Herzblut trinkt man nicht
Kai und sein Team
Sie kennt ihn erst seit drei Wochen. Er beugt sich zu ihr hin, sie spürt seinen Atem neben ihrem Ohr. Leise flüstert er ihren Namen, fügt 'Ich liebe dich.' hinzu und sie schlingt ihm die Arme um den Hals. Sie lächelt ihn an. Sieht ihm in die schönen blauen Augen und erwidert den Satz. Er küsst sie liebevoll und romantisch ... Plötzlich kann sie nur noch an ihn denken, alles was in ihrem Kopf ist, ist er...
Und schon haben wir den Salat.
Am nächsten Morgen, findet das Mädchen Kai nicht mehr neben sich. Er ist weg, und so macht er das immer.
Und wie? Er ist einfach nur schön. Halblange braunblonde Haare, tiefblaue Augen und einen Körper, wie ein Gott... Dazu ist er noch ein Ninja, hat jede seiner Missionen erfolgreich beendet und seine Eltern sind so gut, wie nie da.
Er wohnte in einem kleinen Dorf irgendwo im Feuerreich. Eines Morgens weckte ihn sein Vater. "Kai!" Kai drehte sich zur Seite, von seinem Vater weg. Unsanft zog der ihn aus dem Bett.
"Kai!!" Blinzelnd öffnete Kai die Augen. "Was denn?" fragte er verschlafen und sank wieder ins Bett, als sein Vater ihn losließ.
"Heute gehst du nach Konoha-Gakure, um die Chunin Prüfung abzulegen ..." meinte der ältere Mann. "Ich will nicht." protestiert Kai und schloss die Augen wieder.
"Du musst!" konterte sein Vater und stieß ihn aus dem Bett. Kai landete auf dem Boden, keucht und richtete sich auf. "Mach dich fertig. Sofort!" befahl sein Vater und ging.
Kai saß auf dem Boden.
Verdutzt stand er auf und ging zu seinem Schrank, er zog sich an und sah aus dem Fenster. Ein wirklich schöner Tag. Kai suchte einige Wurfmesser zusammen und suchte seine eigentliche Waffe, aber sein Katana war wie verschwunden.
"Mam!" schrie er nach unten, eine fröhliche Frauenstimme meldete sich mit "Ja, mein Schatz?" Kai hasste das.
"Wo ist mein Schwert, mam?" fragte er.
"Hab’s zum Schärfen gebracht." antwortete sie freundlich. Kai kam in die Küche gestürmt.
"Kannst mich nicht einmal fragen, wenn du was mit meinen Sachen machst?!?" fuhr er sie an.
Sie reagierte nicht, das war sie von ihrem Sohn schon gewöhnt.
Wütend spazierte Kai aus der Haustür. Bevor er beim Schmied ankam, musste er noch Yai abschütteln. Sie war eine seiner Freundinnen gewesen, seit einer Woche verfolgte sie ihn nun schon.
"Lass mich Yai ... Ich hab zu tun ..." wimmelte er sie ab und eilte weiter.
Yai blieb perplex stehen. Der Schmied, ein sehr freundlicher Mann, hatte Kais Schwert schon geschärft und für ihn bereitgelegt. "Danke." sagte Kai und hängte sich die Schwertscheide an den Gürtel.
Langsam trottete er nach Hause, vor der Tür erwartete ihn sein Vater, hinter ihm stand, fast völlig verdeckt vom massigen Körper des Mannes, Kais Mutter.
Schon als Kai näher kam, hatte er ein schlechtes Gefühl im Magen.
"Mein Sohn..." begrüßte ihn sein Vater, was an sich schon etwas sehr schlechtes bedeutete und zwar, dass sein Vater ihm etwas 'Bedeutendes' mitteilen wollte.
"Ich bin wirklich stolz auf dich ..." Kai zuckte zusammen, jetzt kams. " ... dass du es so weit geschafft hast, und zum Chunin Examen gehst." Und die nächsten Worte hießen für Kai so viel wie, verschwinde jetzt und komm nicht zurück, bevor du Chunin bist. "Wir zählen auf dich." Seine Mutter überreichte ihm Proviant mit Tränen in den Augen. "Dein Team erwartet dich am Tor." berichtete sein Vater.
