Klavierspiel

[Spiritshipping JoJyu]

Ohne Titel

Soo... und nun melde ich mich mal mit einem One-Shot, nachdem schon eine Weile nix mehr von mir kam ^^

... Ohne Titel ...

Es war schon weit nach Schulschluss, als Jyudai nochmals durch die langen Korridore der Akademie wanderte. Er hatte sein Heft im Klassenzimmer liegen lassen und war nun auf dem Weg um es zu holen. Gedankenverloren blickte er immer wieder aus dem Fenster. Obwohl seine Gedanken eigentlich hätten bei den bevorstehenden Hausaufgaben sein müssen, schließlich hatte er jemandem versprochen sie nun immer zu erledigen, schweiften seine Gedanken ständig zu einem ganz anderem Thema ab. Der Braunhaarige blieb stehen, stützte sich auf dem Fensterbrett ab und sah nach draußen. Es bereits Abend und die Sonne ging schon unter. Ein paar Minuten lang stand er reglos dar und starrte in den Sonnenuntergang. Er liebte Sonnenuntergänge, sie erinnerten ihn immer an Johan. Er seufzte. //Johan... Ich... Ich bin so ein Idiot...// Tränen stiegen dem Osiris in die Augen und er ließ den Kopf etwas sinken. Er wusste, er hatte einen Fehler gemacht, einen schweren Fehler. Er hatte dem Schweden das Herz gebrochen und zugelassen, dass sich das erst so wunderbare Verhältnis zwischen den beiden so arg veränderte. In Gedanken ging der Osiris den Abend, vor 2 Monaten, an dem er ihn so verletzt hatte noch einmal durch.

~ Flashback Anfang ~

Es war Abend. Johan und Jyudai saßen auf dem Dach der Schule. Wie üblich sahen sie sich den Sonnenuntergang an und redeten dabei über den Tag. Nachdem die Sonne vollends untergegangen war, wollten die beiden eigentlich zurück in ihr Zimmer gehen, doch Johan hatte eine bessere Idee. Er überredete Jyudai noch ein bisschen spazieren zu gehen.
Stumm gingen die beiden eine Weile über das Gelände der Akademie. Plötzlich blieb Johan stehen. Er hatte sich für diesen Abend etwas ganz besonderes vorgenommen, dass er nun auch in die Tat umsetzten wollte. Zwar hatte er dies schon eine Weile vorgehabt, doch zweifelte er immer wieder an sich selbst. Doch diesmal war alles anders, er hatte sich es für heute fest vorgenommen, genau geplant, wie der Abend bis zu dem Punkt, an dem er es endlich gesagt hatte ablaufen sollte. Auch Jyudai blieb stehen und sah den größeren etwas verwirrt an. "Was ist Johan?", fragte er. Gefragter atmete tief durch und drehte sich dann mit rotem Kopf zu dem kleineren um.
"Jyudai.. ich... es... es gibt da etwas wichtiges, dass ich dir sagen möchte..." Fragend blickte der Osiris seinen Freund an. "Was ist los Johan?" "Es brennt mir schon eine ganze Weile auf der Seele, was ich dir jetzt sage... Ich war mir nur bis jetzt nie sicher genug, ob ich es dir sagen soll... Aber nun.. Habe ich endlich genug Mut gefasst, es dir zu sagen..." Er machte eine kleine Pause und wartete kurz, ob Jyudai noch etwas sagen wollte, doch als von diesem nur fragende und verwirrte Blicke kamen, fuhr der Schwede seine Rede fort, "Was ich dir sagen will Jyudai ist..." Wieder kam eine kleine Pause, in der er ein letztes Mal tief durchatmete, bevor er es endlich sagte, "Ich liebe dich, Jyudai."
Auch der Braunhaarige wurde rot. Perplex starrte er seinen Freund an. Er konnte nicht wirklich glauben, was er da gesagt hatte. "Johan ich... du... bist für mich... ein Freund… zwar ein sehr guter Freund... aber nur ein Freund nicht mehr..." Er schüttelte den Kopf. "Johan.. ich empfinde nicht das Gleiche für dich, wie du für mich... Es tut mir Leid..." Er sah zu Boden. "Es tut mir Leid..."
Fassungslos sah der Türkishaarige den Braunhaarigen an. Tränen sammelten sich in seinen Augen. Er hatte so lange gewartet, den richtigen Moment abgewartet. Sich immer wieder selbst Mut gemacht, dass das alles schon klappen wird und nun...? Nun wurde er abgewiesen, Jyudai hatte ihm klar gemacht, dass er ihn nicht liebte. "Jyudai.. ich..." Er wandte den Blick ab. "Es tut mir Leid..." Er drehte sich um und rannte fort.
Zwar wollte Jyudai ihm folgen, jedoch sagte ihm irgendetwas in ihm, er solle es nicht tun. Johan wollte alleine sein. Er wusste, dass er seinen Freund ziemlich verletzt hatte und wünschte sich schon im gleichen Augenblick, er könnte das was er gesagt hatte zurücknehmen.

