Herzblut trinkt man nicht

Die schriftliche Prüfung

Kai sah sie an. „Ich bin Kai und du?“ Da der Prüfer noch nicht da war, brauchte er nicht zu flüstern. „Hinata.“ Antwortete sie mit zittriger Stimme. „Keine Angst Hinata …“ meinte er und lächelte. Sie nickte nur, sah ihn wieder nicht an.
Aimi war aufgeregt, seit Wochen, ach was Monaten lernte sie für diesen test, was wenn es nicht reichte? Außerdem war dieser Raum auch nicht gerade groß … Unbemerkt spähte sie erst zu Kai und dann zu Neyo, ihr Blick blieb an ihrem düsteren Kameraden hängen. Er sah so cool aus, als würde es ihn überhaupt nicht interessieren.
Aimi beneidete ihn. Neben ihr zitterte es. Sie sah rüber. Ein kleiner Blonder Junge rutschte auf seinem Stuhl hin und her. „Was ist denn mit dir? Musst du aufs Klo?“ fragte Aimi spöttisch.
Er schüttelte den Kopf und bemerkte ihren Unterton gar nicht. Bevor er womöglich noch anfing zu schreien, legte Aimi ihm die Hand auf die Schulter. „Keine Angst Kleiner, das wird schon.“ Sie grinste. Der Junge blieb für zehn Sekunden still sitzen, bis Aimis Hand wieder verschwunden war, dann fing es wieder an und Aimi konnte nicht anders und stieß einen Seufzer aus.
Neyo saß einfach nur da. Der Junge neben ihm, hatte feuerrotes Haar und starrte krampfhaft geradeaus. Misstrauisch betrachtete Neyo ihn. Seine schwarz umrandeten Augen sagten jedem der ihn ansah: Komm näher und ich breche dir das Genick.
Über diese Erkenntnis musste Neyo lächeln.
Urplötzlich starrte der Junge ihn an. „Was?“ fragte er feindselig. Neyo grinste. „Ich mag den Ausdruck deiner Augen.“ Meinte Neyo nur. Der Junge schnaubte und drehte sich nach vorn.
Dann endlich betrat ein großer Ninja den Raum. Wäre Aimi zum Scherzen aufgelegt gewesen, hätte sie ihn einen Schrank mit Beinen genannt. Er stellte sich vor die wartenden Shinobi.
Die Szene erinnerte Kai an seine Schulzeit. „Ihr bekommt ein Blatt mit neun Fragen. Die zehnte wird mündlich gestellt. Vorerst beantwortet die ersten neun.“ Sagte er und er sah ernst dabei aus. Er teilte die Blätter Falschrum aus. Kaum war er wieder vorn, durften sie die Tests umdrehen.
Aimi atmete erleichtert auf. Für sie waren diese Fragen Kinderkram. Jedoch neben ihr tobte ein Orkan auf dem Stuhl. Aimi ignorierte ihn und machte sich an das Beatworten der Fragen.
Kai sah fieberhaft auf sein Blatt. Einige Fragen über Kampftechniken waren kein Problem, aber mit den Grundsätzen der Ninja hatte er sich nie beschäftigt, auch die Regeln waren ihm immer scheißegal gewesen.
Schnell kritzelte er das hin was er wusste. Neben ihm hörte er das Kratzen eines Stiftes. Er sah fast unmerklich zu Hinata rüber. Er erhaschte die 15. Regel, die ein Ninja immer befolgen sollte und schrieb sie etwas verändert auf sein eigenes Blatt.
Neyo saß da. Auf die meisten Fragen wusste er die Antwort. Er hörte ein Rascheln neben sich. Es kam ohne Zweifel von dem rothaarigen Typen, Neyo sah hin. Hinter seinen langen Haaren merkte man nicht, dass er den Kopf drehte.
Erschrocken sah Neyo wie sich in der hand des Jungen ein Auge bildete, aus Sand.
Er schummelte. °Na dann …° dachte sich Neyo und war entschlossen es ihm gleichzutun. Er setzte sich gerade hin. Schloss die Augen und murmelte eine kurze Formel.
