Fanfic: Alles aus Liebe
Kapitel: 2. Ein alter Freund
Vorwort:
• Ich möchte mich dafür entschuldigen, weil das zweite Kapitel gedauert hat, weil ich krank war. Krankheit: Faulheit. Ich habe derzeit bei einer anderen Geschichte geschrieben.
• Wer es noch nicht bemerkt hat: In diesem FF geht es um SetoxIshizu und wir erfahren über Setos Vergangenheit. Eines gebe ich vorweg: Seto ist in Ägypten geboren worden.
• Wer vielleicht die ‚Toten Hosen’ kennt, weiß, dass sie einen Song haben, der „Alles aus Liebe“ heißt. Es war keine Absicht von mir, dass meine Story genauso heißt.
• Ich hoffe, euch gefällt dieses Kapitel, und ich hoffe, ich bekomme ein paar Kommentare!
• Alle Angaben von Städten, Grabmäler Oasen und Landschaften in Ägypten sind ohne Gewähr.
2. Ein alter Freund
Der Morgen vertrieb mit seinen ersten Sonnenstrahlen die Dunkelheit der Nacht, die ihre eiskalten Flügel auch über Ägypten gelegt hatte. Auf dem Dach einer Fähre, die Richtung Kairo fuhr, lagen ein groß gewachsener brünetter Mann und eine schwarzhaarige Frau, deren Strähnen ihr ins Gesicht hangen. In engster Nähe schliefen sie. Ishizu war bald nach ihrem Weinanfall in der Wärme von Setos Körper eingeschlafen.
Doch nun, da die Sonne schien, kitzelten die Strahlen ihre Haut. Sie wachte auf. Sie war es gewohnt früh aufzustehen. Noch in den Fesseln der Müdigkeit gefangen, blieb sie kurze Zeit einfach mit geschlossenen Augen liegen und lauschte der Melodie des Windes, als sie plötzlich bemerkte, dass sie mit ihren Händen gegen etwas Festes drückte. Sie riss ihre Lider auseinander. Sie sah in das schlafende Gesicht von Seto Kaiba, der sie in seinen Armen hielt.
Was mache ich bloß hier?, fragte sich die Ägypterin errötet. Ihr Gedächtnis begann zu arbeiten, während sie sich auf einen ihrer Unterarme stützte. Seine Umarmung löste sich, doch blieb eine Hand auf der nackten Haut ihres schulterfreien Kleides liegen. Vorsichtig versuchte Ishizu sich dieser Berührung zu entziehen, die ihr die Röte auf die Wange zaubern ließ und ihr ein komisches Gefühl am ganzen Körper bereitete. Durch eine leichte Bewegung ihrerseits rutschte seine Hand ihrem Oberarm entlang und schob den Stoff ihres Ärmels dadurch immer weiter hinunter. Ihr Herz raste. Die Berührung fühlte sich gut an, doch ihr Verstand sagte ihr, dass es falsch war. Widerwillig schupste sie Setos Hand mit einem schnellen Ruck weg, sodass sie auf dem Dach der Steuerkabine aufschlug. Seine Augenlider zuckten. Er würde gleich aufwachen, und wenn er die Augen öffnete, würde er sie erblicken. Er würde es missverstehen.
Panisch glitt Ishizu auf allen Vieren zu der Leiter und kletterte schnell hinunter. Am Fenster der Steuerkabine vorbeigehend, begrüßte sie der Kapitän mit einem Nicken. Er hatte ein verschmitztes Lächeln aufgesetzt. Die ganze Nacht über, die er am Steuer gestanden hatte, war sie nicht heruntergekommen. Er konnte sich schon vorstellen, was sie und dieser Mann, der noch die Gesichtszüge eines Jünglings hatte, gemacht hatten.
Die Ägypterin ging raschen Schrittes davon. Ihr Gesicht musste schon so rot sein wie eine Tomate. Wie konnte dieser Mann nur denken, dass sie und Seto – obwohl ihr schon mulmig zu mute geworden war früher, als seine Hand ihre nackte Haut berührt hatte – au! Sie hatte sich wegen dieser Gedanken selbst eine Ohrfeige gegeben.
