Hinweise zum Glück
Situation nicht so ruhig geblieben. „Denkst du echt, dass du damit durchkommen wirst?“
Amüsiert über diese Aussage trat er einen Schritt näher an Cam heran. „Das denke ich, immerhin habe ich mich vorher abgesichert. Es ist deshalb von beiderseitigem Interesse, dass heute Nacht alles gut verläuft.“ „Du Schwein schreckst vor gar nichts zurück, nicht wahr? Dann werden auch noch Leute geschickt, die die Drecksarbeit für dich erledigen. Hast wohl Schiss davor deine Hände schmutzig zu machen. Wohl für alle Lebenslagen bezahlte Leute nicht wahr? Wahrscheinlich brauchst du sogar jemanden, der es dir besorgt, weil du das auch nicht zusammenbringst.“ Jetzt war das höhnische Grinsen auf DeClouds Gesicht verschwunden und unterdrückte Wut ließ es dämonisch wirken. „Seien sie vorsichtig Detective. Das Leben ihrer Familie liegt in meinen Händen. Sollte mir also etwas nicht gefallen, dann kann ich dem schnell ein Ende setzen und Sie wissen, dass ich dazu fähig bin.“ Mit wütenden Schritten entfernte er sich ein Stück von Cam.
„Wenn das hier vorbei ist, werde ich dafür persönlich sorgen, dass du ins Gefängnis wanderst. Deine Zelle ist schon reserviert, verlass dich darauf.“
„Das werden wir ja noch sehen.“ Eine Bewegung am Anfang der Gasse kündigte Bens und Ricardos Erscheinen an. „Ah wie ich sehe sind die beiden wieder zurück. Alles nach Plan verlaufen?“ Eigentlich erwartete DeCloud auf diese Frage keine Antwort. Er dulde es nicht, wenn etwas schief ging und das wusste Ricardo bereits, wie der fehlende Finger unter seinem Handschuh bezeugte. Also wandte sich DeCloud wieder an Cam. „Jetzt warten wie eine Weile und dann wenn alles geregelt ist, sehen wir weiter.“
Minutenlang war es in der schmalen Gasse still. Einzig das Vorbeifahren einiger Autos und das leise Geflüster von Ricardo mit einem der Männer hallte durch die Gegend. Cam stand neben Ben in der Mitte der Gasse und rief sich immer zur Erinnerung, die Nerven nicht zu verlieren, das würde seiner Frau und Tochter nicht helfen. Aber irgendetwas müsste ihm einfallen, sonst waren sie alle verloren.
Bens Stimme unterbrach ihn bei seinen Überlegungen. „Dir ist klar, dass die Kollegen von der Grenze Fragen stellen werden und Probleme bereiten könnten. Ich habe versucht sie davon zu überzeugen, dass sie die Ware passieren lassen sollen, aber du kennst sie doch.“ Ja das tat er. Früher einmal als er noch in der Ausbildung war, hatte Cam bei solchen Leuten auch bei ihnen lernen sollen. Manche waren extrem streng was Kontrollen anging. Sie konnten nur hoffen, dass einer von der leichteren Sorte heute Dienst hatte.
Die Melodie von „Spiel mir das Lied vom Tod“ hallte ironischerweise durch die Gasse. Einer von den Männern holte ein Handy aus der Jackentasche und reichte es DeCloud. Dieser griff schnell danach. „Hallo, ja..“ Sofort verstummte er und man konnte sehen, dass seine Miene sich deutlich verzog. Etwas durfte nicht verlaufen sein, wie er es geplant hatte. Ohne ein weiteres Wort beendete DeCloud das Gespräch und schmiss das Handy wütend gegen die nächste Wand. Cam ahnte, um was es sich bei dem Telefonat gehandelt hatte. Etwas war schief gelaufen und nun waren sie alle verloren. Seine Frau, Cassey, Ben und er selbst. Er hatte also versagt und musste dafür den Preis bezahlen. Wenn er wenigstens noch einmal sein kleines Mädchen hätte sehen können, so jung und durch seine Unzuverlässigkeit musste sie nun sterben. Aber kampflos und ohne Vergeltung würde er nicht aufgeben. Er griff unauffällig in seine Jacke und fühlte seine Pistole hart und kalt unter seiner Hand. Vielleicht war es ein Fehler von DeCloud gewesen sie nicht entwaffnen zu lassen. Ein Fehler, den er bereuen würde. Mit zusammengekniffenen Augen wartete er nun, was passieren würde.
„Die Ware wurde aufgegriffen, samt einige von meinen Männern. Ich dachte, dass ich Ihnen deutlich zu verstehen gegeben habe, was passieren würde, wenn es nicht nach meinen Wünschen geht.“ Der Klang seiner Stimme klang mittlerweile wie die eines Irren und seine Augen waren hasserfüllt. „Nunja, dann müssen Sie nun die Konsequenzen ziehen und Sie wissen was das heißt Detective Brown. Zu lange haben Sie beide mir in die Arbeit hineingepfuscht und jetzt ist Schluss damit.“ Mit einer Hand deutete er auf Ricardo. „Das ist jetzt deine Chance zu beweisen, dass du von Nutzen für mich bist und mir deine Treue erweist. Erschieß die beiden.“
Cam sah nur, wie Ricardo nach einer Waffe griff und zog seine ebenfalls. Neben ihm war Ben zu derselben Entscheidung gekommen und schoss im Bruchteil einer Sekunde direkt auf Ricardo, traf diesen aber nur im Arm und entwaffnete ihn.
Was dann geschah, ist kaum nachvollziehbar. Mehrere der Männer waren ebenfalls bewaffnet und schossen los. Cam traf 3 von ihnen und sah, wie sie zu Boden sanken, bevor er selbst einen starken Schmerz in der Schulter spürte. Er verlor seine Waffe und fand sich in derselben Sekunde auf dem Asphalt wieder. Neben ihm lag Ben ebenfalls am Boden und bewegte sich nicht mehr.
Jetzt war alles verloren, schoss es Cam durch den Kopf.
Über ihm tauchte ein schwarzer Schatten auf und sah befriedigt auf ihn hinab. „Es war ein guter Versuch, aber gegen mich kommen Sie nicht an Detective Brown. Das ist wohl Ihr Ende. Lassen Sie mich noch sagen, dass ich von Ihrer Arbeit tief beeindruckt war. Sie waren ein ebenbürdiger Gegner gewesen, besser als jeder andere Polizist, den ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe und damit ich Ihnen zeige, wie sehr ich Sie ehre, werde ich Ihnen den Gnadenschuss verabreichen. Wir sehen uns in der Hölle.“
Die letzten Worte hatte Cam nicht mehr mitbekommen, da der hohe Blutverlust ihn weiter geschwächt hatte. Verschwommen nahm er noch die Waffe wahr, die über ihm schwebte, bevor er das Bewusstsein verlor und alles um ihn herum schwarz wurde.