Because I love you

hinaus.
Alles in ihrem Kopf drehte sich und verzweifelt suchte sie nach einer Möglichkeit, die Verfolgung doch noch weiter aufzunehmen, da hielt plötzlich ein Kleintransporter neben ihr, dessen Ladeklappe hinunter gelassen war.
„Was soll ich denn noch verlieren. Also, alles oder nichts!“
Tyla eilte in großen Sätzen auf das Auto zu und sprang gerade noch rechtzeitig hoch auf die Ladefläche. Mühselig zog sie ihren Körper auf die sichere Fläche, auf der sie völlig erschöpft zusammenbrach. Laut keuchend lag sie, alle viere von sich gestreckt, auf dem Rücken und blinzelte in den Himmel. Es waren höchstens Sekunden, die sie so verweilte, da stand sie bereits wieder auf den Pfoten und suchte nervös nach dem Taxi. Ohne jeglichen Gedanken an Vorsicht zu verschwenden, schob sie ihren Kopf über die Absperrung der Ladefläche um am Fahrerhaus vorbei zu schauen. Sie rannte von Links nach Rechts und wieder zurück, doch nirgends war dass Taxi zu sehen. Die blanke Panik ließ ihr erneut das Blut in den Kopf schießen und schnürte ihr abrupt die Kehle zu.
„Wo ist er? Wo? Verdammt! Bitte nicht, nicht so…! Nicht so knapp vor dem Ziel! Ich flehe dich an lieber Gott, bitte hilf mir noch einmal!“
Sie kniff ihre Augen fest zusammen, woraufhin sie sie wieder öffnete. Ihr Blick schwiff über die breite Straße hinweg und alles in ihr flehte und bat um ein Zeichen, doch nichts hatte sich geändert.
Die Straßen waren überfüllt und selbst auf den Gehwegen tummelten sich die Menschenmassen, die schon zu solch früher Stunde die Wirtschaft ankurbelten. Kein Wunder befand sich Tyla doch mittlerweile in der unmittelbaren näher einer der größten Einkaufspassagen New Yorks. Plötzlich war Tylas Optimismus wie weg gewischt, all die Hoffnung auf ein glückliches Ende verschwand. Den Kopf bereits tief zu Boden hängend, hatte sie sich endgültig verloren. Zerflossen in ihrem zerreißendem Schmerz wimmerte sie elendig vor sich hin. Es war ihr nicht möglich zu weinen, nicht ein Tropfen benetzte den Boden vor ihren Füßen und innerlich blutete ihr Herz, dass von Dornen aufgespießt, nicht aufgab zu schlagen.
„Ich hab schon wieder versagt! Welch Idiotie, als ob ich zu so was in der Lage gewesen wäre, ha. Dafür bin ich doch eh viel zu blöd, hätte auch gleich wissen können. Jetzt hab ich seine einzige Chance vertan. Alles nur weil ich verschlafen habe…, ver - schlafen…!“
Plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen und als wäre er ein großer Klumpen Beton, riss Sie mit aller Kraft ihren Kopf hoch. Der Traum den sie gehabt hatte, all die Begebenheiten des Traums kamen in der Realität wieder zum Vorschein. Zuerst blieb ihr die Stimme weg, nun konnte sie nichts sehen, zumindest nicht das, was sie sehen wollte. Alles war wie in diesem furchteinflößendem Traum. Fest überzeugt davon, dass der Traum ihr eine Hilfe sein sollte, schloss sie ihre Augen und spitzte die Ohren. In Gedanken flehte sie nochmals nach Hilfe:
„Bitte, lass ihn etwas sagen! Lass ihn mich hören, ihn finden, bitte!“
Mit jeder Sekunde die verstrich stieg die Angst, bis sie erneut fast drohte sie zu übermannen, da geschah woran sie fast selbst nicht mehr geglaubt hatte. Aus all den Geräuschen um sie herum filterte ihr überaus empfindliches Hundegehör gerade die ersehnten Worte heraus.
