Shamantournement
Das Turnier, die Vierte
Ren schlich sich ganz leise von hinten an Luna heran. Sie bemerkte es nicht, denn noch immer sah sie in die Sterne und träumte vor sich her. Plötzlich legte sich eine Hand auf ihre Schulter. Erschrocken fuhr sie hoch, “WAS?” “He beruhig dich…”, beruhigte Ren sie, “Ich bin ´s nur. Ich wollte dich ablösen!” “Oh… Tut mir Leid… Muss wohl eingenickt sein…” Sie stand auf, um Ren den Platz zu überlassen. “Hmpf!”, machte dieser nur und setzte sich. “Gut Nacht”, murmelte Lu, bevor sie nach drinnen ging. Von ihm bekam sie allerdings keine Antwort. Sie setzte sich hin, lehnte sich gegen eine Wand, nahm eine Decke aus ihrer Tasche und deckte sich zu. Im nächsten Moment schloss sie die Augen und schlief ein.
Nach einigen Stunden wurde sie ziemlich unsanft wachgerüttelt. Schwermütig öffnete sie die Augen. Sofort erkannte sie, dass es noch Dunkel und sie noch ziemlich müde war. “Wach auf!”, drang Vivalinas Stimme in ihr Ohr. “Wir haben ein Problem!” “Wasn los?”, fragte sie im Halbschlaf und setzte sich richtig hin. “Hao! Er ist hier! Steh AUF!” Vivalina zog Luna schnell auf die Beine. “Komm mit!” Widerwillig folgte Luna ihrer Freundin nach draußen, diese zog sie mehr mit sich, als dass die noch halb Schlafende Luna eigene Schritte machte. Draußen bemerkten die beiden, dass Yo und Hao sich unterhielten. Erst jetzt öffnete Luna die Augen ganz. “Ich will schlafen!”, murmelte sie müde. “Luna…”, sagte Hao plötzlich. Lu sah ihm ins Gesicht. “Wie es scheint geht es dir besser.” Lu nickte. Yo und die anderen sahen nur fragen zwischen den beiden hin und her. “Was…”, fing Horo an, doch Lu unterbrach ihn, “Vielleicht später.” “Was willst du hier, Hao?”, fragte sie ihn. “Ich wollte sehen, wie es dir geht.”, antwortete er mit einem breiten grinsen im Gesicht. “Lass die Scherze!”, rief Luna streng, “Warum bist du hier?” “Och… Eigentlich gibt es dafür keinen bestimmten Grund.” “Wie?! Keinen Grund?!” Luna war nun sauer. “Hast du vielleicht eine Ahnung wie spät es ist?! Ich bin, verdammt noch mal müde und will einfach nur schlafen! Also verschwinde!” “Luna…”, murmelte Vivalina leise, “Sei vorsichtig…” “Keine Sorge, Vivalina.” Luna trat einen Schritt weiter vor. “Ich weiß, was ich tue.” “Wie ich sehe ist sie auch bei dir.”, unterbrach Hao die aufgekommene Stille. Er sah an Luna vorbei zu Vivalina und setzte ein fieses grinsen auf, “Anscheinend hast du vergessen, was ich damals für dich getan habe, oder?” Angesprochenen erschrak, aber nur leicht. “Nein, Hao, das hebe ich nicht…” Sie stockte. “Aber… aber ich werde nicht wieder zu euch zurückkommen…” “Das hatte ich auch nicht erwartet, schließlich habe ich dich rausgeschmissen.”, meinte Hao, “Ich hätte nur nicht erwartet, dass du dich meinen Nachfahren anschließt. Für so unloyal hätte ich dich nicht gehalten.” Vivalina wich einen Schritt zurück. “Unloyal…” “Richtig, unloyal.” “Aber…” Sie senkte den Kopf. “Vivalina…”, sagte Hana leise. “Ich mag zwar unloyal sein “, entgegnete sie unerwartet laut, “aber nun habe ich richtige Freunde gefunden! Ich bin nach so langen Jahren mal wieder richtig glücklich!” “Du wirst es bereuen, dich ihnen angeschlossen