One Piece - One Shots on air ^^
One Piece - Grausame See
Die See tobte, wie schon seit Jahren nicht mehr. Immer wieder türmten sich riesige Wellen auf und brachen über dem kleinen Ausflugsdampfer zusammen. Der Kapitän und die Crew hatten alle Hände voll damit zu tun, den Dampfer auf dem Wasser zu halten. Trotzdem waren die Vorbereitungen für eine Evakuierung eingeleitet worden. Die meisten Passagiere rannten kopflos umher und schrieen oder sie saßen auf den Bänken und warteten auf ihren Tod. Geschockt und vom Lebenswillen verlassen.
Blitze rasten auf den Dampfer zu, schlugen auf dem Oberdeck ein und entfachten einen Brand. „FEUEEER!“ Der Kapitän blickte nervös auf seinen Kompass. „Wir sind viel zu weit vom Kurs abgekommen. Thompsen, Sie übernehmen das Steuerrad. Sorgen Sie dafür, dass wir wieder auf unsere Route kommen.“ Der Stellvertreter des Kapitäns nickte und stellte sich hinter das Rad. Der Kapitän selbst schlug die Tür auf und rannte zum Oberdeck. Das Feuer hatte verheerende Ausmaße angenommen. Fast das gesamte Oberdeck war schon zerstört und die Flammen fraßen sich unaufhaltsam durch das Holz des Bodens. „Ihr müsst das Feuer sofort löschen! Sonst säuft uns der Kahn gleich ab!“ Die Matrosen ließen ein lautes „Aye, aye!“ ertönen, bevor sie, mit Schläuchen und Eimern bewaffnet dem Feuer den Kampf ansagten.
Unter Deck breitete sich derweil starker Qualm aus und ließ viele der Passagiere und der Mannschaft qualvoll zusammenbrechen. Hustend, nach Luft ringend.
„Bringt die Passagiere hier raus!!!“ Der Kapitän schrie so laut er konnte. Gegen das Pfeifen des Sturmes und das Tosen der See konnte er jedoch kaum ankommen. Die meisten Gäste waren an Deck gekommen. Der Qualm brannte noch immer in ihren Augen und viele von Ihnen bekamen noch immer kaum Luft. „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!“ Erneut brach eine Welle über dem Dampfer ein. Der Kahn schwankte gefährlich und alle wussten, dass die nächste Welle den Untergang der „San Molidan“ bedeutete. „ALLE ZU DEN BOOTEN!!!“ Kapitän Lanford bedeutete allen seinen Crewmitgliedern den Dampfer zu verlassen. Die Gäste stürzten zu den Rettungsbooten. Ohne nach zu denken sprangen sie in die Boote, rissen andere Passagiere um, nur um ihr eigenes Leben zu retten. „Hier ist noch Platz! Kommen Sie Käpt’n, der Kahn ist nicht mehr zu retten!“ Ein Matrose winkte Lanford heran, doch der Alte schüttelte den Kopf. In seinen Armen hielt er ein Kind. Es mochte etwa vier Jahre alt sein. Es fror am ganzen Körper. Das Kleidchen klebte förmlich an dem Mädchen. Sie trug eine kleine weiße Sandalette an ihrem rechten Fuß. Den anderen Schuh musste sie unter Deck verloren haben. Ihr langes, dunkles Haar klebte in wirren Strähnen an ihrem kleinen, runden Gesichtchen. „Papa. Mama.“, flüsterte sie weinend. Kapitän Lanford reichte das kleine Mädchen in das Boot. „Sie müssen jetzt ablegen, Matrose.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Der Mann nickte, doch seine Augen verrieten seine wahren Gedanken. Er wollte seinen Kapitän nicht auf dem Dampfer lassen. „DAS IST EIN BEFEHL!!!“ Der Alte löste die Seile des Bootes und ließ es mit einem Ruck zu Wasser. Er hörte nur noch das Aufklatschen des Rettungsbootes und die erschrockenen Rufe der Passagiere, dann brach eine weitere Welle über der „San Molidan“ ein.
