Fanfic: Heiraten für Fortgeschrittene
Kapitel: Ein drecktiger Mantel mehr oder weniger, was soll´s?
Kapitel 7: Ein dreckiger Mantel mehr oder weniger, was soll´s?
Ja, ja. Nach 8 Wochen bin ich wieder da. Sorry, das es so lange mit diesem Kap gedauert hat, aber es hätte mich fast zur Verzweiflung getrieben. Na ja, hier is es! ^_^
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Yoko
Ich laufe immer weiter die breite Straße entlang. Derweil hat es angefangen zu regnen und dicke Wassertropfen wandern mein enges Shirt herunter. In einiger Entfernung sehe ich sogar einen Blitz aufleuchten. Ob ich Angst habe? Nein. Ob mich der Regen stört? Nein. Mich stört nämlich gar nichts mehr. Mein Leben ist vorbei. Ich kann nicht mehr. Und Herr Kaiba kann mich mal kreuzweise. Ich hasse ihn! Oh, ja und wie! Am Liebsten würde ich ihm das Leben zur Höhle machen. Und Ann kann mich auch mal. Die mit ihrem doofen Geschnatter über „Rache“ und am Ende geht sowieso alles schief. Pe! Ich brauch euch nicht!
Mir wird auf einmal richtig kalt und ich zittere am ganzen Körper. Hätte ich mir doch nur meine Jacke mitgenommen.
Seto
Langsam wurde sein Körper von jeglichen Kleidungsstücken befreit. All dies schien Seto Kaiba gar nicht aufzufallen. Er dachte nur noch an seine Verlobte, die mittlerweile wohl schon den Zug ins Nirgendwo genommen haben musste. Während sich draußen drei Menschen fertig machten, um Yoko zu suchen, überlegte Seto fieberhaft, wo sie hingegangen sein könnte. Als sein Blick wieder zur Realität zurück fand, bemerkte er, was nun eigentlich geschehen war und warum ein kalter Schauer seinen Rücken hoch lief.
„Wo hast du Hexe meine Kleider hingetan?“, fragte er und verlieh seiner Stimme einen todbringenden Unterton.
„Nun Setolein (Er hasste diesen Ausdruck.Bei Martina hörte er sich schrecklich an.)Jetzt bist du in MEINER Welt…“, sagte seine Ex-Freundin und versuchte dabei besonders verführerisch zu klingen. Dies gelang ihr, offen gesagt, überhaupt nicht.
Bevor sie sich versehen konnte, hatte Seto seine Hose gegriffen, seinen Mantel aufgehoben und war fertig um seine Verlobte in diesem Unwetter zu finden. Martinas Augen wurden immer größer.
„Wie kannst du nur? Vor zwei Monaten hast du mir noch zärtlich ins Ohr geflüstert, du würdest mich lieben und nun?“
Setos Gesicht offenbarte ein abfälliges Grinsen.
„Nun weißt du endlich, was es heißt verlassen zu werden. Dachtest du wirklich ich würde meine Verlobte verlassen, nur um dich flachzulegen? Ich bitte dich…da kann ich mir was Besseres leisten.“
„Mit diesem Schulmädchen?“
„Dieses Schulmädchen hat mehr als du je hattest.“
Mit diesen Worten verließ er denn Raum und begegnete Haishi, der mit Regenjacke und einem unmodischen Regenhut bekleidet, bereit war nach seinem Schatz zu suchen. Wäre die Lage nicht so ernst gewesen, hätte Seto wahrscheinlich ein Foto gemacht und es an die Zeitung verkauft.
(Um sie für ihre blöden Modetipps zu verklagen. Hat hier jemand etwas anderes erwartet?)
Vielleicht ein anderes Mal, ging es ihm durch den Kopf.
„Na, fertig meiner Tochter das Leben schwer zu machen?“, sagte Haishi mit ernster Stimme und begutachtete grade, ob auch alle Glücksbringer an seinem Hut befestigt waren. Seto schnaubte abfällig.
