Herzblut trinkt man nicht

Kais Sarg aussehen sollte. „Lieber schwarz oder braun?“ fragte er Kai, ohne sich zu ihm nach hinten umzudrehen. „Ähm … braun …!“ antwortete er, ohne weiter darauf einzugehen. Neji erwürgte Kai mit seinem Blick. Kai lachte. Das brachte Neji nur noch mehr in Rage, was aber zu erwarten war.
„Hör zu, du gehst mir ganz schön auf die Nerven … Kai!“ Seinen Namen spuckte Neji förmlich aus. „ … Du lässt deine dreckigen Finger von meiner Cousine und von Tenten, KLAR?!“ Kai grinste immer noch. „Das werden wir sehen, und … schrei nicht so …“ Neji jedoch sah aus, als würde er gleich einen Schreikrampf erleiden. Und wieder ging Neyo dazwischen. „Hey! Geht’s noch??“ Er stieß Kai mit einer Hand an die Brust, sodass er einen Schritt zurückwich. „Würdet ihr wohl eure Cousinen in Ruhe lassen?“
Er sah Neji in die Augen, Neji sah weg. „Es reicht dann langsam!! Habt ihr euch beruhigt?“ Neji nickte kurz, Kai ging einfach weiter. Neyo seufzte und folgte ihm. Neji schloss auf, wenn auch nicht besonders gut gelaunt. Kai blieb stehen. „Was … ist das“ brachte er heraus und zeigte auf einen Baumstamm. Als Neyo näher kam, erkannte er, dass sich auf der Rinde des Baumes ein unverkennbarer roter Fahrer hinzog. „Blut …“ keuchte Neji. Neyo beschleunigte seinen Schritt und die drei entdeckten schnell noch mehr solcher Spuren. „Was hat das zu bedeuten …“ ein Satz, den Kai nur flüchtig aufschnappte und nicht einmal realisierte, ob Neji oder Neyo ihn gesagt hatten. Kai sah sie zuerst. Eine junge Frau, die an einen Baum gelehnt am boden saß. Ihr beiges Gewand war durch und durch mit Blut besudelt. Kai lief auf sie zu und kniete sich neben sie. Langsam wandte sie den Kopf zu ihm. Doch bevor sie auch nur ein Wort hervorbrachte, bohrte sich ein Kunai in ihre Brust. Die vor Schrecken geweiteten Augen wurden langsam leer. Kai sah ihr in die Augen, während sie starb. Neyo kam näher, ging in die Hocke und nahm ihre Hand. Er fühlte den Puls. „Sie ist tot …“ Kai sprang augenblicklich auf, starrte in die Richtung, aus der das tödliche Kunai kam. Ein hochgewachsener Mann kam auf sie zu. Seine Haut war blass, blasser noch als Neyos.
„Wo sind die anderen zwei?“ brachte Neji drohend heraus. „Tot.“ Sagte der Mann mit kratzender Stimme, als würde es belanglos sein, dass zwei Ninjas einfach so gestorben wären. „Wie tot, wer hat sie umgebracht?“ knurrte Neyo. „Ich.“ Der Mann wurde Kai immer unheimlicher, er stand nun schon fast vor Neyos Nase. Neji stand eine handbreit vor Kai und der toten Frau. „Neji …“ Kai flüsterte fast. Neji drehte sich sofort zu ihm um. „Wer ist das?“ Neji wusste es nicht. „Ein Mörder!“ antwortete er kalt. Die Blicke der Beiden wanderten wieder zu dem Mann, der direkt vor Neyo zum Stehen gekommen war. Mit einer Handbewegung von ihm, schossen brennende Schmerzen, durch Neyos Körper. Die winzige Wunde an seinem Hals schien sich in Feuer aufzulösen. Wie ein Feuerwerk breitete sich der Schmerz zügig über den ganzen Rücken aus und fiel über seinen ganzen Körper her. Er biss vor Schmerzen die Zähne zusammen. Seine Beine gaben nach und er sank in die Knie. Die dunklen, giftig grünen Augen des Mörders musterten Neji und Kai. Kai gefror das Blut in den Adern. Der Gedanke, gleich genauso tot zu sein, wie die Frau neben ihm, gefiel ihm nicht.