Der Schwede rannte immer weiter, bis er schließlich auf dem Dach der Akademie ankam. Dort, wo er so viel Zeit mit dem Braunhaarigen verbracht hatte. Er ließ seinen Tränen freien Lauf, ohne darauf zu achten, ob jemand in der Nähe war oder nicht. Er wollte einfach nur alleine sein...

~ Flashback Ende ~

Seit diesem Abend hatten die beiden Studenten kein Wort mehr miteinander gesprochen. Immer wenn die beiden sich nun sahen, vermied Johan es, ihn anzusehen. Er wich jedem von Jyudais Blicken aus.
Tränen rollten über Jyudais Wangen und fielen hinab auf das Fensterbrett. Er konnte es noch immer nicht so Recht glauben, er hatte Johan verloren. Die einzigste Person, die ihn wirklich verstand, die ihn so gut wie niemand anderes kannte. Die Person, die ihm so ähnlich war, wie es sich sonst nur Zwillinge waren.
In der Zeit, in der Johan sich von ihm distanziert hatte, merkte der Osiris erst, wie sehr er ihn eigentlich mochte. Wie viel er ihm bedeutete, dass er ihn brauchte und sich ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen konnte. Er hatte eingesehen, dass er doch in den anderen verliebt war, es vorher nur nicht hatte wahr haben wollen. Johan bedeutete ihm mehr als alles andere auf der Welt.
Schon ein paar Mal hatte Jyudai versucht mit dem Türkishaarigen zu reden, ihm zu sagen, was er für ihn empfand. Doch dieser vermied jedes Gespräch mit dem Osiris. Aus Angst erneut verletzt zu werden.

Weitere Tränen fielen auf das Fensterbrett. //Johan... ich... es... Es tut mir so Leid... Verdammt! Es tut mir Leid... Ich liebe dich... Ich war blind... Blind... Verdammt!// Er schlug mit der Faust auf das Fensterbrett. "Johan...", schluchzte er immer wieder, "Verdammt..." Noch immer mit Tränen in den Augen, machte sich der Braunhaarige auf den Weg zum Klassenzimmer. Er wusste, dass es ihm nichts brachte einfach nur da zu stehen und um seinen Freund zu weinen. Er musste etwas tun. Aber wie, wenn Johan nicht mit ihm redete?

Den ganzen Weg über, überlegte Jyudai verzweifelt, was er denn tun könnte, damit der Türkishaarige ihm zuhörte und es nicht für einen Scherz hielt. So viel er auch überlegte, ihm viel nichts ein, was er tun konnte, Das einzigste was ihm in den Sinn kam, war es ihm einfach zu sagen. Aber was würde Johan dann von ihm denken? Würde er ihm glauben? Würde er es für eine Lüge halten, nur um die Freundschaft vielleicht noch zu retten? Würde er ihn hassen, weil er ihn so verletzt hatte? Würde Johan ihn dann auch verletzten, weil er es einfach nur verdient hatte? Er wusste es nicht, er wusste nicht was passieren würde, entschloss sich aber nach einigem hin und her es Johan zu sagen. Viel konnte er nicht verlieren, da das Verhältnis zwischen den beiden so oder so schon auf der Kippe stand.

