One Piece - One Shots on air ^^
One Piece - Vergiss niemals die, die du liebst
Nach so vielen Monaten auf offener See waren alle glücklich endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. „Wir treffen uns in drei Stunden vor dem kleinen Gasthaus am Hafen, dass Ruffy vorhin schon gestürmt hat.“ Die Navigatorin strich sich ihr schönes orangefarbenes Haar nach hinten und blickte die anderen ernst an. „Ist das klar?!“ Die anderen Mitglieder der Strohhutbande nickten nur gelangweilt. Alle, außer Sanji, der seine Nami wie immer anhimmelte. „Was immer du sagst, mein Nami-Mäuschen. Ich werde die Zeit herbeisehnen, da ich dich wieder sehen wer…“ TONK!
Sie waren eine ganze Weile zusammen durch die Stadt gelaufen und hatten sich erst später getrennt. Jeder ging seiner Wege. Nami hatte sich Robin und Chopper geschnappt und erledigte einige ‚wichtige’ persönliche Einkäufe. Schließlich braucht man als Frau auch was zum Anziehen! Lysop hatte sich auf die Suche nach einem Händler für Schießpulver und Waffen gemacht. Sanji schlenderte zusammen mit Ruffy über den großen Markt und besah sich die Auslagen der verschiedenen Stände. Die beiden waren für die frischen Vorräte auf der ‚Sunny’ zuständig. Nur Zorro wusste nicht, was er in dieser Zeit machen sollte. „Ich hätte mit Franky tauschen sollen.“, murmelte er gelangweilt. Nachdem er sich ein paar neue Utensilien zum Säubern seiner Schwerter gekauft hatte, ließ er sich auf eine Bank fallen, gähnte herzhaft und schloss seine Augen.
Nach einer Weile hatte er das Gefühl beobachtet zu werden. Vorsichtig öffnete er seine Augen ein wenig und kontrollierte seine Umgebung. Plötzlich stockte ihm der Atem. Auf der anderen Seite der Straße stand ein Mädchen. Und blickte starr zu ihm hinüber. Was will DIE denn? Er musterte sie eindringlich, und mit jedem Blick den er ihr schenkte hatte er immer mehr das Gefühl sie zu kennen. Erneut schloss er seine Augen. Als er sie ein paar Minuten später wieder öffnete war das Mädchen verschwunden. Der Schwertkämpfer seufzte leise auf. „Entschuldigung?!“ Erschrocken zuckte er zusammen, sprang auf und legte die Hand an den Griff seines Wado-Ichi-Monji. Doch schon im nächsten Moment ließ er die Hand wieder sinken. „Was willst du?“ Sie lächelte ihn freundlich an. Es war das gleiche Mädchen, das ihn noch vor wenigen Minuten von der anderen Straßenseite aus beobachtet hatte. „Bist du Lorenor Zorro?“ Er nickte leicht. „Und wer will das wissen?“ Statt einer Antwort ein schüchternes Lächeln. „Komm bitte mit.“, flüsterte sie leise. „Es gibt jemanden, der schon sehr lange auf dich wartet.“
Erst hatte er nicht mitgehen wollen, doch dann war er ihr doch gefolgt. Zorro wusste selbst nicht warum. Einerseits war er neugierig, wer auf ihn wartete, andererseits war es auch dieses Mädchen, dass ihn hatte einfach mitgehen lassen. Sie war ihm fremd, und doch hatte er das Gefühl sie schon ewig zu kennen. Und deshalb ging er ihr nach. Seit einer guten halben Stunde waren sie schon unterwegs. Und schienen noch lange nicht angekommen zu sein. Gerade liefen sie durch ein ziemlich herunter gekommenes Viertel. Die meisten Menschen versteckten sich sofort, als sie sahen, dass jemand fremdes die Straßen durchlief. Hier schienen diejenigen zu leben, die sich aufgegeben hatten, oder aber, die vergessen werden wollten. „So, da sind wir.