Fanfic: Heiraten für Fortgeschrittene

Untertitel: Ihre Familie - Mein Alptraum

Kapitel: Gefühle können verletzt werden, auch die eines Eisklotzes...

Kapitel 5: Gefühle können verletzt werden, auch die eines Eisklotzes

Nach der unglaublich langen Pause (ich weiß..."schäm") kommt jetzt das "dunkle Kapitel". Was daran so "dunkel" is, erfahrt ihr schon noch.... ^^
_______________________________________________________________________________

Yoko

„Seto! Jetzt warte doch mal!“, schreie ich meinem Verlobten hinterher. Wie ein Verrückter rennt er auf Taki u. Tokus Zimmer zu. (Er weiß ja nicht, was ihn DA erwartet…) Schnell packe ich seine Hand und ziehe ihn, ohne auf seine Beleidigungen zu achten, in mein Zimmer. Puh, das hätte schief gehen können. Oh, nein. Jetzt blickt er mich wieder mit diesem Eisblick an. Wär ich doch heute im Bett geblieben!
„Hör mir doch mal zu!“, schreie ich in den Raum und nagle ihn an die Wand. Er sieht mir nur verächtlich entgegen. Ohhh, wie ich das hasse! >-<
„Nein, Yoko, jetzt hörst du MIR mal zu! Der Hubschrauber wird gleich hier ankommen und dann werden ich und Mokuba dieses Kaff sofort verlassen.“
Ich schnaube. Aber eigentlich kann ich es ihm ja nicht verdenken. Immer hin hab ich Kiro geküsst. Seto muss das unglaublich wehgetan haben. Auch wenn er wie ein Eisblock tut, so hat er irgendwo tief, tief (Ja, es ist sehr tief!) in seinem Körper Gefühle. Er muss unglaublich enttäuscht sein. Am Liebsten würde ich ihn jetzt in den Arm nehmen und ihm sagen, dass alles gut ist. Aber das ist es nicht.
Er schlägt meine Hände bei Seite und marschiert auf die Tür. Ich kann ihn nicht aufhalten. Nicht nachdem, was ich ihm angetan habe. Wenn ihr wüstet, wie mieß ich mich jetzt fühle. Oh, ja. Total mieß.
„Es tut mir Leid, Seto.“, sage ich ihm noch hinterher und er bleibt wirklich stehen. Jetzt fang ich erst recht an zu weinen! Und für einen kurzen Moment ist es so, als würde auch von seiner Wange eine Träne runterhuschen, obwohl das wahrscheinlich pure Einbildung ist.
„Ich liebe dich!“, schlurze ich hervor und gucke bedrückt zu Boden. Seto fängt an zu Lachen. Ja, er lacht wirklich. Aber es ist ein verächtliches, grausames Lachen. Wie ein Echo dröhnt es durch den Raum. Irgendwie grusselig.
„Und du glaubst wirklich, dass ich noch mal darauf reinfalle? Yoko, für wie dumm hältst du mich eigentlich? Ich muss dir danken. Du hast mir mal wieder gezeigt, dass Liebe nur eine Illusion ist. Also dann, werde glücklich mit deinem Blondschopf!“
Nach dieser Ansprache dreht sich mir der Magen um. Wie kann man nur so darüber denken? Und das Schlimmste ist, ich bin Schuld, dass Seto so denkt. Blitzschnell fasse ich einen Entschluss und packe Setos Hand, bevor sie für immer weg ist.
Er hingegen will sich schon befreien, doch: Wenn ich einmal jemanden in meinen Killer-Griff genommen habe, kommt der da auch nicht so leicht raus. Pech gehabt, Setolein.
„Lass mich los!“
Pe! Seit wann höre ich auf einen Seto Kaiba?
„Erstmal lässt du mich erklären, danach kannst du immer noch den Schwanz einziehen und wegrennen!“
Ob ich sauer bin? Ja! Und wie! Aber nicht auf Seto, sondern auf meine eigene Dummheit. Wie konnte ich nur so was tun?
„Nun gut, dann erklär mal!“, sagt Seto und setzt sich auf mein Bett. Ich setzte mich neben ihm hin und fange an zu erzählen. Das wird noch ein langer Abend werden.

