Fanfic: Der schwere Weg zu seiner wahren Vampira
war gerade einige Minuten unterwegs gewesen, als plötzlich ihr Handy klingelte. Sie blieb stehen und kramte in ihrer Handtasche, wobei einige Sachen herausfielen.
„Mist.“, kam es über ihre Lippen, „Verdammt, gerade jetzt!“
„Was ist?“, fragte sie in den Hörer, als sie es aus der Tasche gezogen hatte.
„Lady Hellsing?“, hörte sie eine männliche Stimme sprechen.
„Walter?“
„Ja.“
„Was ist denn noch, Walter?“, fragte sie leicht gereizt und sammelte dabei die restlichen verlorenen Sachen aus ihrer Handtasche ein.
„Nun? Ist irgendwas mit unseren Gästen oder tauchten Ghouls auf?“, fragte sie schnell und ging weiter.
„Lady Hellsing, es ist etwas vorgefallen.“
„Walter. Raus damit! Ich habe nicht viel Zeit!“, meckerte sie.
„Walter?“, fragte sie erneut, als keine Antwort kam. Doch in dieser Stille bemerkte sie etwas, was ihr bei Walter nicht auffiel. Sie hörte Geräusche, Geräusche, die sie nur in einem Auto vernahm. Den Verkehr, das Gas geben.
„Walter? Wo bist du?“
„Lady Hellsing, wir sind unterwegs zum Londoner Airport.“
„Was? Wieso? Und wieso ´wir´?“, fragte sie etwas aufgebrachter und verlor fast ihre ganzen Taschen.
„Ich und Alicen, aber es ist nicht genug Zeit, um es ihnen genau zu erklären.“, meinte Walter mit seiner ruhigen Stimme.
„Was soll das heißen, was ist überhaupt passiert?“
„Lady Hellsing, Seras ist entführt worden!“
Integra blieb stehen und starrte in die Leere.
> Wie? Seras!? Entführt? <
„Lady Hellsing, wir sind gleich bei ihnen.“
„Walter? Was soll das, wieso kommt ihr her?“
„Alicen bestand darauf. Sie will zu Alucard.“
„Aber Walter, wieso gerade zu ihm? Sie sollte doch bei uns bleiben, wie auch ihre Mutter!?“
„Das ist das Problem, ihre Mutter ist auch verschwunden!“
Endlich standen sie auf einen Parkplatz und stiegen aus dem Auto. Walter öffnete schleunigst, die nicht weit entfernte Eingangstür des Flughafens, wo Alicen schnell durchging.
„Wo ist sie denn genau?“, fragte sie laut schnaufend.
„Sie meinte, dass sie am Gate wartet, also…“
Er sah auf die Fluginformationstafel.
„ Wie es scheint, müssen wir zum Gate fünf.“, meinte er leicht nervös.
„Gut, dann beeilen wir uns schnell!“
Mit diesen Worten nahm sie Walter an die Hand und zerrte ihn zu den Gateeingängen. „Warte. Nicht so schnell!“, stieß Walter aus, aber Alicen lief unentwegt weiter.
„Da, da muss es sein!“
„Ja, das ist Gate fünf.“
Walter atmete tief durch und blickte sich um.
„Aber ich sehe Lady Hellsing nicht.“
Die kleine Vampirin blickte sich nun auch um.
„Sehen kann ich sie auch nicht, aber ich kann sie hier spüren!“, als sie das sagte, blickte sie in alle Richtungen und versuchte nur einen Hauch von ihr zu erhaschen.
> Wo ist sie? Wo kann sie nur sein? Diese Stimme? Das müsste Alicen sein? Ich hoffe, wir sind bald da. <
Mit einen Seufzern lehnte sie sich wieder zurück und schloss die Augen.
Langsam wurde die Sonne von der aufkommenden Nacht vertrieben. Und alle Lichter der Städte leuchteten hell. Noch immer war das Flugzeug dem Himmel sehr nahe. Mit leisem Dröhnen schien es, als würde die Maschine in der Luft stehen, aber sie kam ihrem Ziel immer näher.