“ Das fremde Mädchen lächelte ihn freundlich an und wies auf ein kleines Haus auf der rechten Straßenseite. Es war mehr eine alte Baracke, als ein Haus und es schien unbewohnt zu sein. Zumindest machte es den Eindruck, als würde es jeden Moment in sich zusammen fallen. „Hier wohnst du?“ Ungläubig starrte er auf die Bruchbude, die vor ihm stand. Sie nickte, ein Grinsen im Gesicht. „Nun komm schon rein.“ Mit einem leichten Schubs beförderte sie ihn in das Innere des Hauses. Zorro schaute sich um. Auch im Inneren sah es nicht viel besser aus. Überall bröckelte der Putz ab, Spinnweben erstreckten sich meterweit über die Wände und bei jedem Schritt knarrte der Boden verdächtig laut. „Wenn du weiter so hier lang schleichst bist du bald selbst mit Weben übersät.“ Das Mädchen kicherte leise und lief vor ihm die Treppe hinauf. Murrend folgte ihr der Schwertkämpfer. Sie stiegen Stufe für Stufe hoch in die zweite Etage. Dort befand sich am Ende des Ganges eine Tür, die im Gegensatz zu allen anderen, nicht mit Spinnweben verklebt war. Vor dieser Tür stoppte sie, wartete einen Moment, drückte dann die Klinke nach unten und verschwand dahinter. Zorro blickte sich erneut um. Sie schien die Einzigste zu sein, die dieses Haus bewohnte. Alle anderen Türen waren total verdreckt oder hingen nur noch halb in ihren Angeln. Dem Zustand des Hauses nach war es auch niemandem zu verdenken NICHT hier zu leben. Zögernd betrat er die kleine Wohnung. Sofort befand er sich im Wohnzimmer. Einem kleinen, spärlich, aber dennoch gemütlich eingerichteten kleinen Raum in dessen Mitte ein alter Ofen immer wieder kleine graue Wolken vor sich hinpaffte. Direkt neben der Eingangstür stand ein alter Sekretär, auf dessen Tischplatte sich verschiedenste Briefe stapelten. Selbst der Stuhl, der davor stand war mit Papieren beladen. Auf der gegenüber liegenden Seite des Raumes stand ein kleines burgundfarbenes Sofa, welches zum Ausruhen einlud. Daneben stand das Prunkstück der Wohnung, ein alter lederner Ohrensessel, der allem Anschein nach schon viele Jahrzehnte lang genutzt worden war. Und noch wurde. Neben der Tür zum Nebenzimmer stand ein kleiner kirschbaumfarbener Esstisch mit drei Stühlen darum. Darauf standen ein alter, kupferner Topf, dessen Inhalt einladend duftete, mehrere Teller und Löffel. „Maya, nimm die bitte gleich noch mit rüber.“ Eine sanfte Frauenstimme ertönte aus dem anderen Zimmer. Das Mädchen erschien im Türrahmen. In den Händen hielt sie drei Gläser, die sie nun vorsichtig auf dem Tisch abstellte. „Maya also.“ Zorro’s Stimme ließ eine weitere Person das Zimmer betreten. „Du bist es tatsächlich.“ Die Frau, deren Stimme er soeben noch im Nebenzimmer gehört hatte kam auf ihn zu und strich ihm lächelnd über die Wange. „Haben SIE auf mich gewartet?“ Langsam wurde ihm etwas mulmig. Warum nur stand er hier mitten in einer fremden Wohnung, zwischen fremden Leuten? „Setz dich erstmal und iss mit uns.