Wohin das nur führen wird... Verwandlung mit Folgen
Erkenntnis
Erkenntnis
Kapitel 5: Erkenntnis
„Joey, hier sind wir!“ Die helle Stimme von Tea ließ die beiden Jungen aus ihren Gedanken aufschrecken.
„Ah, das ist Tea. Gesehen hast du sie ja bestimmt schon mal, ne? Und Yugi, Tristan und Duke sind ja auch da! Klasse! Komm, ich stell sie dir vor!“ Fröhlich winkend lief Joey seinen Freunden entgegen, zog Sato dabei am Arm hinter sich her.
„Ah...hey!“, stammelte Sato verwirrt, grob wurde er hinter Joey hergezogen, als dieser schneller lief, als Satos kurze Beine mitkamen.
Ein schmerzhaftes Ziehen in der Seite und plötzliche Atemnot ließen Sato stark zusammenzucken und japsen.
„Hch, Joey...halt! Hch, Joey! Stopp!“, versuchte er sich schwach bemerkbar zu machen, er konnte kaum noch Luft holen. Mit vor seinen Augen drehender Umgebung begann er zu taumeln.
„Hm? Ah, Sato!“ Als Joey bemerkte, was los war, blieb er erschrocken stehen und fing den kleinen Jungen auf, als dieser geschwächt in die Knie sank.
„Sato, oh entschuldige, ich habe ganz vergessen, dass du noch verletzt bist! Tut es sehr weh?“, rief Joey entschuldigend, zärtlich strich er dem Kleinen eine verschwitzte Haarsträhne aus der Stirn.
„Hch...doofer...Köter!“
Diesmal reagierte Joey gar nicht auf die Beleidigung, sondern wartete nur besorgt, bis Sato sich wieder beruhigte und ihn gerade mit seinen eiskalten Blicken aufzuspießen versuchte.
„Joey, Sato, alles klar bei euch?“, fragte Tristan, der von der Ferne her bemerkt hatte, was los war und nun zu ihnen gelaufen kam.
„Hmpf!“, machte Sato bloß, umständlich stand er auf und zupfte sich den Pullover zurecht.
„Alles okay, Tristan, keine Sorge. Kannst du wieder laufen, Sato?“
„Hmpf! Wenn ich stehen kann, kann ich auch laufen, Köter! Aber bei deinem mickerigen Verstand bezweifle ich, dass du diesen Zusammenhang verstehst...“, antwortete Sato mit einem süffisanten Grinsen, selbstsicher stemmte er die Arme in die Hüften und blickte zu dem Blondschopf auf.
„Argh! Du, bist du scharf auf ne Kopfnuss, oder was? Warum hab ich nur immer das Gefühl, dass du dieser Oberarsch von Seto Kaiba persönlich bist?“
//Vielleicht, weil ich das auch bin, du Schwachkopf!?//
„Hmpf. Woher soll ich wissen, was in deinem unterentwickelten Hundehirn vor sich geht? Danke, das will ich überhaupt nicht wissen!“, stichelte Sato sofort wieder los, diesmal entging er einer Kopfnuss aber nicht.
„Du kleine Kröte! Kannst du auch was anderes als rummeckern?“
„Hmpf! Klar! Kritisieren!“
„Ich geb’s auf... Komm, die anderen warten.“, brummte der Blonde und rollte mit den Augen, während er neben Tristan her ging, der ihn schief angrinste.
„Ihr beiden versteht euch ja prächtig, wie?“
„Tris, damit macht man keine Witze!“
„Das war auch kein Witz! Das war eine reine Feststellung!“
„...Wenn er nicht immer so verdammt Kaiba-typisch wäre, dann wäre wahrscheinlich alles viel leichter...“
„Ach komm schon, Joey, das wird noch. Ihr müsst euch nur ein wenig mehr kennen lernen, dann werdet ihr euch schon besser verstehen, bestimmt.“, versuchte Tristan seinem Freund Mut zu machen und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. Joey nickte dankbar.