Kurz vor der Prüfung hatte er Aimi überredet mir pechschwarzer Tinte zu schreiben. Sein Bluterbe erlaubte ihm, alles was dunkel, düster, oder finster war genau zu sehen und zu beherrschen.
Er öffnete die Augen. Vor ihm erstrahlte das Zimmer in leuchtendem blutrot. Und die schwarzen Worte auf Aimis Papier flogen ihm gerade nur so zu. Natürlich wusste Aimi nicht, warum Neyo ihr diesen neuen Stift geschenkt hatte, den er als ‚Glücksbringer’ bezeichnet hatte.
Zufrieden normalisierte sich Neyos Sicht wieder. Er schrieb siegessicher Aimis Lösungen ab.
Kai sah nach hinten und verscheuchte eine Mücke. Er sah Sakura fleißig aufs Blatt schreiben, plötzlich erlitt sie einen leichten Schwächeanfall. Sekunden später durchfuhr sie ein Ruck und sie schüttelte den Kopf, schrieb weiter.
Kai gab es auf, er lehnte sich zurück und ließ sein Blatt, Blatt sein.
Der Prüfer machte allen ein Zeichen mit dem Schreiben aufzuhören.
Alle Shinobi ließen ihre Stifte mehr oder weniger zufrieden sinken. „Die zehnte Frage …“ fing der Prüfer an. Alle waren gespannt, manche hielten die Luft an, darunter Kai. „Die zehnte Frage ist möglicherweise zu schwer für euch … Und, wenn einer von euch die Frage falsch beantwortet, fällt das ganze Team durch. In diesem Fall, darf dieses Team nie wieder an einem Chunin Examen teilnehmen … Aber es ist euch freigestellt, ob ihr nun aufgeben wollt und es nächstes Jahr noch einmal versuchen wollt, oder euer eben lang ein Genin bleiben wollt, wenn ihr es versaut …“ Er machte eine dramatische Pause. „Wer sich meldet fällt aus, mit ihm sein ganzes Team.“
Neyo lachte kurz und schallend auf.
„Sie denken, sie machen uns Angst?“ spottete er und lehnte sich zurück. Der Prüfer warf ihm einen beißenden Blick zu und Neyo verstummte.
Einige Shinobi meldeten sich, entschuldigten sich bei ihren Kameraden und gingen hängenden Kopfes nach draußen. Aimi hörte, wie der Junge neben ihr, anfing seine Fingernägel abzukauen. Sie warf einen raschen Blick auf sein Blatt. Sie erschrak, es stand kein Wort drauf. Er schwitzte und traktierte seine Nägel mit den Zähnen. Aimi dachte nicht daran aufzugeben, Kai sogar noch weniger.
Langsam beobachtete er, wie Narutos Arm in die Höhe wanderte. Doch plötzlich schlug er so heftig auf den Tisch, dass Aimi neben ihm zusammenzuckte.
„Wir geben nicht auf, egal was passiert! Ich werde mal Hokage!! Diese Frage wird ein Kinderspiel!!!“ rief er mit einem selbstgefälligen Grinsen auf den Lippen und ließ sich wieder in den Stuhl fallen.
Kai lächelte, etwas anderes hatte er von diesem Wirbelwind nicht erwartet. Neyo sah Naruto an. Dann sah er sich im Raum um, die Genin nickten zustimmend und der Prüfer machte ein verwundertes Gesicht. „Wirklich niemand mehr?“ Ein allgemeines Schütteln der Köpfe. „Na gut …“ Er blätterte in seinen Unterlagen.
Zog ein Blatt heraus, räusperte sich. „Ihr habt alle bestanden!“ Die Shinobi jubelten. Kurz und knapp erklärte der Prüfer wieso.
Erleichtert atmete Aimi auf. Der Prüfer holte noch mal Luft, um etwas zu sagen. „Wegen einer neuen Regelung … werdet ihr in größere Gruppen aufgeteilt und schlaft zusammen in einer Halle. Zum Kennen lernen …“ Er holte noch ein anderes Blatt hervor.
„Ähm, die Ninja Schüler auf dem Wind- und Feuerreich schlafen in der Lagerhalle am See …Die aus dem Wasser- Licht- und Erdreich in der am Waldrand.
