One Piece - One Shots on air ^^

sie muss es schließen, wenn sie keine Aufträge bekommt.“ Ruffy riss die Tür zum Wirtshaus auf. „ENDLICH!!! ABENDESSEN!“ Sie setzten sich an einen Tisch, im hinteren Teil des Hauses. „Ich finde ihre Sachen einfach toll!“ Nami grinste. Die Taschen mit den Kleidern hatte sie ihrem Schiffskoch anvertraut. „Wehe du kleckerst da irgendwie irgendwas drauf! Dann gibt’s Ärger!“ Zwei Kellner traten an den Tisch und servierten die bestellten Gerichte. Vor Ruffy türmte sich ein riesiger Berg Nudeln und ließ den Käpt’n der Strohhutpiraten dahinter fast verschwinden. „Ehrlich gesagt habe ich mich auch gewundert.“, nahm die Navigatorin das Gespräch wieder auf. „Du verschweigst uns doch nichts?“ Das Grinsen in ihrem Gesicht wurde immer breiter. Zorro’s Gesichtsfarbe immer dunkler. „Ach, lasst mich doch in Ruhe!“

Lillia hatte sich die ganze Nacht um die Ohren geschlagen. Auf ihrem Schreibtisch türmten sich jetzt keine Rechnungen mehr, die hatte sie auf ihr Bügelbrett verbannt. Stattdessen lagen jetzt ein Stapel Papier und dutzende Stifte unterschiedlicher Farbe, Stärke und unterschiedlichen Materials. Lineale, Zirkel, Stoffproben, Radiergummi und ein kleiner Block, in dem sie sich am Vortag alles notiert hatte was die junge Frau mit dem orangenfarbigen Haar ihr aufgezählt hatte. Sie hatte sofort mit ihren Skizzen begonnen, nachdem Zorro und die anderen ihre kleine Schneiderei verlassen hatten. Allein die Sachen, die Nami und Nico Robin bei ihr gekauft hatten, hatten ihr genügend Geld eingebracht um die wichtigsten Rechnungen zu bezahlen. Zorro’s Hemd hatte sie mit doppelten Nähten versehen. Als er es anprobiert hatte war sie sehr zufrieden gewesen, denn es hatte gepasst, wie angegossen. Sie hatte es ihm zum Geschenk machen wollen, weil er dafür gesorgt hatte, dass seine Freunde in ihren Laden gekommen waren und ihr den erfolgreichsten Geschäftstag seit der Eröffnung beschert hatten. Aber der Schwertkämpfer hatte sich geweigert und das Hemd bezahlt. Jetzt saß sie hier in ihrem kleinen Arbeitszimmer, in dem sie normalerweise ihre Bügelarbeiten verrichtete, und stellte den letzten Entwurf fertig. Nami’s Auftrag war eindeutig gewesen. Sie sollte für jeden aus der Mannschaft zwei verschiedene Outfits entwerfen. Eines für den Alltag, für die Freizeit und zum Kämpfen. Und eines für besondere Anlässe. Und so hatte sie für jeden zwei verschiedene Freizeitoutfits und zwei Outfits für besondere Anlässe entworfen. Für die beiden Frauen hatte sie sogar fünf verschiedene Outfits für den Alltag und drei verschiedene Outfits zum Ausgehen entworfen. Nun hoffte sie, dass jedem der acht zumindest einer der Entwürfe gefiel. Kurz nachdem die Glocke des Kirchturms die Mittagszeit eingeläutet hatte legte die junge Schneiderin entgültig den Stift aus der Hand. Sie packte alle Entwürfe in eine Tasche, legte einen dicken Block und verschiedene Stifte dazu, überprüfte noch einmal die verschiedenen Stoffmuster, um sie dann ebenfalls mit in die Tasche zu stopfen und begann dann sich für den Abend vor zu bereiten. Nachdem sie sich ein heißes, entspannendes Bad gegönnt hatte suchte sie in ihrem Schrank nach einem passenden Kleid für den Abend. Sie entschied sich für ein dunkelgrünes, halblanges Trägerkleid aus China Jaquard, bestickt mit einzelnen kleinen Swarovskisteinen am unteren Rand. Dazu trug sie schwarze Riemchensandaletten. Ihr kastanienbraunes Haar hatte sie zu einem lockeren Bauernzopf zusammengebunden. Kritisch begutachtete sie ihr Spiegelbild. Es ist NUR ein Geschäftstermin. Nichts Privates. Also mach dich nicht selber fertig. Du siehst gut aus. Siehst du doch…, oder?

