Wohin das nur führen wird... Verwandlung mit Folgen
Wer ist Tyo?
Wer ist Tyo?
Kapitel 6: Wer ist Tyo?!
„Sato, komm. Wir holen uns ein Eis.“, lachte Joey und lächelte den kleinen Brünetten freundlich an. Dieser brummelte leise vor sich hin, warf Yugi noch einen wütenden Blick zu, und stapfte dann wortlos hinter seinem ‚Vermieter’ hinterher.
Vor dem Eisladen streckte er sich, um lesen zu können, was es im Angebot gab.
„Ich hätte gern zwei Kugeln Erdbeere, und was willst du, Sato?“
„Äh...gibts auch Schokolade?“, fragte der Kleine etwas schüchtern, fragend guckte er Joey aus großen blauen Augen an. Er hatte beschlossen, doch endlich seinen Stolz über Bord zu werfen und seine Kindheit auszuleben. Diese Chance würde er nämlich nie wieder bekommen, also wollte er sie auch nutzen!
„Also Schokolade.“
„Mit Streußeln!“, fügte Sato noch schnell hinzu.
Lächelnd machte der Verkäufer das Eis fertig und als Joey dem kleinen Braunhaarigen sein Eis reichte, schnappte dieser es sich sofort und begann es zu vertilgen.
„Na, schmeckt’s?“
„Hm.“
Nach kurzer Zeit standen alle im Kreis und vergnügten sich mit ihrem Eis. Duke hatte Himmelblau, Joey Erdbeere, Yugi Straciatella und Tristan Waldmeister, Sato Schokolade.
„Wunderschönes Wetter heute...irgendwie hätte ich jetzt Lust, baden zu gehen. Was meint ihr?“, meinte Joey plötzlich und blickte hinauf in den strahlend blauen Himmel. Tristan und Yugi nickten, Duke wusste nicht, was er wollte und Sato brummelte bloß etwas vor sich hin.
„Aber vorher müssen wir noch einkaufen. Sato braucht schließlich noch passende Klamotten.“
Schräg blickte der Kleine auf und runzelte die Stirn. Klar, er hatte ja nur diese Klamotten und das auch nur, weil Joey am Morgen noch einkaufen gegangen war für ihn.
Er seufzte leise und nickte ergeben. Die ganze Zeit lang in den gleichen Klamotten rumlaufen wollte er schließlich auch nicht...
„Wir kommen mit, okay? Einkaufen macht mit Freunden doch gleich viel mehr Spaß! Außerdem können wir dich auch ein wenig beraten, Sato!“, bot Tristan sich sofort an und grinste fröhlich. Sato zog misstrauisch die Stirn in Falten.
„Komm schon, du brauchst nicht so schüchtern zu sein! Wir helfen dir gern!“, stimmte auch Yugi zu, freundlich lächelte er Sato an. Aber dieser schien immer noch misstrauisch zu sein, wütend kniff er die Lippen zusammen, seine Augen wurden schmaler.
„Okay, dann lasst uns am besten sofort gehen!“, rief Joey begeistert, schnappte sich den kleinen Jungen und stürmte los.
„Joey, sei mal nicht so voreilig! Hast du überhaupt Geld?“, rief Tea missbilligend und stemmte die Arme in die Hüfte.
„Hä?“, machte Joey dumm, aus großen Augen blickte er Tea an, schien nicht wirklich begriffen zu haben, was sie von ihm wollte. Ungläubig verdrehte Sato die Augen und seufzte leise, was kurz darauf auch Tristan und Duke taten, Yugi lächelte nur nachsichtig.
„Sie will wissen, ob du überhaupt Geld hast, um irgendetwas kaufen zu können, Joey!“, erklärte Tristan grinsend und Joey begann verlegen zu lachen.
„Äh...ähehehe, ...ich glaub, ich hab ein Problem!“, gestand er schließlich, verlegen kratzte er sich am Hinterkopf.
„Oh man...“, kam es daraufhin leise von Sato, er klatschte sich betreten mit der Hand auf die Stirn und massierte sich genervt die Schläfen.
„Wheeler, ist dein unterentwickeltes Hundehirn überhaupt zu irgendetwas Imstande?“, knurrte der Kleine genervt, nur knapp konnte er einer Kopfnuss entgehen.
„Hey, pass auf, wo du deine dreckigen Pfoten hinhaust, Köter! Du könntest jemanden damit treffen!“, brüllte er, seine Laune war nun endgültig im Keller.
„Pass auf, was du sagst, du kleine Nervensäge!“
„Wer ist hier ne Nervensäge, du dreckige Flohschleuder?“
„Argh!“
„Leute, nicht streiten! Geh doch einfach zur nächsten Bank und heb ein wenig Geld ab, Joey, okay? Dann ist alles wieder in Ordnung...“
„Pff...danke Tristan, das Problem ist bloß, dass ich dermaßen pleite bin...“
„Argh! Du unfähiger Idiot! Erst nimmst du mich auf und dann bemerkst du, dass du überhaupt kein Geld hast! Geht’s denn noch blöder?“
„Nicht streiten, ihr beiden...“, ertönte plötzlich eine fremde Stimme und Joeys und Satos Kopf ruckten herum.
