Ein neues Leben,eine neue Liebe!
Nur ein Kuss!!
Nur ein Kuss!!
“Was... Was wollen Sie hier?”, stottere ich keuchend hervor und starre nur noch diese Hand mit der Waffe an. Ich kann mich nicht rühren und meine Beine würden gleich unter mir nachlassen. Ich hoffe, er hebt die Waffe nicht und rammt mir das Messer direkt ins Herz. Was wäre denn, wenn doch? Ich habe es mir doch immer gewünscht bei Yuzuki zu sein, aber so was doch nicht. Durch meinen verwirrten Kopf höre ich, dass er etwas sagt. Ich versuche es langsam zu entziffern und einen kühnen Kopf zu bewahren. Ich hatte schon so oft solche Filme gesehen. Wenn mir doch nur jemand zu Hilfe eilen würde. Aber wer wird das schon machen? Immer habe ich jeden weggeschickt, wenn er hier aufgetaucht war. Das bereue ich jetzt sehr.
“Ich habe so oft darüber nachgedacht und gerade, als wir alleine waren, kam etwas dazwischen! Aber hier bei dir... Zuhause, wird mir keiner mehr in die Quere kommen.”, lacht diese Person und ich erkenne, dass es ein Mann ist. Es ist eher ein Jugendlicher, der mich anscheinend kennt.
“Was willst du?!”, wiederhole ich.
“Dich!”, sagt er knapp und fährt fort.
“Wieso...?!, stottere ich hervor.
“Im Chemieraum...”, grinst er mich an und fährt fort: “Da habe ich dich angegriffen. Nicht Mike. Der war nur in dem Raum und hat versucht mich von dir loszureisen. Er schaffte es aber nicht. Als ich hörte, dass jemand kommt, habe ich ihn auf dich zugeschubst und er hat dich von hinten umarmt. Wäre er nicht da gewesen, wusste ich nicht recht, was ich tun sollte. Aber was für ein Zufall. Der schweigsame Typ greift dich doch tatsächlich an, aber wieso? Hast du dich doch sicher gefragt, nicht?”, grinst er weiterhin und hebt nun das Messer in die Luft. Während ich ihn nur anstarre und mich kaum rühren kann, fange ich am ganzen Körper an zu zittern und frage, wieso er das alles nur tut und weshalb er mich angegriffen hat.
“Du bist schuld, das Yuzuki nicht mehr am Leben ist!”
“Was?!”, schaue ich ihn überrascht an und greife mit meinen Händen um mich. Er fuhr fort, dass er Yuzuki`s großer Bruder ist, der in einem Kinderheim seine Zeit verbracht hat und nun endlich raus darf, da alle mit 18 Jahren da entlassen werden. Yuzuki hatte ihn immer besucht und als er in der Zeitung las, dass ich mit Yuzuki an der Klippe war und er sich da hinunter gestürzt hat, kam all seine Wut und er will nun Rache verüben.
“Ich habe ihn nicht getötet! Ich weiß nicht mal den Grund, wieso er es getan hat!”, schreie ich verzweifelt und schaue ihn mit meinen nassen Augen an. Eine Träne nach der anderen fällt mir mein Gesicht entlang und ich kann nichts anderes sagen. Ich finde keine Worte mehr und falle auf die Knie.
“Yuzuki...”, flüstere ich verzweifelt... “Yuzuki...”
“Pah! Jetzt rufst du nach ihm! Nachdem du ihn umgebracht hast!”, schreit er mich wütend an. Mein Kopf hämmert wie wild und ich kann eine leise Glocke wahrnehmen. Ist das mein Kopf, der solche Glockengeräusche macht, oder ist da draußen was?
“Yuzuki!?!”, höre ich durch mein Weinen hindurch. Der Typ schreit jetzt selbst nach Yuzuki. Ich hebe meinen Kopf langsam hoch und sehe Yuzuki. In meinem Kopf dreht sich alles, aber ich schüttele meinen Kopf ein wenig hin und her und sehe jetzt genau die Person, die der Typ für Yuzuki hält. Ich bin nicht die einzige, die ihn verwechselt hat.