zu haben, das kannst du mir glauben.”, meinte Hao nur. Danach herrschte für kurze Zeit stille, bis ein klingeln die Ruhe durchbrach. Hastig griff Luna nach ihrem Handy. (Es war in ihrer Hosentasche^^) Sie ging einige Schritte weg von der Gruppe und nahm ab. Auf dem Display hatte sie erkannt, dass es ihr Großvater war, der sie angerufen hatte. “Hallo Großvater.”, sagte sie. “Ah, Luna. Gut, dass ich dich erreiche,”, kam es zurück. “Was gibt’s denn so wichtiges?” “Anna, Manta und Tamao sind auf dem Weg zu Yo. Wenn du ihn triffst, dann sag ihm bitte Bescheid. Sie wollen ihm ein sehr wichtiges Familienbuch bringen, dass von einem unserer Vorfahren geschrieben wurde.” “Verstehe… Soll ich ihm sonst noch etwas ausrichten?” “Nein, ansonsten nichts. Aber hör mir zu niemand außer dein Bruder und du dürfen dieses Buch lesen. Niemand sonst!” “Verstanden. Niemand außer uns. Gut ich sag’s ihm. Bye!” “Ja. Tschüss.”, verabschiedete sich ihr Großvater und legte auf. Auch Luna legte auf und ging zurück zu den anderen. Hao war in der Zwischenzeit verschwunden. “Hey! Wo ist Hao hin?”, fragte Luna im Näher kommen. “Er ist kurz nach dir gegangen.”, antwortete Horo. //Wieso das denn?//, dachte Luna, “Gut, dann sollten wir herein gehen…” Alle nickten und gingen zurück in die Höhle. “Wer war eigentlich am Telefon?”, fragte Yo, als sich alle gesetzt hatten. “Das war Großvater. Er wollte Bescheid sagen, dass Anna, Manta und Tamao auf dem weg zu dir sind. Sie wollen dir irgendetwas bringen.”, bekam er als Antwort. “Mir was bringen?”, fragte Yo, “Hat er auch gesagt was sie mir bringen?” “Lu nickte. “Ja irgendein wichtiges Buch, das von unseren Vorfahren geschrieben wurde.” “Ein Buch?”, fragte Ren, “Was soll er denn mit einem Buch? Er wird es doch eh niemals lesen!” Keiner konnte sich das Lachen verkneifen. “Da hat er wohl Recht.”, sagte Yo, “Gut. Aber nun lasst uns schlafen gehen. Es ist noch Dunkel und wir sind alle müde.” Alle nickten, deckten sich zu und legten sich schlafen.
Luna war am nächsten morgen die letzte, die aufwachte. Alle anderen waren schon wach. “Morgen…”, murmelte sie, nachdem sie aufgestanden war. “Morgen!”, kam es fröhlich von allen anderen zurück. “So früh am Morgen schon so wach…”, murmelte sie müde. “Es ist gar nicht mehr morgen.”, korrigierte sie Hana, “Es ist bereits Mittag.” “Oh… Wie spät ist es genau?” “12 Uhr.”, sagte Vivalina, “Du hast sehr lange geschlafen. Yo und seine Freunde sind schon weg.” “Dann ich wohl verschlafen.”, meinte Luna und nahm einen Schluck Wasser, “Naja… Wir sollten uns auch bald auf den Weg machen.” “Wir haben schon alles eingepackt. Wir haben nur noch auf dich gewartet.”, sagte Hana. “Wieso habt ihr mich nicht geweckt?”, fragte Luna. “Du hast so schön geschlafen, da wollten wir dich nicht wecken.”, kicherte Vivalina. “Warum kicherst du?” “Ach gar nichts. Du redest nur im Schlaf.” “Wie?! Was hab ich gesagt?” “Du hast anscheinend von Hao geträumt… War es denn ein schöner Traum? Ich hab nur etwas von “Jaah Hao!! Fester!! Nicht aufhören!! Weiter!!” gehört.” Lunas Gesicht nahm die Farbe einer Tomate an, doch ihre Freundin redete weiter. “Übrigens haben Yo und die anderen