Because I love you

doch sie konnte nicht, sie wusste nichts, es war ihr als hätte sie das Sprechen verlernt. Sie hatte es gewusst, nun wo alles auf einmal so unvorstellbar schön zu sein schien, fiel es ihr gleich hundertmal schlimmer los zulassen und alles in ihr weigerte sich das vorhergesehene Schicksal zu akzeptieren, vor allem weigerte sich alles in ihr ihn zu verlassen. Ihm zusagen das sie sich nicht lieben dürften, war sie ihm schuldig, denn sie konnte nicht einfach verschwinden ohne ein Wort der Erklärung. Sie musste zu Ende bringen was sie begonnen hatte und all ihre Kraft und ihr Herz legte sie in ihre Worte:
„Ich liebe dich, Chris! Und ich habe immer so sehr gehofft das du auch so empfindest und jetzt…, jetzt wo wir endlich den Mut hatten, da muss ich gehen. Wohin und warum darf ich dir nicht sagen. Aber glaub mir das es einfach nicht zu ändern ist.“
Chris entsetzter Blick verriet das er kein Wort von dem was sie sagte verstand, wie sollte er auch. Seinem Blick zuurteilen, fühlte er den gleichen Schmerz wie Tyla ihn damals gefühlt hatte beziehungsweise ihn immer noch fühlte. Sie sah ihm praktisch an, wie sein Herz zerbrach und daran war nur sie schuld.
„Ich hab noch etwas für dich bevor ich gehe!“, heulte Tyla, während sie auf eine Reaktion wartete, doch Chris schien wie erstarrt. Unbeirrt, ging sie zum Pavillon herüber und holte etwas aus dem Karton heraus. Es war ein kleiner Welpe, eine schwarze Hündin, die ihrem „tierischen Ich“ aufs letzte Haar glich.
„Ich hab das mit deinem Hund gehört und ich dachte, das von nun an sie auf dich aufpasst, so ist immer ein Teil von mir bei dir und nichts wird uns so jemals trennen können.“
Sie streckte ihm den Welpen entgegn und wartete darauf das Chris ihn nehmen würde. Doch er nahm ihn nur um ihn neben sich auf den Boden zusetzten. Der kleine Hund sah sein neues Herrchen verdutzt an, blieb aber brav neben ihm sitzen, als wüsste er das er jetzt nicht stören durfte.
„Was soll das Tyla? Wieso willst du mich jetzt verlassen? Ohne mir zusagen wohin du gehst und warum? Ich versteh dich nicht! Ich liebe dich doch auch also bleib bitte bei mir. Du weist nicht wie sehr ich gelitten habe als du einfach verschwunden bist, ohne mir zu sagen wohin. Tu mir das nicht wieder an und vor allem nicht jetzt!“
„Ich wünschte ich müsste nicht, aber keine Macht dieser Welt kann mein Schicksal ändern, also nimm mich noch einmal in den Arm, bitte!“
Der Himmel schien mit ihnen zu weinen und so wurde der Regen stärker und stärker.
Chris schien zu verstehen das sie nichts sagen konnte und so nahm er sie schweigend in den Arm und drückte sie fest an sich.
„Ich lass einfach nicht mehr los, dann…, dann, ich weis auch nicht.“, hauchte er ihr zu. Aber aus ihrem bitterlichen Weinen antwortete sie:
„Das geht leider nicht! Ich muss jetzt Chris!“
Sie drückte ihn behutsam von sich weg und gab ihn zum Abschied einen Kuss auf die Lippen, dann drehte sie sich von ihm weg und ging. Er schnappte nach Luft und voller Unverständnis schrie er, mit aller Verzweiflung und Schmerz:
„Warum…, warum Tyla?! Bitte, sag mir warum?!!“
Sie drehte sich um und rief weinend:
„Weil ich dich liebe!“
Dann verschwand sie in einem Schwarm aus Licht und übrig blieb Chris, der im Regen stand zusammen mit der Schachtel Pralinen und dem jungen Hund.

„Und nun, wie entscheidest du dich Tyla?“, fragte die ihr wohlbekannte Stimme, bevor sie überhaupt realisiert hatte das sie bereits wieder an jenem Ort des Lichtes war.
Immer noch liefen ihr unaufhörlich die Tränen übers zarte, rosa Gesicht und mit bebender Stimme antwortete sie:
„Ich will nicht vergessen! Ich bin es diesen wunderbaren Menschen schuldig, dass ich mich an sie erinnere, außerdem was wäre das für ein Leben gewesen ohne Liebe, nein ich will nicht einen Moment vergessen, ansonsten würde ich vergessen wer ich bin und wo ich hingehöre.“
„Eine weise Entscheidung, mein Engel!“

Ende

14. September 2006

By Glacial