Fanfic: Sag mir, warum du mich leiden sehen willst
Kapitel: Ein gewinnbringender Vertrag...
Kapitel 2: Ein gewinnbringender Vertrag
Hallo! Ich bin wieder da. Mit dem letzten Kap vor der Sommerpause. Hoffe es gefällt euch...
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„Zum Hidori-Krankenhaus, wird´s bald?“, schrie Christin den Fahrer an, der sogleich los fuhr. Konnte dieser Idiot den nicht einmal auf sich selbst aufpassen? Christin seufzte. Sie hatte geahnt, das zuviel arbeiten ihrem Bruder überhaupt nicht gut tat.
Verträumt guckte sie aus dem Fenster. Bunt gekleidete Menschen gingen auf den großen Straßen aus und ein. Ihre Gesichter blickten ausdruckslos auf die vielen Geschäfte. Kaum einer lächelte. Die Meisten standen unter Stress, wobei sie ständig auf ihre Uhren guckten. Selbst der Himmel wurde von schwarzen Wolken bedeckt, die ein Gewitter ankündigten.
„Wir sind da, Madam.“
Elegant stieg sie aus der schwarzen Limousine und blickte dem großen weißen Gebäude entgegen. Im Inneren befanden sich hunderte von Menschen. Manche mit Armbinden, manche in Rollstühlen und manche mit schmalen Krücken, die ihnen das Gehen ermöglichten. Christin schaute sich um und entdeckte bald darauf den Informationsschalter, an dessen Front eine pummelige Frau mit einer riesigen Hornbrille ihr Frühstück zu sich nahm. Die Orangehaarige räusperte sich.
„Wo kann ich Tyson Satorishi finden? Er muss erst kürzlich eingeliefert worden sein.“
Die weißgekleidete Frau tippte eifrig Daten in ihren Computer, wobei einige Krümel ihres Brötchens die Tastatur bedeckten.
„Zimmer 312. Sie gehen hier links rein. Danach nehmen sie den Aufzug, fahren bis zur dritten Etage und fragen dann noch mal nach Doktor Reshima.“
Damit widmete sie sich wieder ihrem Mahl zu. Christin warf ihr noch einen arroganten Blick entgegen, bevor sie sich zu den Aufzügen begab. Dort angekommen, drückte sie schnell auf das rote Knöpfchen und lehnte sich gegen die Wand.
Ein Klingeln war zu vernehmen und Christin verließ die kleine Kabine. Ein Gutaussehender, junger Mann im weißen Kittel kam ihr entgegen und blieb vor ihr stehen.
„Sie müssen Christin Satorishi sein. Folgen sie mir. Ihr Bruder liegt nun in einem anderen Zimmer. Wir mussten ihn verlegen, da sein Zustand sich gebessert hat und er nicht mehr in Lebensgefahr schwebt.“
„Wär ja auch zu schön gewesen.“, flüsterte Christin, eher zu sich selbst, als zu Doktor Reshima. Dieser, musste durch diese Bemerkung unweigerlich schmunzeln und hielt Christin die Tür auf.
„Ach ja, die Freundin ihres Bruders ist auch hier. Trotzdem sollten sie bitte nicht so einen Lärm machen, da sich in diesem Zimmer noch ein anderer Patient befindet.“
Christin guckte ihn nur kalt an.
„Und warum hat mein Bruder kein Einzelzimmer bekommen? Immer hin zahlt er das Meiste an ihr, von Schulden zerfressenes, Krankenhaus.“
Dr. Reshima machte eine überraschte Miene. Diese Aussage hätte er von so einer Frau niemals erwartet. Wie konnte man nur so etwas sagen? Dieses Gebäude war das beste Krankenhaus weit und breit! Trotzdem nahm er sich vor, ruhig zu bleiben.