Sie war in ihrer Kabine angelangt und hatte die Tür hinter sich verschlossen. Ihr Herz raste. Sie atmete tief durch. Von der Schwäche der Begierde gepackt, rutschte sie an der Tür entlang nach unten. Sie berührte die Stelle an ihrem Arm, wo Seto seine Hand gelegen hatte. Sie schüttelte ihren Kopf. Es hatte keinen Sinn sich der Wolllust hinzugeben. Sie war ein Spiel mit dem Feuer. Sie wusste es nicht aus eigener Erfahrung, sie hatte noch nie einen Freund gehabt, doch Freundinnen hatten ihr davon erzählt. Ihr war so heiß. Die Ägypterin rappelte sich auf und ging leicht schwankend ins Bad (die Fähre wäre leicht als kleines Luxusschiff durchgehen können), wo sie sich von ihrem Kleid trennte und sich unter die Dusche stellte…
Von einem leichten Schmerz gepackt, war Seto aufgewacht. Sofort stellte er seine Hand als Problem fest, die aus unerfindlichen Gründen gegen das Dach geprallt war. Er brauchte für seine Verhältnisse lange, um sich an die letzte Nacht zu erinnern. Einem leichten Schock versetzte es ihn schon, als er an die ganzen Ereignisse mit Ishizu zurückdachte, aber er konnte sich nicht daran erinnern, wie sie gegangen war.
Ist ja egal, so wichtig ist das nicht, dachte er, aber ihm war schon mulmig.
„Wo warst du letzte Nacht? Ich habe dich überall gesucht“, fragte Mokuba besorgt seinen Bruder, den er, als er auf das Deck gekommen war, am Bug aufgefunden hatte, wie er vergebens wieder versuchte Roland zu erreichen. Er hatte sein weißes Hemd gegen ein schwarzes gewechselt. Das weiße war zu verräterisch. Im Lichtscheine hätte es leicht seine Tätowierungen am Oberkörper preisgegeben, die er schon seit seinen Kindestagen hatte.
„Hat es dir der Kapitän nicht gesagt?“
„Der wusste auch nicht, wo du bist.“
Zum Glück kam gerade Mr. Wheeler daher geschritten und flog über seine eigenen Füße, sodass Mokuba zu abgelenkt war, als dass er bemerkte, wie sein älterer Bruder die Augenbrauen in die Höhe zog. Warum hatte der Mann geschwiegen?
„Kairo voraus!“, ertönte die Stimme des Kapitäns. Und wahrlich: Dort in der Ferne lag die Stadt mit den vielen unzählbaren Häusern. Tausende von Menschen wimmelten schon nur am Harfen herum.
„Bist du zufrieden, Mokuba?“, fragte Seto gleichgültig. Er mochte ganz Ägypten nicht. Dieses Land hatte ihn schon zu viel angetan. Fetzen von Erinnerungen an damals wollten seine Gedanken ertränken, doch konnte er sie nirgends zuordnen. Alles war noch zu verschwommen. Er wusste nur eins: Er hasste diesen Wüstenstaat!
„Nein“, erwiderte der schwarzhaarige Junge kalt.
„Du wolltest doch Urlaub machen. Sollen wir jetzt doch nach Japan zurückkehren?“
„Nein. Ich will nur nicht in dieser Stadt bleiben. Wenn ich in Souvenirläden, Kaufhäuser, in Restaurants mit chinesischem Essen hätte gehen wollen, hätten wir genauso gut auch in andere Länder fahren können. Ich will aber etwas wirklich Ägyptisches. Wir suchen uns einfach ein kleines Dorf, das von der Außenwelt abgeschlossen ist und wohnen dort in einem Hotel.
„Da wirst du aber Pech haben“, meinte Marik plötzlich, der gerade mit Odion, Tea, Tristan und Yugi aufs Deck getreten war und ungewollt die Beredung der beiden Kaibabrüdern mit angehört hatte. Tristan, Tea und Yugi halfen Joey in die Höhe, der es wirklich ein zweites Mal in derselben Minute geschafft hatte hinzufallen.
