Fanfic: Moonsoul

Untertitel: Die Zeiten danach

Kapitel: Nicht mehr zusammen

Es gibt eine Zeit in der die Tore in andere Welten steht's offen stehen. Man musste nur wissen wo sie waren. So ergab es sich, dass wohl ein wenig Wahrheit in den Geschichten über Feen Elfen, Kobolden und natürlich auch Dämonen steckte.
Heute sind jene Tore sehr selten. Verschlossen durch Zerstörung oder vergessen in den Jahrhunderten.
Kagome konnte sich glücklich schätzen noch eines jener Tore zu kennen. Und da ihr schon damals, vor gut zehn Jahren, als sie das erste Mal ihren Weg in eine jener Welten fand, solche Geschichten über Mythen und Sagen für sie uninteressant waren, konnte sie nicht wissen das ihr Tor nicht das einigste war. Natürlich war für sie klar das nur sie und Inuyasha das Tor durchschreiten konnten. Aber es musste mal eine Zeit gegeben haben wo es anders war. Wie sie selbst am besten wusste, waren auch im Hier und Jetzt Dämonen aufgetaucht… Oder sie hatten einen recht langen Winterschlaf gehalten.
Kagome besuchte Zurzeit eine Universität und studierte Mathematik. Zwar hatte sie in jenen Zeiten als sie noch zur Schule ging eine Zeit gehabt wo sie sehr stark in Mathematik nachgelassen hatte, aber mittlerweile hatte sie sich gefangen. Noch mehr lernen und sich auf ihr Ziel konzentrieren hatte ihr wieder einen neuen Weg geöffnet.
Damals war sie jung und neugierig gewesen. Dazu war sie noch von der, ihr auferlegten Pflicht im Mittelalter, sehr eingenommen und nicht zuletzt hielt sie auch ihr Herz immer wieder bei Inuyasha.
Es hatte sich in dem Laufe der Jahre sehr viel getan. Sie hatte sehr viel Nachgedacht, über sich und über ihn. Sie liebte ihn wirklich sehr. Aber die Vernunft siegte letztendlich. Natürlich hätte Inuyasha ein Mensch werden können, doch er akzeptierte mittlerweile sein Geburtserbe und wollte auch nicht mehr ein vollwertiger Dämon werden. Davon hatte er schließlich die Nase doch gestrichen voll. Er hätte zu ihr kommen können, so als Mensch. Aber auch wenn er gerne Kagome in ihrer Epoche abholte und auch mal dort auf sie längere Zeit wartete, war ihm die Hektik und der Gestank einer Stadt ein Grauen. Nicht nur das, es war hier alles komplizierter als in seiner Welt. Hier gab es mehr Verbote als er selbst Flöhe haben könnte.
"Du darfst nur bei grünem Licht über die Straße. Und zwar bei denen wo Männchen drauf zu erkennen sind! Halt, da darf du die Fische nicht heraus fischen, wir kaufen welchen auf dem Markt! Diese abgegrenzte Wiese dürfen wir nicht betreten! Mist, du kannst da nicht mit hin gehen da du keinen Ausweis hast. Pass auf deine Mütze auf, man sieht deine Ohren..." Und so einiges mehr jener Art hatte sich der Hanyou anhören dürfen. Kagome schmunzelte immer noch darüber wie er sich über die ganzen Sachen aufregte die hier nicht getan werden durften. Er hatte deutlich gemacht, dass er hier nicht leben wollte, aber als solches natürlich nichts dagegen hatte, sie zu besuchen.
Kagome wiederum wollte auch nicht in seiner Welt leben. Dort konnte sie nicht wirklich glücklich werden und sie verstand auch ein wenig, warum Inuyasha seine Halbdämonische Seite behalten wollte. Es waren nicht alle Dämonen so nett Inuyasha gegenüber. Es reichte zu wissen das er ein Halbdämon war und es reichte zu wissen das so einer genug Macht besaß um hundert Dämonen auf einen Streich zu vernichten. Ihm genügte es auch schon zu wissen das jene feindseligen Youkai auf jene Nacht seiner Schwäche hinfieberten. So einige begriffen noch nicht das Inuyasha trotz geschwächtem Zustand beschützt wurde. Da waren immerhin seine Freunde Miroku, Sango, Shippo und Kirara. Und auch andere freundlich gesinnte Dämonen hielten mittlerweile die Augen offen oder verheimlichten zumindest den Zeitpunkt seiner Schwäche.
Kagome war froh das Inuyasha ebenso viele Freunde hatte die ihn zu jenen Stunden beschützten.
Aber was sie selbst betraf; wie oft war Kagome bei Inuyasha und wie oft hatte sie auch gemerkt dass sie hier nicht glücklich werden konnte, auch wenn sie von ihm beschützt wurde und sie ihn ebenfalls schützen konnte wenn es nötig wurde, sie konnte einfach nicht auf den Luxus ihrer Zeit verzichten. Sie hatte ihr Leben nun mal in ihrer Zeit und nicht in Inuyashas, so wie er sein Leben in seiner Zeit hatte.