„Thank you, Mr.!“
Sie riss die Augen auf und sah das Taxi ein paar Meter hinter ihrem Laster parken. Chris war ausgestiegen und hatte sich vom Taxifahrer verabschiedet. Das ungeheure Gefühl des Glücks schoss ihr durchs Herz und es war ein schmerzendes Stechen, das sie fast in die Knie zwang, aber trotz aller Warnungen die ihr Körper ihr mitteilte, dachte sie nicht einen Moment daran aufzugeben, noch nicht einmal daran eine kurze Pause zumachen.
Der Laster hatte gerade an einer Ampel gehalten und dies nutzte Tyla um von ihm zu entkommen und ihre Verfolgung weiter aufzunehmen. Mit einem gigantischen Satz sprang sie vom Fahrzeug ab und schlug hart auf dem Asphalt auf. Nur einen winzigen Moment blieb sie benommen liegen, doch da lauerte ihr bereits die nächste Gefahr auf, die sie zum Scheitern verurteilen sollte. Ein rotes Cabrio bretterte auf sie zu und der Fahrer machte nicht die geringsten Anstalten zu bremsen. Tyla war das Entsetzten ins Gesicht geschrieben, ihr Körper war wie gelähmt und alles sagte ihr das es nun keine Rettung mehr gäbe, denn schliesslich war ihr bedarf an Wundern längst erschöpft. Fest kniff sie die Augen zusammen und hauchte voller Verzweiflung:
„Es tut mir leid! Ich hab es so sehr versucht, ich schwöre es… Chris, ich liebe d-…!“
Sie stockte, ihr Atem war ganz flach und Herz schien all seine Kraft verbraucht, es schlug als bleibe es jeden Moment stehen. Voller Vorsicht öffnete sie erst das eine, dann das zweite Auge und stellte lächelnd fest, dass nur wenige Zentimeter vor ihrer Schnauze ein amerikanisches Kennzeichen ihr entgegen blitzte. Es war unfassbar selbst für sie, die schliesslich wusste womit all dies Glück zusammen hang. Unendlich Dankbar für die erneute Hilfe von Oben kroch sie, im wahrsten Sinne des Wortes, von der Straße auf den Bürgersteig. Ihr linker Vorderfuß war angeschwollen und tat höllisch weh. Es waren wahnsinnige Schmerzen, die ihr hätten das Wasser in die Augen schließen lassen können, doch es half alles nicht, sie musste ihre Pflicht erfüllen, denn wollte sie all die Hoffnung sie in sie gesetzt wurde nicht weiter enttäuschen. Zudem zahlreichen Gefahren denen sie ausgesetzt war, kam nun auch noch die Zeit, die gegen sie spielte. Die zerreißenden Schmerzen ganz außeracht lassend lief sie weiter. Unerschüttert bahnte sie sich ihren Weg durch die Menschen. Tüten trafen sie am Kopf, Füße traten ihr in die Rippen und trotz allem schob sie sich selbst weiter voran. Immer wieder huschte sie für Sekunden auf die Straße um Chris wieder zu finden, denn den hatte sie in all der Aufregung erneut aus den Augen verloren, doch war sie diesmal sicher, er könne noch nicht all zu weit gekommen sein und so gab sie sich vorerst nicht der verzerrenden Angst in ihrem inneren Hin.
Wieder traf sie eine schwere Einkaufstasche und schleuderte den kleinen Hund fast auf die Straße. Ihr Kopf schlug auf den Bordstein und schnell bemerkte sie wie ihr Blut übers Gesicht lief. Es tropfte auf den grauen Steinboden und bildete Tropfen für Tropfen eine kleine Pfütze.