Sie war eine halbe Stunde vor dem verabredeten Termin vor dem Gasthaus angekommen. Nervös trippelte sie von einem Bein auf das andere. Soll ich schon reingehen? Peinlich. Ich bin viel zu zeitig. Lillia schaute sich ein wenig um, aber da niemand in der Nähe war, entschloss sie sich einfach noch eine Weile vor dem Gasthaus zu warten. Plötzlich ging die Tür auf. „Ah, da bist du ja. Komm doch rein.“ Ruffy grinste sie an und zog sie, ohne auf eine Reaktion zu warten in die warme Gaststube. Die nächsten Stunden vergingen für die junge Frau wie in einem Traum. Während des gemeinsamen Essens waren die acht immer wieder zu Scherzen aufgelegt gewesen. So viel hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gelacht, da war sich Lillia sicher. Während Chopper mit Stäbchen in der Nase herumhopste klaute sich Ruffy bei Lysop immer wieder Fleisch und musste dafür eine dicke Ladung Pfeffer auf einer der Keulen einstecken. Sanji und Zorro stritten unentwegt und nahmen sich gegenseitig ihr Essen weg, während Nami immer wieder genervt Kopfnüsse verteilte und ihrem Ärger lautstark Luft machte. Frankie legte mit Nico Robin eine heiße Sohle aufs Parkett und gab dem ganzen noch mit einer Gesangseinlage den letzten Schliff. Jeder der Acht machte irgendetwas, doch niemand aß wirklich. Mit Ausnahme von Ruffy, der, nachdem er sich von der Pfefferladung erholt hatte, die Teller der anderen leer futterte. „Nun sag du doch auch mal was dazu?“ Lillia blickte verwirrt zu Sanji, der sie soeben angesprochen hatte. Sie war in Gedanken gewesen. Zorro trug das neue Hemd. Ihr Hemd. Sie war so froh darüber. Alles andere war für einen Moment egal. „Es ist viel besser, wenn man seine Klamotten von ein und derselben Person geschneidert bekommt, als von vielen verschiedenen immer nur ein Teil zu kaufen. Oder?“ Die hübsche Schneiderin zuckte mit den Schultern. „Wenn ich mir etwas kaufe, was mir gefällt, heißt das noch lange nicht, dass mir alles gefällt was ich mir von demjenigen, der dieses Teil entworfen hat, gekauft habe.“ Sie senkte schüchtern den Blick und hoffte darauf, dass der Smutje oder Zorro, je nachdem wer diese Meinung vertrat, ihr nicht böse war. Ein lautes Lachen ließ sie wieder aufsehen. „Hab ich doch gesagt, oller Kochlöffel.“ Der Schwertkämpfer klopfte seinem Kumpel noch immer lachend auf die Schulter. „Wer weiß, vielleicht gefallen euch die Entwürfe auch nicht, da kann ich doch auch nicht von euch verlangen, dass ihr sie nehmen müsst, nur weil ihr bei mir gekauft habt.“ Sanji und Zorro horchten auf und auch die anderen wurden nun ruhig. „Stimmt ja, du hast ja Entwürfe mitgebracht.“ Nami setzte sich wieder an den Tisch und bedeutete den anderen mit einer Geste sich ebenfalls dazu zu setzen.