Kagome saß vor dem Schrein in dem der knochenfressende Brunnen schon seit Jahrhunderten ruhte und wieder seit zehn Jahren aktiv war, und hatte eines ihrer Mathebücher im Schoß. Angestrengt grübelte sie und tüftelte an einer komplizierten Aufgabe herum, tippte immer wieder was in den Taschenrechner und kritzelte auf Schmierblätter herum, als Hojo sich neben sie setzte und ihr eine Rose auf ihr Buch legte. Kagome sah auf und lächelte ihn an. Es war eine Angenehme Art aus den grade nun nervigen Grübeleien gerissen zu werden. Zumal sie sich nicht wirklich konzentrieren konnte, da ihr doch so viele Erinnerungen an Inuyasha durch den Sinn streifte.
Ihr war sehr wohl bewusst das Inuyasha grade in ihrem Rücken sein könnte, hinter der Tür des Schreins, aber es war ihr in Moment egal.
Sie hatte mit ihm schon mehrmals über die Situation gesprochen. Außerdem war auch nie mehr als harmlose Küsse zwischen ihr und dem Halbdämon gefallen. Irgendwie hatte er nie ganz begriffen, woraus Kagome noch hinaus wollte. Ob es an einer Unerfahrenheit mit Frauen lag oder ob es die Umstände betraf in welchen Verhältnis Kagome mit Inuyasha stand. Liebe hin, Liebe her, Kagome oder Kikyo. Auch wenn er sagte das beide Frauen für ihn völlig verschieden waren, konnte man nicht leugnen das Kagome ihn an Kikyo erinnerte. Egal wie verschieden die beiden Frauen sein mochten. Vielleicht war es sogar das was ihn nicht weitergehen ließ und doch nicht ohne Kagome sein konnte.
Mit Kikyo nahm alles ein schnelles und schmerzhaftes Ende, die nur noch hin und wieder aufgetaucht war und nun irgendwie gar nicht mehr auftauchte. Kein Mensch wusste was mit ihr war. Ob sie noch Lebte, wenn man das so nennen durfte? Kagome war Kikyo im Grunde egal. Und darüber wollte sie auch keine größeren Gedanken verschwenden.
Jetzt hatte sich sowieso im Laufe der Zeit so einiges Getan. Hojo war hartnäckig geblieben. Er wollte Kagome nicht einfach so aufgeben. Er ahnte nur etwas von Inuyasha aber konnte nicht ahnen, dass er ein Halbdämon war.
Kagome lächelte Hojo an. Sie hatte begonnen ihn wirklich wahrzunehmen.
"Hallo, ist deine Vorlesung zu Ende?", fragte sie fröhlich. Er nickte und sah zu ihren Büchern.
"Ja, zum Glück. Heut war ich nicht grade aufnahmefähig. Aber du scheinst dich voll reinzusteigern. Komm lass uns eine Pause machen. Ich lade dich zum Kaffee ein. Oder einem Eis, wenn du möchtest."
Er war immer so lieb zu Kagome. Ganz anders als Inuyasha, der immer etwas rauer war und von Romantik keine Ahnung hatte. Hojo war wirklich das komplette Gegenteil. Er war ruhig und einfühlsam. Brachte Kagome immer wieder mal Blumen mit und schien stets fröhlich zu sein. Aber Inuyashas Rauheit hatte Kagome ebenso gereizt und das tat es noch immer. Dennoch musste Kagome sich entscheiden ebenso wie Inuyasha sich entschieden hatte nicht in ihrer Welt leben zu wollen.
Zwei Welten und eine Liebe, die keine Zukunft haben konnte, ohne Unglücklich zu werden im Laufe der Zeit.
Kagome ließ sich von Hojo aufhelfen, sammelte ihre Bücher zusammen und ging dann mit ihm davon ohne einen Blick zurück zu dem Schrein zu werfen.

