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Kapitel 3 - Verfolgungsjagd durch Manhattan

Kapitel 3 – Verfolgungsjagd durch Manhattan

Erfrischend und wärmend strahlten der jungen Hündin die Sonnenstrahlen entgegen, in denen sie sich genüsslich rekelte, auf dem grünen, duftenden Rasen des Gartens.
In den vergangenen vier Wochen war sie nicht einmal von Chris Seite gewichen, zu Groß war die Angst, ihn verlieren zu können, gewesen. Alles Mögliche unternahmen die beiden zusammen und Tyla empfand es als eine der schönsten Zeiten ihres bisherigen Lebens. Sie hatte das Gefühl ihn erst in dieser Zeit wirklich kennen gelernt zu haben. Sie traf an ihm auf Seiten, die sie nicht gekannt hatte, die er vor ihr versteckt gehalten hatte, wie vor allen anderen. Zudem hoffte Tyla das ihr die Pfunde, die sie als Hund bei all der Bewegung verloren hatte, ihr auch als Mensch abhanden bleiben würden. Es war der erste Tag seit Wochen, an dem er nicht mit ihr los zog, was wohl hauptsächlich an der Tatsache lag, dass die große Reise nach New York bevorstand. Schon in zwei Tagen sollte der Flug gehen. Nun mehr seit einer Woche wurde von nichts anderem mehr gesprochen. Besonders Chris Vater war sehr aufgebracht und gestresst, denn es galt noch einiges für ihn zu erledigen bevor er ruhigen Gewissens nach New York zu seiner Mutter aufbrechen könne. Tyla hielt sich aus diesem ganzen Stress geschickt heraus. Faul wie sie von Natur aus war, döste sie im Garten und das schon seit Stunden. Sie war der festen Überzeugung sich keine Sorgen machen zubrauchen, sie bräuchte einfach nur am Tage des Fluges rechtzeitig aufstehen, um nicht die Abfahrt zu verpassen.
Der Vormittag verstrich und auch der Nachmittag zog dahin, ohne das Tyla Chris einmal zu Gesicht bekam. Der Horizont verschlang die Sonne und der Himmel wurde getaucht in ein zartes Orange. Ganz langsam und behütet stand Tyla auf, sie stemmte ihre vier Beinchen hoch und als sie stand streckte sie sich verbunden mit einem zufriedenem Gähnen.
In Richtung Haus schlendernd warf sie einen letzten Blick zur Auffahrt doch Chris war immer noch nicht in Sicht und so schlüpfte sie elegant durch die schmale Öffnung der Terrassentür. Ihren Weg durchs Haus setzte sie unbeirrt fort, bis hinauf ins Zimmer, wo sie sich, offensichtlich von dem langen Weg erschöpft, ins Körbchen fielen lies. In diesem Körbchen wartete Tyla, Stunde um Stunde, doch von Minute zu Minute stieg die Furcht in ihr an. Sie drehte sich von einer Seite zur anderen und es war ihr nicht möglich einen kurzen Moment der Ruhe zu fassen. Erst als gegen 22 Uhr die Haustür Auf- und Zuschlug erlöste man sie von ihrem Bangen. Von Neugier zerfressen sprang sie aus ihrem Korb und rannte die Treppen hinunter, als sie dann sah das es tatsächlich Chris war legte sie noch einen Zahn zu und sprang bereits auf der vorletzten Stufe ab, genau auf ihn zu. Nicht minder freudig begrüßte auch er seine kleine Freundin. Damit fertig, gab er Tyla den Befehl im Flur sitzen zubleiben, um sich dann selbst auf ins Wohnzimmer zu machen. Tyla hörte wie Chris mit seinem Vater sprach, kümmerte sich jedoch nicht weiter darum, denn sie war Sicher, es handle sich eh wieder um die Reise und davon hatte sie mittlerweile mehr als Genug.
