Drachengeist

aber als du in die Schlucht gestürzt bist, haben sie beschlossen zu warten. Damit sie dich auch finden würden haben sie mir diesen Drachenstein gegeben, denn du gefunden hast. Ich habe ihn dort platziert, damit du ihn findest. Ich wusste, selbst wenn ich dir sagen würde du sollst ihn liegen lassen, würdest du es nicht tun; und ich hatte Recht. Die Gargoille können spüren, wo sich so ein Stein befindet, deswegen konnten sie dich fangen. Und dieser Mann, der uns begegnet ist und dir von deinem Tiergeist erzählt hat, der war nur eine Illusion. Ich habe ihn mit der Kraft des Diamanten, den wir am Grund des Sees gefunden haben erschaffen. Das was er gesagt hat war zwar richtig, aber ich wusste nicht, dass du gleich noch am selben Tag lernen würdest, deinen Tiergeist zu wecken. Zwar hattest du ihn nicht richtig unter Kontrolle, aber du hast ihn freigesetzt. Du bist eben etwas Besonderes. Trotzdem, ich bin froh, dich los zu sein. Du! Ich habe lange warten müssen, bis endlich das kommen würde, wonach ich mich gesehnt habe. Ich dachte jetzt würde jemand kommen, der, nun ja… anders wäre als du es bist, aber ausgerechnet du! Du musstest es sein! Deine Art und deine ganzen Fragen waren nicht auszuhalten! Und du bist auch noch der Drache, ja, du hast den Drachengeist. Es wird nur alle 1000 Jahre ein Wesen geboren, das einen Tiergeist besitzt, der so stark ist wie deiner. Normale Menschen können dann vielleicht wenn überhaupt etwas wie ich, aber dein Tiergeist war anders als alle anderen. Er war ein Drache. Vor langer Zeit, als ich schon hier war, gab es hier viele Menschen. Manche hatten einen starken Tiergeist, manche einen schwa-chen, doch du bist die einzige Person, dessen Tiergeist ein Drache ist. Man sagte, es würde nur eine Person geben, dessen Tiergeist ein Drache sei, doch ausgerechnet du musstest das sein! Ein neugieriges, kleines Mädchen, die nichts davon verstand, was für ein Glück sie hatte!“
Jessica spürte, wie ein schmerz in ihr aufstieg. Sie wusste, dass es nicht ihre Verletzungen waren, die sie spürte. Nein, das wollte sie nicht war haben; nein, das konnte nicht sein! Sie konnte diesen Jungen mit dem sie so lange zusammen gewesen war und der mit ihr auf die Suche nach den Diamanten gegangen war, plötzlich verschwand und nun zurückgekommen und sein wahres Gesicht gezeigt hatte nicht so sehr mögen. Sie wollte es sich nicht eingestehen, doch sie wusste: Sie hatte diesen Jungen wirklich geliebt! Jetzt war sie schockiert darüber, dass er sie einfach verraten hatte und in ihr tobte ein Sturm von Gefühlen. Einerseits war sie verwirrt und konnte nicht verstehen, warum er auf einmal ganz anders war und meinte, er würde sie verabscheuen. Sie hatte geglaubt, er würde sie auch mögen, schließlich hatte er manchmal Dinge gesagt, die darauf hinwiesen.
Andererseits war sie so wütend, dass sie ihn hätte umbringen wollen, schließlich hatte er sie verraten, nur gebraucht, um an Macht und Kraft zu gelangen. Sie hatte ihm vertraut und dieses Vertrauen hatte er schamlos ausgenutzt! Er hatte sie für seine Zwecke verraten!
„Sieh es ein, Jess! Jeder hat eine dunkle Seite und das ist meine!“