„Warum? Was stimmt an meinem Plan nicht?“, fragte Mokuba leicht schmollend.
„ In den meisten kleinen Dörfern gibt es keine Hotels oder Gasthäuser“, erklärte Odion sachlich.
„Schade. Dann halt nicht“, meinte Seto glücklich. Sein Handy schwamm schon längst im Nil. Er hatte es vor Wut ins Wasser geworfen.
„Dann kaufen wir eben gleich ein Haus. Ich will Urlaub in einem Dorf in Ägypten machen. Ich will, ich will, ich will!“, sagte der kleine Kaiba trotzig. Dem Anschein, als wäre er den Tränen nahe, wandte er sich zu seinem Bruder: „Biiiiitte, Seto, kauf ein Haus. Bitte. Ich habe mir sonst nie etwas von dir gewünscht. Wenn du mich wirklich gern hast, dann mach, dass wir hier Urlaub machen können. Bitte!!“
Mit voller Berechnung hatte Mokuba auf eine Schwachstelle seines Bruders gedrückt: Seine Liebe zu ihm. Seto saß in der Falle. Er hatte keine andere Wahl mehr, als alles ermögliche zu tun, damit sie – so sehr er es auch verabscheute – in Ägypten sein konnten.
„Ihr könnt genauso gut bei uns wohnen“, meinte Marik zur Überraschung aller – selbst Ishizus, die gerade die Treppe heraufgekommen war – plötzlich.
„Wirklich?“, meinte Mokuba Freude jubelnd.
„Natürlich. Wir wohnen zurzeit in einem kleinen Dorf in der Nähe von Al Bawiti, wo meine Schwester, Odion, ich und eine kleine Gruppe Archäologen untersuchen ein erst kürzlich entdecktes Grabmal. Von mir aus könnt ihr das auch ansehen, vielleicht findet ihr etwas Interessantes aus, weil wir nicht weiter kommen. Selbst Ishizu ist ratlos. Stimmt doch, oder?“ Er hatte sich an seine Schwester gewandt.
„Nur weil ich nicht sofort eine Lösung finde, heißt das noch lange nicht, dass wir gleich Hilfe von Kaiba brauchen“, fauchte sie in so leise ins Ohr, dass nur er es verstand.
Marik zuckte nur mit den Schultern und wandte sich dann auch noch zu Yugi, Tea, Tristan und Joey: „Ihr seid auch herzlich eingeladen.“
An Kairos Hafen angelegt, flogen sie mit einem Flugzeug (nicht so ein richtiges, so ein großes, sondern ein kleineres, welche oft auch reiche Menschen besitzen, wo um die 10 bis 20 Menschen sitzen konnten), was natürlich auf Setos Rechnung ging, was dem Milliardär nicht besonders kratzte. Er hatte genug Geld.
„Und, Mokuba, hast du dir so dein kleines Dorf vorgestellt?“, fragte der Brünette trocken und gefühlskalt.
„Ja, genau so“, murmelte der Schwarzhaarige. Vor ihnen befanden sich um die 50 Häuser, die schon vor sehr, sehr langer Zeit gebaut worden sein mussten. Die Straßen und Gassen waren nur niedergetrampelte Sand. Alle fühlten sich in das Ägypten vor 5000 Jahren zurückversetzt. Man hätte dieses Dorf glatt für eine Totenstadt erklären können, wenn nicht Menschen, die in Kleidungen gehüllt waren, die sehr ans alte Ägypten erinnerten.
„Ob es hier Elektrizität und fließendes Wasser gibt?“, meinte Tea mit bösen Vorahnungen schon.
„Fließend Wasser schon, aber Strom nicht“, antwortete Ishizu kühl. Während des ganzen Fluges hatte sie nie einen Blick zu Seto geworfen. Er war heute Morgen zu kalt und verschlossen gewesen wie eh und je. Letzte Nacht kam ihr so weit entfernt vor, wie ein Traum, der zu verschwimmen begann.
Marik, Ishizu und Odion gingen an