Eigentlich sprach alles in Tyla dafür einfach liegen zubleiben und alles seinen Weg gehen zu lassen, dem Schicksal nicht länger trotzen, sich ihm einfach zu ergeben und somit endlich Frieden zuhaben. Betrübt, aber in erster Linie völlig erschöpft, ließ sie ihren Kopf zu Boden sinken und schaute Kopfüber hinüber auf die gegenüberliegende Straßenseite, da fiel in ihren Blick ein kleines Geschäft, das Schokolade und andere Süßigkeiten vertrieb. Im Schaufenster des Geschäftes stand eine große Pralinenschachtel und Tylas Erinnerung brauchte nicht lange um festzustellen, das sie diese Pralinen kannte.
„Chris hat mir solche doch einmal mit gebracht. Ich erinnere mich, die waren so unsagbar lecker, dass ich sei fast alle auf einmal as. Chris meinte damals, dass wenn sie mir so schmecken, er mir beim nächsten Mal wieder welche mitbringe, aber das war doch vor einem Jahr. Das kann er unmöglich behalten haben, oder? Das ist doch nicht der Grund gewesen, oder? Nein, das kann nicht sein.“
Mit zitternden Beinen richtete sie sich wieder auf, all ihre Kräfte bündelte sie um sich halbwegs auf den Beinen halten zu können, doch selbst dafür reichte es schon kaum noch. Suchend schwiff ihr Blick die Straße endlang und musterte die Ränder ganz genau, während die Zeit unaufhörlich gegen sie lief. Tylas Panik wurde noch um ein vielfaches verstärkt als neben ihr ein junges Mädchen zu ihrer Freundin sagte:
„Oh, it’s twelve o’clock, we must go now.“
„Was bereits 12 Uhr? Aber das ist doch die Uhrzeit in der Chris…“
Tyla führte ihren Gedanken nicht zu Ende zu wider war er ihr. Lieber konzentrierte sie sich darauf ihn endlich zu finden. Der Sekundenzeiger lief und da plötzlich sah sie wie sich eine Person aus der Masse heraus löste und einen Fuß bereits auf die Straße setzte. Tylas Herz machte eine richtigen Hüpfer als sie erkannte, dass es Chris war, in seinen Händen hielt er eine der großen Pralinenschachteln und lief ohne zuschauen über die Straße, mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Dies war er nun, der Moment auf den Tyla solange hingestrebt hatte, um ihn nun zu ihren Gunsten zu verändern, doch wie?
Chris lief über die Straße und Tyla versuchte nochmals aus vollem Hals zu Bellen, sie schrei seinen Namen, rief ihm zu, warnte ihn, doch keiner hörte sie und schon gar nicht der dem das Schreien galt. Unbeirrt lief er weiter und es lies Tyla fast in Ohnmacht fallen, als sie plötzlich ein Auto kommen sah. Chris der ca 20 Meter Rechts von ihr über die Straße ging, sah das Auto das von Tyla nur noch ein paar Meter entfernt war, nicht kommen.
Es ging alles wahnsinnig schnell, es blieb dem jungen Mädchen kaum Zeit um einen klaren Gedanken zu fassen, denn alles spielte sich in Bruchteilen einer Sekunde zu. Tyla sah wie der junge Mann am Steuer des Autos vertieft in sein Telefonat war und nicht im geringsten auf die Straße achtete. Sie sah vom Auto zu Chris und von Chris zum Auto, da war ihre Entscheidung bereits getroffen. Mit dem Aufwand all ihrer noch verbleibenden Kraft rannte sie auf die Straße, direkt vors Auto. Der Mann im Auto erschrak fast zu Tode und ging voll in die Eisen, jedoch hatte er keine Chance. Er verriss das Lenkrad um den kleinen Hund, den er viel zu spät gesehen hatte noch irgendwie auszuweichen, doch das war ihm einfach nicht möglich gewesen. Die Reifen quietschten, Menschen schreien doch von all den lärmenden Geräuschen die um sie herum herrschten, nahm sie nur eins wahr, das zu Boden fallen der Pralinenschachtel, die Chris in