Die Träne

diesem Balkon. Was sie wohl gemacht haben. Ob sie ihn wohl interessierte. War er deshalb so abweisend?? Rui packte die Eifersucht. Eigentlich wollte sie ja mit ihm hin. Doch er schien wohl nicht dieser Meinung gewesen zu sein. Deshalb hatte sie auch Xells Frage zugestimmt.

„Ich habe ihn zuletzt in den Klassenzimmern gesehen.“ Rui wandte sich von Warui ab und ging Richtung Quartiere.

Schnell hopste sie zum Aufzug und fuhr einen Stock höher. Dort angekommen ging sie mit hoher Geschwindigkeit zu den Klassenräumen. Sie rannte an Xell vorbei und grüßte ihn kurz. Als sie das Klassenzimmer betrat entdeckte sie ihn sofort. Da saß er. In der letzten Reihe und arbeitete an seinem Computer.

Sie ging zu ihm und setzte sich neben ihn. „Hallo, Seifer.“ Warui lächelte ihn an und wartete auf eine Reaktion. „Hi“ Das war das einzige was er sagte. Er sah nicht einmal auf. Irgendwie mochte er sie nicht. „Du hast doch noch keinen Partner für den Ball oder?? Gehst du jetzt mit mir hin??“ Er hatte wirklich keine Lust mit ihr hinzugehen. Eigentlich wollte er ja gar nicht hin. Vielleicht hätte er sich von Rui überreden lassen. Hmm, Rui. Sie hatte doch einmal gesagt dass man jeden eine Chance geben soll. Manchmal vielleicht auch eine zweite. Warum mochte er Warui eigentlich nicht? Sie hatte ihm ja nichts getan. Vielleicht sollte er ihr eine Chance geben. Es könnte ja sein dass er total viel Spaß mit ihr beim Ball hatte. „Ok, gehen wir zusammen hin“ Warui war überglücklich. „Super!!“ Sogleich fiel sie ihm um den Hals. Als sie dann Seifers Miene bemerkte lies sie ihn sofort los und lächelte unschuldig.

„EY!!!! RUI!!! WARTE MAL!!!“ Xell kam angerannt und erwischte Rui gerade als sie in ihr Zimmer gehen wollte. „Oh, hallo Xell. Was gibt es denn?“ Sie schloss wieder die Tür die sie leicht geöffnet hatte und drehte sich zu ihm. Er war nun bei ihr angekommen und stand völlig außer Puste vor ihr. „Es stimmt“ Er grinste sie an. „Was stimmt??“ Rui drehte den Kopf leicht schief. Sie hatte keine Ahnung was er meinte. „Du bist wirklich wie ein Kätzchen“ Rui wurde leicht Rot. Seifer hatte das doch auch gesagt. „Wie…wie kommst du darauf??“ „Na ja, wenn man sich dir nähert verschwindest du meist ganz plötzlich. Man muss wirklich schnell sein wenn man dich erwischen will. Außerdem hast du immer so einen süßen Hundeblick drauf wenn du was willst.“ Sie fing leicht an zu lachen. Irgendwie hatte Xell so eine süße Art. „Aber der Hundeblick hat doch gar nichts mit einer Katze zu tun.“ „Na dann eben Katzenblick. Ich wollte schon immer mal ne Katze haben“ Er grinste sie frech an. Was hatte denn das schon wieder zu bedeuten. Gehörte sie jetzt etwa ihm. Manchmal war er ein richtiger Playboy. Irvine hatte wohl einen schlechten Einfluss auf ihn.

Sie drehte sich zur Tür und öffnete sie. „Ich bin müde. Ich geh jetzt schlafen. Wir sehen uns morgen, ja?? Tschüss“ Rui ging hinein und lies sich aufs Bett fallen. Noch nie hatte sie so ein Gefühlschaos. Xell wurde ihr immer sympathischer. Ob da wohl mal mehr werden würde.

