Ein neues Leben,eine neue Liebe!

ich ihn an.
Nein, bitte bleib Kakyo! Ich weiß nicht, was ich rede...
“Ich will dich nie mehr sehen! Bitte geh jetzt!!”, sage ich zu ihm und halte meine Träne auf. Aber ständig diese Gedanken. Bitte geh nicht! Kakyo, geh nicht und bleib bei mir! Verlass mich nicht! Durch all meine Gedanken merke ich gar nicht, dass er schon gegangen ist. Als ich meinen Kopf hochhebe, sehe ich nur einen leeren Raum. Mein leeres Zimmer. Kakyo ist fort und hat nicht mal ein “Auf Wiedersehen” gesagt. Nur noch verschwommen nehme ich meine Umgebung wahr und falle auf die Knie. Plötzlich sehe ich nichts mehr. Was ist bloß los mit mir? Wieso benehm ich mich wie das letzte Stück Dreck? Kakyo, bitte verzeih mir! Das wollte ich nicht! Wieso hilfst du mir nicht? Bitte, hilf mir doch!!
“Yukari? Hey, Yukari? Wach doch auf!”
“Kakyo...?”
“Wow! Du erkennst mich ja und sagst diesmal nicht, ich sei Yuzuki!”, grinst mich Kakyo ziemlich erfreut an. Ich reibe mir leicht den Kopf und stelle fest, dass ich in meinem Bett bin.
“Was ist denn passiert?”
“Ich weiß es nicht, aber...”, kurzes Schweigen von ihm.
“Ich bin zurück und du lagst einfach hier auf dem Boden. Es tut mir Leid, ich hätte nicht gehen dürfen! Selbst, wenn du mich nicht mehr sehen willst, ich... Ich werde dich nicht im Stich lassen!”, sagt er ganz sanft und ich merke wieder seine Arme um mich. Dann höre ich ein Geflüster.
“Du bist so zerbrechlich. Es tut mir echt Leid, dass es Yuzuki nicht mehr gibt, aber bitte vergiss ihn und leide nicht mehr wegen ihm. Er hätte es sicher auch so gewollt!”
Ich kneife meine Augen ganz fest und höre Kakyos Stimme aufmerksam zu. Dann merke ich, dass ich schon wieder weine, ohne jeden Ton, ohne jede Träne. Ich weine nur mit der Seele...
“Ka... Kakyo... Bleib bitte bei mir! Halt mich bitte ganz fest!”, hauche ich in sein Ohr hinein. Und so saß ich fest umklammert an Kakyo auf dem Bett. Sein warmer Körper und sein Herzklopfen... Das fiel mir zum ersten Mal auf. Mit einer Hand fest an seinen Oberkörper gepresst und an seine Brust angelehnt, wollte ich, dass die Zeit stehen bleibt. Dieses Gefühl hatte ich nicht mehr, seit... seit Yuzuki nicht mehr bei mir ist. Langsam und völlig unsicher lasse ich meine Augenlieder zufallen und höre Kakyo etwas vor sich hinmurmeln.
“Hm?”, lasse ich nur aus mir heraus und schaue zu ihm hoch, immernoch in seinen Armen. Mein Herz schlägt wie wild und ich schau ihm einfach nur in die Augen, in diese wunderschön blauen Augen. Ich kann meinen Blick nicht mehr abwenden und sein Blick ist so durchdringend. Plötzlich nährt er sich meinem Gesicht und ich spüre seine Lippen fest auf meinen. Damit werde ich aus der Starre entrissen und weite meine Augen ganz fest auf. Als ich seinen Kuss nicht erwider, lässt er von mir ab und hält nur seine Hand über die Lippen.
“Es... Es tut mir Leid.”, murmelt er beim Aufstehen und schaut mich nur an, als ob er gerade einen Geist gesehen hätte. Dann reist er meine Zimmertür auf und kaum, dass ich meine Hand hochhebe, um ihn aufzuhalten, verschwindet er auch schon. Langsam stehe ich auf und gehe ans Fenster, ich schaue hinaus und sehe ihn, wie er mit schnellen Schritten davonrast. Dann blickt er hinauf und ich springe schnell vom Fenster weg. Mein Herz rast wie verrückt. Verdammt, was ist bloß mit mir los? Ob er mich bemerkt hat?
