Fanfic: Sag mir, warum du mich leiden sehen willst

vielleicht so was wie: Hä? Wie geht das denn? Sie arbeitet doch in der KC, also muss sie doch wohl Seto Kaiba kennen! Nun ja, sie kennt ihn nur vom Namen her und der Tatsache, dass er Mokubas Bruder ist. Im Klartext: Die Beiden haben sich noch nie gesehen. Sie arbeitet ja auch für unseren Moki und nicht für Seto. Sorry, dass das erst jetzt erwähnt wird. Ohne diesen Zufall würden meine fiesen Pläne ja nicht funktionieren, nich Ketch? ^__^)

Die große, weiße Villa strahlte im Mondlicht und vor allem die kleine Terrasse wurde von der weitentfernten Kugel beschienen. Seto hatte alles vorbeireitet. Mit letztem Griff zog er seine blaue Krawatte etwas fester und knöpfte den oberen Knopf seines Hemdes zu. Seit einem halben Jahr hatte er sich auf diesen Abend gefreut, auch wenn er dies nicht öffentlich zugab. Es würde ein Abend werden, der ihn vielleicht endlich von seinem Leid befreite und somit auch von den Erinnerungen der letzten Jahre, die zu den Schlimmsten seines Lebens zählten. Kaiba seufzte bei diesem Gedanken und wieder spürte er die harten Schläge seines Stiefvaters, genauso realitätsgetreu, wie die Schmerzen seines Körpers bei jeder Bewegung des Älteren. Doch ab heute würde dies sein Ende finden. Prüfend schaute er noch einmal in den Spiegel, bevor er erhobenen Hauptes aus der Tür schritt und zu dem Zimmer seiner Freundin ging. „Ayane“ stand mit bunt gezeichneter Schrift auf einem kleinen Zettel, der auf der sonst so schmucklosen Tür klebte.
„Eindeutig Johns Handschrift…“, bemerkte Seto mit einem Lächeln. Er hatte den kleinen Kerl schon lange ins Herz geschlossen. Der Blondschopf, mit seiner natürlichen Fröhlichkeit und seinem Drang andere Menschen glücklich zu machen, egal wie traurig sie auch waren, hatte auch Setos Herz in einer gewissen Weise berührt. Noch nie hatte er einen Menschen gesehen, der so an seiner Mutter hing, wie der kleine Kerl und mit einiger Zeit entstand daraus Setos schlechtes Gewissen. Mokuba hatte nie eine Mutter gehabt. Sie war bei seiner Geburt gestorben und auch wenn Seto sie noch gut vor Augen hatte, konnte sich Mokuba kaum an sie erinnern. An ihre Zärtlichkeit, an ihre Wärme, an ihre Liebe….
Ein wenig schüchtern klopfte er an die braune Tür.
„Ayane? Bist du fertig?“
„Ja, ich komme gleich.“, drang aus dem verschlossenen Zimmer und wieß Seto an geduldig warten, jedoch mit ständigem Blick auf die Uhr.
Nach achtminütigem Stehen hatte er die Nase voll. Wütend klopfte der Geschäftsmann an der Tür, bis die junge Blondine aufmachte und sich noch schnell eine Blüte ins Haar flechtete.
„Na, wie seh ich aus?“, grinste sie nach oben zu ihrem Freund. Dieser war beinah sprachlos.
„Wunderschön.“, brachte er nach kurzem Zögern hervor und ließ seinen Blick wandern.
Ayane war in ein rotes Abendkleid gehüllt, das sich sehr gut ihrem Haar anpasste und ihre schlanke Figur betonte. In ihren blonden Strähnen konnte er 13 (A: Is hier jemand abergläubisch? I_I) rote Rosen erkennen. Es gab wahrscheinlich kein Wort, das sie in diesem Moment beschrieb und nicht log. Sie war die Frau, die er sich als kleiner Junge immer gewünscht hatte und die er nie gedacht hätte zu bekommen. Ein Engel, dachte er und konnte immer noch nicht glauben, vor ihm vielleicht seine zukünftige Frau zu sehen. Nach all den Jahren des Leidens gab es für ihn vielleicht doch noch etwas Erstrebenswertes? Etwas, das sein kaltes Herz auftauen und ihm beibringen konnte, was es bedeutete zu lieben? Unweigerlich schüttelte Seto den Kopf und konnte diesen Gedanken doch nicht verbahnen.
„Is dir nicht gut?“, fragte Ayane besorgt über seine Geste und berührte sachte seine Wange. Wie unglaublich fein ihre Finger waren. Einfach ein Traum mal von ihnen berührt werden zu dürfen. Seto wünschte sich in diesem Moment nichts Sehnlicheres als dies wahr zu machen…
„Nein, mir geht es gut.“, sprach er mit ruhiger Stimme und begleitete seinen Engel zur Terrasse. Dort stand schon ein Tisch für die Beiden bereiht, wobei unzählige Kerzen auf diesem verteilt waren und deren Schein in der Dunkelheit weite Kreise zog.
„Du bist verrückt.“, sprach Ayane aus und schmiegte sich an ihn. Der Braunhaarige guckte verwirrt und wurde nervös. Gefiel es ihr etwa nicht? War seine ganze Arbeit wirklich umsonst gewesen?
„Gefällt es dir denn nicht?"
„Es ist wunderschön…“
Sie beugte sich zu ihm und küsste ihn innig. Als sie sich lösten, holte Seto ein kleines Kästchen aus seiner Dinnerjackettasche und gab es Ayane. Diese hielt sich eine Hand vor den Mund.
„Das ist doch nicht etwa…?“
„Für das Mädchen, das den Mut hatte, mich zu pflegen und mich von meinem Eis zu befreuen.“
Mit diesen Worten küsste er ihre Hand und lächelte.
„Willst du?“
Stürmisch fiel sie ihm um den Hals und küsste sein ganzes Gesicht. Glücklich über diese Reaktion, erschien auch auf seinen Lippen ein Lachen.
Vielleicht würde er nie wieder allein sein müssen. Mit so einer Frau wollte er den Rest seines Lebens verbringen…