Sie beiden sahen vor sich einen hoch gewachsenen, braunhaarigen Jungen mittleren Alters, er trug eine zerschlissene weiße Weste mit etlichen Schmutzflecken, und eine kurze graue Hose. Aber das Auffälligste an ihm waren die strahlend blauen Augen, die gleichen, die auch Sato hatte, nur sie strahlten eine Wärme aus, die fast körperlich zu spüren war. Der Junge lächelte verschmitzt.
„Sato, ich hab mir schon Sorgen gemacht! Wo warst du?“, fragte der Junge mit warmer Stimme, stumm nahm er Satos Hände in die Seinen.
=Mach jetzt bloß nichts Falsches, Kaiba!=, schallte eine warnende tiefe, aber auch freundliche Stimme in Satos Kopf, die dem Jungen seltsam bekannt vorkam.
Fieberhaft überlegte er, woher ihm diese Stimme bekannt vorkam, und die Erkenntnis traf wie ein Blitz.
//Äh...Marik?//
=Genau, du Genie! Also halt den Schnabel und hilf mit, ich hab diesmal nämlich wirklich vor, dir zu helfen, damit du bei Joey bleiben kannst!=, knurrte Mariks Stimme in seinen Gedanken und Sato schnalzte misstrauisch mit der Zunge. Warum sollte er Marik schon wieder vertrauen? Der Typ hatte schon mehr getan, was er nicht wollte und das war nicht unbedingt nur Gutes gewesen...
//Du...warum sollte ich dir vertrauen? Du hast es schon einmal missbraucht!//, schnauzte Sato gedanklich wütend zurück, hastig befreite er sich aus den Händen des so fremd aussehenden Jungen, der aber in Wirklichkeit Marik war.
„Wer bist du denn?“, mischte sich jetzt auch Joey ein, beschützend zog er Sato hinter sich, und funkelte den Fremden wütend an.
„Mein Name ist Tyo. Ich bin Satos großer Bruder. Und du bist Joey, der meinen kleinen Bruder bei sich aufgenommen hat, wenn ich richtig verstand?“, erklärte der Junge freundlich und grinste schwach.
„Sato, stimmt das?“, hakte Joey noch einmal skeptisch nach, aber von dem Kleinen erhielt er nur ein stummes Nicken.
//Du Arsch! Wieso hast du meinen Körper kontrolliert?!//, fragte Sato den anderen in Gedanken und der lachte leise.
=Weil du doch von allein eh nicht mitspielst! Nun hab dich mal nicht so, ich verspreche dir, am Ende wirst du mir dankbar sein!=, antwortete der Ägypter lächelnd, Sato musste sich schwer beherrschen, um nicht einfach in die Luft zu gehen und Ausdrücke rauszulassen, die für ihn sehr unfein wären. Er knurrte leise.
„Okay, was willst du denn? Willst du Sato wieder mitnehmen? Der Kleine ist noch verletzt!“, mischte sich auch Joey wieder ein, beschützend schlang er die Arme um seinen kleinen Freund, sah den anderen böse an.
//Joey...misstraust du Marik etwa auch? Oder spürst du, dass nicht alles so verläuft wie es sollte? Oder machst du dir etwa Sorgen um mich? ...// Verwundert von Joeys Reaktion lehnte Sato sich in der beschützenden Umarmung zurück und funkelte Tyo böse an. Aber dieser lächelte auch weiterhin nur sehr warm, er griff in seine linke Hosentasche und was er dort hinausbeförderte verschlug beiden regelrecht die Sprache...
//Ist der denn total bekloppt? Wie kann man nur mit so viel Geld in der Tasche herumlaufen?//, dachte Sato bei sich, aber langsam glaubte er zu begreifen, was Marik zu tun gedachte...
„Hey, was soll das jetzt werden?“, rief Joey verblüfft, er glotzte wie ein Auto auf das dicke Bündel Scheine, das Tyo nun in der Hand hielt.
„Das ist mein Erspartes...und wie ich sehe, mag Sato dich sehr, also hätte ich nichts dagegen, wenn du eine Weile lang auf ihn aufpasst. Ganz im Gegenteil, ich wäre dir unglaublich dankbar...ich würde dir sogar ein wenig Starthilfe geben, wenn dir das hilft...“, meinte Tyo etwas traurig und hielt Joey die Scheine entgegen.
Wieder spürte Sato, wie Marik seinen Körper übernahm und handelte gegen seinen Willen, als er sagte: „Nimm das Geld, Joey, das können wir gut gebrauchen! Davon kannst du mir Sachen kaufen und mich versorgen!“
Joey blickte ihn stirnrunzelnd an, nickte dann aber Gedankenversunken und nahm tatsächlich das Bündel Scheine entgegen.
„Na gut, aber nur, weil du zugestimmt hast, Sato! Ansonsten würde ich das nie tun...das mache ich nur für dich!“
„Ist klar, Köter! Und jetzt komm endlich...ich hab keinen Bock, den ganzen Tag hier zu verbringen!“, knurrte Sato genervt, hastig schnappte er sich Joeys Hand, und zog den Älteren von diesem unheimlichen Marik/Tyo weg.
„Äh...hey...“
„Klappe, komm!“