Es dauerte lange, bis ich mich in den Griff bekommen habe. Ich schaue auf meine Schulsachen und setze mich an den Tisch, um die endlich zu machen. Mein Mathematikbuch liegt aufgeschlagen da und ich versuche mich an einer Textaufgabe, doch irgendwie klappt es nicht. Meine Gedanken kreisen nicht um Mathe, sondern um Kakyo. Wenn ich doch bloß vergessen könnte. Ich will nicht in der Schule schlechter werden. Ich muss doch das Versprechen an Yuzuki halten! So fange ich wieder an, diese eine Aufgabe zu lesen, doch nichts. Ich lese sie nur mit Worten, nicht mit Verstand. Irgendwie muss ich sie doch verstehen. Mehrmals versuche ich diese doch so einfache Aufgabe zu verstehen, aber es klappt nicht. So stehe ich auf und gehe hinunter in die Küche, wo ich mir ein Kakao mache und den in einem Zug austrinke. Mit wenig Lust gehe ich wieder hinauf und setze mich an diese Aufgabe dran. Dann merke ich, dass es wie von selbst geht. Wer hat gesagt, dass Milch zu nichts nütze sei? Der muss da wohl ziemlich besoffen gewesen sein. Mit einem Auflachen erledige ich auch die letzte Aufgabe. Ich hoffe bloß, dass ich es nicht zu leicht auf die Schulter genommen habe und diese richtig ist. Als ich das Mathebuch zuklappe und zur nächster Aufgabe greife, sehe ich auf die Uhr. Erst 20 Minuten vergangen. Vielleicht kann ich nach der Physikaufgabe noch ein wenig Spazieren gehen. Mal sehen! Aber erst die Aufgabe erledigen. Und schwups ist sie auch schon erledigt. Nach nur 10 Minuten. So schnell habe ich meine Hausaufgaben noch nie erledigt. Kakyo sollte mich mal öfters... Mitten in diesem Satz löse ich meine Gedanken auf und schüttele nur meinen Kopf darüber. Wieso sollte er mich nochmal küssen? Es gibt doch keinen Grund dafür und wenn, dann würde ich es eh nicht zulassen. Aber sein Kuss war so warm und unwiderstehlich. Den vergesse ich glaube ich nie. “Ach, was mach ich mir so viel Gedanken darüber!! Ich bin wieder in dieser Welt und jetzt ab durch die Läden!!”, schreie ich energievoll auf und springe vom Stuhl auf. Mit einer schnellen Bewegung reise ich die Schranktür auf und suche nach meinen knappen Sachen drin, die ich mal vor langer Zeit verstaut habe, weil ich sie nicht mehr ertragen konnte. Es erinnerte zu sehr an Yuzuki. Aber jetzt bin ich wieder fit dafür.
“Hmm...”
Nach einigen Minuten habe ich es endlich wiedergefunden und siehe da! Es passt mir wie angegossen. Zu meinem Jeansminirock und dem knappen roten Shirt, dass ich kurz über den Nabel zusammengebunden habe ziehe ich meine schwarze Strumpfhose und meine knielangen Stiefel. Nach meiner Beschreibung, was ich gerade anziehe, muss es sich ziemlich nuttig anhören, aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Ich binde mir ganz schnell meine Haare zu einem Zopf und stürme aus meinem Zimmer mit der blauen Tasche und knalle hinter mir die Tür zu, die sich dann von selbst zuschließt. Ohne Schlüssel würde ich nachher nicht wieder reinkommen. Aber ich habe ja an alles gedacht und jetzt ab zum Schoppen!!