„Nun, wir sind im Moment völlig ausgebucht. Kein Zimmer ist mehr frei, außerdem haben wir nicht genügend Personal, um alle Patienten ausreichend zu versorgen. Wir bitten daher um Nachsicht.“
Christin ging einfach vorbei und nahm Kurs auf das letzte Bett. Das Zimmer war groß und geräumig und bot Platz für zwei Patienten. Christin schaute sich einen Moment um. Lange Gardinen verdeckten die Fenster und schützten den Raum somit auch vor Sonnenlicht. Überall waren Maschinen angebracht, die mit einer Art Kabel zu den Unfallopfern führten. Grade hatte sie eines dieser Geräte in Augenschein genommen, fiel ihr auch schon auf, wer da im Bett neben ihrem Bruder lag.
Die Augen geschlossen, verdeckten die braunen Haare einen Großteil des Gesichts. Die schmalen Hände und die feinen Finger lagen lässig am Körper. Das Einzige, was an diesem Bild nicht stimmte, waren die Beine, die in Leinen gewickelt und durch eine Art Hacken oben gehalten, ziemlich unnormal aussahen. Kein Zweifel. Auf diesem Bett lag ihr zukünftiger Geschäftspartner.
„Christin? Was machst DU hier?“
Die junge Frau ging an das letzte Bett und betrachtete ihren Bruder. Auch seine Lage war nicht wirklich zufriedenstellend. Der durchtrainierte Oberkörper war überfüllt mit allerlei Verbandszeug, Kabeln und Pflastern. Neben ihm standen zwei große Geräte. Das Eine, das die Schläge seines Herzens maß und das Zweite, das ihn mit irgendeiner Medizin versorgte.
Christin blickte verächtlich auf seine Freundin Chikaja, die seine Hand nahm.
„Nun, ich wurde von unserem Stiefvater geschickt und soll mich erkundigen wie es dir geht. Außerdem soll ich dich fragen, wie man so verzweifelt sein kann um sich in den nahe gelegenen Fluss zu stürzen!“
Tyson lachte schallend auf. Chikaja guckte ihn mit einer Mischung aus Mitgefühl und der Ungewissheit, ob ihr Freund gerade Geisteskrankheit bewiesen hatte, an. Danach wendete sie sich an Christin.
„Es ist überhaupt schon ein Wunder, dass du kommst. Wann siehst du endlich ein, dass du meinem Bärli (A: Kein Kommentar!) nur das Leben schwer machst?“
„Und wann siehst du ein, dass gesteifte Miniröcke schon letzten Monat out waren? Im Übrigen bin ich auch nicht grad begeistert hier zu sein. Immer hin hatte ich vor kurzem ein wichtiges Meeting. Eigentlich hast du Recht, mit deiner Fürsorge kann ja gar nichts mehr schief gehen.“
Der letzte Satz, vor Sarkasmus triefend, hatte sofort ins Schwarze getroffen. Chikaja blickte die junge Frau mit großen Augen an und wandte sich dann Hilfe suchend an ihren Freund. Dieser zuckte nur mit den Schultern.
„Raus!“, sagte er in einem festen Ton, den ihm in diesem Zustand niemand zugetraut hätte. Christin machte am Absatz kehrt und blickte noch mal zu ihrem Bruder und dann zu Chikaja.
„Du musst ja noch verzweifelter sein, als ich dachte.“
An der Tür angekommen, ruhte ihr Blick auch noch einmal auf den friedlich schlafenden Kaiba, bis sie ein Bild auf seinem Nachttisch bemerkte. Eine blonde Frau und ein kleiner Junge lachten in die Kamera. Kaiba hielt den Jungen auf dem Arm, wobei er von der blonden Frau zärtlich umarmt wurde. Im Hintergrund befanden sich ein riesiger Springbrunnen und viele einzelne Bäume. Irgendwie brachte sie dieses Foto zum nachdenken. Soweit sie sich über Kaiba informiert hatte, war er unverheiratet und begnügte sich ab und zu mit Affären. Manchmal ein Model, manchmal eine seiner vielen Angestellten, aber nie etwas Festes. Natürlich umgab die Kaiba-Familie eine große Mauer aus Mysterien und Gerüchten. Wie man hörte, achtete er besonders darauf, dass nichts über seine Familie bekannt wurde und diese Mauer keinen Riss erhielt.