„TARAAA!!! Tara, wo bist du?“ Die junge Frau schleppte sich hustend durch den großen Aussichtsraum. Überall lagen Menschen. Ihre Gesichter zeigten die Qualen, die sie in den letzten Minuten ihres Lebens hatten erleiden müssen. Sie begann zu weinen. „Oh Gott, Tara. Bitte sag doch was. Bitte, ich will dass du lebst. HÖRST DU MICH?“ Der Qualm wurde immer dichter. Sie zog ein Taschentuch aus der Kindergartentasche ihrer Tochter und hielt es sich vor den Mund. „TARA!!!“ Plötzlich zog sie jemand am Arm. Es war jemand kräftiges, denn sie glaubte fast, dass er ihr den Arm jeden Moment abreißen würde, so sehr zerrte er daran. An Deck ließ sie der Unbekannte los. Sie rieb sich die tränenden Augen und blickte in ein ihr bekanntes Gesicht. „Du? Was machst du hier?“ Der Mann lächelte sie kurz an, doch sein Blick suchte das Schiff ab. „Wo ist sie?“, fragte er. Seine Stimme war schneidend scharf. „Wo ist Tara?“ Tränen stiegen ihr ins Gesicht. Sie schüttelte schluchzend den Kopf. „Ich weiß es nicht.“ Sie schluckte. In ihren Gedanken formte sich eine Gewissheit, die sie niemals akzeptieren würde. „Ich kann sie nicht finden. Bitte, bitte hilf mir sie zu suchen.“ In diesem Moment brach der Bug des Dampfers. Die beiden wurden über das Deck geschleudert. Die Reling kam gefährlich nahe. „Ich hab dich!“ Der junge Mann hielt ihre Hand fest umklammert. „Ich lass dich nicht los!“, flüsterte er. Seine Muskeln spannten sich mit jeder Sekunde mehr an. Sie war durch das, den Dampfer überschwemmende Meereswasser über die Brüstung gespült worden und hing nun zwischen dem Schiff und dem Meer. „Du musst sie finden, Zorro.“ Ihre Stimme war brüchig, sie weinte und der Schwertkämpfer wusste, dass sie eine Entscheidung getroffen hatte. „Unser Schiff ist hinter diesem Kahn. Ich bring dich zu den anderen. Dann suche ich Tara.“ Die junge Frau schüttelte den Kopf. Wieso wollte er es nicht begreifen. „Du musst sie JETZT suchen. Du musst sie suchen, sonst stirbt sie.“ Er sah die Entschlossenheit in ihren Augen. Sah, dass sie diesen Weg gehen wollte. Gehen musste. Um ihre Tochter zu retten. „LASS MICH LOS, ZORRO!!! FINDE TARA!!!“ Ihre Finger rutschten aus seiner Hand. Sie fiel. Dem sicheren Tod entgegen. Doch sie lächelte. „HARMONY!!!“ Mit einem letzten Versuch wollte er sie greifen, doch er verfehlte sie um wenige Zentimeter. „Ich liebe dich, Zorro. Pass gut auf unsere Kleine auf.“
„TARA!!! TARAAA!!!“ – „Sie ist nicht hier.“ Der Kapitän der „San Molidan“ stellte sich dem Schwertkämpfer entgegen. Zorro keuchte atemlos. Nur der Gedanke an sie hielt ihn noch auf den Beinen. „Sie suchen das kleine Mädchen, nicht wahr? Tara. Tara Love.“ – „Ja, *keuch* wo ist sie? SAGEN SIE ES MIR!“
„Papa!!! Papa, du bist daaa!“ Freudestrahlend lief Tara ihrem Vater entgegen. Der Schwertkämpfer ging in die Hocke, nahm sie in die Arme, weinte. „Wo ist Mama? Ist sie auf eurem Schiff?“ Er schüttelte den Kopf. Hinter ihm stand Kapitän Lanford. Auch er weinte. Er hatte das Schiff als Letzter verlassen. Doch seine Pflicht hatte er trotzdem nicht erfüllt. „Mama ist nicht hier, Tara.“ Zorro’s Stimme war heißer. Er konnte ihr nicht sagen, dass sie tot war. Er KONNTE ES EINFACH NICHT!!! „Was ist, Papa? Warum weinst du?“ Das kleine Mädchen blickte ihn fragend an. Ihr Vater blickte in den Himmel. Die Sonne begann seine Tränen zu trocknen. „Ich soll dir sagen, dass sie dich lieb hat. Mama hat dich lieb!“