One Piece - One Shots on air ^^
wie lang? Oder denkst du wir leben freiwillig hier in dieser Bruchbude?“ Zorro zuckte mit den Schultern und wandte sich von ihr ab. „Nein. Bitte, Zorro, geh nicht. Du hast Kuina so viel bedeutet. Ich will nicht, dass du jetzt gehst und schlecht von mir denkst. Sie fehlt mir doch genauso wie dir. … Versteh doch. Ich will nicht noch ein Kind verlieren.“ Sie ging weinend und schluchzend auf die Knie. Der Schwertkämpfer jedoch verließ die Wohnung.
An der Treppe stand Maya und schien auf ihn zu warten. Sie lächelte ihn an. Mit dem gleichen Lächeln, dass er früher bei Kuina hatte sehen können. „Sei nicht sauer auf meine Mutter. Sie ist verbittert. Sie ist einsam. Und unendlich traurig.“ Er blickte ein wenig verwundert auf. Waren diese Worte wirklich von ihr gekommen? Einem kleinen Mädchen? „Wie alt bist du, Maya?“ - Ich war damals gerade schwanger. - Fragend blickte sie ihn an. „Ich bin 16. Warum fragst du?“ Er nickte nur. - Du warst gerade mal zehn Jahre alt. – Maya trat auf ihn zu, blickte sanft lächelnd zu ihm hoch. „Du warst ihr bester Freund, nicht wahr?“ Es war, als ob sie mit diesen Worten etwas in ihm ausgelöst hätte. Schroff drückte er sie gegen die Wand, hielt sie an den Handgelenken und presste diese ebenfalls fest an die Wand. Etwas Putz bröckelte von der Wand und regnete auf ihn und das Mädchen nieder. In seinen Augen konnte man Schmerz erkennen. Großen Schmerz. „Ja, wir waren Freunde. Sie war meine beste Freundin. Ich habe sie gemocht. Und ich war stolz mit ihr befreundet zu sein. Weil sie so anders war, als all die anderen. So stark. So überlegen.“ Sein Atem ging schnell und flach und seine Stimme überschlug sich fast beim Reden. „Als sie gestorben ist wurde mir alles genommen. Der wichtigste Mensch in meinem Leben. … Und dann kommst du. Und ich hab das Gefühl dich zu kennen. Deine Augen, dein Lächeln, dein Gang. Du bist genau wie sie. Verdammt, wieso machst du das?“ Ängstlich, fast atemlos antwortete sie ihm. Ihre Augen waren mit Tränen gefüllt. „Es tut mir leid. Ich… ich bin nun mal so. Was kann ich dafür, dass ich so aussehe? Du kannst doch auch nichts dafür, dass du so aussiehst, wie du eben aussiehst, oder?“ Ihre Stimme bebte vor Erregung. Langsam machte die Wut der Angst Platz. „Und jetzt lass mich endlich los!“ Sie riss ihre Arme von der Wand weg, schlüpfte unter ihm hindurch und rannte dann die Treppe hinunter. Zurück blieb ein völlig verwirrter Zorro. All diese Gefühle, die ihn durchströmten. Jahrelang hatte er sie zurück gehalten. Jahrelange hatte er sie nicht an die Oberfläche kommen lassen. Und jetzt? Jetzt übermannten sie ihn. Langsam ging er die Stufen hinunter. In seinem Kopf dröhnte und hämmerte es. „Gehst du jetzt?“ Überrascht blickte er zu Maya, die vor dem Haus stand und auf ihn zu warten schien. Er nickte. Noch einmal musterte er das Mädchen. Das einzige, was ihn nicht an Kuina erinnerte waren ihre Haare. Zwar waren sie ebenfalls schwarz, aber Kuina hatte ihre Haare relativ kurz getragen. Maya hingegen trug einen langen, geflochtenen Zopf, der ihr bis zum Po reichte. „Du kämpfst auch mit Schwertern?“ Er blickte noch einmal auf das Haus, in dem sie mit ihrer Mutter lebte. – Denkst du wir leben freiwillig in dieser Bruchbude? – Was hatte sie angestellt, dass sie sich in diesem heruntergekommenen Viertel verstecken musste? „Ja, ich bin Landesmeisterin der Junioren gewesen.“ Sie lächelte wehmütig. „Gewesen?“ Wieder ein Nicken. „Vor zwei Jahren haben uns ein paar fiese Typen angegriffen. Ich habe sie mit meinem Schwert niedergeschlagen. Einer von ihnen ist dabei gestorben. Er war ein Marineleutnant.“ Jetzt verstand er. „Du wirst also gesucht?“ Sie nickte erneut. „Dann scheinst du gut zu sein.“ – „Danke.“ Das junge Mädchen lächelte.
Ohne ein weiteres Wort miteinander zu wechseln gingen die beiden zurück in die Stadt. Maya brachte den Schwertkämpfer direkt zum Hafen und wollte gerade gehen, als er sie an den Schultern festhielt. „Sag deiner Mutter, dass es mir leid tut. Und das ich ihr vergebe.“ Maya nickte. „Ich hoffe du vergibst mir auch.“ Sie lächelte. „Wieso soll ich dir vergeben?“ Statt einer Antwort ein Lächeln. Dann ein sanfter Kuss. Weil ich dich liebe, so wie einst meine Schwester. Noch bevor er reagieren konnte war sie verschwunden. Seine Finger glitten langsam über seine Lippen. Über die Stelle, die Maya wenige Momente vorher berührt hatte. Sein Blick richtete sich gen Himmel. In seinen Augen spiegelten sich kleine Tränen. Und in seinen Gedanken fand er endlich seinen Frieden. Ein Lächeln umspielte zaghaft seine Lippen. „Ich danke dir. … Kuina.“