Als Jyudai in die Nähe des Musiksaals kam, hörte er Musik. Ein Klavierspiel. Er blieb vor der Tür zum Saal stehen, um der Musik zu lauschen. Sie hatte eine seltsam beruhigende Wirkung auf ihn. Er fühlte sich nicht mehr so traurig und aufgewühlt, wie zuvor. Nein, nun durchzog eine angenehme Ruhe ihn. Er lehnte sich gegen die Wand, schloss die Augen und hörte noch ein bisschen weiter der Musik zu.
Eine kleine Weile später, hielt er es dann nicht mehr aus. Er musste unbedingt wissen, wer an der Schule so gut Klavier spielen konnte.

Vorsichtig öffnete er die Türe zum Raum, indem der Flügel stand und schlich hinein. Ebenso leise, schloss er auch die Türe wieder. Mit langsamen, leisen Schritten ging er hinüber zum Flügel. Ein paar Meter entfernt von diesem blieb er stehen. Der Osiris lächelte innerlich als er sah, wer dort saß und diese wunderschöne Musik spielte. Am Klavier saß Johan, er hatte die Augen geschlossen und spielte unbeirrt weiter, dass Jyudai hier war, hatte er noch nicht bemerkt. Dieser blieb wie angewurzelt stehen, schloss die Augen und genoss es.

Nachdem der Schwede sein Klavierspiel beendet hatte, öffnete er die Augen wieder und - sah Jyudai. Zuerst hatte er vorgehabt, einfach aufzustehen und zu gehen, verwarf diesen Plan jedoch wieder als er sah, dass er die Augen geschlossen hatte und einfach nur zuhörte. "Jyudai...", flüsterte er kaum hörbar, jedoch laut genug, dass dieser es hören konnte und zum ihm sah. Johan wandte den Blick ab. Er konnte es nicht. Er konnte ihn nicht ansehen. Konnte nicht vergessen, wie sehr er sich blamiert hatte.

Jyudai ging zu ihm hinüber und legte ihm die Hand auf die Schulter. Er atmete tief durch. "Johan... ich..." "Bitte... Geh...", unterbrach der Türkishaarige ihn, "Lass mich in Ruhe… Ich will allein sein..." Ruppig wischte er die Hand des Kleineren von seiner Schulter. Traurig sah dieser ihn an. "Johan... ich bitte dich... Hör mir zu... Ich will dir etwas Wichtiges sagen..." Er begann seine Rede erneut, in der Hoffnung, dass der Größere ihm zuhörte und nicht wegrannte, wie die anderen Male. "Was willst du?", fauchte der Obelisk den Osiris an, "Willst du mich wieder verletzten, so wie das letzte Mal?" Er sah ihn wütend an, doch der Braunhaarige schüttelte nur den Kopf. "Nein Johan-kun... Ich will dich nicht verletzten, nie wieder... dafür bist du mir einfach viel zu kostbar..." Vorsichtig berührte er mit seiner Hand die Wange des Schweden, dieser zuckte leicht zusammen und wollte seinen Kopf schon weg ziehen, tat es aber nicht, als er Jyudais liebevollen Blick sah. "Weißt du Johan... wie viel du mir bedeutest habe ich erst gemerkt, als du mir aus dem Weg gegangen bist… Ohne dich.. war ich so einsam... So allein..." Er machte eine Pause und kam dem Gesicht des anderen immer näher, so lange bis er schließlich seine Lippen berührte und ihn küsste. Johan starrte ihn perplex an. Damit hatte er nicht gerechnet. "Johan... ich liebe dich...", hauchte Jyudai ihm ins Ohr, "Ich war nur so