Es war ein langer Abend gewesen. Sie hatten alle Entwürfe dutzende Male angeschaut. Wieder weggelegt. Wieder angeschaut. Am Ende hatten sich alle Männer bis auf Sanji für beide Alltagsoutfits entschieden. Sanji hatte sich zusätzlich zu den Entwürfen für die Alltagskleidung noch einen Anzug ausgesucht. Und die Frauen? Hatten sich entschieden ALLES zu nehmen. „Es ist einfach zu schwer sich für etwas zu entscheiden, wenn doch alle gut aussehen!“, hatte Nami zu ihrer Verteidigung gesagt und Robin hatte zustimmend genickt. Jetzt war Lillia wieder allein. Sie saß an ihrem Schreibtisch und schrieb sich noch einmal alle Maße von den acht Freunden auf. Fein säuberlich in ihr Notizbuch. Sie lächelte. Endlich. Endlich hatte sie ihren ersten großen Auftrag. Einen riesigen Auftrag. Und sie zahlten sogar im Voraus. „Du bekommst zwei Drittel des Gesamtbetrages bevor wir ablegen. Den Rest wenn wir die Sachen abholen.“ Die acht Strohhutpiraten hatten sich miteinander abgesprochen, und alle hatten es für richtig befunden. Denn nur so konnte Lillia’s Schneiderei gerettet werden, und trotzdem waren sie auf der sicheren Seite. Sie machte sich Notizen für die nächsten Tage. Jetzt konnte sie endlich wieder in die Zukunft sehen. Weiter als bis zum Abend. Weiter in ihr Leben hinein. Sie musste einkaufen. Stoffe, Knöpfe, Garn. Die junge Frau merkte, wie ihr warm wurde. Wie sich die Glücksgefühle den Weg nach oben bahnten. Hinaus aus der Dunkelheit. Sie kicherte. Es war ein komisches Gefühl. Sie war allein in ihrem kleinen kargen Arbeitszimmer. Und sie kicherte. Wieso machten sie das? Wieso halfen ihr völlig fremde Menschen? Sie dachte nach. Und kehrte immer wieder zu einem Satz zurück, den Zorro gesagt hatte, als sie sich über ihr Geschäft unterhalten hat. Und darüber wie hart sie dafür gearbeitet hatte, um es bis dahin zu schaffen. „Wer für seinen Traum alles gibt wird auch irgendwann belohnt.“

„Mist, die Marine!“ – „Kommt Jungs, los! Wir müssen hier weg!“ – „Und was ist mit Lillia? Die wartet doch sicherlich.“ – „Hm, du hast recht, Ruffy.“ – „Ich geh. Gib mir das Geld. Ich bring es ihr.“ – „Okay. Aber WEHE du verlierst die Kohle.“ – „Und verlauf dich nicht, Kraftproll!“ – „Schnauze, Weichei!“ – „Wir treffen uns dann am Hafen. In `ner halben Stunde?“ – „Kein Problem.“

Mist. Alles dunkel. „Lillia?“ Zorro tastete sich durch den Verkaufsraum zum Arbeitszimmer. Als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten suchte er nach der Silhouette der Dunkelhaarigen. Ihr Bett war leer. Nicht einmal berührt. Plötzlich sah er sie. Sie saß an ihrem Schreibtisch, den Oberkörper über den Tisch gebeugt, die Hände unter dem Kopf verschränkt. Und schlief. Er ging näher heran, legte seine Hand auf ihre Schulter und wollte sie gerade wecken, als er ein Blatt sah, dass unter ihren Händen hervor lugte. Er zog es vorsichtig heraus, kniff die Augen zusammen, um etwas erkennen zu können, und sah … einen vollendeten Entwurf. Farblich gestaltet, mit den Stoffmustern ergänzt und sorgfältig mit Maßen versehen. Er legte die Zeichnung zurück, nahm die Decke von Lillia’s Bett und legte sie der jungen Frau über die Schulter. Dann legte er den Beutel mit dem Geld auf ihren Tisch, nahm sich einen Stift und ein Blatt Papier, schrieb schnell ein paar Zeilen und ging dann leise wieder hinaus. Er öffnete gerade die Ladentür, da hörte er das Knarren der Dielen im Arbeitszimmer. „Zorro?“ Die