Xell stand noch vor der Tür und lächelte. Er legte die Arme über den Kopf und ging den Flur entlang. „Rui, sei mein Kätzchen.“ Er sagte es leise zu sich und ging zu seinem Zimmer. Als er vor der Tür stand sah er noch einmal den Flur entlang. „Übermorgen ist der Ball. Dann werde ich es ihr sagen. Ich bin ja schließlich schon ziemlich weit gekommen.“ Xell ging ins Zimmer und legte sich schlafen.

Zusammen gingen sie aus dem Klassenraum. „Wollen….wollen wir noch was essen??“ Es war merkwürdig sie zu fragen. Bis jetzt musste er kein Mädchen fragen. Rai-jin und Fu-jin folgten ihm einfach immer. Dazu war Rai-jin ja kein Mädchen und Fu-jin benahm sich auch nicht wirklich wie eines. Bei Rui war es selbstverständlich dass sie zusammen essen gingen. Das taten sie fast jeden Tag. Warui nickte und lächelte glücklich. „Wollen wir in Fishermans Horizont essen oder gehen wir einfach in die Mensa?“ „Lass uns mal nur in die Mensa gehen.“ meinte Seifer.

„Sag es mir. Was ist aus uns geworden??“ Rinoa sah Squall traurig an. Als sie sich kennen gelernt hatten waren sie so verliebt gewesen. Doch jetzt hatte Squall kaum noch Zeit für sie.

„Ich hab jetzt wirklich keine Zeit, bitte Rinoa.“ Er versuchte sie von seinem Arm abzuschütteln. „Ich muss rauf. Cid hat mir einiges aufgetragen. Es ist eine schlechte Zeit. Bitte“ Squall wandte sich von Rinoa ab, ging zum Aufzug und fuhr hinauf.

Rinoa ging traurig Richtung Mensa. Das konnte es doch nicht sein. Was verschwieg er vor ihr? Schon seit Monaten war er so. Hmm, ja ca. ein Monat nachdem Rui hier aufgetaucht war. Hatte es was mit ihr zu tun? Nein, sicher nicht. Sie war ja dauernd bei Seifer gewesen.

Sie kam in der Mensa an und sah zwei Personen an einem Tisch sitzen. Leise schlich sie sich heran und lauschte.

„Wie lang kennst du Rui eigentlich schon??“ Warui sah Seifer fragend an. „Hmm“ Er überlegte. „Ich weiß es nicht genau, aber schon lange, denke ich.“ „Und wie steht ihr zueinander?“ „Wie?“ Er sah sie fragend an. „Na in welcher Beziehung. Seide ihr zusammen oder nur Freunde?“ Seifer musste sich ein Grinsen verkneifen. „Wir sind….. nur Freunde“ Er war sich einen Moment nicht sicher gewesen was er sagen sollte. „Ihr hängt aber oft zusammen rum“ Warui bemerkte den kurzen Aussetzer gar nicht. „Ja, aber nur weil….weil…“ „Weil??“ Er wusste es nicht. Warum war er eigentlich immer so oft mit Rui zusammen? Er fand keinen Grund. „Weil?“ wiederholte Warui. „Wir verstehen uns einfach gut. Wir haben schon viel zusammen erlebt…“ Der letzte Satz war eher ein murmeln. „Wie bitte?“ Warui hatte ihn nicht verstanden und wollte es noch mal hören. „Nichts!“ Seifer stand auf. „Ich geh schlafen. Gute Nacht“ Er ging, ohne sich noch einmal umzudrehen, aus der Mensa. Rinoa konnte sich grade noch hinter einer großen Pflanze verstecken. „Puhh.“ Kam es leise von ihr.

„Pff, Rui du dummes Ding.“ Rinoa sah zu Warui. Diese spielte sich gerade mit einer Gabel und hatte ein breites Grinsen aufgesetzt. „Bald gehört er mir. Und alles andere auch.“ Sie kicherte und stach mit der Gabel ins Tablett. Danach stand sie auf und schaute sich noch mal um. „Was wäre wohl wenn ich dich auffliegen lasse?“ redete sie weiter mit sich selbst und zuckte mit den Schultern. „Ich bin dein Verderben!!“ Sie lachte und ging aus der Mensa.