“ Die fremde Frau ging überhaupt nicht auf die Frage des Schwertkämpfers ein, sondern setzte sich statt dessen auf einen der drei Stühle, nahm sich einen Teller und schöpfte sich eine Kelle, gefüllt mit köstlich duftendem Eintopf darauf. Maya tat es ihr gleich, setzte sich und kümmerte sich nicht um die Frage, die im Raum stand. Nach einer Weile ließ er sich resignierend auf den noch freien Stuhl fallen und nahm sich ebenfalls etwas von dem Eintopf. Stumm aßen sie. Zorro blickte immer wieder aus den Augenwinkeln zu der fremden Frau. Er kannte sie. Das lange, schwarze Haare, die dunkelbraunen Augen, die sanft geschwungenen Lippen. Alles an ihr kam ihm bekannt vor und doch wollte ihm einfach nicht einfallen wer sie war. Lächelnd lehnte sie sich nach hinten. Während das Mädchen Teller und Löffel abräumte begann die Frau endlich zu reden. „Weißt du Zorro, so viele Jahre sind vergangen, seit ich euch alle verlassen habe.“ Sie räusperte sich leicht, bevor sie weiter sprach. „Du warst damals gerade mal zehn, als sie von uns ging. Es war für mich, als ob ich mit ihr gestorben wäre. Ich mag mir nicht vorstellen was du damals empfunden hast.“ Sie hielt einen Moment inne, blickte auf den Mann neben sich. Auf seine Reaktion. Er schien langsam zu verstehen, und dennoch nicht mehr zu wissen als vorher. „Möchtest du etwas trinken, Mama?“ Die Frau winkte ab. „Nicht jetzt, Maya. Geh doch bitte einen Moment nach draußen, ja?“ Sekunden später hörte man wie die Tür langsam ins Schloss fiel. „Weißt du wer ich bin?“ Sie blickte dem Schwertkämpfer teils hoffend, teils bangend ins Gesicht. Zorro ließ alles Gehörte an sich vorbei ziehen. Und mit jedem Wort kam er der Lösung näher. Ein leichtes Nicken ließ die fremde Frau aufatmen. „Warum bist du damals gegangen?“ Tränen schossen ihr in die Augen. Vor dieser Frage hatte sie sich gefürchtet. Seit dem Tag, an dem sie verschwunden war. „Warum hast du uns alleine gelassen? Wir beide hätten dich gebraucht.“ Sie nickte. Unter Tränen flüsterte sie: „Damals habe ich nur noch an sie gedacht. Egal wo ich war, überall lag ihr Duft in der Luft. Sie war einfach überall präsent. Das hab ich nicht ausgehalten. Deshalb bin ich gegangen.“ Sie seufzte leise, strich langsam ihren Rock glatt. „Kuina hat mir alles bedeutet. Ich wäre zu Grunde gegangen, ständig ihre Gegenwart zu spüren und doch zu wissen, dass sie nicht mehr lebt.“ Zorro schluckte schwer, als sie den Namen erwähnte. Er dachte an die Zeit nach Kuina’s Tod. Daran, wie traurig er gewesen war. Wie traurig Kuina’s Vater gewesen war. Und wie verzweifelt er nach seiner Frau gesucht hatte, als diese plötzlich verschwand. Ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ohne sich zu verabschieden. „Sie sind davon gelaufen.“ Sie blickte einen Moment lang starr zu Boden. „Ja.“, antwortete sie mit brüchiger Stimme. „Ich bin davon gelaufen. Weil ich nicht wollte, dass Maya das gleiche geschieht.“ – „Maya?“ Ein stummes Nicken. Was hatte das Mädchen mit der ganzen Sache zu tun? Zorro wurde von Minute zu Minute verwirrter. „Als Kuina starb war ich schwanger, Zorro. Und meine größte Angst war, dass diesem kleinen Geschöpf das gleiche passieren könnte, wenn ich sie dort aufwachsen ließe. Deshalb bin ich fort gegangen.“ Nur langsam begriff der Schwertkämpfer die Worte der weinenden Frau. Abrupt stand er auf. „Und? Konntet ihr sie schützen?“ Ein Schluchzen erklang. Mayas Mutter schüttelte den Kopf. „Ich konnte nicht verhindern, dass sie sich im Schwertkampf ausbilden ließ. Zwar lebt meine Tochter noch, aber wer weiß