Ein neues Leben,eine neue Liebe!

Du lebst nicht ewig!

Ein neuer Yuzuki?Oder nur Täuschung?

Ich habe noch mehrmals geschrieen, er soll warten, aber er tat es nicht. Ich habe versucht ihn aufzuhalten, aber er ging fort. Nichts hat ihn mehr zurückgeholt und niemand konnte es verhindern, dass er geht. Kein einziges Wort. Keins von mir oder sonst wem...

“Yuzuki, warte!”
Ich bin schon wieder schweißgebadet aufgewacht und schau mich um. Niemand da, alles so still und es ist so dunkel um mich herum. Ich erinnere mich an meinen Traum. Alles ist so klar und deutlich und niemand hat ihn aufgehalten. Niemand konnte ihn aufhalten.
“Yuzuki!!”
So sitzt ich jetzt wieder mitten in der Nacht und weine... Weine um ihn. Weine um Yuzuki. Ich vermisse ihn sehr. So sehr, dass ich ihm folgen möchte, doch etwas hindert mich daran. Ich weiß nicht was, aber etwas tut es! Ich steh wieder wie in all den Nächten, wo ich von ihm träume auf und geh nach unten ins Wohnzimmer. Und wieder schau ich mir das Videoband an, wo wir klein waren. Wo wir so glücklich miteinander gespielt und gelacht haben. Wo es diese Zeiten der Tränen nicht gab. Es war eine schöne Zeit, doch jetzt... Jetzt ist sie vorbei, genauso wie alles andere. Eine Träne steigt mir wieder in die Augen und ich unterdrücke sie, aber sie fällt. Sie fällt, genau wie Yuzuki gefallen ist. Er ist tot und ich konnte nichts dagegen machen.
An dem Tag waren wir unterwegs mit der Klasse. Ein Picknick am Meer. Das war ein Traum von ihm. Er hat schon immer das Meer gemocht. Immer beobachtete er die Delphine, die dort im Meer schwammen. Sie mochten das Ufer, meinte er. Sie sind glücklich, genau wie er, hatte er zu mir gesagt. Dann hatte er traurig geguckt. Er hat mich geschickt, um ihm ein Sandwich zu holen. Er hatte Hunger, sagte er zu mir. So ging ich weg. Ich ließ ihn alleine, was aber falsch war. Er stand an den Klippen und schaute mich mit den Tränen im Gesicht an. Er lächelte. Es war aber ein Lächeln, dass voller Zweifel, Trauer und Angst in sich birgte. Ich verstand nicht. Er ging immer weiter nach hinten.
“Lebe wohl, Yukari! Ich liebe dich, aber ich muss fort. An einen anderen Ort, wo ich erwartet werde.”
Und wieder lächelte er. Ein trauriges, aber doch glückliches Lächeln. Der Wind wehte sehr stark und es roch nach Rosen. Ein weicher und frischer Duft. Es waren aber keine Rosen in der Nähe. Da waren nur wir. Er und ich, gegenüber. Wie ein Spiegelbild, dass sich ähnelte und doch anders war. Und dann wich er immer weiter zurück.
“Yuzuki, warte!!”
Ich versuchte ihn zu beruhigen und den Grund für sein Verhalten rauszubekommen. Er wich immer weiter zurück und dann fiel er nach hinten. Seine Hände streckte er nach mir aus, aber er fiel. Er fiel in die unendliche Weite der Klippen hinunter. Ich stand da. Regungslos und sah nur noch die Fingerspitzen seiner Hände. Dann verschwand er. Verschwand in die Dunkelheit. Um mich herum wurde alles dunkel. Ich hatte das Gefühl zu fallen. Es kreiste alles um mich herum. Ich sah noch die Klippen. Aber Yuzuki sah ich nicht mehr. Irgendwas nasses und warmes lief meine Wangen hinunter. Es regnete. Nein. Ich dachte, es wäre der Regen, aber das waren meine Tränen. Immer und immer wieder hörte ich seinen letzten Satz:
“Lebe wohl, Yukari! Ich liebe dich, aber ich muss fort. An einen anderen Ort, wo ich erwartet werde.”
Es stießen mir so viele Fragen in den Kopf. Ich rührte mich weiterhin nicht und starrte gerade aus. Hoffte, dass es nur ein böser Albtraum ist. Meine Knie wackelten und ich fühlte mich nicht so gut. Es drehte sich immer noch alles um mich herum und dann... Dann ist alles schwarz geworden.
Das Video mag ich sehr. Aber es erinnerte mich zu sehr an ihn. An all die schönen Zeiten, die wir miteinander hatten.
“Yukari?! Was machst du schon wieder hier unten?”
Meine Mutter steht da, wie in jeder Nacht, wo ich schlecht träume. Sie weiß über den Albtraum bescheid, doch verstehen will sie mich nicht. Niemand will mich verstehen. Keiner!
“Ja, Mutter. Ich gehe gleich wieder nach oben. Tut mir Leid, wenn ich dich aufgeweckt habe. Das wollte ich nicht.”
Es ist nicht sehr hell im Wohnzimmer, aber ich sehe, dass sie weinend zu mir schaut. Entweder sie empfindet Mitleid mit mir, oder sie ist traurig, weil ich immer wieder an Yuzuki denken muss. Und dann verschwindet sie wieder nach oben. Ich stehe auf und schalte den Fernseher aus. Wie sehr ich ihn auch vermisse, er wird nie wieder auftauchen. Ich werde nie wieder >> Guten Morgen > Auf wiedersehen