“Ka... Kakyo!”, stottere ich hervor und er grinst mich an. Dann dreht er sich zu dem Typen um und greift nach dem Messer, solange der Typ noch mit seinem Zweifel, was wahr und was nicht ist, beschäftigt ist. Er schafft es, es ihm sofort abzunehmen und schmeißt es zu mir hin.
“Hier. Halte es fest!”, sagt er zu mir und schaut nur den Typen dabei an. Als er zu sich kommt, merkt er, dass Yuzuki nicht am Leben sein kann und fragt Kakyo, wer er ist.
“Kakyo Koday. Sehr erfreut, du Freak! Musst du ein unschuldiges Mädchen quälen?!! Das finde ich gar nicht gut, klar?! Lass sie verdammt nochmal in Ruhe, oder du bereust es sehr! Hast du mich verstanden?!!”, knurrt er ihn an.
“Schon klar, Kakyo.”, grinst er ihn an und stellt sich als Takumi Mao vor. Takumi sagte doch, er sei der größere Bruder von Yuzuki. Also erleidet er doch dasselbe wie ich? Oder etwa nicht?
“Yuzuki hat nie was von dir gesagt.”, rappele ich mich wieder auf und stehe auf. Er schaut mich nur ungläubig an und meint, ich würde lügen. Dann stellen wir beide fest, weshalb er nie was von ihm erwähnt hat.
“Er wollte nicht, dass jemand weiß, dass unsere Mutter mich weggegeben hat, weil ihr Ruf schlecht werden könnte.”, meint er zu mir und ich nicke. Kakyo schaut von ihm zu mir hin und her. Ich sehe ganz genau in seinem Gesicht, dass er sich wundert, dass wir beide uns plötzlich so gut verstehen und ich muss gestehen, selbst ich kann es nicht so recht glauben, aber ich nehme es einfach so hin. Es kann doch sein, dass er genauso leidet wie ich und mich nur aus Eifersucht angegriffen hat. Wer weiß? Aber das finde ich auch schon heraus. Ich schalte das ganze Licht an und sehe Takumi genauer an. Plötzlich verspüre ich keine Angst mehr, sondern ein Mitgefühl breitet sich in mir aus und Kakyo starrt nur zu mir hinüber und sein Blick scheint so, als würde er fragen, was los ist. Ich lächele nur und biete den beiden an, sich hinzusetzen. Das einzige, was ich in meinem Zimmer als eine Sitzecke bezeichnen kann, ist auch eine Ecke. Mit einem kleinen Bett, wo nicht mal mein Freund passen würde, wenn ich einen hätte. Seufzend denke ich immernoch, wie Yuzuki sich immer dort breitgemacht hatte und ich ihn hinunterstoßen musste, es sei denn, ich wollte auf ihm liegen. Und er meinte immer, das sollte ich nicht, da ich zu schwer für ihn bin. Aber zurück in die Gegenwart. Schließlich sitzt hier ja sein Bruder auf dem Bett, Kakyo natürlich nicht zu vergessen. Kakyo und Takumi sehen sich verdammt ähnlich. Aber kein Wunder, schließlich sieht Kakyo ja Yuzuki auch ähnlich. Mit einem verlegenem Lächeln schaue ich zu Takumi und merke, wie Kakyo da nervös rumsitzt und es ihm nicht recht ist, dass er hier ist.
“Ähm... Möchtet ihr was trinken?”, schießt es mir aus dem Mund, als hätte mich jemand gestoßen. Ich will ja nur dieses Schweigen brechen, aber mit einem seufzen stelle ich es wieder mal falsch an.
“Wäre nett.”, antwortet mir Kakyo.
