pimpf der in seiner Klasse ging und der einzige der es wagte ihn beim Duell Monster zu besiegen. Na gut das könnte man noch damit rechtfertigen das er Yugi unbewusst als den stärkeren akzeptiert hatte aber was zum Teufel machte Wheeler in seinem Traum? Wenigstens war der auf dem Platz der ihm zustand. Wheeler war sein Sklave! Und so wie er in seinem Traum einen anderen Namen trug, nämlich Seth, so trug auch Joey einen anderen Namen, seiner war jetzt Jono. Aber das merkwürdigste war ihre Beziehung zueinander...
Er bekam immer wieder kleine Ausschnitte zu sehen aus diesem früheren Leben, denn das es sein früheres Leben war daran zweifelte er nicht mehr. Schon seit Jahren hörte er immer wieder das er der wiedergeborenen Hohepriester eines ominösen Pharaos sein sollte. Bisher hatte er das nicht geglaubt aber dieser Traum war so real...
Mal sah er sich wie er vor dem Pharao kniete, dann in einem Tempel beten, oder mit den Ministern verhandeln. Aber es gab auch andere Szenen, Szenen bei Kämpfen zum Schutz des Pharaos. Und die waren erschreckend: Er sah sich wie er mittels Magie kämpfte, nicht nur das er den Millenniumsstab benutzte dessen Macht er schon während des Battle City Turniers kennengelernt hatte, nein anscheinend war er auch noch ein Magier. Denn er sah sich wie er Feuer einfach aus dem nichts herbeirief... Und er konnte riesige Schwingen aus seinen Rücken wachsen lassen, Schwingen wie sie auch der weiße Drache mit eiskaltem Blick, seine Lieblingskarte, besaß. ´
Aber dann gab es auch wieder ruhigere Szenen, und das beunruhigende an diesen war, das sie immer mit seinem Sklaven Jono, also mit Joey zu tun hatten. Wenn er von Jono träumte spürte er eine ungeahnte Sehnsucht in sich. Als würde seine Seele nach ihm rufen. Er konnte es nicht beschreiben. Er wusste nur das er zurück wollte, zurück zu der Zeit als er in Ägypten gelebt hatte, als er anscheinend glücklich war. Als es noch keinen machtbesessener Stiefvater gegeben hatte der ihn beigebracht hatte das Gefühle ein Zeichen für Schwäche waren und er sie nicht haben durfte. Zurück in einer Zeit als er frei sein durfte, frei der zu sein der er wirklich war.
Ohne es zu merken liefen Seto die Tränen über die Wangen und langsam schlug er die Augen auf. Verwirrt sah er sich um und entdeckte Mokuba aber auch Joey die ihn beide glücklich ansahen.
Während er noch verwirrt im Bett lag und versuchte seine Gedanken zu ordnen stürmte Mokuba sich überglücklich in seine Arme. Seto umarmte seinen weinenden Bruder und drückte ihn an sich. Und auch Joey wischte sich verstohlen ein paar Tränen aus den Augenwinkeln. Alle beide waren sie froh das Seto endlich aufgewacht war.
"Seto! Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht. Du lagst im Koma. Eine ganze Woche lang. Joey und ich haben uns große Sorgen gemacht. Wir haben die ganze Zeit an deinem Bett gesessen und darauf gewartet das du wieder aufwachst. Und abends ist er mit mir nach hause gegangen und hat mir Gesellschaft geleistet damit ich nicht so alleine bin. Weil du blöden Ärzte haben uns nicht erlaubt hier zu schlafen. Dabei haben die doch Betten satt." Schluchzte der kleiner der beiden Kaiba Brüder.
Überrascht sah der noch immer etwas blasse Joey an. "Du hast dich um Moki gekümmert? Und du hast die ganze zeit an meinen Bett gesessen?"
Verlegen sah Joey zur Seite und nickte: "Klar hab ich das. Mokuba ist mein Freund und ich hab mir Sorgen um dich gemacht. Das ist doch klar wenn du einfach so umfällst und nicht mal die Ärzte wissen was mit dir los ist."
"Danke." Hörte man von Seto. Ein Wort das er sonst nie aussprach, von dem man nicht einmal wusste das er es überhaupt kennt.
Joey besuchte Seto auch weiterhin jeden Tag im Krankenhaus und auch später als er wieder gesund war und hielt ihn mit Vorliebe von der Arbeit ab. Aber seit seinem Traum war es Seto klar das es so nicht weitergehen konnte. Er wollte nicht mehr so leben wie es ihn von Gozaburo eingetrichtert worden war, er wollte leben. Richtig leben, mit allem was so dazugehörte das hieß er wollte auch Freunde und so schlecht war Joey auch gar nicht wenn man ihn erst einmal kannte. Und so wurden die beiden die früher die größten Streithähne waren mit der Zeit die besten Freunde.