Unterwegs höre ich Gepfeife von irgendwelchen Typen. Als ich mich umdrehe, grinsen die mich voll an. Da muss ich immer schmunzeln und lache mich nachher kaputt darüber. Mein erstes Ziel: Libero Shop!! Das ist der Lieblingsshop von Yumi. Sie ist einer meiner Freundinnen, aber selbst ihr hab ich es nie angeboten bei mir ins Haus zu kommen. Das bereue ich, um ehrlich zu sein. Als ich den Laden betrete gucken mich die Verkäufer ziemlich komisch an. So nach dem Motto: “Was ist das denn für eine Schlampe?!” Aber es ist mir egal. Heute ist mein Tag und niemand kann den mir wegnehmen! Mit einem Lächeln gehe ich durch die Abteilungen für Teenies und sehe Yumi dort.
“Hey Yumi!!”, winke ich ihr zu und renne zu ihr. Sie schaut mich nur überrascht an und lässt die Hose fallen, die sie in der Hand hielt und anschaute.
“Yu... Yukari?!”, stottert sie ungläubig. Als ich nicke, fängt sich an mich zu umreisen und blinzelt mehrmals. Plötzlich fragt sie mich, was mit mir passiert ist und ob irgendwas vorgefallen ist, was sie nicht weiß. Dann schaut sie mich mit einem völlig durchdringendem Blick an. Ich schüttele nur meinen Kopf und sehr sie lächelnd an.
“Ich habe auch mal wieder Lust ein wenig aufzufallen.”, bemerke ich nebenbei und sie muss lachen.
“Na komm!! Ich habe noch eine Stunde Zeit! Wir könnten ja zusammen schoppen! Lass uns einfach mal Spaß haben”, lacht sie und freut sich wie ein Kind. Ich nicke nur und so machen wir uns auf den Weg durch paar Läden, die ziemlich angesagt sind. In jedem Laden machen wir irgendwelchen Quatsch und ziehen verschiedene Sachen an. Die Zeit vergeht und wir verabschieden uns bei dem Marktbrunnen. Als sie weg ist, setzte ich mich auf diesen und schaue umher. Langsam fröstele ich ein wenig und sehe am anderen Ende des Marktplatzes eine kleines Restaurant. Mit einem Sprung stehe ich auf und renne drauflos. Inmitten bleib ich stehen, als ich die Preise sehe. Und nicht nur das. Kakyo sitzt drin und speist. Wie kann der sich bloß so ein teueres Restaurant leisten? Rasch drehe ich mich um und mache einen Ansatz anzuhauen, als ich plötzlich Kakyos Stimme höre.
“Yukari!! Hey, Yukari!!”, höre ich ihn meine Stimme rufen. Langsam und unsicher drehe ich mich um. Er schaut mich ziemlich überrascht an, lächelt aber dann. Ich merke, dass er mich von oben bis unten mustert und dann anfängt zu grinsen.
“Was ist denn mit dir passiert? Wieso läufst du wieder weg? Wolltest du nicht da rein?”, stellt er die paar Fragen und zeigt mit dem Daumen über die Schulter zum Restaurant hin.
“Ähm... Ich wollte nicht da rein. Eigentlich wollte ich da nur vorbeigehen, um zu gucken, ob meine Mom da ist, aber sie ist es nicht und deshalb brauch ich auch nicht hineinzugehen. Und... “, versuche ich es durch Lügen zu verbergen. Dann erinnere ich mich an seine erste Frage.
“Hey!! Was kümmert dich überhaupt, was mit mir passiert ist!?”, schreie ich ihn leicht an. Als er gerade was sagen will, kommt ein hübsches Mädchen aus dem Restaurant und hackt sie an Kakyo dran.
“Wer ist das?”, fragt sie mit einer zierlichen und sanften Stimme und schaut mich an. Gerade, als ich mich vorstellen will, beantwortet Kakyo ihre Frage, dass ich nur eine Bekannte von ihm bin. NUR eine Bekannte! Das denkt er also über mich! Er sieht nur eine Bekannte in mir, wo er mich ja vor gerade mal ein paar Stunden geküsst hat. Den Kuss auch noch erzwungen hat. Halbwegs! Ich habe den ja nicht erwidert.
“Ah, hallo. Mein Name ist Yasmina. Ich bin die Freundin von Kakyo.”, lächelt sie und gibt mir