Laut toste es in den Kabinen, alle waren wach und genossen die wunderschöne Aussicht auf den azurblauen Himmel, den man in der wohl gesonnenen Heimat nicht sehen konnte. Keiner machte sich große Sorgen, denn keine Sache gab Anlass dazu. Auch in den höheren Klassen war schon Leben zu erkennen, obwohl sich der Tag wieder zur Neige bewegte. Selbst die noch etwas schläfrige Lady Hellsing zeigte ein wenig Fröhlichkeit, was man im gesamten Flug über jedoch nicht vernahm, denn für sie war diese Reise mit einem kleinen Vampirmädchen unangenehm. Jahre lang hatte sie schon diese untoten Wesen gejagt und getötet, aber noch nie war sie jemals im selben Flugzeug, geschweige in derselben Reihe, mit einem Vampir gewesen. Doch trotz ihrer Abneigung gegen diese, musste sie zugeben, dass es angenehmer war, als sie dachte. Über den gesamten Flug über, tat Alicen nichts außer, aus dem kleinen Fenster zu starren oder zu schlafen. Es schien sogar, als würde sie ihre Kräfte für einen unvermeidlichen Kampf sparen.
´Ding Dong`, machte die Sprechanlage der Kabinen.
„Liebe Fluggäste. Hier spricht ihr Kapitän. In wenigen Minuten erreichen wir unser Ziel, bitte begeben Sie sich auf Ihre Plätze und verstauen Sie alle losen Gepäckstücke sicher in den dementsprechenden für Sie vorgesehenen Schränken. Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Flug.“
Mit diesen Worten begann das ganze Flugzeug zu leben. Jeder wurde wach oder aufgeweckt, denn man bereitete sich auf die Landung vor. Auch Lady Hellsing tat ihre Pflicht und tippte Alicen leicht an, die sofort hochschrak und sich ängstlich umsah. „Wir sind gleich da, also mach dich fertig.“, meinte Integra leise.
Die kleine Vampirin nickte erkennbar und sammelte ihre wenigen Sachen zusammen. Auch Integra tat es und räumte ihre Beschäftigung für den Flug, die aus Akten bestanden hatte, in ihrer Tasche. Nur nach wenigen Minuten saßen sie wieder ruhig und bequem auf ihren Plätzen und beobachteten das weitere Geschehen. Viele der erst geraden erwachten Passagiere in ihrem Abteil gingen rasch nacheinander auf die Toilette oder packten noch schnell ihre Sachen ein und schnallten sich vorsorglich an. Diese Hektik bestand solange, bis wieder der Dong für die Ansage ertönte.
„Liebe Passagiere, …“, sprach wieder der Kapitän. „Ich bitte Sie nun die Kurte anzulegen. Wir danken Ihnen, dass Sie mit unserer Airline geflogen sind. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen und Sie fliegen bald wieder mit uns. Noch einen schönen Aufenthalt, ihr Kapitän.“
Bei diesem letzten Satz musste Integra auflachen.
„Ha, schönen Aufenthalt? Wie lächerlich.“
Alicen blickte sie erschrocken an.
„Wie kommen Sie darauf?“, fragte sie leise.
„Weil es so ist.“
„Aber, …“, fragte sie, aber Integra unterbrach sie.
„Sei ehrlich, glaubst du, dass es ein schöner Aufenthalt wird, wenn wir Alucard finden?“
Alicen sah auf ihren Schoss. „Ja, da haben sie recht. Schön wird es dann nicht mehr sein.“
So sahen sie wieder in verschiedene Richtungen und schnallten sich an.
Nur wenige Minuten später sank das Flugzeug langsam in Richtung Erde. Die Piloten glichen mit Hilfe der Maschinen den Druck und den Sauerstoff aus, aber dennoch taten manchen die Ohren weh.