Tränen liefen dem jungen Geschäftsmann über die Wangen, als er seine erste und letzte Liebe in den Armen hielt. Kalt fühlte sich der Körper seines Engels an. Kalt und unnahbar. Ihr Blick, so leer wie er sich jetzt fühlte, war starr auf ihn gerichtet. Überall roch es nach ihrem Blut. Selbst ihre blonden Strähnen hatte der rote Gestank nicht verschont. Langsam fiel eine Träne nach der Anderen auf das Gesicht der schönen Frau. Nun war er wieder allein. Man hatte ihn verlassen. Dabei wollte er ihr den schönsten Tag ihres Lebens schenken. Sie in einem weißen, langem, Engelsgewand zu sehen, war sein größter Traum gewesen. Warum nur? Warum konnte es nie ihn treffen? Warum immer die Menschen in seiner Nähe? Die, die ihm am Meisten bedeuteten? Das durfte nicht sein.
„Bitte…“, flehte Seto und ließ den leblosen Körper auf den Boden sinken.
„Bitte, gib sie mir zurück…“
Weinend brach er zusammen. Wenn es einen Gott gab, warum hasste er ihn dann so sehr? Warum wollte er, dass er leitete und sich nicht mehr davon erholte?
Stille breitete sich über ihn aus und trauert blieb er bei der Frau, die er als Einzige jemals lieben würde…