„Ich werde Yoko suchen gehen, immer hin bin ich ihr Verlobter.“
„Ha, dass dachtest du wohl!“, mischte sich auf einmal Kiro ein und stellte sich vor Seto, sodass die beiden Konkurrenten sich in die Augen sehen konnten.
„Ich bin auch noch ihr Verlobter und zwar ihr WAHRER. Also werde ich gehen.“
„Dann wär das ja beschlossen.“, sagte Frau Imata und drückte Seto einen Regenschirm in die Hand.
„Ihr werdet BEIDE gehen und wehe ihr bringt sie nicht zurück!"
Seto nickte. Das erste Mal, dass er eine Aussage dieser Frau zu schätzen wusste und ging voraus. Vor der Tür wurde er aber noch mal von den Zwillingen aufgehalten, die ihm eine Taschenlampe brachten.
„Was soll das? Soll ich schon wieder eine Nacht im Teich verbringen?“
Taki u. Toku schüttelten den Kopf.
„Finde unsere Schwester, du Depp! Das heißt nicht, dass wir dich jetzt mögen oder das wir aufhören werden, dir dein Leben zu vermiesen, aber solange unsere Schwester weg ist, herrscht Waffenstillstand.“
Ohne darauf zu reagieren begab Seto sich in den Regen. Wenn er seine Verlobte nicht fand, würde alles aus sein. So etwas durfte nicht passieren.
Yoko
Oh, man! Warum muss das so kalt sein? Wo ich jetzt bin? Nun, ratet doch mal! Richtig, ich sitze vor einem Klohäuschen, dass nebenbei gesagt, abgeschlossen ist und trauere um mein Leben. Es könnte eigentlich ganz gemütlich sein, wäre da nicht die Tatsache, dass ich neben einem kaputten Abflussrohr stehe und ich sag euch eins: Der Gestank ist nicht zum Aushalten! Von weitem höre ich Stimmen. Ob Seto wohl nach mir sucht? Energisch schüttele ich den Kopf. Er hat bessere Dinge zu tun z. B. meine Cousine flachzulegen. Die Beiden haben das ja sowieso schon tausende Male gemacht, aber zu wissen, dass jemand darunter leidet, ist für Seto natürlich was ganz Besonderes. Ja, ja. Versteh ich schon. Na klar. Und wieder so ein Tag meines Lebens, denn ich lieber sofort streichen würde. Seto
„Yoko! Wo bist du?“, schrie Seto in die schwarze Gegend. Nie hätte er gedacht, dass er mal nach einem Mädchen suchen würde. Es gab eben für alles ein erstes Mal.
Auch Kiro suchte nach seiner Verlobten, obwohl Seto diesen Umstand lieber vergessen hätte und…Mokuba. Auf die Frage, warum der Kleine eigentlich hier war, gab es eine einfache Antwort: Seto hatte seinem Hundeblick mal wieder nachgegeben. Typisch. Jetzt gab es nicht nur ein Mittel, womit man ihn erpressen konnte. Yoko beherrschte diesen Blick wie keine Andere. Ein Grund, warum er nun hier war. Das Leben war einfach ungerecht.
Plötzlich fiel ihm ein kleines Häuschen an der Ecke auf. Seine Wände hatten schon bessere Tage erlebt und dem Gestank nach zu urteilen, handelte es sich um eine sanitäre Einrichtung.
„Seto, wir haben nun alles abgesucht. Ich hab keine Ahnung wo sie sein könnte.“
Schwer atmend blieb Mokuba vor ihm stehen und Seto breitete seinen Mantel über ihn. Doch der Kleine stieß ihn weg.
„Spar dir das lieber für Yoko auf! Die is nämlich stink sauer auf dich.“
Yoko
Zwei Minuten sind vergangen, in denen ich mich gefragt hab, wann mich wohl der Blitz trifft. Was denn? Das ist eine angemessene Frage! Oh Gott, jetzt red ich auch noch so geschwollen wie Seto. Äh, ich meine natürlich wie Herr Kaiba.