„Danke, alter Kumpel. Du kannst einem wirklich Mut machen!“
„Joey, hallo!“
„Ah, hallo Tea, hallo Yugi. Und Duke, du bist ja auch hier! Wie kommt denn das?“
Verwundert reichte Joey seinem schwarzhaarigen Freund die Hand. Dieser lachte fröhlich.
„Na ja, ich habe mir vorgenommen, mir mal eine Auszeit zu nehmen. Jeden Tag arbeiten ist echt stressig, also wollte ich mal wieder ein wenig Zeit mit euch verbringen.“
„Ah, echt klasse! Du bist wenigstens nicht so ein Streber wie Kaiba, der den ganzen lieben langen Tag am Laptop sitzt!“
„Stimmt, aber bei Kaiba ist das auch was anderes. Aber weg mit dem Thema, ich hab frei, okay?“
„Jap, stimmt. Ach, ich wollte euch noch jemanden vorstellen.“ Lächelnd schob Joey den kleinen Sato nach vorn und kniete sich hinter ihn.
„Das ist Sato. Der Kleine wohnt seit gestern bei mir.“
„Hallo, Sato. Freut mich, dich kennen zu lernen. Mein Name ist Tea Gardner und das sind Yugi Muto, Tristan Taylor und Duke Devlin. Und, wie lebt es sich so bei Joey? Er ist manchmal ein echter Hitzkopf, aber sonst recht in Ordnung...“
„Hmpf! So, wie es sich bei hirnlosen, Flohverseuchten Kötern in ihrer Hundehütte eben lebt...nicht sehr angenehm!“
Wieder musste Joey sich ordentlich beherrschen, um dem Jungen nicht sofort eine Kopfnuss zu verpassen und Tea, Yugi und Duke guckten dumm aus der Wäsche.
„Sato...bitte etwas freundlicher, die sind schließlich um einiges älter als du!“
„Und? Bei der mangelnden Intelligenz fällt das nicht sonderlich ins Gewicht. Außer bei Devlin, so dumm ist er ja auch wieder nicht, wenn er es schafft, eine Firma zu leiten ohne sie nach zwei Tagen in den Ruin zu treiben...“
„...Haha! Sato, ich mag dich, weißt du das?“ Plötzlich begann Duke leise zu lachen, er sank vor Sato in die Knie und lächelte den Kleinen an.
Verwundert glotzte der Junge zurück, zog misstrauisch die Augenbrauen zusammen. Aber er sagte nichts, stattdessen blickte er zu Boden und schwieg.
Yugi währenddessen stand etwas abseits und betrachtete den kleinen Jungen skeptisch.
~Yami, Seine Art und Weise ist mir so vertraut~
*Ich stimme dir zu, Yugi. Mich erinnert der Kleine auch an wen*
~Schon allein die Art...wie Kaiba Junior!~
*Du meinst Mokuba?*
~Nein, Mokuba ist doch ein ganz Lieber! Ich meine Seto. Spitze Zunge, überheblich, arrogant, diese Haltung und vor allem das Aussehen, das ist ja mehr als Zufall!~
*Stimmt, das wäre wirklich ein unglaublicher Zufall. Ich spüre die Energie des Millenniumsstabs in seiner Nähe, vielleicht hat Marik ihn geschrumpft!*
~Marik? Wie kommst du darauf, dass Marik ihn geschrumpft haben soll?~
*Keine Ahnung, aber fest steht, dass das da Seto Kaiba ist. Nur halt im Körper eines achtjährigen. Und Joey weiß es anscheinend nicht, aber er scheint was zu ahnen...*
~Schon verwunderlich, dass er noch nicht darauf gekommen ist, aber lassen wir ihm den Spaß mal, oder?~
*Genau. Ich nehme jetzt Kontakt zu Seto auf, also wundere dich nicht, wenn ich eine Weile nicht antworte*
~Okay, aber lass Seto am Boden!~
*Hehe, werd’ mein Bestes geben*
Grinsend beobachtete Yugi den kleinen Seto. Er konnte sich schlecht vorstellen, dass Joey gut mit dem Jungen auskommen würde, sobald er erfuhr, wer Sato wirklich war, aber noch wollte Yugi nichts ausplaudern. Joey würde mit der Zeit schon allein dahinter kommen, da war er sicher. Denn so dumm, wie Kaiba ihn gerne darstellte, war der Blonde doch nicht.