Ein Jahr später war dieses Erlebnis für Seto Kaiba Geschichte. Zwar hatte er Ayane nie vergessen können, doch waren nun andere Dinge in den Vordergrund getretten. Zum Beispiel sein Bruder, der endlich in die Firma kommen würde. Mokuba ging zwar noch zur Schule, doch empfand er es als Herausforderung seinem Bruder zu helfen. So konnte er sein Gelerntes nun endlich in die Praxis umwandeln. Nicht zu letzt hatte Seto genug mit seiner neuen Affäre zu tun, die eigentlich nur den Zweck hatte, ihn von seinen weiblichen Fans fern zu halten. Dies wollte jedoch nicht so funktionieren wie es sich der Geschäftsmann vorstellte. Einerseits war da die Tatsache, dass er so langsam Gefühle für die junge Journalistin zu entwickeln schien und er somit eifersüchtig war. Andererseits IHRE Affären. (Sie wechselte die Männer, wie ihre Unterwäsche und das passte Seto gar nicht.) Da dieses Problem immer offensichtlicher zu werden schien, hielt Seto ein ernsthaftes Gespräch für nötig.
„Chikaja, ich muss mit dir reden.“
„Ja?“, tönte eine zuckersüße Stimme aus dem Bad. „Was ist denn soooo wichtig?“
„Komm einfach in mein Büro.“
Nach zirka zehn Minuten hatte es die Braunhaarige dann geschafft, setzte sich auf den Stuhl gegenüber Seto und schlug die Beine übereinander. Sie zupfte ein wenig an ihrem Shirt, wodurch man einen guten Blick auf ihren BH genießen konnte und sah ihn mit großen Augen an. Seto knirschte mit den Zähnen.
„Also, warum hast du mich herbestellt?“, fragte die Braunhaarige und versuchte so unschuldig wie möglich zu klingen.
„Wo warst du eigentlich gestern, Liebling?“
„Ach, das weißt du doch! Ich war bei Ren-sama, um dir den Auftrag zu holen.“
„Wirklich? Und wie hast du ihn dir geholt?“
Langsam beging Chikaja zu verstehen, worauf Seto hinaus wollte. (A: Tut mir Leid, sie ist nun mal selten doof….U_U)
„Du weißt ja wie das ist. So ein großer, starker Mann würde sonst doch gar nicht auf mich hören! Also musste ich einwenig nachhelfen. Ich hab es für uns getan.“
Mit diesen Worten setzte sie sich auf den Schreibtisch und begann mit seiner Krawatte zu spielen.
„Du wirst doch nicht etwa böse auf mich sein, oder?“
Sie zog ihn in einen Kuss, der Setos Wut aus ihm heraus zog. Etwas Interessantes hatte diese Frau nun mal.

In dieser Nacht konnte er nicht schlafen. Irgendetwas schien ihm seine Ruhe zu rauben. Leise schlich er durch die dunklen Korridore seiner Villa. Nachts wurden diese vom Mondlicht eingenommen und eine seltsame Stimmung herrschte in jedem Raum. Der Wind fegte durch die Gänge und pfiff in Setos Ohren. Langsam begann es zu regnen. Kälte schlich Setos Waden hoch und umschlang seinen Oberkörper, sodass er seinen Schlafanzug fester um seine Schultern zog. Ich sollte zurück ins Bett gehen, ging es ihm durch den Kopf, doch er verwies diesen Gedanken sofort wieder. Er würde sowieso nicht schlafen können.
Plötzlich vernahmen seine Ohren lautes Seufzen. Es kam definitiv aus dem hinteren Gang. Seto kam näher, sodass er die Stimmen identifizieren konnte. Es war seine Freundin Chikaja. Sollte sie wirklich schon wieder?
Er rannte über die nassen Steine des kleinen Innenhofs. Der Regen tropfte auf seine Strähnen und sein Oberkörper pulsierte von der Anspannung. Diesmal würde er aufdecken, wer es wagte mit seiner Freundin Tag für Tag und dazu noch in SEINEM Haus zu schlafen. Wenn er den Übeltäter erstmal hatte, würde dieser sofort das Land verlassen müssen.
Sein Herz schmerzte bei dem Gedanken seine Chikaja mit einem anderen Mann zu sehen. Zugegeben, vorerst waren sie nur eine Affäre gewesen, aber Seto hatte viel mehr Gefühle für die Braunhaarige. Er liebte sie.
Immer näher kam er