Mokuba

Plötzlich klingelte es. Alle Beteiligten hoben die Köpfe, bis Frau Imata auf die Haustür zuging. Mokuba war jedoch ganz woanders. Ihn beschäftigte das, was er eben gesehen hatte. Yoko hatte doch tatsächlich Kiro, diesen reichen Schnösel, geküsst. Und dann war auch noch sein Bruder rein gekommen und somit nahm das Unglück nun seinen Lauf. Irgendwas musste er doch tun können! Aber was?
„Was machen sie da mit meinem Kind?“, schrie eine Frau mit dunklen Haaren und rannte auf Yokos Freundin zu. Jetzt würde alles auffliegen. Das durfte doch wohl nicht war sein!

Anna

Oh, Gott. Jetzt war alles aus. Na toll. Warum musste diese Frau auch früher nach Hause kommen? Und warum hatte ihr Plan nicht geklappt? Was war nur falsch gewesen? Eine Anna Meier machte keine Fehler! Ihre Berechnungen mussten gestimmt haben.
Die Braunhaarige riss ihr das Kind aus dem Arm und schrie:
„Sie Verbrecherin! Am Besten sie verlassen dieses Land, bevor ich sie bestrafe!“
Super. Jetzt hatte sie auch noch eine Anklage am Hals. Heute lief aber auch alles schief. Besonders Kiro war die Äußerung nicht entgangen, weswegen er nun sauer auf die Rothaarige herabblickte.
„Wie war das eben? Das Kind ist gar nicht von dir?“
Wütend nahm er ihr das Kopftuch und die Sonnenbrille vom Gesicht.
„Na, sieh mal einer an. Anna Meier. Wer von euch hatte diese Idee?“
Anna blickte ihn verächtlich an. Was konnte sie denn dafür, wenn dieser Nichtsnutz seine eigene Affäre nicht wieder erkannte?
„Pff. Das hat dich ja gar nicht zu interessieren, wer hier Pläne schmiedet!“, rümpfte sie die Nase und sah ihn von der Seite an. Unfassbar, dass so ein Mann sie gerade noch liebevoll umarmt hatte.
„Ich frage dich noch mal: WER HAT DEN PLAN GESCHMIEDET?“
Anna lachte gehässig auf.
„Seit wann kannst du so viele Vokabeln benutzen? Hat es deine Mami endlich geschafft, dir das Reden beizubringen?“
„Du kleine Mistgeburt! Lass meine Mutter da raus!“
Nun war der Zeitpunkt gekommen, diesem Kerl mal gehörig die Meinung zu sagen.
Anna schritt um den finster drein blickenden Kiro und versuchte dabei so langsam wie möglich zu sprechen. Immer hin wollte sie ja, dass er das auch versteht.
„Tja, Kiro. Weißt du, warum solche Muttersöhnchen wie du nie erwachsen werden? Ganz einfach: Sie sind viel zu sehr mit ihrer kleinen, heilen Welt da drinnen“, sie zeigte auf Kiros Kopf „ beschäftigt, als mit der realen um sie herum.“
Mit jedem Wort wurde ihr Opfer angespannter. Genau wie Ann es vorhergesehen hatte. Wer sagte denn, dass man Menschen nur mit Gewalt quälen konnte?

Yoko

„….und dann hatten Ann und ich eine grandiose Idee. Wir wollten Kiro reinlegen, damit er schnell verschwindet. Ich wollte doch nur…“
Ich höre auf und bin mit meinen Nerven völlig am Ende. Seto schaut mich prüfend an. Er hat die ganze Zeit über nichts gesagt. Ich verfluche ihn! Wie kann man nur so ruhig da sitzen, obwohl unsere Beziehung wahrscheinlich bald beendet ist? Ich halte das nicht mehr aus! Wär ich doch nur nicht zu meinen Eltern gefahren. Vielleicht wäre ich jetzt schon verheiratet und hätte niemals Kiro getroffen! Dann könnten Seto und ich jetzt wieder miteinander reden und würden nicht stumm nebeneinander sitzen.
Ich blickte flehend zu ihm. Sag was! Irgendwas. Und wenn es nur ein „Verschwinde“ ist. Aber verdammt noch mal, ich will das du was sagst!