Mit diesen Worten sammelte er die Blätter auf und ging.
Kai, Aimi und Neyo kamen zusammen. „Und, wie wars?“ fragte Aimi. „Du hast mir sehr dabei geholfen.“ Meinte Neyo, Aimi verstand nur Bahnhof.
Kai meldete sich zu Wort. „Wir sollten zum See denke ich …“ Die Anderen Beiden nickten. „Wisst ihr, wo der See ist?“ fragte Kai. Bestürzt schüttelte Aimi den Kopf, Neyo wusste es auch nicht.
Kai sah Naruto und sein Team an ihnen vorbeilaufen. „Naruto, Sakura!“ rief er ihnen zu und sie drehten sich um. Kai und sein Team kamen näher. Bei Neyos Anblick verschlug es Sakura die Sprache und sie wich einen Schritt zurück.
Zufrieden lächelte Neyo über diese Reaktion.
Aimi stieß ihm mit dem Ellenbogen in die Seite. „Lass das!“ schimpfte sie. Neyo hielt ihren Arm fest bevor sie ihn stoßen konnte. „Ja, Aimi …“ sagte er und klang beunruhigend brav dabei.
„Wo ist denn der See?“ fragte Kai und versuchte dabei nicht allzu neugierig zu klingen. „Wir gehen gleich hin … Kommt ihr mit?“ lud Naruto sie fröhlich ein.
„Warum nicht?“ Kai sah seine Begleiter fragend an. Sie stimmten zu. Sie holten schnell Sachen zum Übernachten. Aimi war Naruto von Anfang an ziemlich sympathisch, aber Sakura konnte sie nicht leiden … Sie schmachtete sichtlich abwechselnd ihren Kameraden Sasuke und Kai an.
Das regte Aimi auf. Neyo konnte alle ganz gut leiden, besser gesagt, er machte sich nicht die Mühe mit ihnen zu reden, das verschaffte ihm den Vorteil, dass keiner nerven konnte
Kai schwatzte ständig mit Naruto, Aimi und Sakura. Die vier gingen auch voran. Hinter ihnen schlenderten Neyo und Sasuke nebeneinander her.
Naruto führte sie zum See. Obwohl Sakura ein paar Mal korrigieren musste, damit sie nicht in die falsche Richtung liefen. Dann endlich entdeckten sie ein großes Gebäude am Rande des klaren Sees.
Einige Teams warteten dort schon auf sie. Neyo erkannte den Jungen, der beim Test neben ihm gesessen war und musste lächeln. „Was ist?“ fragte Sasuke neben ihm.
„Nichts.“ Die Halle war noch verschlossen. Also stellten sie sich einfach zu den anderen hinzu. Kai entdeckte, Ino mit ihrem Team, Tenten und Neji mit einem Kameraden und Hinata mit zwei Begleitern. Er winkte ihnen zu. Dann sah er noch ein Mädchen und hielt darauf zu, ohne es zu merken liefen die andern ihm nach. Der einzige, der bewusst mitging, war Neyo.
„Hallo.“ Grüßte Kai. Er lächelte das Mädchen an. „Ich bin Kai.“ Das Mädchen grinste und ging einen Schritt auf ihn zu. „Ich bin Temari und das sind meine Brüder, Kankuro und Gaara. Und was wollt ihr hier?“ fragte sie und lächelte.
„Nur hallo sagen.“ Meinte Kai.
„Temari besah ihn von oben bis unten. „Wow …“ meinte sie und ging auf ihn zu, drehte ab und ging direkt an ihm vorbei auf Neyo zu. Überrascht, wie Neyo war, wich er zurück. Ganz nah vor ihm, blieb Temari stehen. Ihre hand fuhr über seine Schultern seinen Oberkörper nach. „Du bist echt ein Prachtkerl.“ Bewunderte sie ihn. Kai warf ihr einen verwirrten Blick zu.
Neyo war wie erstarrt und stand einfach nur da. Neben ihnen biss Aimi sich leise, unbemerkt aber äußerst schmerzhaft auf die Lippe. Neyo schob Temari von sich weg. „Ich glaube, du bist