Es dauerte nicht all zulange da kam Chris wieder und ohne Tyla weiter zu beachten ging er die Treppe hinauf nach oben. So seltsam hatte er sich noch nie verhalten, nicht einmal als sie noch ein Mensch gewesen war. Etwas verwirrt von seinem Verhalten, war ihr nicht klar wie sie sich verhalten sollte und da sie sich für etwas entscheiden musste, blieb sie vorerst dort sitzen wo man es ihr befohlen hatte. Da Chris sie nicht zu sich rief und zudem auch noch im Badezimmer verschwand schien es Tyla Richtig gewesen zu sein sitzen zu bleiben, doch da es ihr so langsam unbequem wurde, erlaubte sie sich zu legen. Die große Uhr Im Flur schlug halb elf, als die Badezimmertür laut zuschlug. Wie vom Blitz getroffen sprang Tyla auf und schaute verdutzt die lange Treppe hoch.
„Verdammt! Sira, Bei Fuß!!“, schrie ein äußerst wütender Chris.
Zutiefst erschrocken zuckte Tyla zusammen, sie hatte nicht die geringste Ahnung worüber Chris so sauer sein sollte, denn noch nie zuvor, in den 12 Jahren seit denen sie sich nun kannten, hatte Chris sich so verhalten und solch einen Ton angelegt. Etwas ängstlich und verwirrt schlich sich Tyla die Treppen hinauf.
Mit wütender Miene erwartete er sie bereits und den Ton in keiner Weise gezügelt brüllte er:
„Immer musst du deinen Müll hier herum liegen lassen. Ist es denn so schwer das Zeug wieder zurück in den Korb zubringen? Los auf Platz, aber schnell!“
Entsetzt sah Tyla ihn an. Wie ein Fremder war er plötzlich für sie. So eine Art und Weise hatte er noch nie an den Tag gelegt, niemanden gegenüber. Noch nie war er so aus der Haut gefahren und schon gar nicht wegen solch eine Lappalie. Etwas missmutig tapste sie an ihm vorbei, doch wandte sie nicht einen Moment den Blick von ihm ab. Die Angst und Verwunderung war ganz offen in ihren Augen zu lesen und dieser Ausdruck in ihren Augen war es, der Chris wieder zur Vernunft brachte. Bereuend flüsterte er:
„Es tut mir leid Kleine! Es wächst mir nur gerade alles über den Kopf und außerdem ist meine beste Freundin seit vier Wochen verschwunden und ich soll jetzt nach New York? Gerade jetzt, sie wusste doch genau, dass ich sie vor meiner Abreise noch einmal sehen wollte und dann muss ich dich auch noch bei den Nachbarn abgeben, dass kann doch alles nicht wahr sein.“
Entsetzt sah Tyla den vollkommen aufgelösten Jungen vor sich an. Ihm schien das alles unheimlich nahe zugehen, unzählige Male strich er sich mit der Hand durch sein blondes Haar, wie er es immer tat wenn ihn etwas bedrückte. Seine Augen glitzerten wässrig im Schein der Lampe und dieser Ausdruck in seinem Gesicht lies Tyla den Atem stocken. Sie spürte wie sie vor Angst zitterte, ja regelrecht bebte. Alles schien auf einmal verloren, nichts machte mehr Sinn, alle Hoffnung auf und davon. Wie zum Teufel sollte sie den, den sie über alles liebte retten wenn sie in dem entscheidenden Moment tausende und abertausende von Kilometern in Entfernung von ihm schwelgen würde und das als ein kleiner, unbedeutender Hund.
Chris sprach ihr förmlich aus der Seele, alles wurde ihr allmählich zuviel. Es drehte sich in ihrem Kopf und die Gedanken begannen sich zu überschlagen. Tyla wollte von dem all nichts mehr wissen, kurz vor dem totalen Zusammenbruch schleppte sie sich in ihren Korb und lies sich wie einen nassen Sack fallen. Fast Synchron warf auch Chris sich auf sein Bett.