Na toll, und das wars?
Lächelnd, aber missmutig ging Kai zum Stadttor. Dort warteten Aimi und Neyo auf ihn.
Lässig schwang Aimi ihren Bogen über die Schulter.
"Mein Vater will mich loswerden ..." maulte Kai, als sie losmarschierten. "Du überreagierst ..." Das sagte Aimi immer wenn Kai über seinen Vater sprach.
Sie hielt ihr blasses Gesicht der Sonne entgegen und fuhr sich mit der hand durch das kurze, dunkle Haar.
Aimi war das einzige Mädchen, das Kai kannte, und nicht mit ihm ausgehen wollte. Aber Kai hatte sich daran gewöhnt.
Sie war nicht sehr groß, aber auch nicht besonders klein.
Irgendwo in der Mitte. Aber sie war sehr nett und konnte fantastisch mit einem Bogen umgehen. Kais zweiter Begleiter, war Neyo, er hatte lange schwarze Haare und war ziemlich groß und schlank. Im Allgemeinen war seine Erscheinung etwas gruselig, aber er war ein guter Kerl.
Er kämpfte mit zwei Schwertern und war Kais bester Freund. Vor einigen Jahren hatte er Kai anvertraut, dass er sich in Aimi verliebt hatte.
Aber wenn das stimmte, bewunderte Kai ihn dafür, wie gut er das verbergen konnte … Eigentlich waren sie ein ganz gutes Team, aber auch wenn Kai sehr gerne der stärkste wäre, war ohne Zweifel Neyo der stärkere von ihnen. Und, ob Kai oder Aimi nun stärker waren hatte sich nie entschieden, weil Kai immer sehr taktvoll kniff.
„Du trainierst zu wenig! Lass doch mal diese ganzen Weiber!“ hatte Aimi mal geschimpft.
Aber Kai hatte gar nicht daran gedacht, am nächsten Morgen hatte ihm wieder ein hübsches Mädchen an der Backe geklebt. „Kai?“ fragte Neyo in die Stille rein.
„Was?“ fragte Kai und ging weiter. „Brauchst du das wirklich? Ich meine die ganzen Mädchen, die ständig um dich herumschwirren?“
Kai überlegte. „Ja.“ Hinter ihnen lachte sich Aimi ins Fäustchen, weil Neyo diese Frage schon zum 1000sten Mal stellte. „Gibs auf Neyo.“ Sagte sie und beschleunigte ihren Schritt, um neben ihm zu laufen.
Nach drei Stunden, die sie ununterbrochen gelaufen waren, entdeckte Aimi zuerst das Tor von Konoha. „Hey! Da ist es!“ rief sie von vorne und lief zurück zu den Jungen.
„Es ist gar nicht mehr weit.“ Berichtete sie fröhlich.
Und als sie über einen seichten Hügel waren, entdeckte es Kai auch. Es war ein großes Tor, in die Mitte, war Konohas Zeichen aufgemalt.
Es sah beeindruckend aus. Als sie näher kamen, öffnete sich im riesigen Tor, eine winzige Luke. Zwei Augen späten hindurch. „Wir kommen, um am Chunin Examen teilzunehmen.“ Sagte Kai ernst und schob ein Stück Papier durch die Luke. Kurz darauf öffnete sich das Tor und die drei traten ein.
Sie sahen sich neugierig um. Hier war alles etwas größer und schöner als in ihrem kleinen Dorf. Sie kamen auf einen Markt. Kurze Zeit später, winkte Kai ein junges Mädchen zu. Kai zwinkerte ihr zu und kassierte einen Stoß mit dem Ellenbogen von Aimi.
Das Mädchen eilte weiter.
„Aimi, hör auf damit … Wenn du dich so aufführst, denken die noch, du bist meine Freundin …“ zischelte er wütend. Aimi zuckte schon bei der Vorstellung zusammen und wechselte die Seite, sodass sie nur noch neben Neyo ging.