Er begann zu grinsen, als Sato verwirrt blinzelte und aufsah.
*Hallöchen, Kaiba. Na, wie geht’s dir?*
//Hm? Was zum-//, dachte Sato verwundert, mit gerunzelter Stirn sah er sich um. Wer sprach denn da mit ihm?
*Ich bin es, Yami. Kennst du mich noch?*, kicherte die Stimme und Satos Augenbrauen wanderten jetzt so weit in die Höhe, dass sie unter dem braunen Pony verschwanden.
//Yami? Doch nicht etwa dieser Möchtegern-Pharao von vor fünftausend Jahren?//
*Ja, genau der. Aber das ist unwichtig. Erklär mir mal lieber, was du in dem Körper eines kleinen Jungen machst!*
//Pff...wieso sollte ich dir das erzählen? Du bist doch bloß ein Hirngespinst!//, knurrte Sato stur, er sah nicht ein, warum er alles erzählen sollte! Als fünftausend Jahre alter Geist würde Yami das ja wohl selbst herausfinden, oder nicht?
*Sagen wir, ich bin so eine Art zweites Gewissen. Das einzige, was ich glaube zu wissen, ist, dass Marik dich verwandelt hat, denn ich spüre die Aura seines Millenniumsstabs um dich herum. Erzählst du mir endlich näheres, vielleicht kann ich dich dann zurückverwandeln* Langsam verlor auch der Geist in seinem Kopf die Geduld, das hörte Sato deutlich. Trotzdem wollte er nicht...
//Hmpf! Auch einem Gewissen sollte man nicht alles erzählen, das ist schlecht für den inneren Ruf! Aber wenn du mich zurückverwandeln kannst...//
*Kommt ganz darauf an*
//Pff...na gut, ausnahmsweise. Also, Marik hat mich herausgefordert per Brief, auf dem Dach meiner Firma. Und ich bin hingegangen und da hat er dann was davon gefaselt, er wolle mir meinen derzeit größten Wunsch erfüllen für seine Schwester und da ich gern mal meine Kindheit wieder durchlebt hätte...hat er mich eben in diesen Körper gesteckt! Und jetzt verwandle mich endlich zurück!//
*Hm...wenn er es wirklich aus diesem Grund heraus getan hat, dann bin ich leider machtlos, entschuldige, Kaiba.*
//Was soll das heißen?//, fauchte Sato böse,+ und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Unfähiger Pharao!
*Ganz einfach. Ich kann dich nicht zurückverwandeln. Denn wenn Marik dies in bösem Sinne getan hätte, dann hätte ich die Möglichkeit gehabt. Aber er hat versucht dir zu helfen, also bin ich machtlos*, erklärte dieser mit monotoner Stimme, was Sato regelrecht zur Weißglut reizte.
//Das kann ja wohl nicht sein! Was bist du für ein bescheuerter, unfähiger Pharao, hä?//
*Pass auf, was du sagst, sonst könnte ich die Verwandlungsdauer noch verlängern!*, drohte Yami, nur mit Mühe konnte er sich beherrschen, nicht einfach loszubrüllen.
//Hmpf...aber woher weißt du eigentlich, wer ich bin?//, wechselte Sato wieder das Thema, auf Streit war er nicht wirklich scharf.
*Na, das hast du doch eben mehr als genug bewiesen. So ein freches Mundwerk und vor allem dieses egozentrische Verhalten hat nur einer. Auch, wenn du aussiehst wie Kaiba im Kindesalter*
//Und wie kommt es, dass alle anderen dermaßen blöde sind und du nur es erkennst?//
*Vielleicht, weil sie es entweder nicht glauben können, oder nicht wissen wollen. Eins von beiden, jedenfalls kannst du von Glück reden, dass ich dein wahres Wesen herausgefunden habe,und noch nicht Joey*
//Pah, der dumme Köter wird es eh nie herausfinden, egal, wie offensichtlich ich mich benehme!//