„Yoko, bist du das?“, fragt mich eine Männerstimme, die sich unheimlich nach Seto anhört, die aber nicht Seto gehört. Puh. Glück gehabt. Nein, sie gehört Sato. Er sieht meinem scheinheiligen Verlobten zwar total ähnlich, ist aber viel schüchterner. Na ja. Solange es nicht Seto ist, der mich hier findet, soll mir alles Recht sein.
„Was machst du denn hier im Regen?“, sagt er und hilft mir aufzustehen. (Was für ein Gentleman! Hätte Seto nie gemacht….-_-)
„Komm mit, ich bring dich zu mir.“
Ok. Hauptsache dort regnet es nicht und Seto ist nicht da. Mist: Er heißt KAIBA, KAIBA! Ach, ich geb`s auf. Ich werd´s sowieso nie schaffen, ihn Kaiba zu nennen.
Wir gehen in einen kleinen Club und sofort schlägt mir die laute Musik gegen den Kopf. Mensch, ist das ein Gedröhne. In meinem Zustand empfinde ich wohl alles als schlecht. (Ich weiß, dass dir das lesen dieses ganzen Trauerspiels keinen Spaß macht, mir macht es ja auch keinen! Oder saßt du schon mal stundenlang vor einem Klohäuschen?)
Ich setzte mich auf einen kleinen Stuhl vor der Bar und vergrabe den Kopf in die Hände. Sato sieht mich mit seinem „Ich-kann-dich-verstehen-Blick“ an.
Trotz der vielen Verbote meines Gehirns nicht mehr an Seto zu denken, setzt sich letztendlich doch mein Gewissen durch und wenn dann noch die Fantasie mitspielt, müsste ich ihn gleich traurig auf unserem Bett sitzen sehen. Oh ja. Meine Fantasie ist wieder mal unübertrefflich.
„Liebeskummer?“, fragt Sato und gießt rotes Zeug in ein Glas, um es mir im nächsten Moment vor die Nase zu halten. Um mich herum sehe ich lachende Gesichter und so manche Paare, die sich küssend in den Armen liegen und sich rhythmisch zu dem neuangespielten Lied bewegen. Mit einem Schluck leere ich mein Glas und stelle es demonstrativ neben den kleinen Aschenbecher.
„Ich finde du solltest zu ihm gehen!“, sagt Sato auf einmal und fängt an ein Glas zu polieren. „ICH? Zu IHM gehen? Das kannst du vergessen! Das werd ich nie im Leben machen! War ja schon genug, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte, nur wegen diesem Idioten, aber mich auch noch mit ihm verständigen, wäre nun wirklich zu viel verlangt!“
Seto
„Lasst uns wieder gehen. Heute finden wir sie sowieso nicht mehr.“, sagte Kiro und wollte sich schon auf den Weg machen, als Seto sich vor ihn stellte.
„Ich werde garantiert nicht aufhören, solange ich Yoko nicht gefunden habe. Und wenn du wirklich ihr Verlobter sein willst, dann nimm dich gefälligst zusammen!“
„Da hat aber jemand schlechte Laune. Natürlich mache ich mir Sorgen um meinen Schwan…“, er ließ seine Stimme beunruhigt klingen. „ Trotzdem hilft es ihr nichts, wenn wir uns selbst kaputt machen, oder?“
Seto schnaubte abfällig, bis er seinen Blick auf seinen Bruder heftete. Das graue Wuschelhaar war ganz nass, verklebt und zerzaust durch den vielen Regen, den es hatte erdulden müssen. Die dunkelblauen Augen blickten müde auf ihn hinauf und die Kleidung war mit Schlamm besudelt. Seto seufzte.
„Nun gut, komm Mokuba. Hier muss es ja irgendetwas geben, wo wir Unterschlupf suchen können.“
Kiro zuckte nur