„Also gut, wo müssen wir jetzt hin?“ fragte Kai und Neyo sagte ihm, dass sie zur Akademie müssten, um sich anzumelden.
Nach einigen Suchen und Flirtanfällen, fanden sie endlich ein Gebäude das mit ‚ Konoha Akademie’ beschriftet war. „Rein?“ fragte Kai und die anderen beiden nickten. Für Kais Geschmack war es viel zu voll und Aimi musste sofort wieder raus, weil sie an einer stark ausgeprägten Klaustrophobie litt, also an panischer Platzangst.
Neyo leistete ihr draußen Gesellschaft du Kai sollte sie anmelden.
Mit Mühe kämpfte er sich durch die Menge.
Dann blieb er stecken, er ging einen schritt zurück, um atmen zu können.
Er sah neben sich und entdeckte ein Mädchen.
Sie hatte ihm den Rücken zugekehrt. Ihre langen blonden Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.
Neben ihr standen zwei Jungen, ihre Teamkameraden, wie Kai annahm. Leicht tippte er ihr auf die Schulter. „Wo soll man sich hier anmelden?“ fragte er und sie drehte sich um.
„Oh, da drüben.“ Murmelte sie und wurde etwas rot.
„Danke, ich bin Kai.“ Sagte er und hielt ihr die rechte Hand entgegen. „Ich bin Ino. Sagte das Mädchen und schüttelte leicht seine Hand.
„Ich muss los.“ Verabschiedete Kai sich, mit einem Lächeln auf den Lippen.
Ino winkte. Als diese außer Sichtweite war, stieß Kai ‚aus Versehen’ ein zweites Mädchen an. „Entschuldigung.“ Murmelte er und das Mädchen drehte sich um. „Das macht nichts.“ Sagte sie und lächelte.
„Sakura, was machst du denn da?“ rief einer ihrer Begleiter. „Nichts.“ Sie drehte sich um.
Kai ging weiter.
Man kann nicht alles haben … redete er sich ein.
Endlich schaffte er es bis ins Anmeldungsbüro. „Wer bist du denn … Du weißt, man muss in Dreiergruppen …“ zeterte eine ältere Dame.
„Ich bin Kai Arimoto, und ja ich verstehe, Madame…. Aber meine Teamkameradin leidet an panischer Klaustrophobie und da draußen ist es ziemlich voll, sie verstehen …?“ Die Frau nickte. Kai zeigte ihr die drei Ninja-ausweise und sie platzierte einen Stempel in jeden. Sie reichte Kai drei Pässe. „Damit kommt ihr rein.“ Erklärte sie und Kai durfte gehen. Dankend nahm Kai die Pässe und verließ den Raum.
In der voll gestopften Eingangshalle war es noch genauso voll wie zuvor. Kai drängte sich durch. Im Gehen stolperte er über irgendjemandes Fuß und fiel hin. Er stieß jemanden am Rücken an, fing seinen Sturz ab und richtete sich wieder auf.
Er sah zu Seite, das Mädchen, das er diesmal wirklich versehentlich angestoßen hatte schwankte und fiel nach vorn.
Ein langhaariger Junge, einer ihrer Teamkameraden fing sie auf und stellte sie wieder auf die Beine. „’tschuldigung …“ murmelte Kai und wollte weiter gehen, aber das Mädchen hielt ihn zurück. Sie wollte gerade zu einer energischen Entgegnung ansetzten und sah Kai in die Augen.
Sie stockte und wurde leicht rot. „Kein Problem…“ Ihre Teamkameraden starrten sie ungläubig an, offensichtlich war das nicht ihre Art.
Kai stellte sich vor und ging weiter. Manchmal war so ein Aussehen doch ganz nützlich. Zufrieden lachte Kai in sich hinein.
Er kam wieder vor dem Gebäude an. Aimi saß auf einer Bank, neben dieser stand Neyo. „Hey, Aimi, geht’s wieder?“ fragte Kai im Näher kommen. Sie nickte. Kai überreichte ihnen die Teilnahme-Pässe und sie betrachteten sie neugierig.