es auch mitgekriegt.” “W… w… wie bitte?”, fragte Luna. Ihr war das ganze extrem peinlich, jedoch konnte sie sich an keinen derartigen Traum erinnern. “Das kann doch nicht wahr sein…” Sie nahm ihre Decke und vergrub ihr knallrotes Gesicht in ihr. “Das kann doch wohl nicht wahr sein…” Erst nach einigen Minuten hatte sie sich etwas beruhigt und ihr Gesicht hatte eine wieder halbwegs normale Farbe angenommen. Sie begann langsam ihre restlichen Sachen einzupacken. Nach getaner Arbeit und einem kleinen Snack machten sich die drei Freunde auf den Weg. “Hat Yo noch irgendetwas gesagt, bevor er ging?”, fragte Luna nach einer Weile. “Nein, nur, dass du vorsichtiger mit deinen Träumen sein solltest.”, lachte Hana. Schon wieder wurde Luna Rot. “Mach dir nichts draus. Auch Hao hatte mal so was Ähnliches geträumt. Nur hat er den Namen seiner Flamme nicht genannt.”, kicherte Vivalina. “Wie?”, fragte Lu. “Ja! Echt wahr. Das war schon `ne komische Situation am nächsten Morgen. Ich war ja nicht die einzige, die das mitbekommen hat. Wir mussten beinahe lachen, haben es dann aber doch gelassen. Aus Angst, dass Hao uns dann tötet. Opacho war die einzige, die etwas über den Vorfall sagte - zu Hao. Er hat ihr aber keine Fragen beantwortet.” “Hab ich ehrlich im Schlaf gesprochen?” “Ja. Hast du!”, grinste Hana, “Aber anscheinend hast du vergessen, was du geträumt hast, oder?” Sie nickte. “Jeder vergisst meist, was er geträumt hat, auch, wenn er im Schlaf redet.”, meinte Vivalina, “Auch Hao hatte vergessen, was er da geträumt hatte.” “Tja so wird’s auch bei dir sein.”, grinste Hana. “Können wir bitte aufhören darüber zu reden?”, fragte Luna. Ihre beiden Gefährten zuckten mit den Schultern, “Wie du willst.” Schweigend gingen die drei weiter. Den ganzen Tag über redeten die drei nicht viel miteinander, denn jedes ärgerten Hana und Vivalina Luna mit dem, was sie anscheinend geträumt hatte.
Gegen Abend kamen die drei an eine Felsgruppe. Als sie näher kamen sahen die drei Hao. Es war zwar keiner seiner Leute dabei, jedoch war er nicht allein. Vor ihm kniete eine Person. Sie trug einen langen schwarzen Umhang, weswegen man ihr Gesicht und auch sonst nichts erkennen konnte. “… Ich sterbe eher, als dass ich mich dir anschließe!“, sagte die Person. An der Stimme erkannten Luna und ihre Freunde, dass diese Person weiblich war. “Du kannst doch gar nicht sterben…”, erinnerte Hao sie in einem fiesen Ton. “Ach… Du weißt aber wie es gemeint ist, oder etwa nicht?” “Klar weiß ich es. Ich wollte dich nur darauf hinweisen.” “Sehr witzig… Ich lach mich schlapp…” Sie stand auf. Plötzlich wurde sie gegen einen Felsen geschleudert. “Es wird dir noch Leid tun.”, meinte Hao und löste sich in einer Flamme auf. Luna und Vivalina rannten sofort zu dem Mädchen hin. Sie war bewusstlos und hatte eine klaffende Wunde am Hinterkopf. “Wir müssen doch etwas tun!”, sagte Luna hektisch. “Wir sollten ihr einen Verband anlegen, damit es aufhört zu bluten.”, schlug Hana vor, der mittlerweile zu den dreien gekommen war. Vivalina nickte und legte ihn an, während Luna und Hana ein Feuer machten und Essen kochten. Bereits wenige Minuten nachdem Vivalina den Verband