Tyla starrte unentwegt die Decke an und das die ganze Nacht hindurch. Verzweifelt und als Druckmittel die Angst im Nacken, suchte sie nach einer Lösung des Problems. Sie musste irgendwie in dieses Flugzeug kommen, egal wie. Aber wie sie es auch drehte und wendete ihr kam einfach keine Idee, die auch realisierbar war. Sie warf Chris einen kurzen, verstohlenen Blick zu, er war längst eingeschlafen und lag quer, die Decke hinunter geworfen, auf seinem Bett.
„Wie soll ich das bloß schaffen? Wie soll ich ihn denn beschützen, wenn sich das Schicksal mir unaufhaltsam in den Weg stellt? Ich könnte heulen. Was mach ich bloß? Was mach ich bloß? Was nur…? Antworte mir doch bitte einer, bitte!“
Es vergingen noch Stunden, in denen sich der kleine Welpe schlaflos hin und her drehte, doch irgendwann siegte auch über sie die Müdigkeit.
Sie hoffte im Schlaf die Antwort auf ihre Fragen zu erhalten, diese Naivität, dass alles wieder gut werden würde, lies sie neue Hoffnung schöpfen, jedoch nur Minimal, denn wusste sie genau was ihr bevor stand.
Das laute, Nerven verzehrende Klingeln des Weckers warf Tyla regelrecht aus ihrem Körbchen. Vor ihren Augen war noch alles ganz verschwommen und die Müdigkeit steckte noch tief in den Knochen, aber auch Chris ging es nicht besser. Das Licht scheuend tastete er blind nach seinem Wecker, wobei er Bücher und Vase vom Nachttisch warf. Trotz der quälenden Müdigkeit stand Tyla auf. Immer noch suchte sie nach einer Lösung ihres Problems, doch ihr Kopf war wie leergefegt.
Die Taschen und Koffer standen, fertig gepackt, im Flur und warteten nur noch darauf ins Auto verfrachtet zu werden. Auch Chris Tasche stand vor seiner Zimmertür, prall gefüllt. Der kleine Hund saß direkt vor der Tasche und stellte grübelnd fest:
„Ich hab keine andere Möglichkeit als in diese Tasche zu kriechen. Ich muss einfach mal auf mein Glück vertrauen! Wenn ich entdeckt werde ist es halt Pech, dann hab ich verloren, aber was bleibt mir schon anderes übrig, hoffe nur das ich das auch überleben werde.“
Tyla wusste das sie nicht mehr viel Zeit hatte, bis Chris Vater die Taschen ins Auto bringen würde und somit begann sie mit ihrer Arbeit. Es war ein leichtes den Reisverschluss der großen Reisetasche auf zu ziehen, da war es schon um einiges Schwieriger Chris Kleidung aus der Tasche ins Badezimmer zu bringen. Von den zahllosen Gesprächen über die Reise, wusste Tyla das der Flug um 9 Uhr gehen sollte, mittlerweile war es schon 6.30 Uhr und die Zeit drang. Endlich fertig mit ihrer recht verzweifelten Aktion, schlüpfte sie selbst in die Tasche. Sie zog den Reisverschluss von außen zu, so dass sie ihren Kopf noch geradeso zurück in die Tasche ziehen konnte, von dort aus zog sie den Reisverschluss weiter zu und dies alles mit ihren Zähnen. Kaum war die Tasche geschlossen, kam auch schon Chris Vater aus dem Schlafzimmer. Wie von Tyla angenommen nahm er die rum stehenden Taschen an sich und eilte die Treppe hinunter. Tyla wurde speiübel vom vielen hin und her Geschaukel. Dann auf den letzten Stufen, stolperte er über seine eigenen Füße und die Tasche von Chris als Schutzschild genutzt prallte er gegen die vor ihm liegende Wand. Tyla konnte einen von Schmerzen getriebenen Aufschrei noch gerade so unterdrücken, doch ihrem Gefühl nach zuurteilen mussten gleich mehre Knochen gebrochen sein. Als wäre nichts gewesen ging er