Na gut, dann muss ich eben anfangen.
„Ich wollte doch nur, dass sie dir eine Chance geben. Die ganzen Jahre lang haben meine Eltern mich nie mein eigenes Leben leben lassen. Und dann bin ich zu dir gekommen und alles war so…na ja…so schön. Du und Mokuba, ihr habt mich endlich behandelt, als könnte ich alles selbst entscheiden. Als dürfte ich nach so vielen Jahren wieder ich selbst sein.“
Ich fange an zu weinen. Das war alles zu viel für mich. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn Seto jetzt geht. Schon irgendwie komisch. Endlich treffe ich auf einen Mann, der mich so liebt wie ich bin und dann tue ich ihm so was an. Wenn er nur wüsste, wie Leid es mir tut.

Seto

Eine unglaubliche Stille bedeckte den Raum. Seto sah, wie Tränen Yokos Wangen runterrollten. Der Drang sie zu trösten wurde immer stärker, doch konnte er sich mit diesem Gedanken einfach nicht anfreunden. Immer hin hatte sie seine Gefühle verletzt. Etwas, das Seto nie wieder erleben wollte seit dem Tod seiner Eltern. Hatte er dies nicht kommen sehen? Er wusste, dass dieses Mädchen seine Mauer aus Eis Stück für Stück aufriss. Eine Mauer, die zwar keine Menschen an ihn ran lies, ihn aber dennoch vor Schmerzen schützte. Zum ersten Mal in seinem Leben musste er ohne diesen Schutz auskommen.
Seto fragte sich, wie er es so weit hatte kommen lassen. War er nicht genauso Schuld wie Yoko? Er hatte zugelassen, dass diese Mauer fiel. Es war falsch gewesen.
„Ich glaube, wir beide haben uns nichts mehr zu sagen!“, sprach er in einem Befehlston, den Widerspruch in seinem Kopf ignorierend. Es hatte keinen Sinn mehr. Wieder mal wurde ihm bewusst, dass er kein Mensch für die Liebe war und das diese Zeit für allemal beendet war.
Yoko schaute ihm tief in die Augen, bis er die Tür erreicht hatte.

Mokuba

Der kleine Schwarzhaarige hatte einen Entschluss gefasst. Er würde um jeden Preis verhindern, dass sein Bruder weg fuhr. Schnell stürmte er in das Zimmer, wo ein überraschter Seto ihm die Tür aufhielt.
„Mokuba? Gut das du da bist, wir werden in 10 Minuten…Mokuba?“
Trotzig setzte sich der Kleine auf´s Bett und umarmte seine beste Freundin. Sein Bruder guckte ihn mit einer Mischung aus Überraschung und Ärger an.
„Was soll das?“
Auch Yoko guckte nicht schlecht. Ihr Blick glich der eines Rehs vor einem Wolf.
Mokuba fasste Mut und sagte dann mit stolzer Stimme:
„Wenn Yoko-chan hier bleibt, bleibe ich auch hier!“

Seto

Seto konnte das nicht glauben. Sein eigener kleiner Bruder hatte ihn gerade im Stich gelassen und war zum Feind übergewechselt. Das war nicht möglich!
„Mokuba, du kommst jetzt auf der Stelle mit mir zum Hubschrauber. Wenn nicht, kannst du dir deine neue Spiel-Konsole zu deinem Geburtstag abschminken.“
„Was nützt mir eine neue Konsole, wenn keiner da ist, der sie mit mir testet. Und was nützt mir ein Bruder, der die ganze