Rinoa sah ihr hinterher. „Verlogene Schlange.“ Zischte sie. „So dankst du ihr ihre Hilfe? Wenn du an sie ran willst musst du zuerst an mir vorbei!!“

„Morgen!!!!“ Selphie sprang den Flur entlang, direkt auf Rui zu. „Selphie ich bin gerade erst aufgestanden, bitte…“ „Sorry, Rui. Duhu, kann ich dich um einen Gefallen bitten??“ Sie sah sie lieb mit ihren Hundeaugen an. „Was denn?“ Rui streckte sich und stemmte die Hände in die Hüften. „Wir brauchen noch Leute zum aufstellen. Xell, Irvine, Rinoa und Quistis helfen auch mit.“ „Ok, ok, ich helfe dir auch.“

Zusammen gingen sie in den großen Saal, wo schon der Siegesball stattgefunden hatte.

„RUI!!!“ Xell kam angerannt. „Hilfst du mir beim aufhängen?“ „Klar“ Xell lehnte eine Leiter an eine der Säulen und Rui kletterte hinauf. Verzweifelt versuchte sie die langen Schleifen aufzuhängen. Xell sah ihr zu. Plötzlich kam er auf eine Idee. <Was wenn ich die Leiter ein bisschen wackeln lasse und wenn sie hinunterfällt fang ich sie auf> Er fing an zu grinsen und wackelte leicht mit der Leiter. Das rütteln wurde immer etwas stärker. „Wah , Xell die Leiter!!!“ Er hörte Rui rufen und sah nach oben. „Uwahh, ich fall gleich!! XELL!!!“ Sie konnte sich nicht mehr halten und lies los. Xell reagierte schnell und streckte seine Arme aus. Rui landete sanft in zwei starken Armen. Sofort umklammerte sie ihren Helden. „Puhh, danke. Das hätte schief gehen können.“ „Ganz genau. Was machst du auch für dumme Sachen. Lass doch nicht so nen Tollpatsch wie Xell die Leiter halten.“ Rui sah hinauf. Das war nicht Xell!!! „Äh, äh, S…Seifer….du…ähm..ich..“ Schnell sprang sie von seinen Armen und sah zu Xell, welcher leicht gereizt war, da sein Plan daneben ging. „Rui, das war wirklich gefährlich.“ Erst jetzt erkannte sie Warui neben Seifer. Sie hatte ihre Unschuldsmiene aufgesetzt und sah besorgt Rui an. „Rui, komm mal.“ Rinoa stand etwas weiter entfernt und rief sie eilends zu sich. Sie wollte nicht, nach dem gestrigen Tag, dass Warui weiter in Ruis Nähe war. „Tschau.“ Rui sah Seifer noch mal kurz an. Danach lief sie zu Rinoa. Xell sah Seifer böse an, folgte dann aber Rui.

Sie verbrachten den ganzen Tag damit den Festsaal zu schmücken. Am Abend lag Rui erschöpft in ihrem Zimmer. „Das war die reinste Folter!!“ Sie stellte sich vor den Spiegel und betrachte ihr Ballkleid. Sie hatte sich ein neues gekauft. Hoffentlich gefiel sie ihm damit. Hmm, ihm…ja, er. Sie setzte sich auf ihr Bett. Irgendwie hatte sich in der kurzen Zeit so viel geändert. Es war irgendwie traurig. Sie sah auf ihren Nachttisch, wo eine kleine Schachtel stand. Sie öffnete sie und nahm etwas heraus. Danach stellte sie sich noch mal vor den Spiegel und legte die Halskette an. Es war eigentlich nur ein schwarzes Band mit einem Glöckchen. „Miau!!“ Sie lachte leise. „Ich bin ein kleines Kätzchen…Nein!! Ein Raubkätzchen!!“