Mit nachdenklicher Miene verließ Christin den weißen Raum und setzte ihren Weg zum Ausgang fort. Als sie ein Stückchen gegangen und nur noch wenige Schritte vom Aufzug entfernt war, lief ein grauhaariger Mann an ihr vorbei. Christin drehte sich überrascht um. Das musste Mokuba Kaiba gewesen sein. Vor dem Zimmer, indem sein Bruder lag, blieb er stehen, das Telefon an sein Ohr gepresst.
„Was soll das heißen? Ich habe ihnen gesagt, sie sollen ihm die Produkte nur vorstellen! Bin ich denn nur von Idioten umgeben?“
Seine Stimme wurde immer lauter, bis sie zum Schreien geworden war und dadurch wütende Blicke erntete.
„Jetzt hören sie mir mal genau zu! Sie nehmen jetzt sofort ihre Schrottkarre und kommen hierher. Wehe ich sehe sie in 5 Minuten nicht vor mir. Nein, ich habe keine schlechte Laune und nein, es ist nicht wegen meiner Sekretärin!“
Somit war das Gespräch für ihn beendet und das Handy sank in seine Manteltasche. Christin hatte diese Auseinandersetzung interessiert mit angehört. Vielleicht könnte man daraus seine Vorteile ziehen…
Ein paar Tage später bereitete Christin sich auf ihr Gespräch mit Seto Kaiba vor. Wieder regnete es, wobei die grauen Wolken gar nicht mehr schwinden wollten. Ein Donner erhellte die Landschaft und Christin überflog noch mal ihren Plan:
Punkt 1: Darrstellen
Punkt 2: Überzeugen
Punkt 3: Handeln
Wenn sie diese Punkte einhielt, war das Geschäft so gut wie gelaufen. Mit einem dicken Mantel um den Körper verließ sie den Hauptsitz ihrer Firma und rief ihre Limousine. Sie wollte nicht zu spät kommen.
„Ganz schön protzig.“, sprach sie zu sich selbst, als sie ihr Ziel erreicht hatte. Die Kaiba Corp. war ein hohes Gebäude, mit einer majestätischen Glasfront und zwei großen Drachenskulpturen im Vordergrund. Trotz des schlechten Wetters herrschte reger Betrieb in der Empfangshalle. Tausende von gut gekleideten Damen nahmen Anrufe entgegen oder führten gerade Gespräche mit wichtigen Geschäftsleuten. Die vielen Pflanzen hier und da, ließen den großen Saal gemütlich wirken. Christin blickte nach oben. Eine riesige Kuppel bot sich ihrem Blick, die einen schneeweißen Drachen zeigte. Sie hatte ja schon gehört, das Seto Kaiba einen gewissen Drachentick hatte, aber das war wirklich übertrieben. Immer wieder wurde ihr Blick von den vielen Menschen angezogen, die die Firma belebten. Große, kleine, dicke, dünne, jedoch allesamt Frauen quetschten sich in die hinteren Gänge. Christin marschierte auf einen der Informationsschalter zu und blickte auf eine Rotgekleidete, junge Frau. Ihre braunen Zöpfe hingen ihr ins Gesicht und Christin musste zugeben, dass sie eher einem Kamel glich, als einer Sekretärin.
„Ich heiße Christin Satorishi und bin hier um Herrn Kaiba ein Geschäft vorzuschlagen.“
Die junge Frau räusperte sich und wies Christin an, den Fahrstuhl in die 9 Etage zu nehmen. Als sie aus dem Aufzug ausstieg, musste sie sich erstmal wieder orientieren. Das Firmengebäude war wirklich sehr groß. Nach langem Überlegen wählte sie den rechten Weg. Von links kam jedoch eine schwarzhaarige Frau auf sie zu, die sie umstieß. Christin fiel gegen die Wand und