“Ja, bitte.”, sagt auch Takumi. Ich schaue von einem zum anderen und stehe dann auf. Als ich die Türklinke runterdrücke, merke ich, dass die Tür immernoch zu ist und ich den Schlüssel umdrehen muss, um rauszukommen. Ich mache die Tür hinter mir zu und gehe in die Küche, um ihnen etwas zutrinken zu holen. Außer Kola habe ich nichts und somit schenke ich davon zwei Gläser ein, die ich ihnen hoch bringe. Ohne anzuklopfen gehe ich rein. Sie sitzen immernoch da wie angewurzelt und das bringt mich zum Lachen, sodass ich mich kaum wieder einkriege. Mit einem lachendem Gesicht übergebe ich ihnen die beiden Gläser Kola und setzt mich auf meinen Stuhl, wobei ich mir den Bauch festhalte.
“Hm?!”, sagen die beiden gleichzeitig und gucken mich leicht verwirrt an.
“Tschu... Tschuldigung!”, bringe ich hervor, als ich mich wieder beruhige. Dann sage ich nebenbei, dass sie ruhig diese Sache eben vergessen können und widme mich Kakyo wieder zu. Kaum mache ich den Mund wieder auf, klingelt auch schon die Tür. Mit einem schnellem Sprung renne ich nach unten und mache dir Tür auf.
“Mom?! Was machst du denn schon hier?”
“Hallo Spatz! Ich brauche ganz schnell meinen Laptop... Kannst du es mir übergeben?!”, keucht meine Mutter hervor, als sie schweißgebadet ins Haus stürmt.
“Ja, einen Moment bitte!”, rufe ich durchs Haus, als ich in ihr Zimmer hoch renne und das Laptop abkabele und es ihr nach unten bringe, als ich da Takumi sehe.
“Oh...!”, dreht er sich zu mir um und entschuldigt sich, dass er mich gestört hatte und er jetzt weg müsse, aufgrund eines Termins. Meine Mutter schaut ihn nur an und dann verwirrt zu mir hin.
“Ähm... Das ist Takumi Mao. Ein Freund von Yuzuki, Mom... Er war lange nicht in der Stadt und wollte mich über Yuzuki ausfragen!”, erkläre ich und übergebe ihr den Laptop. Zu meinem Glück nickt Takumi nur und geht hinaus. Kurze Zeit später geht auch meine Mutter weg und ich seufze erleichtert auf.
“Na, sind alle weg?!”, grinst Kakyo von oben. Total in Gedanken hatte ich den ja total vergessen. Ich nicke nur und schaue ihn weiterhin an.
“Wieso hast du mir vorhin einfach aufgelegt?!”, sagt er mit einem Schmollmund.
“Ich... Weil es peinlich ist, mit dir zu reden!”, sage ich mit einem rotem Kopf und schaut zur Seite, als ich nach oben in mein Zimmer reingehe. Er kommt hinter mir her und macht die Tür zu. Er lächelt nur und legt sich auf mein Bett.
“Na, willst du mich runterstoßen, oder auf mir draufliegen?!”, grinst Kakyo mich an. Ich reise meine Augen weit auf und schaue ihn an.
“Wo... Woher weißt du?”, stottere ich hervor.
“Woher weiß ich was?!”, schaut er mich verwirrt an und steht auf.
“Ah nichts. Schon gut!”, sage ich niedergeschlagen und setze mich auf den Stuhl neben meinem PC. Ich habe mich schon wieder geirrt und Kakyo als Yuzuki wiedergesehen. Langsam muss ich doch begreifen, dass Kakyo nicht ER ist! ER ist doch... ist doch.... tot...
“Hey, wieso weinst du? Habe ich was falsches gesagt oder getan?!”, höre ich Kakyo zu mir sagen und spüre seine starken Arme um meine Schultern. Ich lehne mich an seine Brust und merke, wie sehr ich weine und er mich jetzt tröstet. Ah Kakyo, wie gerne würde ich dir alles erzählen, was ich auch Yuzuki erzählt hätte, aber du... DU bist nicht ER!! Mit einer Riesenkraft schubse ich Kakyo von mir und höre prompt auf zu weinen. Er landet auf dem Boden und guckt mich noch verwirrter an, als vorher.
“Es tut mir Leid!”, keuche ich hervor und lasse meinen Kopf einfach hängen.
“Verschwinde bitte aus diesem Haus!!”, brülle