Noch immer waren sie im Landeanflug und näherten sich immer mehr dem Airport. Jetzt wurden die letzten Anweisungen und Angaben von den Piloten gegeben bis sie endlich zur Landung ansetzten. Mit einem holprigen Aufsatz des Fahrwerkes war der erste Schritt gemacht und so drosselten sie nur noch langsam die Geschwindigkeit. Nach über hundert Metern fuhr das Flugzeug schrittmäßig zu dem entsprechenden Landeplatz. Mit langsam leiser werdenden Turbinen stand es auf seinem Port und die Passagiere wurden durch einen röhrenförmigen Durchgang in den Ankunftsgateraum gelassen. Alles lief zügig und problemlos. Jeder nahm seine Sachen und verließ das Flugzeug. Wie auch Lady Hellsing und Alicen, die einer der Letzten waren.
„Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Aufenthalt und beehren Sie uns bald wieder.“, verabschiedeten sich die Stewardessen mit einer Verbeugung.
Alicen verbeugte sich ebenfalls leicht höfflich und ging dann von Bord.
„Wir müssen uns beeilen, um schnell ein Taxi zu bekommen.“, meinte Integra eilig, als sie ihren Koffer geholt hatte.
„Wieso? Sie wissen doch sowieso nicht, wo Alucard steckt?!“, meinte das kleine Mädchen.
„Ich weiß, aber wir sollten uns trotzdem beeilen, sonst kommen wir nicht in die Botschaft hinein.“
Alicen sah sie verwundert an. Welche Botschaft? Was wollte sie da? Die Zeit drängte doch?! Dies waren die Fragen, die sie beschäftigten.
„Da ist eins!“, rief Integra laut aus und zerrte sie zu dem Fahrzeug. „Los, steig ein.“ Alicen gehorchte und setzte sich hinten ins Taxi, während Lady Hellsing ihr ihren Koffer gab und sich nach vorne setzte.
„Zur Botschaft!“, waren ihre Worte zum Fahrer, womit sich das Auto sofort in Bewegung setzte.
„Aber warum gerade dahin? “, fragte Alicen besorgt.
„Weil Alucard zu uns kommen soll und nicht wir zu ihm und ich muss meine Sachen verstauen.“
Integra würdigte sie mit der Antwort keines Blickes.
„Aber…“
„Ich weiß, dass er zu mir kommt.“, unterbrach die Lady sie.
„Das können Sie nicht genau sagen und außerdem…“
„Er wird kommen und jetzt sei still!“
Alicen blickte wütend drein. Integra war damit zufrieden, denn es kamen keine Einwände mehr.
„Ich wollte nur sagen, dass er ganz in der Nähe ist.“, fügte sie schließlich trotzig hinzu.
„WAS!!!!?“, schrie sie wütend auf, so dass der Fahrer zusammenzuckte und fast die Kontrolle über den Auto verlor.
„Seien sie bitte etwas ruhiger.“, meckerte der Taxifahrer.
„Verzeihung.“, meinte Lady Hellsing. Wieder drehte sie sich zu Alicen um und blickte sie fordernd an.
„Was meinst du damit?“
„Er ist in der Nähe, das meine ich damit.“
„Wo? Wo steckt er?“, Alicen sah sie an.
„Ich dachte, dass er zu Ihnen kommen wird und nicht wir zu ihm!?“, meinte Alicen höhnisch.
Integra blickte das grinsende Mädchen an und musste leicht lächeln.
„Ja, das sagte ich, … aber meine Angelegenheiten kann warten. Deine wohl nicht oder warum bist du wirklich mitgekommen!?“
Die Kleine verstand und musste noch mehr grinsen.
„Er ist am Stadtrand und ruht wohl.“, meinte sie leicht monoton.
„Wo genau?“
„Im Osten, nicht weit von hier.“
Integra drehte sich wieder um.
„Los. Es geht zum, östlichen Stadtrand.“, meinte sie zum Fahrer, der sofort mit einem Kopfschütteln die Fahrtrichtung