Inuyasha hockte hinter der geschlossenen Tür des Schreins und konnte durch einen Spalt Kagome beobachten, als sie so an der Holzwand gelehnt hatte, hockte er dicht hinter ihr auf der anderen Seite und nahm ihren bekannten duft war, den er auch schon von Kikyo kannte. Dieser geliebte Geruch nach Süßholz, wenn man jenen Geruch einer Beschreibung geben wollte. Kagomes Haar roch zudem auch nach Rosen, das wohl von ihrem Shampoo herführte.
Und jetzt war da dieser andere Kerl in ihrer Nähe, was Inuyasha fast zum Kochen brachte. Er konnte es nicht leiden wenn ein anderer Kerl sich so sehr an Kagome heran schmiss.
Zuerst wollte er in reiner Gewohnheit Eifersüchtig aufspringen und Hojo die Hölle heiß machen, doch dann besann er sich.
Seit das Shikon no tama nicht mehr, sei es für gut oder böse, erreichbar war, hatte sich schlagartig alles geändert. Kagome sagte ihm das sie nicht in seiner Zeit bleiben wollte und das es einen Grund gab warum sie die ganze Zeit für die Schule gelernt hatte. Und als er ihr erklärte nicht in ihrer Welt leben zu können, einigten sie sich Freunde zu bleiben und so ab und zu sich zu treffen.
Inuyasha konnte Kagome nicht so schnell vergessen wie sie es anscheint getan hatte. Dieser Hojo schien wohl genau das zu sein was Kagome wollte.
Inuyasha überlegte ob er irgendwas falsch gemacht hatte. Er war doch ruhiger in den Jahren geworden und motzte sie bei weiten nicht mehr so oft an wie damals. Er sorgte sich doch immer nur so sehr um sie. Er wollte sie doch immer beschützen. Aber was mochten den die Frauen? Hätte er ihr auch Blumen schenken sollen? Wozu sollte das denn nun gut sein?
Kagome hatte ihm das mal erklärt, aber nachvollziehen konnte er das nicht. Und dann war er immer etwas verunsichert gewesen, wenn Kagome ihm zu dicht auf die Pelle rückte. Er fand das immer sehr angenehm und wollte auch gerne mehr als sie nur Küssen. Aber andererseits war er sich nie sicher ob das Gut war. Er wusste ja nie wann er etwas richtig oder falsch machte. Also wollte er lieber gar nichts tun. Jetzt dachte er, dass er viel mehr hätte tun sollen um Kagome bei sich zu behalten.
Jetzt machte es auch keinen Unterschied mehr. Die Sache war beschlossen. Und sie zeigte ja nun mehr Interesse an diesem Hojo.
Inuyasha seufzte leise und erhob sich.
Er sollte Kagome jetzt nicht stören. Er würde morgen noch mal bei ihr vorbei schauen. Wenn er in ihrer Nähe sein konnte war er schon sehr Glücklich. Sie beruhigte ihn. Ihr Duft beruhigte ihn sehr. Er liebte sie so sehr das er sich nicht vorstellen